Jill Lepore vs. Clayton Christensen: Jeder kann innovative Geschäftsmodelle erklären, aber es hilft nichts

Funny clown businessman with abacusVor einem Monat hat sich Jill Lepore im „The New Yorker“ sehr kritisch über die extrem populäre Theorie von Clayton Christensen zum „Innovators`s Dilemma“ geäußert. Christensen hat 1997 dazu eine Art Standardwerk verfasst und erklärt darin, dass erfolgreiche Unternehmen per se zu viel Aufmerksamkeit auf die Verbesserung ihres Angebotes legen und damit echte Innovationen verpassen. Über kurz- oder lang werden erfolgreiche Unternehmen von echten Innovatoren (disruptive Innovation) aus dem Markt gedrängt. Lepore greift in ihrem Aufsatz die Beispiele aus Christensens Buch an und tadelt die Industrie der Innovationsgurus, weil diese angeblich in einer Art Zirkelschluss argumentieren und damit der komplette Ansatz von Christensen nicht mehr als Theorie taugt, um die Zukunft zu beschreiben. Ich gehe gleich genauer auf ihre Punkte ein und verweise auf ein paar der Reaktionen auf den Artikel. Die haben es in der Tat in sich. Innovationen sind zur Zeit eine Art Wunderwaffe, die sich jedes Unternehmen gerne ins Handbuch schreiben würde. Weiterlesen

Wie schnell muss sich B2B E-Commerce an Zalando & Amazon orientieren?

SchraubenDas zentrale Thema in der Diskussion „Herr Graf, B2B funktioniert da ganz anders“ war die Behauptung, dass B2B Handel sich in Zukunft an B2C Standards richten muss. Aus Konsumentensicht ist diese Behauptung recht klar belegbar (Geschwindigkeit, Service, Auswahl…), aber die Frage nach dem Zeitpunkt, also nach der Dringlichkeit steht noch im Raum. Dazu haben wir mal eine kleine Recherche gemacht und einige Studien & White Paper auf „B2B wird B2C“ Aussagen hin untersucht. Die meisten Ergebnisse liefern die Systemanbieter, denen man ein gewisses Eigeninteresse an der Aussage unterstellen kann, aber einige Papers können die Behauptung auch mit Zahlen belegen. Wer diese Diskussion also gerade führt (führen muss) kann hier ein paar gute Quellen finden. Weiterlesen

expert im Multichannel Dilemma

Electronic boardVerbundgruppen über fast alle Branchen hinweg stehen vor einem kaum lösbaren Problem. Der Umsatz der angeschlossenen stationären Händler schrumpft wegen Amazon & Co., aber wettbewerbsfähige Lösungen als Antwort darauf scheitern an internen oder rechtlichen Strukturen. Verbundgruppen können keine teuren und leistungsfähigen Onlineshops betreiben, weil das wider den Interessen der Mitglieder läuft (Kannibalisierung) und i.d.R. keine Umsetzungskompetenz vorhanden ist, aber gängige Konzepte für die Stärkung des stationären Handels laufen meistens auch ins Leere, weil den Kunden Multichanneltheorien ziemlich egal ist. Wenn sie online einkaufen, dann meistens bei Amazon und eBay – vollkommen egal wo sie sonst stationär einkaufen. Es ist daher interessant zu beobachten wie sich die Elektronik Verbundgruppen in diesem Bereich aufstellen und die Meldungen von Expert geben in diesem Fall zu denken. Matthias Hell dokumentiert bei Channelpartner seit langem die Krise von Electronicpartner und Euronics. In seinem aktuellen Kommentar zur Entwicklung von expert kommt er zu einem neutralen bis positiven Urteil. Ich bin da skeptischer, weil expert mE die gleichen Fehler macht wie seine erfolglosen Wettbewerber. Vor zwei Jahren noch habe ich expert hier bei Kassenzone sehr positiv bewertet, weil die Onlinemaßnahmen in vielen Ansätzen schlüssig waren: Weiterlesen

E-Commerce Benchmark – Wie gut muss ein Händler heute sein?

BenchmarkE-Commerce Benchmarks sind im Rahmen von Relaunch Projekten sehr beliebt, um herauszufinden wo man überhaupt im Verhältnis zum Wettbewerb steht und wie groß der Abstand zu führenden E-Commerce Unternehmen wie z.B. Amazon noch ist. Klingt einfach, ist aber bei näherer Betrachtung doch ziemlich schwierig. Welche Faktoren müssen überhaupt bewertet werden? Sind Ladezeiten tatsächlich noch ein wichtiges Rankingkriterium? So toll ist die Usability bei Amazon doch auch nicht, oder? Die Liste lässt sich lange fortsetzen und zu allem Überfluss kommt im Internet auch noch dieser ständige Innovationsdruck hinzu. War gestern 1s Ladezeit pro Seite noch ausreichend, um unter den Top 5% zu landen, so ist es heute ggf. schon viel zu langsam. Das macht Benchmarks in der Tat sehr schwierig. Weiterlesen

Der stationäre Handel stirbt. Wirklich?

WachstumVor einem halben Jahr habe ich im Artikel „Die (Gewerbe-) Immobilienblase“ beschrieben wie stark sich aktuell die Umsätze vom stationären Handel in den Onlinehandel verschieben und was das für die stationären Handelsmodelle bedeutet. In Kürze lässt sich die Argumentation wie folgt zusammenfassen:

E-Commerce ist bis 2011 größtenteils auf Kosten des Kataloghandels gewachsen, erst seit 2011 verliert der stationäre Handel jeden Monat rund eine Milliarde Umsatzanteil an den Onlinehandel und wenn das so weitergeht, dann liegt der Onlineanteil am Einzelhandel bis 2020 bei 33% (ohne Lebensmittel). Im Onlinehandel verdient aber kaum jemand Geld und der nun ausgeübte Preisdruck durch die Präsenz des Onlinehandels zerstört langsam aber stetig auch die Margen im stationären Handel.  Weiterlesen

Winter K5 Cruise – Wie lassen sich E-Commerce Projekte erfolgreich umsetzen?

logo_k5cruiseIm März diesen Jahres haben Jochen Krisch und ich mit der ersten K5 Cruise ein neues Veranstaltungsformat ausprobiert. Wir wollten ein Umfeld schaffen, in dem wirklich tiefgehende Gespräche und Diskussionen über die Herausforderungen im E-Commerce möglich war. Auf klassischen Konferenzen sind solche Gespräche nur abseits der Panel möglich und oft entstehen sie zufällig an der Hotelbar. Aufgrund der extrem positiven Erfahrungen der K5 Cruise im März und Voranmeldungen von sehr spannenden Händlern & Herstellern haben wir uns entschieden die nächste Cruise schon in diesem Jahr zu veranstalten. Weiterlesen

Handelsmarken als Antwort?

Milch MarkeEine Reaktion auf den schier aussichtlosen Kampf im Onlinehandel ist nach Ansicht vieler Marktteilnehmer die Entwicklung starker (Handels-) Marken. Gegen Amazon & Co. den Kampf um die letzten Höhenmeter im Heinemannkegel zu gewinnen ist technisch gesehen vielleicht ganz reizvoll (Big Data und so), betriebswirtschaftlich führt es am Ende aber kaum zu sinnvollen Ergebnissen. Ich lasse mich hin und wieder zur der These hinreißen, dass der Onlinehandel mit Fremdmarken für kaum einen Marktteilnehmer überhaupt noch profitabel darstellbar ist und der stationäre Handel mit Fremdmarken (P&C, Ansons) nur noch ein Spiel auf Zeit ist. Ob das nun so krass eintritt ist noch offen, unabhängig davon sind aber die meisten mir bekannten Händler sehr intensiv damit beschäftigt, den Eigenmarkenanteil zu erhöhen oder komplett eigenständige Marken zu schaffen. Die Kausalkette dazu ist ja auch naheliegend: Weiterlesen

Alibaba (Aktien-) Informationen

Alibaba-GroupAlibaba will in Kürze an die Börse gehen. Da ist es natürlich in unserem Interesse den neusten Tipps und Trends zum Thema nachzugehen, nachdem ich mich schon vor über einem Jahr als Alibaba Fan geoutet habe. Aus diesem Grund verschlinge ich gerade alle halbwegs seriös geschriebenen Artikel zum Thema und bevor ich am Ende des Artikel über eine faszinierende Idee von Michael (liquidlabs) schreibe, finden sich hier noch drei Lesetipps zu Alibaba.

In der Süddeutschen Zeitung wird darauf hingewiesen wie es Alibaba geschafft hat die US Konkurrenz in China zu verdrängen und nun selber zur Gefahr für diese Konzerne in den USA wird. Weiterlesen

Wie sieht die beste (Hersteller-) Strategie für & mit Amazon aus?

Evil AmazonDas war eine der vielen interessanten Fragen auf unserem zweiten DCD-NET Treffen, bei denen es darum geht Händler und Hersteller zu vernetzen und zu konkreten E-Commerce Themen zu diskutieren. Vor zwei Wochen gab es dazu in Hamburg das erste Treffen, an dem vor allem kleinere und mittlere Shopbetreiber teilgenommen haben. Gestern gab es am Frankfurter Flughafen (sehr konspirativ) das zweite Treffen exklusiv für größere Hersteller von Konsumgütern. Funktioniert der Austausch?

Ich bin erstaunt wie offen die Teilnehmer an beiden Terminen diskutiert haben und eigenen Erfahrungen, Zahlen und Strategien ausgetauscht haben. Beim ersten Treffen in Hamburg ging es noch eher um Standardthemen, wie z.B. sinnvollen Facebook und SEO Strategien, aber beim Herstellertreffen in Frankfurt ging es ans Eingemachte. Weiterlesen

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So sein wie „Collins“

Collins TeamIch habe selten ein Onlineprojekt gesehen, das von der Publikums- und Fachpresse so positiv zum Start begleitet wurde wie Projekt Collins. Zwar habe ich nach dem Launch des Projektes meine liebgewonne Insiderrolle verloren, aber dafür kann ich nun Collins in meine täglichen Diskussionen als Praxisbeispiel verwenden – in vielerlei Hinsicht. Fangen wir mal mit der Geschäftsmodellseite an.

Collins ist nicht wie erwartet ein Zalandowettbewerber oder ein Klon von Asos oder einfach nur ein schöneres Otto.de – nein es ist ein E-Commerce Ökosystem und bildet damit eine neue Kategorie. So wie eBay für Auktionen steht und Amazon für Marktplätze, kann sich Collins berechtige Hoffnung machen die Kategorie E-Commerce Ökosystem begründet zu haben. Wie geil ist das denn bitte? Weiterlesen