Marken schaffen – ein Erfahrungsbericht von Florian Berger (Donkey Products)

Donkey-LogoBereits vor zwei Jahren hat der Donkey Products Gründer Florian Berger im Kassenzone.de Interview sehr offen und inspirierend darüber gesprochen, was alles getan werden muss, um eine Marke wie Donkey Products zu bauen. Damit ein Schnarchstopper oder eine Einkaufswagenmünze mit Fuchsschwanz verkauft werden können, muss mehr gemacht werden als nur die Kreation von coolen Namen und ein paar Bildern. Ich hören „Flobo“ sehr gerne zu, weil man von ihm sehr viel über das Thema Marken und Erlebnisse lernen kann. Er schafft die Marken selber und arbeitet sehr hart für das Markenerlebnis. In Teilen erinnert die Argumentation an Max Berger von Ryzze. Für alle diejenigen, die auf ihrer strategischen Agenda das Thema „Eigenmarken“ haben, hat Florian eine Menge zu erzählen. Weiterlesen

Windeln.de und die Milchpulverexporte nach China

Baby BuchDer Börsengang von windeln.de war bereits eines der Highlights 2015 für die E-Commerce Szene. Die Kursentwicklung seit der Notierung im Mai ist enttäuschend (-40%) und die Diskussion über das Geschäftsmodell wird bisher recht einseitig geführt. Im Aktionär heißt es “Die Windel ist zu voll!” und bei excitingcommerce wird in den Kommentarenspalten klar, dass die Bewertung der Aktie eine Glaubensfrage zu sein scheint. Es gibt für mich zur Zeit zwei wesentliche Faktoren, die für eine Bewertung ausschlaggebend sind. Primär muss man sich die Frage stellen, ob ein klassisches Handelsmodell wie windeln.de mit ca. 100-150m Euro Umsatz in der Lage sein wird in Zalando-ähnliche Umsatzregionen vorzustoßen, oder ob es am Ende doch von Amazon verdrängt wird, weil die Produkte zu trivial sind bzw. die notwendigen Skaleneffekte (Verhandlungsmacht mit Marken, eigene Lager, IT Team…) nicht erreicht werden können. Weiterlesen

Second Hand Designer-Fashion | DCD Vortrag Karolin Junker

TascheDas Thema Second Hand Designer-Fashion hatte ich schon vor sieben Jahren auf meinem Tisch als Business Developer bei Otto. „Damals“ war der Markt für „Re-Commerce“ aber noch sehr jung und niemand konnte sich so recht vorstellen, wie man mit den diversen Problemen von gebrauchter Mode oder Accessoires sinnvoll umgeht. Lagerbestand = 1, Fotoaufwand für jedes Produkt usw…. Ich habe mich deshalb sehr gefreut, dass Karolin Junker von Vite EnVogue auf dem Digital Commerce Day in Hamburg einen Blick hinter die Kulissen dieses Geschäfts gewährt hat. Weiterlesen

„Das E-Commerce Buch“ bzw. Kassenzone.de in Druckform

Das E-Commerce BuchNach Jahren harter Arbeit, endloser Tage im Lektorat und vieler schlafloser Nächte ist seit dieser Woche endlich „Das E-Commerce Buch“ im Handel verfügbar. Ok, das mit der harten Arbeit, dem Lektorat und dem Schlafmangel stimmt nicht, weil uns die DFV Mediengruppe alle anstengenden Arbeiten abgenommen hat, aber Holger Schneider (E-Commerce Prof. an der FH Wedel) und ich haben und durchaus Gedanken zu dem Buch gemacht.

Wir beide arbeiten nun seit vielen Jahren im E-Commerce und hatten zwischen 2006 und 2011 eine gemeinsame Phase bei der Otto Gruppe. Ich habe in den letzten sieben Jahren sehr viele spannende E-Commerce Inhalte bei Kassenzone.de zusammengetragen und Holger hat einen tausende Charts umfassenden Wissenspool für seinen Studiengang angesammelt. Weiterlesen

Kavaj & Amazon SEO

Kavaj-PortraitKaum ein Thema in diesem Jahr auf Kassenzone hat mehr Aufmerksamkeit gebracht: SEO auf Amazon. Eine Disziplin die bei Google schon dem Aussterben nahe ist, wird nun dank Amazon wieder ganz neu belebt – allerdings mit deutlich besseren Vorsätzen. Auf einem DCDnet Workshop zum Thema Amazon Strategie im letzten Jahr hat Jörg Kundrath von Kavaj einige bemerkenswerte Aussagen gemacht, die mich dazu veranlasst haben die Regeln des schon fast heiligen Kaufprozesscharts in Frage zu stellen. „Hersteller verlieren – Kaufprozess verändert sich zu Gunsten von Amazon„. Auf dem Digital Commerce Day in Hamburg hat Jörg dann noch einmal die Geschichte von Kavaj, Hersteller sehr hochwertiger Lederhüllen für iphones und ipads, zum Besten gegeben. Weiterlesen

Kundenantrag: Realitäten im Großhandel

PerspektivenStefan Grimm (restposten.de) ist spontan beim Digital Commerce Day eingesprungen und hat einen denkwürdigen Vortrag zum Ende des Großhandels gehalten. Er ist wahrscheinlich einer der Know-How Träger schlechthin, wenn es um Großhandel+E-Commerce+KMU geht. In dem Vortrag hat er herrlich aufgezeigt, welche riesigen Lücken noch zwischen Anspruch und Wirklichkeit im Großhandel klaffen. Von Kundenorientierung, gemessen am B2C Niveau, ist der Markt gemäß Stefan noch Lichtjahre entfernt. Die oft gehörte Argumentation, dass B2B doch schon viel weiter sei (telefonische Betreuung, untertägige Belieferung…) hat er mit einem Hinweis auf das Amazon Business Geschäftsmodell ins Leere laufen lassen. Dort sind transparente Preisinfos, Lieferkostenfreiheit und ad hoc Bestellfähigkeit für jeden Kunden schon eingebaut. Weiterlesen

Conway´s Law

KomplexIm Beitrag mit Matthias Schrader hatte ich schon kurz anklingen lassen, dass ich eine spannenden wissenschaftlichen Ansatz gefunden habe, der das Versagen großer (alter) Organisationen bei digitalen Geschäftsmodellen erklären könnte. Einen ähnlichen Erklärungsversuch gab es auch im Artikel “Die ergebnislose Suche nach einem CTO”. Darin habe ich das Portersche Modell der Wertschöpfungsstufen verwendet, um zu zeigen, dass klassische Unternehmen gar nicht für digitale Modelle gemacht sind. Nun habe ich aber mit dem Gesetz von Conway einen viel schöneren Ansatz gefunden, der seinen Ursprung in der Informatik hat. Das Gesetz besagt:

Organizations which design systems […] are constrained to produce designs which are copies of the communication structures of these organizations.”

Das klingt etwas kompliziert, ist aber einfach zu übersetzen: Weiterlesen

Grüne Wiese vs. Transformation // Interview mit Matthias Schrader

Wiese BusWahrscheinlich gibt es zur Zeit keinen einzigen europäischen Konzern der sich nicht mit dem Thema “digitale Transformation” auseinandersetzt – mittlerweile oft auf Vorstandsebene. Je nach Reifegrad dieser Transformationsprojekte könnte man sich dann entweder mit dem Gedanken auseinandersetzen wie man die eigene Organisation digitalisiert (Tablets für den Außendienst usw…) oder man versucht strategische Optionen gegen das GAFA Monopol zu finden, das Matthias Schrader vor kurzem in einer Präsentation dargestellt hat. Gesalbt mit digitaler Weisheit ist Matthias für mich ein hervorragender Gesprächspartner, um über die gängigen Herausforderungen im Markt zu diskutieren. Ich bin mittlerweile davon überzeugt, dass Transformation großer Unternehmen nicht mehr funktionieren kann und man versuchen muss sein Glück auf der “grünen Wiese” zu finden. Matthias sieht das anders und glaubt noch an das Comeback der Konzerne. Weiterlesen

#DCDHH: Welche Fragen stellt sich Tarek Müller?

Tarek MüllerVor zwei Wochen haben wir den Digital Commerce Day in Hamburg veranstaltet. Mit ca. 350 Teilnehmern, zu 90% Hersteller und Händler, war es rappelvoll und sehr unterhaltsam. Alle Vorträge im Hauptsaal wurden aufgezeichnet und wir haben nun die Möglichkeit, soweit die Redner das zulassen, diese Vorträge als Video und Podcast zur Verfügung zu stellen. In diesem Beitrag zeigen wir meine Begrüßungsrede, in der ich die Hydra Analogie noch einmal ausführlich darstelle, und den Vortrag + Diskussion von Tarek Müller der seinen Werdegang darstellt und die aktuellen Entwicklungen bei Collins reflektiert. In der Diskussion mit Tarek wird deutlich, dass Collins nicht die Zukunft, sondern die Gegenwart von E-Commerce Modellen ist. Während andere noch über SEO Strategien nachdenken (müssen), sollte man sich eher darüber Gedanken machen wir man Ökosysteme aufbaut oder für sich nutzen kann. Weiterlesen

Die ergebnislose Suche nach einem CTO

EDV ServiceIn den letzten Monaten sind einige deutsche Unternehmen beim Thema Digitalisierung wach geworden und stellen teilweise erhebliche Budgets für den „digitalen Wandel“ bereit. Damit werden Plattformen „erneuert“, Startups gegründet und teilweise wird sogar in neue Unternehmen investiert. Das ist alles sehr löblich, aber dabei wird gerne ignoriert, dass zwar Geld aber keine Strukturen für das interne Investment vorhanden sind. Das ist weniger kritisch, wenn das Geld in neue Projekte außerhalb der Konzern IT investiert wird, aber „Plattformen erneuern“ betrifft meistens den Kern der IT. Ich habe sehr lange nicht verstanden, warum sich große Unternehmen so schwer damit tun ihre IT in den Griff zu bekommen, um mit Amazon & Co. auf Augenhöhe zu agieren. Erst beim Querlesen von Holgers Inhalten in unserem E-Commerce Buch ist mir das Dilemma klar geworden. In Kapitel 2 dreht sich alles um die klassische Wertschöpfungskette im Handel, die jeder BWL Student in dieser Form schon einmal gesehen haben dürfte. Geld verdient wird mit Produktion, Marketing, Kundenservice usw, während die „unterstützenden Aktivitäten“ mit IT und HR dafür da sind diese Hauptwertschöpfung zu… unterstützen. Weiterlesen