Möbel online – wer gewinnt? Wayfair, Home24, Westwing, IKEA & Co.

Artikel-BildPassend zur IMM in Köln häufen sich wie üblich die Diskussionen rund um den Onlinemöbelhandel. Mit Home24 und Westwing gibt es zwei deutsche “Schwergewichte”, die in dieser Diskussion immer wieder vorkommen, und dank Wayfair gibt es auch ein US-Beispiel, das analog zu Home24 versucht, den Markt für sich zu erschließen. Die Story ist bei allen die gleiche: Der mehrere 100 Mrd. Euro/Dollar große Möbel & Living Markt ist weitestgehend stationär geprägt (ca. 95%) und das dürfte sich bald ändern. Da will jeder ganz vorne dabei sein und die trägen Offliner ablösen. Wer macht also das Rennen? Ich vertrete in den entsprechenden Diskussionen die folgende Meinung: Entweder man macht das Rennen im transaktionalen Bereich über die E-Commerce Erfolgsfaktoren Preis, Angebot und Verfügbarkeit, oder man man gewinnt mit einem Geschäftsmodell, das von Google, Facebook & Co. entkoppelt ist. Weiterlesen

E-Commerce und Verbundgruppen, Interview mit aetka Vorstand Uwe Bauer

AETKA LOGOIm Mai 2014 hat der aetka Vorstand Uwe Bauer bei locationinsider.de ein paar sehr spannende Sachen zum Thema Verbundgruppen und E-Commerce erzählt. Laut Eigenbeschreibung ist “aetka die größte deutsche Kooperation im Telekommunikationsfachhandel und eine Handelsmarke. Mehr als 2.000 unabhängige und selbständige Telekommunikationsfachgeschäfte, Handyshops und Systemhäuser bundesweit gehören zur Verbundgruppe aetka.” Auf den ersten Blick ist das ein Geschäftsmodell, das aus E-Commerce Perspektive durchaus unter Druck stehen dürfte. (Technikprodukte B2B/B2C & stationäre Strukturen) Die Wachstumszahlen von aetka sagen aber das Gegenteil aus. Zudem hat Uwe Bauer einen sehr pragmatischen Blick für die Chancen von eigenständigen Onlineshops für Verbundgruppenmitglieder, als er in dem Locationinsider Interview dazu sagte: Weiterlesen

Shopify vs. Volusion vs….. Interview mit epages Gründer Wilfried Beeck

BeeckShoplösungen für Kleinunternehmer sind zur Zeit sehr angesagt. In den USA/Kanada bereitet Shopify einen Börsengang vor, der ca. 100 Mio. $ bei über einer Mrd. $ Bewertung einbringen soll. Mit 120.000 aktiven Shops und 5 Mrd. $ Außenumsatz seit 2006 spielt Shopify in einer Liga mit Volusion (17 Mrd. $ Außenumsatz kumuliert, 40.000 Shops) und Bigcommerce (5 Mrd. $ Außenumsatz kumuliert, 60.000 Shops). Im Schnitt dürften alle genannten Lösungen aktuell zwischen 1-4 Mrd. $ Umsatz pro Jahr Außenumsatz aufweisen. Muss Shopware in Deutschland nun Angst haben? Nein, Shopware, Magento & Co. sind Lösungen die sich (in der Regel) an professionelle Händler richten, mit entsprechenden E-Commerce Umsätzen und Know How. Den Zusammenhang habe ich in meinem Artikel “Shopsysteme 2014” ausführlich erklärt. Viel spannender ist in Deutschland der Vergleich mit epages aus Hamburg, die mit 120.000 aktiven Shops mit großem Abstand der europäische Marktführer in diesem Segment sind. Weiterlesen

Preis, Auswahl, Verfügbarkeit

kater nach party ....Was wird wichtig 2015? Diese Frage habe ich vor und nach dem Jahreswechsel oft gehört und bei dieser Gelegenheit mal durch die diversen Prognosen von 2013 und 2014 gesurft. Dabei ging es oft um die Erfolgsfaktoren im E-Commerce. Big Data, Multichannel, Personalisierung, Mobile, Service…. usw. Oft ging es um die Faktoren aus dem Heinemannkegel – schöner, schneller, weiter, besser. Das finde ich natürlich super, weil es die Chancen von Spryker enorm steigert. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob die betroffenen Unternehmen die Trends richtig bewerten und ihre Prioritäten entsprechend setzen. Daher würde ich gerne die aus meiner Sicht relevanten Erfolgsfaktoren im E-Commerce benennen. Weiterlesen

Letzte Ausfahrt Click & Collect

Alte KutscheDas Jahr 2014 ist fast vorbei und es ist Zeit für einen kleinen Blick zurück. Für Kassenzone.de war das Jahr sehr erfreulich. Fast 300.000 Besucher haben die Beiträge auf dem Blog gelesen und es gab noch mehr Abrufe per Mail, RSS und mittlerweile auch im Podcast. Fast 100% Wachstum im Vergleich zu 2013 und dank der vielen neuen Erfahrungen mit Spryker, gehen mir die Themen 2015 sicherlich nicht aus. Am meisten freue ich mich im nächsten Jahr darauf noch operativer aktiv zu werden. Treue Leser von Kassenzone müssten schon fast den Eindruck bekommen haben, dass ich vorrangig in einem Elfenbeinturm aktiv bin und mich zunehmend von den operativen Herausforderungen entferne. Dem ist nicht so. Ich versuche nur, meine Eindrücke aus dem Tagesgeschäft zu abstrahieren und Muster zu erkennen – wie beim “Gefangenendilemma” von Amazon. Es wird zunehmend schwieriger, klare Lösungswege zu benennen und es ist (für mich) mühselig, über “Rettungsmaßnahmen” für den stationären Handel zu diskutieren. Da reden “Experten” von Omnichannelstrategien, die sich dutzendfach als fehlerhaft erwiesen haben. Es gibt aber leider niemanden, der wirklich sagen kann was morgen funktioniert. E-Commerce Experte zu sein ist schon fast ein Widerspruch in sich. Dazu passt der hervorragende Artikel von Paul Graham “How to be an Expert in a changing world.

When experts are wrong, it‘s often because they‘re experts on an earlier version of the world

Wer meine Meinung zur Entwicklung des E-Commerce wissen will, der sollte noch mal meinen ersten Beitrag im Jahr 2014 lesen. Weiterlesen

Der Traum von der Startupfabrik

Fabrik2012 war das Jahr der Inkubatorengründungen in Deutschland. Wochenweise haben sich neue Teams gefunden, um analog zu Rocket Internet eine “Startupfabrik” zu gründen. Die Voraussetzungen dafür schienen einfach: Ein Team mit Online-Know-How (meistens Marketing), ein großes Netzwerk, etwas Geld, Zeit und ein paar Ideen. Die meisten der “damals” gestarteten Inkubatoren sind heute nicht mehr aktiv, bzw. haben ihr Geschäftsmodell verändert. Insbesondere die kleineren Inkubatoren sind recht schnell am Aufbau skalierbarer Strukturen gescheitert und mussten einsehen, dass die Flopquote bei Neugründungen doch deutlich höher ist als die oft kolportierten 90%. Um einen Inkubator zu betreiben, braucht es extrem gute Mitarbeiter, viel Geld, ausreichend Zeit und dann noch eine Portion Glück. Man muss in der Lage sein über die zentral zur Verfügung gestellten Funktionen (z.B. Finanzen & Onlinemarketing) die Gründungen am freien Markt zu überholen. Das ist alles andere als einfach, weil man in Inkubatoren wenig Möglichkeiten hat eine ähnliche Dynamik zu erzeugen wie in eigenständigen Gründerteams. Ja, auch Inkubatoren haben ein gewisses Maß an Legacy. Weiterlesen

Ein Euro Invest für einen Euro Zielumsatz

Umsatz-GewinnMein erster Artikel in 2014 hatte den Titel “The Amazon Economy – gnadenlos effizient”. Darin ging es um den gnadenlosen Wettbewerb im Onlinehandel und der Erkenntnis, dass nur die besten gewinnen können. Aufgrund der Skaleneffekte werden die “Besten” mit der Bereitschaft zu investieren auch immer besser, so dass mögliche Wettbewerber den Anschluss gar nicht mehr schaffen. Amazon ist gerade in so einer Führungsposition und macht noch nicht wirklich den Anschein langsamer werden zu wollen. Das bestehende Gefangenendilemma für Hersteller bestätigt das nur. Im Grunde genommen hilft da für alle Beteiligten nur genau zu überlegen mit welcher Strategie man den Markt erobern kann und will. In einem der letzten Artikel 2014 gehe ich nun auf ein weiteres Dilemma ein. Es ist scheinbar kaum noch möglich zu vernüftigen Kosten große E-Commerce Modelle aufzubauen. Was bedeutet vernünftig? Weiterlesen

Wann schaffen Lebensmittel Online den Durchbruch?

Kolonial-ContainerAn diesem Mittwoch (10.12.) trifft sich zum letzten Mal in diesem Jahr ein DCDnet Stammtisch. Diesmal sind die Vertreter verschiedener Lebensmittelhersteller und –händler eingeladen, um ihre Erfahrungen über „Lebensmittel online“ auszutauschen. Ich selbst erzähle etwas zu unseren Erfahrungen bei Localgourmet, aber vor allem erwarte ich spannende Beiträge von Deutschesee, Rewe Online, Brandnooz, Lieferello.de und Anne Leuschner von Delinero. Ich hätte gerne einen Erfahrungsbericht zum Rewe Online Einkauf geteilt, aber im Bestellprozess eben musste ich feststellen, dass eine Lieferung am Tag der Bestellung nicht mehr möglich ist. Schade! Bisher beschränkt sich der Lebensmittelhandel Online auf einige exotische Gourmetsortimente und Rewe & Co. versuchen das normale Supermarktsortiment online zu bringen. In Vorträgen blende ich den 150 Mrd. Markt Lebensmittel in der Regel aus, zumindest bei Projektionen bis 2020. Die große Frage ist nun, wann und wie konvergiert dieses Sortiment online. Braucht es erst radikale Innovatoren wie Kolonial.no, die in Norwegen den Markt aufmischen, oder kippt der Markt doch viel schneller durch die Anstrengungen von Rewe & Co.? Die Präsentation des Kolonial Gründers, die er auf der K5 Cruise gezeigt hat, stelle ich am Mittwoch beim Stammtisch auch noch einmal vor. Weiterlesen

Gefangenendilemma

Evil-Amazon-extremeIn den letzten Tagen hatte ich verschiedene Gesprächsrunden mit großen Herstellern und Händlern, in denen es um die Veränderung der Handelslandschaft ging und um die Herausforderungen durch Amazon. Im meinem Artikel “Hersteller und Amazon” habe ich aufgezeigt, in welche Richtung sich Amazon momentan gegenüber den Markenherstellern bewegt. Die Diskussion zum Artikel hat noch mal ein paar Punkte verdeutlicht. Zu den wichtigsten Erkenntnissen gehört sicherlich, dass die beschriebenen Verhaltensweisen erst der Anfang sind und es ohne Zweifel im Interesse von Amazon sein wird die eigene Rendite zu steigern. Wenn das heißt, dass eigene Produkte bzw. Produkte mit besseren Margen in der Produktübersicht über andere “Marken” Produkte gestellt werden, dann wird Amazon das tun. Zudem steigt bei fast allen befragten Herstellern der Umsatzanteil über Amazon erheblich. Die 2-8% Umsatzanteil heute werden innerhalb von 2-3 Jahren locker an die 15-30% reichen. Kein Hersteller kann schlüssig erklären, warum Amazon innerhalb seiner Sortimentes keine Eigenmarken entwickeln sollte, solange Aufwand und Ertrag in einem sinnvollen Verhältsnis stehen. Und zuletzt ist es nicht im Interesse der Hersteller, dass es einen übermächtigen Händler gibt. Die Lebensmittelhersteller bekommen heute schon keinen Kaffee und keine Kekse mehr angeboten, wenn Sie zu Verhandlungen mit Rewe, Edeka & Co. kommen. Den Gebrauchsgütermarken besteht das nun scheinbar bevor. Kaufhof & Co. servierten bisher noch den besten Kaffee bei den Einkaufsgesprächen. Weiterlesen

Spryker

logo_SprykerDer ein oder andere Leser von Kassenzone.de wird es bereits mitbekommen haben: Zusammen mit meinem Partner und Mitgründer von eTribes, Nils Seebach, und Project A Ventures starte ich in die Welt der Commerce-Software – mit einem Produkt unter dem Namen Spryker. Wie kam es dazu? Mit Nils habe ich neben unseren Gründungen in den letzten Jahren Beratung und Interimsmanagement in dutzenden E-Commerce-Projekten übernommen, in Konzernen, einigen mittelgroßen und hin und wieder auch kleinen Unternehmen.Manchmal haben wir einen operativ geprägten Blick von außen in das Unternehmen geworfen und gewarnt, dass E-Commerce-Geschäftsmodelle schwer, anstrengend und gemein sind. Bei einigen Unternehmen jedoch war ich länger in Interimspositionen eingesetzt und musste mich persönlich durch das Spannungsfeld von Business-Anforderungen, Agentur-Kompetenzen und IT-Hürden kämpfen. Die großen Kunden waren meistens schon froh, wenn die Technik störungsfrei lief, während unsere Erfahrung bei gebeutelten Online-Händlern immer deutlicher zeigt: Ein schöner Shop und ordentlich konfigurierte Backendsysteme reichen in einem  Wettbewerb, der über neue (innovative) Funktionen, datengetriebenes Marketing und vor allem Geschwindigkeit entschieden wird, nicht mehr aus. Agilität ist bereits heute wichtiger als Umsatzgröße. Weiterlesen