Sind Apps nur eine Modeerscheinung?

Freitag, 30. Juli 2010 14:22

Diese interessante Frage versucht Joachim Graf gerade auf DS zu beantworten:

Letztlich kann man natürlich nicht gegen eine Religion an-argumentieren. Gegen Menschen, für die es cool ist, für nutzlose Anwendungen zu bezahlen (ja ich weiß: für nützliche Anwendungen auch). Und die dann auch noch mit der Coolness argumentieren. Ich weiß, wovon ich spreche: Ich habe solche Menschen in der Familie. Aber für alle anderen von uns, für uns Unapflige, entspricht das nicht dem Lebensalltag. Schon seit Monaten schwimmt iBusiness gegen den Meinungsstrom (”Schnell reich und berühmt werden in der Appconomy”). Mein vorsichtiger Einwand. Leider wird es das nicht geben. Genauso wenig, wie ein Strohfeuer warm macht.

Zusammengefasst sagt er Folgendes:

  • Anwendungen deren Inhalt ohne weiteres auch auf Websites, ggf. dank HTML5, dargestellt werden können, benötigt niemand
  • Der App Markt aufgrund der wachsenden Anzahl von Betriebssystemen und Ausgabegeräten sehr komplex – die Betreuung von Apps (Updates, Anpassungen….) wird zunehmend teurer
  • HTML5 kann zunehmend die Dinge abbilden die bisher nur im nativen Umfeld funktioniert haben
  • Apps sind eher eine Modeerscheinung, weil es irgendwie cool ist solche (ggf. sinnlosen) Dinge zu haben

Insgesamt stimme ich Joachim zu. Der Markt wird gerade sehr gehyped und es schießen unzählige App-Agenturen aus dem Boden. Eine Konsolidierung des Marktes werden wir aber so schnell nicht sehen. Dafür ist mE noch zu viel Hype Potential vorhanden. Allerdings gibt es Anwendungen die stark auf die nativen Eigenschaften eines mobilen Gerätes angewiesen sind und deshalb zu Recht gehyped werden und auch mittelfristig keinen Ersatz in optimierten HTML5 Websites finden werden. Dazu gehören z.B. aufwändige Spiele. Die APP zur Taxibestellung wird es sicher bald als “normale” Website geben. Vielleicht wird es mit den nächsten Browsern bei Android & Co. etwas einfacher den “Favoritenlink” auf den Startbildschirm zu speichern. Dann könnten viele Apps schon einpacken.

Als Minientscheidungsmatrix stellt sich das aus meiner Sicht wie folgt dar:

App Entscheidungsbaum

Brauche ich eine App?

Ich bin gespannt, wie sich dieser Markt weiter entwickelt und was HTML5 wirklich bringt. Auf jeden Fall werden HTC und Apple dieser Entwicklung mit neuen nativen Eigenschaften der Telefone entgegensteuern. Gut für die User.

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Impulskauf vs. Personalisierung (Beispiel Groupon)

Donnerstag, 29. Juli 2010 9:34

Vor ca. einem Jahr hatten wir den CEO von Vente Privée zum Club Shopping Geschäftsmodell interviewt. In einer Frage ging es um das Thema Personalisierung von Newslettern. Meine These war, dass die steigende Anzahl von Club Shopping Anbietern und die zunehmende Frequenz der Newsletter zu einer sinkenden Conversion führt, weil die Leute einfach keine Lust und Zeit mehr haben so viele Newsletter zu lesen. Ich hätte als nächsten Schritt eine Newsletter-Personalisierung erwartet (z.B. nur Sport & Küche Aktionen…).

Granjon hatte daraufhin geantwortet, dass sie 1) immer noch eine steigende Conversion bei den Newslettern beobachten können (mehr Aktionen pro Newsletter = mehr Umsatz) und 2) eine Personalisierung das Impulsshoppingmodell konterkariert. Wenn ich z.B. nur Sportaktionen bekommen möchte, sinkt meine Impulskaufwahrscheinlichkeit für z.B. eine Kaffeemaschine auf fast Null. Das ist nachvollziehbar und stimmt wahrscheinlich für die meisten Nutzer, die begeistert die Newsletter lesen. Ich empfange mittlerweile keinen dieser Newsletter mehr.

Wichtig: Das Impulskaufargument von Granjon hat für mich Gewicht. Diese Art von Geschäftsmodell zeichnet aus, dass die Kunden ohne konkretes Kaufinteresse bzw. Produktbedarf auf die Plattform kommen und dann trotzdem etwas kaufen. Der Echtzeit-Impuls ist also überlebenswichtig für das Geschäftsmodell.

Umso interessanter finde ich die Meldung von Techcrunch, das die Personalisierung von Groupon Newslettern/Deals verkündegt. Damit ist es nun möglich dem Nutzer individuelle Deals zukommen zu lassen und z.B. nur mit Restaurantgutscheinen zu versorgen, wenn er vorher als Interesse “Essen” eingegeben hat. Außerdem könnte nun mehr als ein Deal (+ Sidedeal) pro Stadt vermarktet werden. Das ist natürlich ein nachvollziehbarer Schritt, wenn Groupon wie vermutet mehrere hundert Deals in der Warteschleife bei großen Städten hat. Groupon CEO Mason sieht darin einen Wettbewerbsvorteil:

CEO Andrew Mason says that one reason why there are so many Groupon clones is that the site simply hasn’t been able to accommodate all of the businesses looking to serve up a local deal, leading the businesses to turn a competitor. Deal personalization changes this, because Groupon can now distribute multiple deals in the same city on a given day. Where Groupon was previously limited to one deal (and maybe a second so-called “side deal”) per day, it can now offer as many deals as it has eager businesses.

So sieht Groupon also die zweite Evolutionsstufe seines Geschäftsmodells. Mir fallen bei einer linear fortgeschriebenen Entwicklung noch ein paar weitere Stufen ein. Im Gegensatz zu Mason betrachte ich diese Entwicklung aber eher als kritisch. Folgende Punkte fallen mir dazu ein.

  • Die Personalisierung ist gem. Zitat maßgeblich über eine bessere Monetarisierung des Dealpotentials und des Traffics auf der Website getrieben. Das Nutzererlebnis kommt erst an zweiter Stelle, auch wenn es hier kommunikativ in den Vordergrund gestellt wird.
  • Der Impulscharakter der Plattform wird maßgeblich geschwächt. Es ist vollkommen unklar wie dieses Konzept auf neue Nutzer wirkt, wenn sie die Plattform zum ersten Mal besuchen und 10 Deals finden. Das sieht dann eher so aus wie eine spammige Gutscheinseite.
  • Es wirkt aus meiner Sicht nicht wettbewerbsdifferenzierend. Jeder Klon mit ausreichend “Dealflow” kann das Konzept ohne weiteres nachbauen.
  • Bestehende Nutzer werden diesen Schritt ggf. begrüßen (siehe TC Kommentare), aber diese denken aus einer eher isolierten Perspektive und wollen nun mal einfach einen geringen Aufwand zur Dealsuche. Diese Perspektive ist mE aus Groupon Sicht falsch.
  • Ein USP zur Händlerakquise geht verloren. Während man im “One Deal a Day” Konstrukt den Anbietern von Deals noch tolle Brandingaspekte (“x Millionen Nutzer lesen über dein Restaurant”) verkaufen konnte, geht das im neuen Groupon-Shop Konstrukt etwas unter.

Was meint ihr?

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Ein schönes Bild

Montag, 26. Juli 2010 22:18

Als alter Kieler muss ich dieses Event einfach bewerben. Außerdem ist das Bild nur 10 Gehminuten von meiner Haustür entfernt aufgenommen.

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Es sind nur noch ca. 20 Plätze verfügbar. Es lohnt sich bestimmt.

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Wie ticken Gründer? – Umfrage

Donnerstag, 22. Juli 2010 22:59

Hiermit rufe ich zur breiten Unterstützung von Jannes Fragebogen auf. Er untersucht für seine Bachelorarbeit die Eigenschaften von Gründern. Wenn etwas interessantes dabei rauskommt, werden die Ergebnisse hier natürlich auch gepostet.

Zur Umfrage

1. Lassen Sie sich bei der Entscheidungsfindung durch die Meinung anderer leicht beeinflussen?……

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Cashbits – gute Idee, oder Henne/Ei Dilemma?

Dienstag, 20. Juli 2010 18:05

Cashbits LogoSchon vor einigen Monaten habe ich mit Lena von Cashbits über ihr Geschäftsmodell gesprochen und war etwas skeptisch bezüglich der Kunden- und Händlerakzeptanz. Ein neues Bonussystem muss beide Seiten gleichzeitig überzeugen und steht damit natürlich vor einer hohen Hürde. Da ich selber keinen Shop betreibe wäre ich sehr gespannt auf die Kommentare von echten Shopbetreibern was das Cashbit Modell angeht und ob sie die Einschätzungen aus dem Interview teilen.

Wer seid ihr und was macht ihr?

CashBits ist das erste Bonusprogramm für unabhängige Online-Händler – also kleine und mittelständische Shops, die bei Payback & Co. verloren gehen würden, auf professionelle Kundenbindung aber trotzdem nicht verzichten möchten. Dieser Zielgruppe bietet CashBits erstmalig Zugang zu einem rein internetbasierten Bonus- und Analysetool. Weiteres Plus: Wir verstehen uns als erstes „Web 2.0-Bonusprogramm“, bieten den angeschlossenen Händlern also automatisch neue Vetriebskanäle, die sie alleine nicht in dem Umfang bespielen können. Und hinter CashBits stehen wir als Gründer-Duo. Moritz Corbelin und ich, Lena Sönnichsen.

Warum habt ihr gerade dieses Geschäftsmodell gewählt?

Aus vielen, vielen Gesprächen mit Händlern wissen wir, dass der Bedarf da ist. Dass der E-Commerce-Markt wächst, dass es Vergleichbares nicht gibt und dass unser Geschäft gut skaliert. Das reicht, um mit viel Spaß und Ehrgeiz bei der Sache zu sein.

Löst ihr damit ein bestehendes Problem eurer Kunden?

Klar. Wie gesagt: aus vielen Gesprächen wissen wir, dass kleine und mittelständische Online-Händler sehr professionell agieren, was Sortiment und Verkauf angeht, passende Lösungen für Kundenbindung aus einer Hand aber vermissen. Und für Social Media fehlt vielen die Zeit oder der Nerv. In Kombination mit intuitiver Analysefunktion haben wir aus diesen drei Komponenten mit CashBits ein rundes Paket geschnürt.

Was ist kritisch für den erfolgreichen Aufbau des Businesses?

Eine kritische Masse an Händlern und Endkunden – bevor eine von beiden Zielgruppen die Lust oder die Geduld mit CashBits verliert. Und Glaubwürdigkeit.

Wie hoch schätzt ihr eure Erfolgschancen ein?

Seit Markteintritt mehr denn je: als sehr hoch. Erstens sprechen alle Marktbedingungen für uns – und außerdem gibt es die ersten positiven Rückmeldungen.

Wie war das bisherige Feedback der Händler und der Kunden?

Das Feedback ist bislang sehr gut und das freut uns natürlich. Wir sind seit zwei Wochen live und haben den Vertrieb erst vor zehn Tagen gestartet. Das Shopverzeichnis von www.cashbits.de füllt sich stetig und entspricht ziemlich genau unseren Planungen.

Was können wir bis Ende des Jahres noch von euch erwarten?

Uns wird es in den nächsten Monaten vor allem um die Weiterentwicklung des Systems gehen – natürlich spielt der Vertrieb weiterhin eine große Rolle, aber den erleichtern wir uns natürlich, wenn das Produkt kontinuierlich attraktiver wird. Da wir CashBits agil entwickeln, kommen ständig neue Features dazu. Außerdem soll die Shopanbindung für Händler so einfach wie möglich sein – das heißt, dass wir neben dem Magento-PlugIn, das wir aktuell anbieten, weitere Extensions entwickeln werden und auch Kooperationen anstreben, um noch mehr Händler zu erreichen.

Sucht ihr noch Kapital?

Die Anschubfinanzierung von CashBits ist durch Business Angels gesichert. Das heißt, wir sind momentan sehr dankbar, uns über Finanzierung keine Gedanken machen zu müssen – freuen uns aber natürlich trotzdem immer über interessante Gespräche. 

Bewerbe dich jetzt bei Ein Herz für Startups. Wenn du ein innovatives Startup im Bereich E-Commerce, Mobile oder Technologie betreibst und bisher nicht ausreichend Beachtung in den Blogs gefunden hast, dann schicke eine Mail an info@kassenzone.de mit den folgenden Infos:

  1. Link zu eurer Website
  2. Was macht ihr genau? Wer ist euer Wettbewerber?
  3. Keyfacts inkl. Gründerteam und Startdatum des Startups
  4. Warum seid ihr innovativ?
  5. Keine Businesspläne anhängen! (die sind meistens total langweilig)
  6. Wenn ihr länger als 5 Minuten braucht diese Mail zu schreiben, dann trifft Punkt Nr. 4. wahrscheinlich nicht zu.

Danach schauen wir uns das Startup an und schreiben vielleicht ein ausführliches Review über euer Projekt bei Kassenzone.de.

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