Birkenstock & die Rache des Kevin

Kevin ist bockigToll, super, endlich, richtig so! So oder ähnlich klingt es nach der Ankündigung von Birkenstock nicht mehr direkt an die europäischen Amazon Plattformen zu verkaufen. Kaum eine Markenentscheidung ist in 2017 so stark von den Medien aufgegriffen wird. Es ist fast so, als würden „Alle“ darauf warten, dass es Amazon mal so richtig gezeigt wird. Ich mag da etwas voreingenommen sein, aber mir fällt es sehr schwer die Entscheidung als Kaufmann zu begründen. Aus Sicht eines kleinen bockigen Kindes („Kevin“) ist die Entscheidung natürlich spitzenmäßig. „Mensch, nun haben wir es Amazon aber mal gezeigt.“ Ich möchte dabei gar nicht falsch verstanden werden, Amazon hat enorme Probleme auf vielen Ebenen, aber das hält sie scheinbar nicht auf zu wachsen.

  • Amazon behandelt die meisten Händler wie bessere Logistikhelfer und tauscht diese nach Belieben aus. Groß frisst klein. Schnell frisst langsam. Schnelle Große gewinnen usw. Am Ende bleibt ggf. nur noch Amazon. „1×1 der Plattformökonimie
  • Amazons Fokus liegt auf den Kunden und erst dann kommen die Markenhersteller. Diese befinden sich in einem nicht lösbaren Gefangenendilemma.
  • Die Werkzeuge von Amazon pfeifen heute technisch oft auf dem letzten Loch. Dazu gehören die Werkzeuge, um Fälschungen und Abzocke zu verhindern. „Amazons Limit
  • Amazon hat aber in den letzten Jahren auch mehr für die Endkunden getan, als alle B2C Händler zusammen. Das geht in der Diskussion um sterbende Innenstädte und Steuersparmodelle oft unter.

In der Zeit wird die Entscheidung Birkenstocks noch recht entspannt gesehen. Amazon wird es wohl verkraften, und Birkenstock ist ja ohnehin eher eine Marke des stationären Handels. Na dann….

Birkenstock kann das verkraften, denn den Großteil seines Umsatzes macht das Unternehmen aus Neuwied gar nicht übers Netz, sondern in Läden und Kaufhäusern. Und über andere Onlinehändler werden seine Sandalen auch künftig auf Amazon erhältlich sein.

Auch im Artikel der Zeit wird der Vorwurf der massiven Fälschungsschwemme auf Amazon betrachtet und dort kommt man zu dem Fazit, dass Amazon auch nur Teil eines großen Hase & Igel Spiels ist. In der Süddeutschen Zeit sieht man das etwas kritischer und wirft Amazon entsprechende Versäumnisse vor.

Konkret richten sich die Vorwürfe gegen den „Marketplace“ von Amazon, eine Art digitaler Flohmarkt, auf dem es beinahe alles zu kaufen gibt: von der Handyhülle bis zur Kühltruhe. Weil die Produkte von Drittanbietern offeriert werden, ist Amazon im rechtlichen Sinne nicht der Verkäufer. Birkenstock wirft dem US-Konzern jedoch vor, trotz mehrmaliger Beschwerden nichts gegen die Fake-Birkenstocks unternommen zu haben. Amazon erklärt dazu, der Verkauf von gefälschten Produkten sei untersagt. „Wir entfernen Produkte, die gegen unsere Teilnahmebedingung verstoßen, sobald wir Kenntnis davon erlangen und ergreifen entsprechende Maßnahmen gegenüber dem Verkäufer“.

Amazon hat sicherlich auch kein Interesse daran, dass dort Fake Produkte verkauft werden und hat diverse Werkzeuge im Einsatz, um das zu verhindern. Die umfassenden Klagen von Herstellern & Händlern deren Amazon Konto aufgrund von angeblichen Produktfälschungen gesperrt wird, zeugen davon. Mark Steier hat sich das bei Wortfilter etwas genauer angeschaut.

Möchte man dennoch Kritik an Amazons Infringement-Prozess üben, dann wäre das mit Sicherheit der Umstand, dass dieser stark automatisiert und ohne oder nur mit wenig ‚manueller‘ Überprüfung und Kommunikation passiert. Fazit: Amazon bietet den Rechteinhabern einen umfangreichen Schutz an und dieser wirkt teilweise sogar so stark, dass Händler sich ungerechtfertigt Markenverstößen gegenüberstehen sehen.

Das Manager-Magazin hat versucht den Mechanismus besser zu verstehen, und hat dabei leider etwas zu oberflächlich recherchiert.

Anders als im stationären Handel haben Markenhersteller auf Amazon keine Kontrolle darüber, wer ihre Waren anbietet. Bei Ladengeschäften kann ein Unternehmen sich darauf beschränken, seine Waren über bestimmte Händler anzubieten. Bei Amazon hingegen können auch Drittanbieter, die in keiner direkten Beziehung zum Hersteller stehen, dessen Markenprodukte anbieten. Zudem werden in Amazons Lagerhäusern alle Produkte, die den gleichen Barcode tragen, gleichberechtigt gelagert, egal, ob sie vom Hersteller oder von einem Drittanbieter geliefert wurden.

Das stimmt grundsätzlich, aber mittlerweile nutzen viele Hersteller andere Werkzeuge, um den Verkauf ihrer (ggf. gefälschten) Produkte von anderen Händler zu unterbinden. Das bekannteste davon dürfte der Brand Gating Mechnismus von Amazon sein, bei dem der Hersteller manuell andere Händler für den Verkauf auf Amazon zulassen können. Ein willkommenes Werkzeug für einige Hersteller, die ihre selektiven Vertriebsverträge bisher nicht ausreichend umgestalten konnten, um auch die Onlinekanäle entsprechend zu steuern. Über diese Mechanismen kann man sich aus Händlersicht durchaus aufregen, aber Amazon versucht eher den Herstellern durchaus entgegenzukommen. Die Gefahr, dass man Kunden durch den Verkauf gefälschter Produkte verliert ist durchaus real, wenn man dem Kommentarbereich im entsprechenden welt.de Beitrag glauben möchte.

Die Frage ist nun, ob Birkenstock nicht anders hätte handeln können. Aus meiner Sicht bringt der Rückzug aus von Amazon nichts und Marc Aufzug von Factor-A, einer Agentur die sehr viele große Brands auf Amazon vertritt, hat das auch gut zusammengefasst, als ich mit ihm dazu in dieser Woche gesprochen habe.

Ich kann die Enttäuschung von Birkenstock gut nachvollziehen, aber die Entscheidung ist falsch. Mit einem Rückzug gibt Birkenstock lediglich seine Einflussnahme auf – die Marke
wird nach wie vor auf Amazon stattfinden und vom Kunden dort auch nachgefragt werden. Die Qualität der Markendarstellung und die Sichtbarkeit werden durch die Beendigung der direkten Lieferbeziehung leiden. Da auch nicht zu erkennen ist, dass das Fake-Problem dadurch gelöst wird, sehe ich nur Nachteile. Der Rückzug wird der Marke Birkenstock schaden – finanziell und in der Kundenwahrnehmung.

Die heutige Sichtbarkeit von Birkenstock auf Amazon ist gewaltig. Sie sind eine der Top Brands, gemessen an den Einblendungen in den Suchen und den Abverkäufen. Ein Screenshot aus der Factor A Suite setzt die Birkenstock Sichtbarkeit in Vergleich mit Geox. Zieht sich Birkenstock zurück, verlagert sich der Umsatz auf Birkenstock Händler (auf Amazon) und andere Marken. Der stationäre Kanal geht mit hoher Sicherheit leer aus.

Kurze Erläuterung zum Index:  „Der factor-a Visibility Index durchleuchtet für über 17 Mio. Suchbegriffe die Auffindbarkeit der Suchergebnisse auf Amazon, setzt diese in Beziehung zueinander und erlaubt so einen relativen Vergleich der Sichtbarkeit und Bedeutung von Marken auf Amazon

Man stelle sich vor, dass Adidas sich aus dem Google Index zurückzieht, weil sie nicht damit zufrieden sind wie die eigene Webseite neben den ganzen Trittbrettfahrern angezeigt wird. Ich gönne Birkenstock durchaus den Moment der Genugtuung, aber leider ist damit der Marke gar nicht geholfen und ein echter Ansporn für andere Marken es Birkenstock nachzumachen ist aus meiner Sicht nicht entstanden. Ich gehe davon aus, dass Birkenstock in absehbarer Zeit wieder selbst an Amazon verkauft und dann die verlorenen Sichtbarkeit umso teurer bezahlen muss. Vielleicht hilft ein Blick zurück in den Januar 2017 als Birkenstock seine Geschäftsbeziehung mit Amazon.com (aktuell geht es um die europäischen Amazon Plattformen) medienwirksam gekündigt hat und seine Händler dazu angehalten an ebenso zu verfahren. Nun kann sich ein Jahr später jeder selbst ein Bild davon machen, ob das Birkenstock Sortiment aus Amazon.com ausgedünnt wurde. Kleiner Spoiler: Nein.

 

Neue Beiträge abonnieren

Alexander Graf, 38, E-Commerce Unternehmer & Analyst, Gelernt bei der Otto Group, danach über 10 Unternehmen gegründet, heute u.a. Gründer Geschäftsführer des führenden Commerce Technologieanbieters Spryker Systems. Im Juni 2015 hat er das E-Commerce Buch veröffentlicht, das seitdem die E-Commerce Rankings anführt. Weitere Infos hier, oder direkt kontaktieren unter: [email protected] || Tel: +49 (40) 3289 29690

44 Antworten

  1. Martin sagt:

    „Amazons Fokus liegt auf den Kunden und erst dann kommen die Markenhersteller.“

    Sorry, aber diese Aussage ist schlicht falsch und wird auch durch dutzendfaches Wiederholen nicht richtig. Wenn Amazon es damit wirklich ernst meinen würde, würden sie alles tun, um Produktfälschungen gar nicht erst in den Marketplace zu lassen. Es ist nämlich zuallererst der Kunde, der unter Fälschungen leidet, und das schadet nicht nur der Reputation des ursprünglichen Markeninhabers sondern auch Amazon als Marktplatzanbieter selbst. Amazon müsste aber auf einiges an Wachstum verzichten, wenn sie das tun würden.

    Amazon ist schlicht in der Wachstumsfalle und muss auf einer unfassbar hohen Basis Jahr für Jahr 20 bis 25% GMV Wachstum zeigen, um die Mondbewertung zu rechtfertigen. Dem wird alles untergeordnet, auch Markeninhaber, Produzenten, Partner und Kunden (in dieser Reihenfolge).

    Ich teile auch nicht die Einschätzung, dass Birkenstock irgendwann reumütig zurückkehren wird. Zum einen können sie Amazonverkäufe (die echten, nicht die von Fakeprodukten!) ziemlich gut über andere Kanäle wie Zalando, Aboutyou, stationären Handel etc. kompensieren. Dank ihrer Gesellschafterstruktur sind sie nicht dazu verdammt, auf Teufel komm raus wachsen zu müssen. Zum anderen wird der Kunde recht schnell verstehen, dass man auf Amazon Gefahr läuft, gefälschte Birkenstocks zu kaufen, nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Berichterstattung, die durch sämtliche Publikumsmedien ging.

    Und was die Dritthändler betrifft, die auf dem Marketplace den schnellen Reibach machen: auch da wird Birkenstock einen Weg finden, das zu steuern, siehe Asics mit seinem selektiven Vertrieb.
    https://www.noerr.com/de/newsroom/News/zul%C3%A4ssigkeit-von-drittplattformverboten-im-selektiven-vertriebssystem.aspx

    Die Frage ist, ob das Beispiel Schule macht und wie Amazon damit umgeht.

    • Michel sagt:

      BMW hat in der Finanzkrise angekündigt sie werden keinen großen 12 Zyliner mehr bauen. Jetzt bekomm eich einen 7er mit v12 der schneller beschleunigt als ein M4.

      Was ich damit sagen will ist, es ist nur eine Frage der Zeit bis Birkenstock erkennt wo der Absatzt stark genug ist. Ich stimme Dir aber in 99% deiner Antwort zu. Ich hoffe nur das Kunden Qualität dem Preis vorziehen und bei Birkenstock direkt, oder deren Internet präsenz kaufen. Was ich mir sogar wünsche ist das dies Entscheidung in 2-3 Jahren zum positiven für Birkenstock ausfällt und andere Händler dem Beispiel folgen. Und hoffentlich Zalando und Aboutyou stärken.

      • Martin sagt:

        Um in deinem Beispiel zu bleiben: BMW hat vermutlich erkannt, dass sie die Nachfrage nach 12 Zylindern nicht anderweitig substituieren können (z.B. durch V8 Hybride) und deshalb Gefahr liefen, von der Konkurrenz abgehängt zu werden. Birkenstock wird aber Amazon vermutlich ganz gut substituieren können, eben weil sie ein so teures Produkt anbieten und andere Plattformen das dankbar annehmen werden.

        Birkenstock hat aufgrund der Eigentümersituation auch die Möglichkeit, bewusst ein langsameres Wachstum in Kauf zu nehmen, wenn sie sich langfristig davon Vorteile versprechen. BMW als börsennotierte Gesellschaft kann das eben nicht, und da schließt sich wieder der Kreis zu Amazon: Amazon muss auf Teufel komm raus wachsen, egal auf wessen Kosten.

  2. Franz sagt:

    Hmmm, ich weiß nicht. Die Preise bei amazon.com sind schon absurd hoch.

  3. Ro sagt:

    Weiß garnicht wieso man die Begründung von Birkenstock einfach so als wahren Grund hinnimmt…

    Ist die Wahrheit nicht eher, dass Amazon die offiziellen UVPs kaputt macht und sich nicht daran hält?
    Welcher markenhersteller will sowas? Und bei rund 40 Anbietern brauchen sie auch kein Amazon als Händler.
    So stehen sie nun bei den Händlern als positiv da. Nun wird der Markt regeln welcher Händler das Rennen macht.
    Die Sichtbarkeit wird somit auch nicht leiden.

    • Das ist so aber nicht zu beobachten. Preisführer ist idR immer ein Händler. Amazon covert das nur. Amazon hätte ja selber ein großes Interesse an hohen Preisen, weil es dann die eigene Marge optimieren kann. Und natürlich leidet die Sichtbarkeit, wenn man als Hersteller nicht mehr in A+ Content und Co. investiert – und sei es nur indirekt über die WKZ.

      • Daniel sagt:

        Da stimme ich nicht ganz zu.

        Amazon hat sehr wohl ein Interesse daran, die günstigsten Preise anzubieten. Sie verdienen zwar an der jeweiligen Bestellung weniger, langfristig geben die günstigsten Preise dem Kunden aber die Sicherheit, alles und immer bei Amazon bestellen zu können. Denn ein Blick auf andere Shops würde sich dann ja nicht mehr lohnen.

        Nicht umsonst gab es damals die Klausel, man müsse auf Amazon genauso günstige Preise wie im eigenen Shop anbieten.

        • Hackfleisch sagt:

          Amazon macht erstens dynamic pricing und zweitens ist Amazon meiner subjektiven Erfahrung als Konsument schon lange nicht mehr Preisführer. Gefühlt (und im Vergleich zu Mondpreisen im stationären Handel tatsächlich) ist Amazon beim Normalverbraucher aber immer noch „superbillig“ und solange das so ist wachsen die Umsätze weiter und Amazon nimmt den höheren Ertrag sicher gerne mit.

        • P. Kalmutzki sagt:

          Das sehe ich ganz genauso. Die „Geiz ist geil-Mentalität“ ist hierzulande weit verbreitet. Amazon verkauft hauptsächlich über den Preis. Wenn ein Produkt für 200,- Euro bei Amazon für 150,- Euro zu haben ist (egal ob bei einem Händler oder Amazon selbst), wäre ich mit dem Pudersack gewickelt wenn ich dort nicht zuschlagen würde. Das ist ein entscheidender Wettbewerbsnachteil für die stationären Händler. Die nehmen eben den UVP. Müssen sie auch weil sie niedrigere Rabatte von der Industrie erhalten und eine höhere Marge erwirtschaften müssen um ihre hohen Kosten zu erwirtschaften. Ich würde ein Produkt viel lieber beim gut sortierten Fachhändler in der Region kaufen. Da habe ich in Sachen Beratung und Haptik mehr davon. Der günstigste Preis jedoch, verlockt immer wieder.

      • Ro sagt:

        Nun, in den USA kostet fast jede Birkenstock Sandale bei jedem Händler gleich viel. Sind zwar weniger Händler aber dort ist der Preis einheitlich hoch. In Deutschland nicht.
        So wie man Amazon kennt geht es doch nicht um den maximalen Gewinn sondern um den maximalen Umsatz. Und der geht eben nur wenn man als Händler alle anderen Händler unterbietet. Damit ist der UVP kaputt. Wenn dann noch der ein oder andere Händler anfängt sich mit Amazon ein Preisduell zu liefern will und wird Amazon das gewinnen.
        Birkenstock kann da nur zusehen. Auf den kleinen Händler haben sie noch Einfluss aber Amazon hält sich nicht an UVPs. Das ist doch gut zu sehen. Amazon ist immer der günstigste Anbieter…
        Thema Sichtbarkeit: bei dem topbegriff „Sandale“ ist der erste Birkenstock schon jetzt erst auf Seite 5 zu finden.
        A-Content wird nicht genutzt – zumindest sehe ich bei keinem Schuh welchen.
        WKZ? Ja, den zahlen alle aber wo ist die Aufstellung oder der Beleg was Amazon dafür tut?
        Das Problem neben den kaputten UVPs dürfte auch noch sein, dass bei Amazon der Begriff „Sandale“ eben nicht wie im stationären Laden ein Synonym für „Birkenstock“ ist. So lassen sich genug günstigere Anbieter mit ähnlichen Sandalen finden. Das Prinzip „Sandale“ lässt sich halt nicht so einfach schützen…

        • Philipp sagt:

          Zum Thema WKZ: Ich bin auch der Meinung, dass das nahezu keinen Unterschied macht. Wir nutzen Vendor und FBA und ich kann nicht beobachten, dass Vendor (ohne zusätzlichen Push durch AMS) besser laufen würde als FBA.

  4. Frank sagt:

    @ Martin: Stimmt als Kunde komme ich nicht in den Schlaf, weil es auf Amazon Produktfälschungen gibt. Mal ehrlich, das ist nicht in meinen Top 5 von Dingen, die ich mir von Amazon wünsche. Hier wird der Kunde für eine Herstellerargumentation benutzt…( PS: Konkret im Fall der Schluppen, lösen sich ab 35 km/h die Riemen?)

    • Martin sagt:

      So argumentieren die meisten, bis sie dann mal wirklich eine Produktfälschung erwischen, und der Verkäufer dann nicht reagiert und Amazon einen im Regen stehen lässt.

      Mein eigentlicher Punkt ist: Amazon behauptet immer, zuallererst an den Kunden zu denken. Das stimmt einfach nicht mehr, und das ist eben auf die besagte Wachstumsfalle zurückzuführen.

      • P. Kalmutzki sagt:

        Stimmt! Es geht ja hier nicht nur um Sandalen. Ich bin dieses Jahr schon zwei Mal solchem Firlefanz aufgesessen. Das ist nicht lustig. Einmal habe ich auch meine Kohle nicht wieder gesehen. Am Ende war der Einkauf bei Amazon teuer! Ist auch schlecht für Amazon. Ich kaufe dort nur noch wenn es nicht anders geht.

  5. Stefan Grimm sagt:

    Ich muss hier mal eine Lanze für die Marktplätze brechen.

    Nicht Amazon verkauft Plagiate oder Produktfälschungen, sondern kriminelle Marketplace Händler.

    Wie soll ein Marktplatz bitte über alle Waren und über alle Händler sicherstellen, dass jedes einzelne Angebot Originalware ist.

    Was das Geschäft der Kriminellen hier leicht macht, ist das sich die Instanzen der Rechtsvervolgung mit unglaublicher Langsamkeit diesen Kriminellen widmet.

    Da wird gefälschte Ware containerweise am Zoll und anderen Marktaufsichtsbehörden vorbei in die EU geschmuggelt. Da werden mit Photoshop Gewerbenachweise und Einkaufsrechnungen gefälscht um Nachweise zu führen und die Sicherheitsabteilungen der Marktplätz zu betrügen.

    Wenn Marktplätze nun strenge Zugangsvorschriften und Prüfungen als Hürden für Verkäufer einrichten, dann behindern diese nach Bewertung der ehrlichen Händler den freien Handel.
    Foren sind voll mit Beschwerden von Händlern die in Prpfungsmechanismen stecken und gesperrt sind oder nur eingeschränkt aktiv sein können.

    Markenartikel Hersteller, wie wahrscheinlich auch Birkenstock, möchten den Marktplätze am liebsten nur ihre Katalogdaten übermitteln und dann sollen die Marktplätze eigene Teams aufbauen und Markenfälschungen anhand der Katalogdaten am besten selbst herausfiltern.

    Während die Marktaufsichtsbehörden den Zufluss von Fälschungen in den Markt nicht wirksam verhindern und identifizierte Kriminelle viel zu langsam und mit veralteter Technplogie verfolgen, werden die Marktplätze, die sich absolut rechtskonform verhalten und sogar vielfach Sicherheitsmechanismen über die rechtlichen Anforderungen hinaus betreiben, als Komplizen bei der Verletzung gewerblicher Schutzrechte an den Pranger gestellt.

    Kriminell sind die Händler, die sich die Leistungen der Marktplätze unrechtmäßig zu nutze machen um Waren zu vertreiben die gewerbliche Schutzrechte Dritter verletzen.

    Marktplätze, Marken, ehrliche Händer und natürlich die Konsumenten sind gleichermaßen die Geschädigten dieser Kriminellen.

    Dies sollte bitte bei der Diskussion nicht aus dem Fokus geraten.

    • Im Endeffekt ist das aber den Endkunden egal. Die kaufen bei Amazon und assozieren auch einen Großteil des Einkaufserlebnisses damit:

      Super Angebot, billige Preise und schnelle Lieferung? Amazon ist toll.

      Jetzt hab ich eine Fälschung erhalten. Amazon ist blöd.

      Und daher sollte es für Amazon durchaus interessant sein, den Handel mit Fälschungen über ihre Plattform zu unterdrücken.

      • Stefan Grimm sagt:

        Natürlich der Handel mit Fälschungen oder anderen Produkten die gewerbliche Schutzrechte Dritter verletzten illegal. Marktplätze handeln auf konkrete Hinweise hin unverzüglich udn dazu sind sie auch rechtlich verpflichtet.

        Wie ich geschrieben habe, obwohl viele Marktplätze schon so strenge Schutz-und Prüfungs Mechanismen aktivieren, dass sich ehrliche Händler darüber beschweren, kann es natürlich keine Mechanismen geben, die jede Markenfälschung bereits beim Listing erkennen könnte.

        Es ist im Interesse jedes Marktplatz, außer den ausgewiesenen Spezialisten des Darknets, dass Plagiate wirksam erkannt und deren Handel verhindert wird.

  6. „Die Frage ist nun, ob Birkenstock nicht anders hätte handeln können. Aus meiner Sicht bringt der Rückzug aus von Amazon nichts und Marc Aufzug von Factor-A, einer Agentur die sehr viele große Brands auf Amazon vertritt, hat das auch gut zusammengefasst, als ich mit ihm dazu in dieser Woche gesprochen habe.“

    Factor-A betreut viele Brands auf Amazon und findet, dass ein Rückzug von Amazon nichts bringt? – *zufälliges Sherlock-Meme einfügen*


    Aber mal im Ernst: Man kann von der Wirkung, die Birkenstock hier erzielen will, halten was man will. Man kann das kaufmännisch durchleucht usw.

    Aber wo ist denn eigentlich die Schelte für Amazon? Was sollte Amazon denn jetzt hier verbessern? Oder können die es sich leisten, dass ihr Marketplace immer mehr zu einem Flohmarkt ähnlich denen an der Polnisch-Deutschen-Grenze wird: Wenn man Glück hat, bekommt man ein Original, wenn nicht…dann halt nicht.

    Vielleicht ist Birkenstocks Entscheidung etwas kurzfristig und es geht einfach nur darum ein Signal zu senden an alle Händler/Hersteller, die es leid sind, dass ihre Kunden anrufen und nachfragen warum sie gerade gefälschte Schlappen in den Händen halten.

  7. Rene van Loock sagt:

    Ist es nicht schon Irreführung, wenn ich bei Amazon in den Suchschlitz Birkenstock eingebe und als erstes Ergebnis die Marke Berkemann präsentiert bekomme? Das ist zwar keine Produktfälschung, aber Irreführung des Kunden. Klar so ist es in der „Plattformökonomie“ und das gibt es ja bei Google so ähnlich auch schon.
    Ich finde, so etwas sollte es nicht auf Amazon geben!

  8. Wollen wir wirklich die Zukunft des Handels einem künftigen Monopol überlassen? Oder wollen wir nicht endlich auch über die Macht von Amazon diskutieren, die inzwischen zahlreiche Innovationen im Handel behindert?

    • lala sagt:

      Was für Innovationen werden durch Amazon behindert?
      Amazon ist doch selbst Innovationstreiber.
      z.B. Amazon-Go – wenn dass funktioniert, dann kann IKEA mit seinen bescheuerten (sorry, dass ist ein „Vater-gib-mir-Beine Konzept“) Self-Service Kassen oder METRO mit Ihren RFID Preisschildern (für was?) einpacken.
      Same-Day-Delivery (Prime Now) Auf der anderen Seite scheitert OTTO teilw. sogar am Next-Day bzw. will 9,95 EUR an Zuschlag.

      Man kann ja a.de viel vorwerfen (mir persönlich gehen die Chinahändler als Kunde mittlerweile am meisten auf den Keks) aber Innovationsverhinderer, sorry.

      Der restliche Handel (mit Ausnahme von Food, da sehe ich noch keine dringende Veranlassung) muss jetzt endlich mal aus den Socken kommen.

      • P. Kalmutzki sagt:

        Natürlich behindert Amazon die Innovationen im Handel!!! Schauen Sie sich doch mal manche Innenstädte an. Leerstand ohne Ende. Und genau in Ihrem letzten Satz beist sich die Katze in den Schwanz. Wie soll den der „restliche Handel“ in die Socken kommen wenn ihm die Finanzkraft und somit Innovationskraft fehlt. Und damit meine ich nicht Ikea oder Metro. Ein beträchtlicher Teil der Kohle landet bei Amazon und der wird in Deutschland nicht mal ordentlich versteuert. Es ist nur vernünftig wenn sich ein Markenhersteller dann wieder mehr Transparenz und Sichtbarkeit wünscht.

        • Stefan Grimm sagt:

          Dies ist aber eine ziemlich verquere Sicht auf die Dinge…

          Als Jeff Bezos mit ca. 250.000 USD Startkapital in den E-Commerce eingestiegen ist, war die Metro schon mit mit,ehr als 30 Jahren Tradition ein Milliardenkonzern. Im Jahr 2000 machte Amazon noch 1.64 Mrd USD Umsatz, die Metro aber schon 43 Mrd EUR.

          Der stationäre Einzelhandel war etabliert und hat die Bedrohung aus dem Netzt schlicht unterschätzt und viele Marktteilnehmer haben Marktchancen verschlafen. Natürlich hätte „der stationäre Einzelhandel“ die Chance gehabt sich selbst immer wieder neu zu erfinden, ganz im Gegenteil selbst heute sind Basics wie Lagerbestandsdaten bei vielen Einzelhändlern immer noch nicht vorhanden.

          Die Digitalisierung im B2C Geschäft bei der Metro hat mit der Übernahme von Hitmeister heute real.de vor wenigen Monaten begonnen.

          Das eigene Versagen einem innovativeren Wettbewerber „in die Schuhe zu schieben“ ist natürlich relativ leicht aber wenig zielführend und ändert auch nichts an der eigenen Einstellung zur Innovation.

        • lala sagt:

          Kleiner Einzelhandel:
          Schauen Sie sich mal die Projekte in Günzburg oder mein Heilbronn an.
          Unabhängig davon ist mir auch ein Einzelhändler bekannt, der in einer Kleinstadt erfolgreich auch Online ordentliche Mengen absetzt. Da natürlich über Kanäle wie eBay mit entsprechenden Kosten.
          Oder dieses „Können wir Ihnen bestellen“ … Dann erwarte ich aber auch, dass die Ware kurzfristig zu mir nachhause geliefert wird und nicht „mit der nächsten Lieferung in den Laden in 2 Wochen mit kommt und wir rufen Sie dann an“.
          Dort ist natürlich auch der dahinterhängende Großhandel oder Hersteller gefragt die entsprechenden Möglichkeiten seinen Einzelhändlern zu bieten. Wobei die sollten dass ja aus Eigennutz allein schon ermöglichen.

          Thema Ketten:
          Metro hat mit der Hitmeister Übernahme den richtigen Schritt gemacht. Marketplace und Eigenversand unter einer bekannten Marke und entsprechende massive Bewerbung. Nur fehlt es da meiner Meinung nach, an Kooperationen (z.B. könnte man dort auch die Angebote von MediaMarkt / Saturn (geht ja jetzt schlechter wg. Verkauf) aber auch anderen Anbietern integrieren (z.B. Kooperation mit einer Baumarktkette, Drogeriekette, Modekette…)) um einfach eine größere Produktvielfalt darzustellen. Das Problem ist doch der „Customer-Login“ von Amazon – mittlerweile suchen ja 50% (+/-) direkt bei Amazon.

          Dies alles muss aber schnell gehen – „aus den Socken kommen“ sonst wird es immer schwerer.

          • P. Kalmutzki sagt:

            Da gebe ich Ihnen recht. Ich habe es jedoch schon oft erfahren müssen, daß ein Hersteller die Ware nicht vorrätig hatte obwohl es (logisch) im Netz verfügbar war. Wenn die großen Industriekonzerne ihre Lagerbestände nicht im Griff haben, wie sollen es die kleinen Händler dann schaffen? Natürlich fehlt den meisten Branchen ein funtionierendes Großhandelssystem. Der Großhändler hat entweder stark überhöhte Preise oder sogar ein geringeres Angebot als der Fachhändler selbst. Im Buchhandel geht es recht gut; schnelle Lieferung, gleiche Preise. Nur ist es die Frage ob ich als Kunde auch mal den einen oder anderen Kompromis machen will oder ob ich lieber eine innerstädtische Einöde in Kauf nehmen möchte. Lieber einmal mehr beim Fachhändler um die Ecke gekauft. Klingt zwar erstmal wenig innovativ und dafür sehr altmodisch, ist es aber auf lange Sicht vielleicht doch nicht. Man sieht ja an diesem Forum, daß die Probleme eher größer werden anstatt kleiner. Mal von der allgemeinen globalen Verblödung abgesehen.

  9. Alexander V. sagt:

    Ich bin mir noch nicht einmal sicher ob die Produktfälschungen das wirkliche Problem bei Birkenstock sind. Ich habe für eine Marke gearbeitet die auch von Amazon selbst vertrieben wird und wir haben es hier leider immer wieder mit massiven Preisnachlässen von Amazon zu tun gehabt, gegen die man nicht vorgehen kann. Das zerstört die Händlerbeziehungen (zu den restlichen) und auch das Image der Marke. Wie schön ist es da einen Grund zu finden Amazon nicht mehr direkt beliefern zu müssen…. und die kleineren Händler, die die Fahne hochhalten, kann man eher kontrollieren oder ggf. verkauft Birkenstock wieder selbst auf Amazon mit einer eigenen Plattform. Immer noch besser als sich die Preise und die Reputation kaputt machen zu lassen

  10. Philipp sagt:

    Zum Thema, dass Produktfälschungen kein Problem für Kunden sind, ist vielleicht diese Amazon-Produktbewertung ganz passend: https://www.amazon.com/Christmas-changing-Amazing-Sensitive-Changing/dp/B0188ODVVE/ref=sr_1_5?ie=UTF8&qid=1460286623&sr=8-5&keywords=#customerReviews

  11. H Streicher sagt:

    Die Aussage mit dem Vermischten Lagerbestand ist für Schuhe und Bekleidung falsch , da muß man als Händler eigene FBA Kennungen verwenden die die Produkte eindeutig einem Händler zuordnen lassen

  12. WieWeiter sagt:

    Als Nutzer, Konsument, Dienstleister ist leicht reden. Als Betroffener ist es fatal, gelinde gesagt eine Katastrophe. Nur welche echten Auswege gibt es? Das weiß ich nicht.

  13. Danilo sagt:

    Es wird wohl fast jedem der mit Handel zu tun klar sein, dass der wahre Grund wohl das Dauerthema „nicht verbindliche Preisempfehlung“ gewesen ist, welche in USA im übrigen ja so nicht existiert. Dort kann eine Marke die Verkaufspreise auch verbindlich festlegen. Ob von dem Preiskampf, der ohne eine solche Bremse nach unten eintritt, tatsächlich langfristig der Kunde profitiert bin ich skeptisch. Es wird wohl eher dazu führen, dass die Qualität der Produkte abnimmt, wenn der Kunde einen Preis statt eines Produktes kauft.

    • Aber bekommt der Kunde dann nicht eine faire Qualität? Also eine die er sich selbst aufgrund von Bewertungen ausgesucht hat? Klar ist das Gerät dann schneller defekt als das mit einer nach unseren Maßstäben „ordentlichen“ Qualität der Fall wäre. Aber er könnte ja auch teurer kaufen, wenn es ihm das Wert ist.

      • Ro sagt:

        Komische Frage… Natürlich bekommt jeder die Qualität die er auch bereit ist zu bezahlen. Jeder Mensch mit Lebenserfahrung sollte das inzwischen wissen.

        Gibt allerdings noch einen „blöden“ Faktor der dazukommt: Die Marke.
        Wer sagt denn, dass sogar die Produktfälschung schlechter ist als das Original?
        Wenn ich nach Asien gehe und sage ich will genau den Birkenstock Schuh inkl gleichen Materialien etc dann wette ich wäre der VK (trotz guter Marge) immernoch weit niedriger als beim Original.
        Wieso also der Aufpreis? Für ein Label? Für die Rocketscience in der Sandalen Industrie? gibt es eigentlich noch keine hippe Vertical online pure Play Brand die die ganze Sandaletten Industrie aufmischt?

        • Das meinte ich gar nicht in Bezug auf Produktfälschungen, sondern zum Kaufverhalten allgemein. Ich glaube durchaus, dass die Marke ersetzbar ist auf Marktplätzen und von den dortigen Mechanismen (Bewertungen, Auswahlkriterien, Filter) ersetzt wird. Das führt ja dazu, dass ich dort bald die hippe vertikale Sandalenmarke finde (mit super Bewertungen) und die dann kaufe, obwohl ich noch nie von der Marke gehört habe.

          • Peter sagt:

            Marken sind ersetzbar, aber ich glaube nicht in jedem Preissegment, sondern nur in den unteren Preissegmenten. Wenn ich z. B. Produkte bis zu einem Preis von 25 – 40 € kaufe, dann achte ich eher auf den Preis und die Bewertungen. Alles was preislich darüber geht, da haben Marken ihre Bedeutung. Marken schaffen hier Vertrauen.

        • FCB sagt:

          Eine Marke will aufgebaut werde. Eine Marke und ein Produkt wollen beworben werden. Sie kennen Birkenstock, Sie kennen die Qualität, Sie wissen was Sie von Birkenstock erwarten können. Das Wissen darum fällt nicht einfach so vom Himmel und ist mehr als die Summe der Bestandteile, aus denen der Artikel gefertigt wurde. Das Marken-/Qualitäts-/Livestyle-Verhältnis und die Kenntnis dazu, aufgebaut durch teure Vermarktung auf allen Kanälen kosten immens viel Geld und das müssen Sie als Kunde beim Kauf eines Ptoduktes selbstverständlich berücksichtigen und bezahlen. Denken Sie z.B. an die Waschmittelwerbung im Fernseh.

          • Ro sagt:

            Jup genau da schließt sich dann der Kreis wieder.
            Die Marke kann ersetzt werden in einer Zeit der stärkeren Transparenz und leichterer Vergleichbarkeit – beides bietet das Internet allgemein und Amazon im speziellen.

            Die UVP Problematik geht birkenstock ja jetzt auf radikale Art an.
            Die Problematik leicht ersetzbare Produkte zu haben werden sie dadurch auch nicht lösen.

            • Danilo sagt:

              In den letzten Jahre hat sich nicht nur Amazon entwickelt, sondern die Erkenntnisse der Psychologie über das Kaufverhalten, konnten dank neuer technischer Mittel besser definiert werden. Die Wissenschaft kommt zu einem ganz anderen Ergebniss auf die Frage, warum Kunden Produkte kaufen. Den gewünschten Typ des Homo Economicus – den man für eine Welt ohne Marken braucht sieht da ernsthaft niemand – außer für Beschaffungsaufgaben.. Das muss man jedoch von Shopping unterscheiden.

              • Ro sagt:

                Die Bücher zu dem Thema habe ich auch gelesen und ja das trifft auch zu: Marken brauchen vertauen und Identifikation.
                Beides schafft Amazon mit zwei Parametern: vertrauen entsteht durch sehr viele positive Bewertungen. Identifikation aber auch durch die hohe Anzahl einer Produktbewertung. Die Menschen sind Herdengetrieben. Wenn ein birkenstock Schuh nur 10 Bewertungen hat aber ein sehr ähnliches Modell einer anderen bisher noch unbekannten Marke an die 200 positiven Bewertungen dann wird sich der Großteil der Menschen den 200 anschließen. Zum Schluss kommt dann noch der meist günstigere preis.
                Warum sonst ist wish so erfolgreich? Zu einem Zehntel des Preises bekomm ich da die Fälschungen aus China die nah ans Original kommen und auch noch zig positive Bewertungen haben…

            • Solemio sagt:

              Lieber Ro, Sie verkennen etwas. Bei Commodity Produkten wie iPhone Kabel da sind die gut bewerteten Ersatzprodukte eine gute Wahl, z.B. Amazon Basics.
              Bei Birkenstock wird es schon diffiziler. Ich kennen Birkenstock, die Qualität, habe Erfahrung gemacht und Birkenstock pflegt die Marke. Da greife ich lieber zu Birkenstock statt zu einem vermeintlichen Noname mit guten Bewertungen, die meisten davon nach 1-2 Wochen geschrieben. Also keine Langzeiterfahrung.
              Geht es um ein technisches Produkt wie beispielsweise eine Nikon Kamera, naja da endet es schnell mit irgendwelchen gut bewerteten Noname Produkten.
              Für die Zukunft im Internet gilt, die Herstellermarke wird immer wichtiger. Diese muss teuer gepflegt werden.
              Horizontale Händler sind dem Untergang geweiht, aber nicht die Hersteller mit hochwertigen Produkten. Ja und die kosten Geld.

  14. Jens sagt:

    Ich habe noch nie Birkenstock bei Amazon gekauft. Aber auch nicht im stationären Laden. Ich habe mir noch Nie Birkenstocks gekauft. Selbstverständlich kenne ich die Produkte und ich trage auch diese Latschen zuhause. Ich kaufe mir aber immer den günstigen Nahbau von D…m.nn oder ähnlichen Anbietern. Da kosten die Schuhe immer ca 10-15€ sehen exakt wie die von Birkenstock aus und die halten auch mehrere Jahre. Ich frage mich dabei immer, warum soll ich denn mehr ausgeben wenn ich praktisch das gleiche Produkt erhalte? Und wenn es die Schuhe in Zukunft von find (Amazon’s eigenes Modelabel) gibt. Prima. Dann evtl sogar im Sparabo.

  1. 18. Dezember 2017

    […] Graf hat sich auf Kassenzone pointiert zum Amazon-Ausstieg von Birkenstock geäußert. Seine Kernaussage: „Ich […]