Amazon 2016 [reißerischen Titel nach Wahl einsetzen]

Alexander Graf

Alexander Graf, 35, E-Commerce Unternehmer & Autor, Gelernt und erste M&A-Tätigkeit bei der Otto Group, danach über 10 Unternehmen gegründet, heute u.a. Gründer Geschäftsführer des führenden Shop Technologieanbieters Spryker Systems. Im Juni 2015 hat er das E-Commerce Buch veröffentlicht, das seitdem die E-Commerce Rankings anführt. Weitere Infos hier, oder direkt kontaktieren unter: alexander.graf@etribes.de || Tel: +49 (40) 3289 29690

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20 Antworten

  1. „wie Amazon & Hermes diese Herausforderung“ soll vermutlich „wie DHL & Hermes diese Herausforderung“ heißen?

    Ansonsten sehr interessante Analyse!

  2. Vielen Dank für deine Zusammenfassung Alex! Ich teile deine Einschätzuhg aber nicht ganz: es wird auch in Zukunft spannend bleiben! 😉

  3. Super spannend. Danke für die Recherchearbeit.
    Amazon ist schon mehr als beeindruckend und gleichzeitig beängstigend.

    Aus dem GAFA Kreis finde ich Amazon am beeindruckendsten und die Mischung aus Durchdringung in der Bevölkerung; Breite der Services und dem Invest in Infrastruktur und Technologie macht es gefühlt unmöglich, das Amazon jemals wieder ernsthaft angegriffen werden könnte. Auf der einen Seite finde ich es spannend zu sehen, wie sich das weiter entwickelt – auf der anderen Seite finde ich es beklemmend zu sehen, wie weite Teile unserer bestehenden Handelsstrukturen in Gefahr geraten.

  4. Die Berechnung des GMV ist m.E. jetzt recht einfach geworden. Da wir von Amazon selbst wissen, dass jeder zweite bestellte Artikel mittlerweile von Marketplace-Händlern kommt, scheint die Rechnung simpel. So kommen wir in unserem aktuellen Artikel „lediglich“ auf etwas über 17 Mrd. GMV für Deutschland. Weltweit wären es dann etwas über 180 Mrd. US-$ gewesen. Interessanterweise ist das ziemlich genau die Summe, die wir auch bei der Fortschreibung unserer alten Herangehensweise ermitteln.

    • Hi Peter, ich kann eure Berechnung nicht nachvollziehen und komme auf über 20 Mrd. Umsatz. Die Herleitung von Franz ist da noch am genausten (http://marketplace-analytics.de/blog-gesamtumsatz-von-amazon-in-2016-bei-ueber-200-mrd-in-deutschland-ca-30-mrd) und der kommt eher auf 25 Mrd.

      Fragen bei eurer Rechnung: Wie kommt ihr von 14,14 Mrd Dollar auf 12,79 Mrd. Euro? Die Umrechungsquote ist 1,06 oder rechnet ihr mit gewichteten Werten? Warum rechnest du die Handelsprovisionen nicht wieder drauf 0,672*12,78*2 rechnest du. Aber da fehlen doch noch die 12,78 * (1-0,672) = 4,2 Mrd die bei meiner Berechnung und der von Franz ja noch mit drin sind.

      Die Herleitung über Umsatzanteiligkeiten (euer Weg) führt demnach zu 17,1 Mrd. Euro Umsatz, während die Herleitung über die Durschnittsprovisionen eher zu 25 Mrd. Euro Umsatz führt. Da muss jeder selber entscheiden welchen Wert er für realistisch hält.

      • Hi Alexander, ich hatte mit 1,10 Wechselkurs gerechnet, ist aber nicht entscheidend.

        Warum macht Ihr Euch das Leben so schwer und arbeitet mit der großen Unsicherheit ø-Marktplatzprovision?

        Zumal Franz da m.E. sowieso falsch rechnet, da er scheinbar unberücksichtigt lässt dass die Provision auf den Bruttowert anfällt, Amazon aber Nettoumsätze ausweist. Dann müsste seine ø-Provision auch entsprechend höher sein!?

        Die Handelsprovision muss ich bei meinem Weg gar nicht berücksichtigen.

        Bekannt ist, dass Retail weltweit 67,2% des Amazon-Umsatzes ausmachte. Diese 67,2% nehme ich, wie beschrieben, auch für meine 12,78 Mrd. Deutschland-Umsatz. Dann komme ich auf 8,6 Mrd. Euro Eigengeschäft von Amazon in Deutschland.

        Bekannt ist auch (Folien und Aussagen von Amazon), dass 50% aller bestellten Artikel von Marktplatz-Händlern kommen. Wir können getrost davon ausgehen, dass dies eher weniger als 50% des Umsatzes sind. Habe ich aber einfach ignoriert, da wir das überhaupt nicht wissen.

        Und wenn Amazon Eigengeschäft 8,6 Mrd. Euro (50% des Handelsumsatzes) sind, muss ja auch Marketplace-Umsatz 8,6 Mrd. Euro sein, nämlich 50% des Handelsumsatzes.

        Ich sehe momentan nichts, was falsch sein könnte.

  5. Bravo, das ist mein Lieblingssatz auf dem Artikel hier: „Amazon interessiert sich nicht für euer Handelsgeschäft. Es interessiert sich primär für den exklusiven Kundenzugang. Mach was dagegen.“ — Ich frage mich wer oder was und vor allem wann diesem Amazon Koloss noch Paroli bieten will. Es bleibt definitiv spannend.. oder langweilig?

  6. Rolf Lader sagt:

    Hallo Alexander,

    der von der kommentierte Geschäftsbericht von Amazon liefert beeindruckende Zahlen. Aber wie du schon früher immer wieder erklärt hast sind diese Zahlen eigentlich nur wie eine „vergoldete Kirchturmspitze“. Sie strahlt weithin sichtbar und einige blendet sie auch.

    Die eigentliche und wirklich spannende Frage ist jedoch nicht „Was macht Amazon richtig gut?“ sondern „Was macht Amazon nicht gut?“. Auf diese Frage gehst du in deinem detaillierter Artikel leider nicht sonderlich viel ein obwohl es genügend Ansätze dazu gibt.

    Bei den Unternehmenszielen, die Jeff Bezos im Geschäftsbericht darlegt, habe ich zum Beispiel das Gefühl, dass dort jemand „seine Allmachtsphantasien“ zu Papier gebracht hat. Mit solchen Visionen verliert man schnell den Blick und die Konzentration auf die täglichen Herausforderungen. Und die Probleme, die daraus erwachsen und in den letzten Tagen sichtbar wurden, deuten an, dass nicht alles Gold ist, was bei Amazon glänzt. Ich würde mir daher wünschen, dass du auch diesen Aspekten mehr Raum geben würdest.

    Viele Grüße, Rolf

    • Hi Rolf,

      im Artikel „Amazons Limit“ habe ich das bereits beleuchtet (https://www.kassenzone.de/2016/10/18/amazons-limit/), allerdings sind diese Probleme zu vernachlässigen, wenn man die fehlenden strategischen Antworten und operativen Herausforderungen der analogen Unternehmen dagegenstellt. Spannender ist die Frage was machen Facebook und Google besser.

      VG
      Alex

      • Rolf Lader sagt:

        Hi Alex,

        du kannst diese Aspekte doch nicht im Ernst auf ‚Digial vs. Analog‘ reduzieren. Es gibt doch im Ecommerce-Umfeld auch noch andere Digitalplayer, die sich gegenüber Amazon platzieren müssen/wollen. Und am Besten tun diese Unternehmen das so, dass sie die Schwächen von Amazon ausnutzen können. Denn nur in auf diesen Feldern können sie erfolgreich sein.

        Viele Grüße, Rolf

        • Ja das stimmt schon. Die Schwächen sind gut sichtbar und andere „Digitalunternehmen“ können das ausnutzen. Dazu gehören unter anderem Zalando, Notebooksbilliger usw. Gut für die, solange die Schwächen erkennbar sind. Aber für analoge Unternehmen á la Karstadt, Thalia usw., also Unternehmen die einen analogen Kern haben, gilt das mE nicht.

  7. Hallo Alexander,

    eine kleine Anmerkung.

    „Amazon selbst weist nur die Prämien aus, die es von den Marktplatzhändlern kassiert, die je nach Kategorie im Schnitt ca. 15% ausmachen. “

    Die 15% sind meiner Meinung zu hoch angenommen.

    Hier die Übersicht über die Gebühren:
    https://services.amazon.de/programme/online-verkaufen/preisgestaltung.html

    Es gibt nur eine Kategorie „Zubehör für Amazon Geräte“ mit einer Gebühr von 45% (hier dürfte aber nicht der Hauptumsatz des Marktplatzes herkommen). Die zweit höchste Gebühr liegt bei 15% und gilt für 7 von insgesamt 22 Kategorien. Alle Provisionen (ohne Amazonzubehör) addiert und durch 21 geteilt (ich weiß, ist nicht nach tatsächlichem Umsatz gewichtet) ergibt einen durchschnittliche Provision von 11,9%.

    Dies ändert aber natürlich nichts an deiner grundsätzlichen Aussage.

    Danke für diesen und auch alle anderen Beiträge.

    Grüße,

    Fabian

    • Da hast du natürlich Recht, aber:

      – Amazon berechnet den Verkäufern die Provision auf den Brutto Preis
      – Amazon gibt im Geschäftsbericht Nettozahlen aus und meine Hochrechnung versucht auch die Nettozahlen zu simulieren

      1,50€ Amazon Provision liegen bei 15% also 10€ Artikelpreis (brutto) zugrunde, was zu 8,10€ netto führen würde. Mit deiner Rechnung mit 10-12% liegt man wohl näher an der Provisionswahrheit, aber ich glaube man liegt nicht besser in der GMV Berechnung.

      Irgendwo bei 200 Mrd. Dollar wird Amazon sicher rauskommen.

      • Hallo Alexander,

        danke für deine Stellungnahme.
        Wie gesagt an der prinzipiellen Aussage drehen die 12% nichts.

        Eine weitere Anmerkung noch:

        -Uns sind dutzende Fälle bekannt in denen Amazon auch bei komplexen Produkten selber Interesse an der Produktion hat, solange die Margen spannend sind. Die Amazon Basics Reihe und diverse Eigenmarken sind erst der Anfang. Die Frage lässt sich umdrehen: Welche Warengruppe sind vor diesem Effekt überhaupt geschützt? Der Erfolg der „Private Labels“ lässt sich nur sehr grob an deren Verkaufsrankings ablesen.-

        Inwieweit ist deiner Meinung nach die Entwicklung des Eigenmarkendichte im stationären LEH mit der der Eigenmarkenpolitik bei Amazon vergleichbar.

        Hier ist ja auch eine extreme Ausweitung sowohl in Sortimentbreite als auch Sortimentstiefe festzustellen, wodurch sich „jeder“ Einkauf nur durch Eigenmarkenartikel tätigen lässt.

        Hierdurch werden aber nicht zwangsläufig Markenartikel verdrängt.

        Grüße,

        Fabian

  8. Winzer sagt:

    Hallo,
    ich bin Winzer und will meine Weine über Amazon verkaufen. Mir stellt sich die Frage, ob ich in diesem Fall verpflichtet bin, die Intrastat Meldungen selber abzugeben (http://www.intrastat-service.de/ ), oder muss es Amazon machen? Also, es handelt sich um die Lieferungen ins Ausland.
    VG

  9. Hi – dazu müsstest du mal in einem Sellerforum fragen oder bei einem Dienstleister wie http://www.factor-a.com/.

    VG
    Alex

  1. 1. März 2017

    […] Unternehmen weltweit einen GMV (Gross Merchandise Value) von 212 Milliarden US Dollar generiert (Daten von Kassenzone – in Summe toller Artikel dort zu AMZ). In Deutschland waren es 20,8 Milliarden US Dollar GMV. In DE ist dann vor allem die Relation […]