Shopware und dann kommt lange nix?

Kino-Shopware-5Gestern wurde der Shopware Film zur Veröffentichung von Shopware 5 in Hamburg vorgeführt. Seit zwei Wochen tourt ein wesentlicher Teil der Shopware Mitarbeiter durch Deutschland, um die neue Version vorzuführen, deren zentraler Pitch das deutlich verbesserte (Frontend- und Backend-) Design in Anlehnung an erfolgreiche Konzepte aus dem stationären Handel ist. Ich verfolge die Entwicklung von Shopware schon seit einigen Jahren und es ist beachtlich wie das Unternehmen seine beiden Mitstreiter im deutschen Markt mittlerweile hinter sich gelassen hat. Im meistgelesenen Kassenzone.de Artikel “Das beste Shopsystem 2014” kommt Shopware bereits gut weg, und wann man sich die aktuelle Entwicklung bei Google Trends anschaut, dürfte Shopware noch in diesem Jahr Magento in der Popularität in Deutschland überholen. Weiterlesen

Schwerpunkt Handel

schwerpunkt HandelZum dritten Mal bringt die brand eins ein Magazin mit dem Themenschwerpunkt Handel und es ist lesenswerter als je zuvor. Vor zwei Jahren gab es den ersten Handelsschwerpunkt mit einer Analyse von Thomas Ramge, in der er dem stationären Einzelhandel sehr viel Hoffnung gemacht hat (“Wandel lohnt sich”). Wandel lohnt sich eben nicht, wenn man in den Erfolgfaktoren Preis, Angebot und Verfügbarkeit nicht mit den besten Onlinern mithalten kann, und bisher ist das noch nicht einem einzigen stationären Händler gelungen. Die brand eins ist die einzige Zeitschrift, die ich a) abonniert habe und b) regelmäßig als Papierprodukt lese. Ich bin sozusagen ein brand eins Fanboy und dieser Artikel hat damals einen Leserbrief von mir provoziert. Den einzigen den ich in meinem Leben je geschrieben habe. Das hat die Redaktion der brand eins nicht vergessen und mich gestern zur aktuellen Ausgabe zu einer Blattkritik eingeladen – für mich ein Ritterschlag, genauso wie die Nennung im brand eins Newsletter. So stolz war ich schon lange nicht mehr. Weiterlesen

7 Jahre Kassenzone

cocktail dogHeute feiert Kassenzone.de den 7. Geburtstag. Das ist für mich ein schöner Anlass zurückzuschauen und mir zu überlegen, warum ich hier überhaupt schreibe. Im Beitrag zum 6. Geburtstag habe ich sehr ausführlich darüber sinniert und bin zu drei Argumenten gekommen, die sich im letzten Jahr nicht geändert haben. (1) Jeder Beitrag hilft mir meine Erfahrungen in E-Commerce Projekten zu verarbeiten, also zu lernen. (2) Ich lerne über das Blog extrem viele Leute kennen, die ich ohne diese “Marke” nicht wahrnehmen würde. (3) Kassenzone hilft mir dabei Konferenzformate im echten Leben aufzubauen, und so das Netzwerk noch weiter zu stärken. Das ist vertrieblich gesehen natürlich relevant.

Ein paar Sachen haben sich im letzten Jahr aber durchaus verändert. Zum einen sind mit dem Youtube Kanal (4.000 Abrufe pro Monat) und dem Podcast Kanal (2.000 Abrufe pro Monat) neue Formate auf Kassenzone entstanden, zum anderen sind die Besucherzahlen (30.000 pro Monat) und E-Mail Abonnenten (1.500) in ganz neue Dimensionen gewachsen. Das ist zumindest in der E-Commerce Branche recht beachtlich für ein Fachblog. Weiterlesen

Hersteller verlieren – Kaufprozess verändert sich zu Gunsten von Amazon

GleichgewichtSeit Jahren begleitet mich auf meinen diversen E-Commerce Projekten ein sehr spezielles Chart zum Kaufprozess im Onlinehandel. Das Chart stammt ursprünglich von Shopping 24 Chef Björn Schäfers und gehört wahrscheinlich zu den meistgezeiten Charts zu diesem Thema überhaupt. Es verdeutlicht sehr gut, dass klassische Handelskonzepte aus der stationären Welt oder dem Kataloghandel im E-Commerce versagen, weil Kunden die Handelsfunktionen von Händlern in vielen Sortimenten nicht mehr brauchen – Google & Co. sei Dank. Im Umkehrschluss heißt es dann aber auch, dass man “Marke” sein muss, um von den Kunden gesucht zu werden. Dann ist es am Ende egal wo die Marke gekauft wird. Durch Amazons Marktmacht ist diese Schlußfolgerung meines Erachtens nicht mehr gültig, weil sich in diesem alles dominierenden Markplatz neue Marken recht schnell schaffen lassen, wie die Beispiele Kavaj & Anker zeigen. Zu dieser These bin ich im Gespräch mit Jochen Krisch und Marcel Weiß in ihrem jüngsten Podcast gekommen. Dieses Format wird gerade experimentell erweitert und ich durfte als erster externer Gast dabei sein. Der Podcast ist grundsätzlich für alle Podcast + E-Commerce Liebhaber sehr zu empfehlen.

Direkt nach der Aufnahme habe ich versucht eine erste Version vom “neuen” Kaufprozess zu malen. Weiterlesen

Frisches Obst in Jakarta – Happyfresh.com

Happyfresh-TeaserMarkus Bihler war CEO von Tirendo, bevor er sich im Oktober 2014 an die Gründung eines Lebensmittellieferdienstes (Happyfresh.com) in Südostasien gemacht hat. Er hat neben einem sehr ordentlichen Funding im 7-stelligen Bereich ein illustres Team um sich versammelt und mir in einem Interview ein paar Fragen zu dem Geschäftsmodell beantwortet. Lieferdienst in Südostasien – das klingt erst mal nach einer Schnapsidee. Die harten Fakten (Marktpotential, Timing…) sprechen allerdings dafür. Wenn man genau hinschaut, dann ist das Potential vor Ort sogar deutlich vielversprechender als in gesättigten Märkten wie Deutschland. In Jakarta lässt sich noch Geld mit dem Handel von Lebensmitteln verdienen und Kunden zahlen auskömmliche Gebühren für den Extraservice. In Deutschland hingegen fahren Kunden lieber eine Stunde durch die Stadt, um 10 Cent beim Einkauf der Butter zu sparen. Techcrunch kommt zu einem sehr positiven Ausblick zu diesem Geschäftsmodell: Weiterlesen

Rhino Stores – Geld verdienen in der Google Falle

rhinologoIn der letzten Woche hat Kassel sein jährliches E-Commerce Highlight erlebt und im Rahmen des Plentymarket Kongresses 1.500 Onlinehändler bzw. deren Freunde und Dienstleister begrüßt. Der Kongress ist hervorragend geeignet, um hinter die Kulissen kleinerer Onlinhändler zu schauen. Plenty bezeichnet sich selbst als ERP mit Frontendfunktion und verbucht bei einigen tausend Nutzern über 2 Mrd. Euro Außenumsatz pro Jahr. Die Vorträge beim Kongress sind eine Mischung aus Strategie, Trends und allerlei praktischen Hilfestellungen, um die Händler nach vorne zu bringen. Aus Preis-Leistungs Sicht gibt es neben diesem Kongress und den Shopware Community Days nichts Vergleichbares für kleinere Händler in Deutschland. Peter Höschl hat einen ausführlichen Bericht zum Kongress geschrieben. Weiterlesen

Digital Commerce Day 2015 || 10h Kassenzone on steroids

Funny body buildersAls wir im letzten Jahr unsere erste E-Commerce Konferenz in Hamburg veranstaltet haben, hatten wir zwar mit der K5 Konferenz von Jochen Krisch ein inhaltliches Vorbild, aber alles andere war pure Spekulation? Würden wirklich 150 Leute zu uns kommen? Ist das Programm interessant? Wie bewirbt man eigentlich eine neue Konferenz? Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen. Es kamen über 200 Leute, das Feedback war großartig und der Ticketpreis von ca. € 200,-  ist ohne Probleme angenommen worden. In diesem Jahr (30.04. in Hamburg) ist der Anspruch deutlich höher geworden. Netshops Commerce hat die Organisation übernommen, so dass ich zusammen mit Prof. Holger Schneider „nur“ noch als Kurator und Moderator agieren muss. „No Sales – Praxis pur“ ist das Motto, weshalb weniger als 10% der Tickets an Dienstleister vergeben werden und wir tatsächlich ein Programm auf die Beine stellen konnten, bei dem fast ausschließlich Händler und Hersteller aus der Praxis berichten und von mir dabei ausgefragt werden. Wer den Interviewstil der Kassenzone Interviews mag, der dürfte auf den Digital Commerce Days 2015 nicht zu kurz kommen. Ein paar Highlights aus meiner Sicht: Weiterlesen

Möbel Online: Versand innerhalb 24h geht doch || Ein Gespräch mit mycs.de Gründer Christoph Jung

mycs-schrankIn meinem Artikel zum Möbelmarkt vor vier Wochen habe ich die These aufgestellt, dass das Wachstum des Onlineanteils in der Möbelbranche vor allem deshalb stockt, weil viele Produkte nicht sofort lieferfähig sind. (Online-) Kunden sind es aber mittlerweile gewöhnt jedes Produkt innerhalb von 24-48h nach Hause geliefert zu bekommen. Wenn man drei Tage bzw. drei Wochen warten muss, dann kann man auch zum Möbelhändler in der Nähe fahren. Im Kommentarfeed zum Beitrag ist dazu eine spannende Diskussion entstanden, ob so etwas im Möbelmarkt wirklich möglich ist. Weiterlesen

Amazon SEO

Amazon SEOAm letzten Mittwoch war es mal wieder soweit: Am Hamburger Flughafen haben ich verschiedene Herstellern getroffen, um über Flucht aus dem (Amazon-) Gefangenendilemma zu diskutieren. Ohne hier auf Details eingehen zu wollen, die bis Ende April hübsch formatiert in einem White Paper erscheinen, hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass a) Produkte die nicht exklusiv durch den Hersteller verkauft werden kaum aus der Preisfalle befreit werden können und b) Amazon ohnehin gewinnt, weshalb kooperative Strategien zur Zeit viel mehr gefragt sind als Anti-Amazon-Strategien. Im Vorfeld zu dem Termin hatte ich ein Gesprächmit Franz Jordan von Marketplace Analytics geführt, der mir erklärt hat, dass es mittlerweile eine “Amazon SEO” Industrie gibt und in diese grundsätzlich vergleichbar mit der Zustand der (Google-) SEO Branche vor 10 Jahren ist. Das fand ich sehr interessant und das Thema haben wir dem dem genannten Round Table im Detail diskutiert. Weiterlesen

Online-Apotheken || Chancen, Risiken und Aponeo.de

Tabletten mit EinkaufswagenAls ich gestern auf dem Weg zum aponeo.de Gründer Konstantin Primbas war, um ein Interview zum Apothekenmarkt zu führen, bin ich bei meiner Recherche auf viele spannende Fragen gestoßen. Der Markt hat einige Besonderheiten und kann bisher nicht so ohne weiteres mit klassischen E-Commerce Strategien erobert werden. Bei meiner Analyse sind mir viele Analogien zum Brillenmarkt und zum Versicherungsmarkt aufgefallen. Der Markt für pharmazeutische Produkte ist extrem reglementiert.Viele dieser “historischen” Regeln dienten irgendwann einmal den Kunden. Heute verhindern diese Regel oft innovative Geschäftsmodelle mit hohem Kundennutzen.Dem Berufsstand der Apotheker geht es seit 2004 zunehmend schlechter. Nachdem eine Regeln, wie z.B. die Preisbindung von OTC Produkten (nicht verschreibungspflichtig), im Sinne der Verbraucher “angepasst” wurden, verschwinden nun ca. 2-5 Apotheken pro Woche in Deutschland vom Markt. Der Grund sind nicht die Online-Apotheken. Das stationäre und das Online-Apothekengeschäft haben eine sehr unterschiedliche wirtschaftliche Basis, machen sich also (bisher) auch nur bedingt Konkurrenz. Weiterlesen