Über Alexander Graf

Alexander Graf ist Geschäftsführer von Spryker Systems, einem Joint Venture, das er im November 2014 zusammen mit Nils Seebach und Project A Ventures gegründet hat. Er verantwortet das Business Development und die Strategie des Technologie-Anbieters mit Sitz in Hamburg. Er ist zudem Gründer des größten europäischen Netzwerkes für digitale Unternehmer eTribes. Im Juni 2015 erscheint sein neues E-Commerce Buch. Auf über 300 Seiten erklären Alexander Graf und Holger Schneider darin alle wichtigen Zusammenhänge zu Marktanalysen, Geschäftsmodellen und Strategien im E-Commerce. alexander.graf@etribes.de || Tel: +49 (40) 3289 29690

Der langsame Tod des (klassischen) Großhandels

PerspektivenManchmal denke ich, dass es doch langsam etwas zu abgegriffen klingt, wenn man heute noch vor den Effekten der Digitalisierung warnt. Im nächsten Moment bin ich zufällig mal wieder auf einem Meeting mit einigen Großhändlern oder Leuten aus dem B2B Sektor und denke mir bei der einen oder anderen Aussage: “Krass, unfassbar, wie kommen die darauf…..” Dann befinde ich mich unvermittelt wieder im pastoralen Kassenzone.de Modus.Ich wünsche wirklich niemanden, dass ihn die “digitale Keule” trifft, aber die meisten Unternehmen werden das nicht vermeiden können. Scheinbar durchläuft jedes Unternehmen in der Digitalisierung eine Phase, in der alle “digitalen” Facetten daraufhin geprüft werden wie man das angestammte Business schützen kann. Das läuft auf verschiedene Maßnahmen hinaus wie z.B.: Weiterlesen

Was hat Franz nur falsch gemacht?

cocheroProlog: Franz Cochero hatte vor langer Zeit den Obststand seines Vaters übernommen. Die Lage war perfekt. Am Ausgang des Bahnhofs, am Anfang einer beliebten Einkaufsstraße. Der Stand von ihm und seinem Vater stand für Obst von hoher Qualität, persönliche Beratung und die Fähigkeit neue Geschmackstrends frühzeitig zu erkennen. Sie waren am Ort die ersten mit Kiwis aus Südamerika, und die waren auch noch preisgünstig. An das Pressefeedback kann sich Franz noch sehr gut erinnern. Eigentlich lief es sehr gut, Franz plante sogar einen zweiten Obststand am anderen Ende der Einkaufsstraße, aber recht plötzlich wuchs ein starker Wettbewerb heran. Die Familie Barato eröffnete auf einen Schlag zehn Stände in der Stadt. Kaum Beratung, aber eine ordentliche Produktqualität. Franz merke das sofort an seinem Umsatz, aber er fand Mittel und Wege sich zu behaupten. Weiterlesen

Das Button Ökosystem

KlickenÜber die Osterzeit gab es mal wieder Raum zum Nachdenken und mich hat vor allem eine Präsentation beschäftigt, die Matthias Schrader vor kurzem online gestellt hat. Dort beschreibt er das Gafa Problem – Google, Apple, Amazon und Facebook beherrschen große Teile des (westlichen) Internets, indem sie den Zugang zum Netz kontrollieren. Sie sind extrem geschickt darin diese Position zu verteidigen und auszubauen. Es gibt in der Präsentation ein Chart zu den Vertikalisierungsbemühungen der Anbieter und ich stimme ihm in großen Teilen zu. Wer dagegen auf Wunder hofft, ist mit den Thesen von Scott Galloway gut bedient. Wer den Zugang zum Kunden kontrolliert, kann die ganze Wertschöpfungskette kontrollieren. Diese Beobachtung ist für alle Jubelperser der neuen „Plattformen“ um Uber, Airbnb und Co. zentral, weil sie grundsätzlich die Stabilität von Geschäftsmodellen hinterfragt, die zentral von den Gate Keepern abhängig sind. Weiterlesen

Shopware und dann kommt lange nix?

Kino-Shopware-5Gestern wurde der Shopware Film zur Veröffentichung von Shopware 5 in Hamburg vorgeführt. Seit zwei Wochen tourt ein wesentlicher Teil der Shopware Mitarbeiter durch Deutschland, um die neue Version vorzuführen, deren zentraler Pitch das deutlich verbesserte (Frontend- und Backend-) Design in Anlehnung an erfolgreiche Konzepte aus dem stationären Handel ist. Ich verfolge die Entwicklung von Shopware schon seit einigen Jahren und es ist beachtlich wie das Unternehmen seine beiden Mitstreiter im deutschen Markt mittlerweile hinter sich gelassen hat. Im meistgelesenen Kassenzone.de Artikel “Das beste Shopsystem 2014” kommt Shopware bereits gut weg, und wann man sich die aktuelle Entwicklung bei Google Trends anschaut, dürfte Shopware noch in diesem Jahr Magento in der Popularität in Deutschland überholen. Weiterlesen

Schwerpunkt Handel

schwerpunkt HandelZum dritten Mal bringt die brand eins ein Magazin mit dem Themenschwerpunkt Handel und es ist lesenswerter als je zuvor. Vor zwei Jahren gab es den ersten Handelsschwerpunkt mit einer Analyse von Thomas Ramge, in der er dem stationären Einzelhandel sehr viel Hoffnung gemacht hat (“Wandel lohnt sich”). Wandel lohnt sich eben nicht, wenn man in den Erfolgfaktoren Preis, Angebot und Verfügbarkeit nicht mit den besten Onlinern mithalten kann, und bisher ist das noch nicht einem einzigen stationären Händler gelungen. Die brand eins ist die einzige Zeitschrift, die ich a) abonniert habe und b) regelmäßig als Papierprodukt lese. Ich bin sozusagen ein brand eins Fanboy und dieser Artikel hat damals einen Leserbrief von mir provoziert. Den einzigen den ich in meinem Leben je geschrieben habe. Das hat die Redaktion der brand eins nicht vergessen und mich gestern zur aktuellen Ausgabe zu einer Blattkritik eingeladen – für mich ein Ritterschlag, genauso wie die Nennung im brand eins Newsletter. So stolz war ich schon lange nicht mehr. Weiterlesen

7 Jahre Kassenzone

cocktail dogHeute feiert Kassenzone.de den 7. Geburtstag. Das ist für mich ein schöner Anlass zurückzuschauen und mir zu überlegen, warum ich hier überhaupt schreibe. Im Beitrag zum 6. Geburtstag habe ich sehr ausführlich darüber sinniert und bin zu drei Argumenten gekommen, die sich im letzten Jahr nicht geändert haben. (1) Jeder Beitrag hilft mir meine Erfahrungen in E-Commerce Projekten zu verarbeiten, also zu lernen. (2) Ich lerne über das Blog extrem viele Leute kennen, die ich ohne diese “Marke” nicht wahrnehmen würde. (3) Kassenzone hilft mir dabei Konferenzformate im echten Leben aufzubauen, und so das Netzwerk noch weiter zu stärken. Das ist vertrieblich gesehen natürlich relevant.

Ein paar Sachen haben sich im letzten Jahr aber durchaus verändert. Zum einen sind mit dem Youtube Kanal (4.000 Abrufe pro Monat) und dem Podcast Kanal (2.000 Abrufe pro Monat) neue Formate auf Kassenzone entstanden, zum anderen sind die Besucherzahlen (30.000 pro Monat) und E-Mail Abonnenten (1.500) in ganz neue Dimensionen gewachsen. Das ist zumindest in der E-Commerce Branche recht beachtlich für ein Fachblog. Weiterlesen

Hersteller verlieren – Kaufprozess verändert sich zu Gunsten von Amazon

GleichgewichtSeit Jahren begleitet mich auf meinen diversen E-Commerce Projekten ein sehr spezielles Chart zum Kaufprozess im Onlinehandel. Das Chart stammt ursprünglich von Shopping 24 Chef Björn Schäfers und gehört wahrscheinlich zu den meistgezeiten Charts zu diesem Thema überhaupt. Es verdeutlicht sehr gut, dass klassische Handelskonzepte aus der stationären Welt oder dem Kataloghandel im E-Commerce versagen, weil Kunden die Handelsfunktionen von Händlern in vielen Sortimenten nicht mehr brauchen – Google & Co. sei Dank. Im Umkehrschluss heißt es dann aber auch, dass man “Marke” sein muss, um von den Kunden gesucht zu werden. Dann ist es am Ende egal wo die Marke gekauft wird. Durch Amazons Marktmacht ist diese Schlußfolgerung meines Erachtens nicht mehr gültig, weil sich in diesem alles dominierenden Markplatz neue Marken recht schnell schaffen lassen, wie die Beispiele Kavaj & Anker zeigen. Zu dieser These bin ich im Gespräch mit Jochen Krisch und Marcel Weiß in ihrem jüngsten Podcast gekommen. Dieses Format wird gerade experimentell erweitert und ich durfte als erster externer Gast dabei sein. Der Podcast ist grundsätzlich für alle Podcast + E-Commerce Liebhaber sehr zu empfehlen.

Direkt nach der Aufnahme habe ich versucht eine erste Version vom “neuen” Kaufprozess zu malen. Weiterlesen

Frisches Obst in Jakarta – Happyfresh.com

Happyfresh-TeaserMarkus Bihler war CEO von Tirendo, bevor er sich im Oktober 2014 an die Gründung eines Lebensmittellieferdienstes (Happyfresh.com) in Südostasien gemacht hat. Er hat neben einem sehr ordentlichen Funding im 7-stelligen Bereich ein illustres Team um sich versammelt und mir in einem Interview ein paar Fragen zu dem Geschäftsmodell beantwortet. Lieferdienst in Südostasien – das klingt erst mal nach einer Schnapsidee. Die harten Fakten (Marktpotential, Timing…) sprechen allerdings dafür. Wenn man genau hinschaut, dann ist das Potential vor Ort sogar deutlich vielversprechender als in gesättigten Märkten wie Deutschland. In Jakarta lässt sich noch Geld mit dem Handel von Lebensmitteln verdienen und Kunden zahlen auskömmliche Gebühren für den Extraservice. In Deutschland hingegen fahren Kunden lieber eine Stunde durch die Stadt, um 10 Cent beim Einkauf der Butter zu sparen. Techcrunch kommt zu einem sehr positiven Ausblick zu diesem Geschäftsmodell: Weiterlesen

Rhino Stores – Geld verdienen in der Google Falle

rhinologoIn der letzten Woche hat Kassel sein jährliches E-Commerce Highlight erlebt und im Rahmen des Plentymarket Kongresses 1.500 Onlinehändler bzw. deren Freunde und Dienstleister begrüßt. Der Kongress ist hervorragend geeignet, um hinter die Kulissen kleinerer Onlinhändler zu schauen. Plenty bezeichnet sich selbst als ERP mit Frontendfunktion und verbucht bei einigen tausend Nutzern über 2 Mrd. Euro Außenumsatz pro Jahr. Die Vorträge beim Kongress sind eine Mischung aus Strategie, Trends und allerlei praktischen Hilfestellungen, um die Händler nach vorne zu bringen. Aus Preis-Leistungs Sicht gibt es neben diesem Kongress und den Shopware Community Days nichts Vergleichbares für kleinere Händler in Deutschland. Peter Höschl hat einen ausführlichen Bericht zum Kongress geschrieben. Weiterlesen

Digital Commerce Day 2015 || 10h Kassenzone on steroids

Funny body buildersAls wir im letzten Jahr unsere erste E-Commerce Konferenz in Hamburg veranstaltet haben, hatten wir zwar mit der K5 Konferenz von Jochen Krisch ein inhaltliches Vorbild, aber alles andere war pure Spekulation? Würden wirklich 150 Leute zu uns kommen? Ist das Programm interessant? Wie bewirbt man eigentlich eine neue Konferenz? Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen. Es kamen über 200 Leute, das Feedback war großartig und der Ticketpreis von ca. € 200,-  ist ohne Probleme angenommen worden. In diesem Jahr (30.04. in Hamburg) ist der Anspruch deutlich höher geworden. Netshops Commerce hat die Organisation übernommen, so dass ich zusammen mit Prof. Holger Schneider „nur“ noch als Kurator und Moderator agieren muss. „No Sales – Praxis pur“ ist das Motto, weshalb weniger als 10% der Tickets an Dienstleister vergeben werden und wir tatsächlich ein Programm auf die Beine stellen konnten, bei dem fast ausschließlich Händler und Hersteller aus der Praxis berichten und von mir dabei ausgefragt werden. Wer den Interviewstil der Kassenzone Interviews mag, der dürfte auf den Digital Commerce Days 2015 nicht zu kurz kommen. Ein paar Highlights aus meiner Sicht: Weiterlesen