Die lange Geschichte von der Auswahl eines PIM-Systems

StrichcodeVorwort Alexander Graf: Im Rahmen diverser Shopprojekte hatten wir in den letzten Jahren auch immer wieder mal das Vergnügen Herstellern bei der Auswahl und Einführung von PIM Systemen zu unterstützen, um die Produktdaten im Unternehmen beherrschbar zu machen. Meistens werden die Daten “heute” sehr chaotisch und vor allem dezentral gespeichert. In Zeiten halbjährlicher Prospektupdates war das vielleicht ok. Unser eTribes Junior Partner Henning Henningsen hat einige dieser Projekte begleitet und schreibt hier seine Erfahrungen auf, die sich ein wenig Anlehnen an die Auswahl des “besten” Shopsystems.

Online-Shop, Mobile-Shop, Social Media, Amazon, Google… die Liste an Abnehmern von Produktinformationen ist lang und in den letzten Jahren stetig gewachsen. Die Interaktion des Kunden mit den einzelnen Touchpoints und Herstellermarken ist komplexer geworden.

Hat man zur Verwaltung seiner Produktinformationen lange auf die bewährten Formate wie Excel, Access oder Word gesetzt, so wird bei genauem Hinsehen schnell deutlich, dass das Zusammentragen von Informationen aus unterschiedlichen Datenquellen und Formaten eine herausfordernde Aufgabe ist. Über die Konsistenz der Informationen ganz zu schweigen. Mir ist kaum ein Händler bekannt der sich nicht über die „grauenhafte“ Qualität der Produktinformation von Herstellern beschweren würde. Von der Lieferfähigkeit der Daten innerhalb akzeptabler Fristen mal ganz abgesehen. Weiterlesen

Welchen Wert haben Marken von gestern?

Made in GermanyIch bin gerade dabei mein Panel für die K5 Konferenz in München vorzubereiten. In dem Panel unterhalte ich mich zwei Stunden lang mit spannenden Leuten über das Thema „Marken in einer Amazonwelt“. Im Podcast mit Jochen Krisch habe ich gedanklich angefangen an der These zum sinkenden Wert von klassischen Marken nachzudenken und das wird sich auch im Panel wiederfinden. In dem Podcast sind wir vorerst nur zur der Meinung gekommen, dass Marken auf Amazon auch nur noch ein schmächtiger Spielball sind und in diesem Umfeld permanent neue Marken entstehen können, die sich besser und schneller an die neuen Regeln anpassen können. Kavaj, Anker & Co. sind nur Vorboten dieser Entwicklung. In den Vorgesprächen mit den Panelteilnehmern hat sich dieser Eindruck verstärkt und mittlerweile würde ich die These deutlich verschärfen, weil klar wird, dass die Fähigkeiten zur klassischen Markenbildung im digitalen Umfeld nahezu wertlos geworden sind. Weiterlesen

333 Tage Spryker

Spryker-AntilopeVor fast einem Jahr haben Nils Seebach und ich im Rahmen der K5 Konferenz 2014 zum ersten Mal über Spryker geredet. Damals hieß das Projekt noch Cryllo und hatte noch nicht einmal eine eigene Gesellschaft, sondern war in einem Stadium in dem wir die Nachfrage für das Produkt getestet haben. 333 Tage nach dem Softlaunch auf der K5 und kurz vor der nächsten K5 in ein paar Wochen ist es an der Zeit für ein Zwischenfazit. Was haben wir gelernt? Im November habe ich hier auf Kassenzone bereits darüber geschrieben, warum wir an das Produkt glauben und vor allem warum wir es jetzt auf den Markt bringen und es so etwas vor fünf Jahren noch nicht gab und sich auch nicht hätte etablieren können. Der Beitrag beginnt mit einem Zitat von unserem CTO Fabian, der in dutzenden E-Commerce Projekten bei Rocket Internet und Projekt A Ventures seine ganz eigene Sicht auf “Online Shop Software” entwickeln konnte. Weiterlesen

Die Customer Journey wie sie Paul Verfechter nicht sehen mag

adobe-ecomIch war in dieser Woche eingeladen bei der Adobe Digital Marketing Academy meinen Beitrag zum Thema E-Commerce in die Kamera zu sprechen. Im Grunde genommen ist daraus nun ein 30min Galopp durch das erste Kapitel des E-Commerce Buchs geworden inkl. anschließender Diskussion, warum Cross Channel Handel eben doch keine so kluge Idee aus Sicht der von Amazon betroffenen Handelsmodelle ist. Der eine oder andere wird den Vortrag von mir vielleicht schon mal auf einer Konferenz gehört haben. So schön und flüssig und in dieser Videoqualität gab es die Inhalte aber noch nicht im Netz. Weiterlesen

Der stationäre Handel schlägt zurück | Paul Verfechter

PaulDie ist ein Gastbeitrag vom kritischen Starautor Paul Verfechter

Ich finde es empörend wie die E-Commerce Verfechter in letzter Zeit auftreten. Ich habe in diesem Blog bereits vor zwei Jahren festgestellt, dass E-Commerce nichts anderes als eine große Geldvernichtungsmaschine ist, ganz abgesehen von den sozialen und städtebaulichen Folgen dieser Entwicklung. Nun hat ein höchst renommiertes Institut (laut welt.de)  ganz klar die Wachstumsgrenzen des E-Commerce aufgezeigt und die sogenannten „Experten“ wettern dagegen wie alte Waschweiber. Der Krisch unterstellt fehlende Marktkenntnis, Weiterlesen

jet.com und die ganz ganz große Vision

Burning dollarEs fühlt sich gerade wieder so an wie 2008/2009, als jede Woche ein neues E-Commerce Konzept das Licht der Welt erblickt hat und man regelmäßig über neue Shoppingclubs und möchtegern Shoppingclubs (fab.com) schreiben konnte. In dieser Woche gesellt sich jet.com in diesen illustren Kreis und beweist eine sensationelle PR Arbeit. Die Medien sehnen den nächsten Amazon Herausforderer geradezu herbei, und nachdem ich mir die letzten Stunden die gängigen Artikel dazu durchgelesen habe, bleiben bei mir ehrlich gesagt mehr Fragezeichen als Euphorie. Vielleicht bin ich schon zu sehr abgestumpft durch die Vielzahl an Konzepten die versuchen über bessere Preise Kunden zu gewinnen und zu binden, oder ich verstehe das Konzept noch nicht richtig. In der Internetworld wird das Modell heute kurz erklärt. Jet.com ist eine Art Marktplatz mit Eintrittsgebühr (50$ im Jahr) der auf jegliche Handelsspanne verzichten will und alle Kickback Einnahmen (Affiliate Guthaben….) direkt den Kunden zuschreibt. Ok, ich schreibe hier mal “laut” mit: Weiterlesen

Wait but Why? Bestes Blog überhaupt!

wbwWer neben den  Content Glanzlichtern im ecommerce von excitingcommerce (Kommentare lesen!) und etailment noch andere Lektüre sucht, dem kann ich das Blog „Wait but Why“ nur ans Herz legen. Vielleicht erinnert ihr euch noch daran wie ich begeistert über das Buch „Schnelles Denken, langsames Denken“ von Daniel Kahnemann berichtet habe. So ungefähr geht es mir beim Lesen von den Beiträgen auf dem Blog waitbutwhy.com. Der Autor Tim Urban schreibt dort 2-4x pro Monat Beiträge in epischer Länge über Dinge die jeden Sendung mit der Maus Fan schon immer interessiert haben. Es ist als nimmt sich jemand  3-4 Wochen Zeit für die Recherche zu einem ganz bestimmten Thema, um es dann guten Freunden mit allen Facetten zu erklären. Großartig, einfach großartig. Weiterlesen

Die schöne Welt des (Online) Möbelhandels

Insel-MoebelSeit dem Launch von home24, avandeo & Co. bin ich ein großer Fan des Online Möbelhandels und berichte regelmäßig hier bei Kassenzone. Anfang 2013 hat das auch zur meiner ersten Ministudie in diesem Marktsegment geführt, die mittlerweile über 10.000x heruntergeladen wurde. Die Vermutung „damals“ war, dass der Umbruch um Möbelhandel kurz bevorsteht. Der 40 Mrd. Euro Markt (nur Deutschland) war mit wenigen Prozent online vertreten und viele Akteure haben dem Markt eine ähnliche Entwicklung vorausgesagt wie dem Elektronikhandel und dem Fashionhandel. Passiert ist seitdem fast nichts. Home24 und Westwing ziehen einsam ihre Kreise und bereiten sich vermutlich in aller Ruhe auf einen Börsengang vor.  Weiterlesen

Marken schaffen – ein Erfahrungsbericht von Florian Berger (Donkey Products)

Donkey-LogoBereits vor zwei Jahren hat der Donkey Products Gründer Florian Berger im Kassenzone.de Interview sehr offen und inspirierend darüber gesprochen, was alles getan werden muss, um eine Marke wie Donkey Products zu bauen. Damit ein Schnarchstopper oder eine Einkaufswagenmünze mit Fuchsschwanz verkauft werden können, muss mehr gemacht werden als nur die Kreation von coolen Namen und ein paar Bildern. Ich hören „Flobo“ sehr gerne zu, weil man von ihm sehr viel über das Thema Marken und Erlebnisse lernen kann. Er schafft die Marken selber und arbeitet sehr hart für das Markenerlebnis. In Teilen erinnert die Argumentation an Max Berger von Ryzze. Für alle diejenigen, die auf ihrer strategischen Agenda das Thema „Eigenmarken“ haben, hat Florian eine Menge zu erzählen. Weiterlesen

Windeln.de und die Milchpulverexporte nach China

Baby BuchDer Börsengang von windeln.de war bereits eines der Highlights 2015 für die E-Commerce Szene. Die Kursentwicklung seit der Notierung im Mai ist enttäuschend (-40%) und die Diskussion über das Geschäftsmodell wird bisher recht einseitig geführt. Im Aktionär heißt es “Die Windel ist zu voll!” und bei excitingcommerce wird in den Kommentarenspalten klar, dass die Bewertung der Aktie eine Glaubensfrage zu sein scheint. Es gibt für mich zur Zeit zwei wesentliche Faktoren, die für eine Bewertung ausschlaggebend sind. Primär muss man sich die Frage stellen, ob ein klassisches Handelsmodell wie windeln.de mit ca. 100-150m Euro Umsatz in der Lage sein wird in Zalando-ähnliche Umsatzregionen vorzustoßen, oder ob es am Ende doch von Amazon verdrängt wird, weil die Produkte zu trivial sind bzw. die notwendigen Skaleneffekte (Verhandlungsmacht mit Marken, eigene Lager, IT Team…) nicht erreicht werden können. Weiterlesen