Über Alexander Graf

Alexander Graf, 35, E-Commerce Unternehmer & Autor, Gelernt und erste M&A-Tätigkeit bei der Otto Group, danach über 10 Unternehmen gegründet, heute u.a. Gründer Geschäftsführer des führenden Shop Technologieanbieters Spryker Systems. Im Juni 2015 hat er das E-Commerce Buch veröffentlicht, das seitdem die E-Commerce Rankings anführt. Weitere Infos hier, oder direkt kontaktieren unter: alexander.graf@etribes.de || Tel: +49 (40) 3289 29690

Preloved Fashion Champion Vite EnVogue im Interview

Lange Zeit hat niemand an den Markt für gebrauchte (Luxus-) Mode geglaubt, aber mittlerweile gibt es einige große Anbieter in den Markt. Der mit Abstand größte Anbieter ist Vite EnVougue. 15 Millionen Euro Bruttoumsatz 2016, 100+ Mitarbeiter und ein profitables Geschäftsmodell sind das Ergebnis jahrelanger Arbeit. Mit der Geschäftsführerin Karolin Junkers spreche ich über die Details des Modells und auch darüber warum es in den nächsten Jahren noch viel größer werden dürfte. (Disclosure: Karolin ist auch Partnerin beim Beratungsnetzwerk eTribes.) Vite EnVogue ist für mich deshalb so spannend, weil das Modell sehr starke und nachhaltige Lock In Effekte aufbaut, die zu niedrigen CPOs und klasse Retention Quoten führen. Auch wenn es auf den ersten Blick aussieht wie ein „normales“ Handelsmodell, so führt Vite EnVogue zu jedem Zeitpunkt ein einzigartiges Angebot auf der Plattform, das mit zeitlicher bzw. mengenmäßiger Verknappung starke Kaufanreize setzt. Und alle Seiten gewinnen dabei: Verkäufer, Käufer und Plattform. Das ist ein zurzeit eher seltener Zustand in der Plattformökonomie und deshalb so lobenswert. Weiterlesen

Das ist doch alles irgendwie Legacy

StonehengeIn meinem Artikel „Handel 2025: Welcher Handel?“ habe ich darüber sinniert, warum es bald keine auf Handel basierenden Geschäftsmodelle mehr geben könnte. Über die Frage der zukünftig benötigten konkreten Fähigkeiten und Services im Vergleich zu den nicht so konkreten „Soft Skills“ kann man trefflich diskutieren. Ich selbst würde der konkreten Fähigkeit „Handelskompetenz“ demnach keinen hohen Wert mehr beimessen und vor allem versuchen die Soft Skills eines Unternehmens zu optimieren. Konkrete Fähigkeiten führen immer zu Legacy (dazu gleich mehr), indes könnte der Soft Skill „Veränderungsfähigkeit“ entscheidend sein, um sich schnellstmöglich auf neue Marktanforderungen einstellen zu können. Ich habe gelernt, dass die meisten Unternehmen sich ihr Leben sehr schwer dabei machen „veränderungsfähig“ zu werden. Warum? Weiterlesen

Wie groß wird der Lebensmittelhandel online bis 2020?

Frau ffnet Kiste mit Lebensmitteln, Lieferservice per postsendIn Deutschland werden jedes Jahr über 200 Mrd. Euro Umsatz mit Lebensmitteln gemacht und nur 1-2% dieses Marktes finden online statt. Das heizt die Phantasie von sehr vielen Unternehmen und Unternehmern an. Mit dem AllyouneedFresh Geschäftsführer Udo Kießlich spreche über über Wachstumschancen, -hürden und die verschiedenen Online Geschäftsmodelle des Marktes. Ich verfolge den Markt nun schon seit einigen Jahren, aber ein robustes Bauchgefühl wann es da „so richtig los geht“ habe ich noch nicht. In der Zwischenzeit halten mich die sehr pointieren Beiträge von Peer Schader (Supermarktblog) bei Laune. Was ich nun aber durch Udo gelernt habe ist Folgendes: Weiterlesen

Pure Play vs. Omnichannel

Ja ja, jetzt teilt Alex wieder gegen den Omnichannel Handel aus. Immer so pauschal und wenig differenzierend, dabei gibt es doch noch so so viel Hoffnung. Das macht er doch nur, um Spryker zu promoten.“ Ich würde sehr gerne mal über erfolgreiche Omni- und Multichanncel Modelle schreiben, aber davon gibt es nicht sehr viele, egal, mit welcher Software sie umgesetzt wurden. Meine Große Hoffnung liegt nun auf Breuninger, die in dem Bereich scheinbar einen sehr guten Job machen und für ihre Kunden sinnvolle Lösungen anbieten können. Näheres finde ich am 16.02. heraus, vor Ort in Stuttgart beim Tomorrow Ländle. Das ist eine sehr coolen Eventreihe, die von Breuninger in Leben gerufen wurde. Im letzten Jahr habe ich einen Artikel über drei Multichannel Geschäftsmodelle geschrieben („Aber bei Williams-Sonoma und Nordstrom geht es doch auch?!„), die immer wieder als Erfolgscases genannt werden. In Wahrheit zerbrechen diese Unternehmen gerade an der gewählten Strategie die Kanäle hart zu verdrahten, ohne sich genau anzuschauen was für Kunden in Zukunft relevant sein könnte. („Handel 2025, welcher Handel„). Nun treffen täglich neue Meldungen über verfehlte „Departmentstore + schlechter Onlineshop“ Konzepte ein, die zumindest zu denken geben. Weiterlesen

„Chantal, mach mal lauter!“ | Ein Gespräch über den Status Quo von Bots, Voice & Echo mit Antonia Ermacora

chatbotIch muss zugeben, dass ich ein großer Fan von der Idee einer screenlosen Onlinewelt bin. Wer braucht schon ein Touchpad, wenn er doch alle seine Wünsche und Fragen frei in den Raum sprechen kann? Je mehr ich darüber nachdenke, desto mickriger kommen mir die screengebundenen Interfaces heute vor, egal wie responsive sie sind. Nie wirkt es natürlich, nie fehlerfrei, dauernd braucht man ein neues Passwort. Alles irgendwie blöd. Da wirkt das Versprechen von Google Home und Amazon Echo sehr interessant. Bisher haben wir die Sprache in der digitalen & analogen Welt benutzt, um anderen Menschen zu erklären was wir wollen. Wenn man nun auch einmal Maschinen etwas erklären kann, entstehen sehr spannende Use Cases die ich in vielen folgenden Beiträgen skizzieren werden. Das „Alexa“ etwas bei Amazon für uns bestellt, der Use Case der gerade in der Presse diskutiert wird, erscheint gegenüber dem was bereits heute vorstellbar extrem langweilig. Weiterlesen

Wir stehen ohne Wenn und Aber zum dreistufigen Vertriebsweg!

waschbeckenFrohes Neues Jahr allerseits! Den Satz “ Wir stehen zum dreistufigen Vertriebsweg“ hört man sehr oft in der mittelständischen geprägten Handwerksbranche, aber es ist sehr selten, dass jemand mit diesem Satz seine LKWs verziert. (Fotobeweis). Dieser Vertriebsweg ist es, der im ersten Schritt durch die Effekte der Digitalisierung nicht mehr durchhaltbar ist und das zeigt sich sehr deutlich in den Diskussionen zwischen klassisch aufgestelltem Handwerk und Onlinehandel. Ein Streitgespräch zwischen dem König der Sanitäronlinehändler (Bernd Reuter) und einem traditionellen Handwerksbetrieb in der RP Online („Sie tun so als wären Handwerker Trottel„) nimmt sich Lennart Paul zum Anlass in seinem Blog die Aussagen zu hinterfragen („The Great Denial„). Erneut ein B2B Lesetipp, nachdem Lennart beim Thema Procato schon sehr wichtige Zusammenhänge aufgedeckt hat. Die Diskussion ist nicht so einfach in schwarz/weiss zu unterteilen wie es die Titel versprechen.  Weiterlesen

700.000 Minuten, 120.000 Besucher, 65.000 Plays & 4.000 Bücher

Liebe Leser, danke für euren Kassenzone.de Konsum in 2016. Obwohl ich das Blog in diesem Jahr nur spärlich befüllt habe, sind wieder über 120.000 Besucher (310.000 Visits) auf dieser Seite unterwegs gewesen und haben viele spannende Kommentare hinterlassen. Genauso wie sich der E-Commerce Markt weiterentwickelt hat, entwickeln sich auch die Kassenzone Formate weiter, so dass die Blogbeiträge regelmäßig für die Wiedergabe von Youtube Videos und Soundcloud Podcasts herhalten müssen. Der Konsum der Inhalte auf diesen Kanälen ist viel stärker gestiegen als ich mir das vorstellen konnte. In 2016 wurden 700.000 Minuten Youtube Videos auf unserem Kanal konsumiert und die Abozahlen bei Soundcloud (65.000 Abrufe) wachsen viel stärker als die E-Mail und RSS Abonnements des Blogs. Außerdem wird der Podcast natürlich viel intensiver konsumiert und nicht wie bei den Beiträgen zügig quergelesen. Für die Leseratten gibt es allerdings eine gute Nachricht in 2017: PayBack wird mit uns zusammenarbeiten und sorgt für die Finanzierung der Podcast Transkriptionen. Dazu aber später mehr in einem entsprechenden Podcast.  Weiterlesen

Wie wird man Amazon Millionär? Interview mit Kavaj Gründer Jörg Kundrath

kavajZum Jahresausklang habe ich in einem zweiteiligen Interview mit Jörg Kundrath über die aktuell gängigen Amazon Thesen gesprochen. Als Gründer von Kavaj, wurde Jörg bei Kassenzone schon sehr oft als sehr erfolgreiches Beispiel für das Thema Markenaufbau bei Amazon genannt. Ich selber bin ein großer Fan von den Möglichkeiten die uns die Marktplätze bieten, allerdings werden die aktuell erfolgsversprechenden Amazon Mechanismen sehr oft von den Anwendern als Strategie mißverstanden. Und das stimmt aus meiner Sicht nicht mehr. Jörg hatte vor fünf! Jahren mit seinem Mitgründer eine gute Idee, unternehmerischen Mut und ausreichend Know How, um seine Amazon Umsatzmillionen zu erwirtschaften („Die Kavaj Reise (bei t3n)„). Das ist nicht leicht wiederholbar, weder durch etwas Amazon SEO einer bestehenden Marke oder durch den Aufbau einer neuen Marke. Weiterlesen

Wie funktioniert das Ökosystem rund um Marktplätze? Updates zu Zalando & heypaula

Lehm veredelnIm Februar habe ich das erste Interview mit Marcel Brindöpke zum Unternehmen heypaula.de aufgezeichnet. Zu dem Zeitpunkt ging es noch darum Geld über Seedmatch einzusammeln, was auch hervorragend funktioniert hat. Heypaula wächst sehr zügig und hat im Rahmen der Expansion erkannt, dass der Markt in dem sie sich befinden viel größer ist im Februar als angenommen. Auf den ersten Blick sieht heypaula.de aus wie eine Art Serviceprovider für Markenhersteller, der aufgrund der steigenden E-Commerce Komplexität eine Nische als Produktdatenveredler gefunden hat. In Wahrheit ist es aber so, dass diese Art von Arbeit das eigentliche Handelsgeschäft geworden ist. Dazu habe ich mich im letzten Beitrag („Handel 2025, welcher Handel?„). Warum wächst das Geschäft von Heypaula so stark und warum kann Zalando auch zukünftig nicht auf solche Anbieter verzichten?

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Handel 2025: Welcher Handel?

HellseherDas Jahr neigt sich dem Ende zu, und da ist es wie immer an der Zeit die Glaskugel rauszuholen. Was passiert mit den vielen Händlern & Marken in den nächsten Jahren. Was ist das große nächste Ding nach Amazon SEO und TMALL? Wo kann man in Zukunft im Handel noch Geld verdienen? Es gibt zu dieser Frage leider sehr wenige Denkanstöße. Jochen Krisch spielt zurzeit mit einem Modell herum, dass vier mögliche Stoßrichtungen zeigt (Plattform, Marktplatz, Erlebnis, Vertikalisierung). Die Einführung von Amazon Echo und weitere „screenfreie“ Devices machen die Prognose allerdings zunehmend schwieriger. Leider finde ich in den meisten aktuellen Handelstrategieunterlagen noch immer sehr oft das Thema Omnichannel, der Rettungsanker der Kutschfahrer. Wenn sich das Übelkeitsgefühl gelegt hat, frage ich mich ob die Autoren oder die Leser der Studien wirklich an diesen Rettungsanker glauben. Es scheint so zu sein, dass viele Entscheider nicht nur auf der falschen Seite der Gleise wohnen, sondern mangels Alternative bewusst in die falsche Richtung laufen (wollen). Weiterlesen