Warum gute CEOs auch mal in die Rolle des CTO schlüpfen (müssen)

Im zweiten Teil der Interviewreihe mit Richard Borek geht es um die täglichen Herausforderungen als CEO/CTO/CSO in einem zu digitalisierenden Unternehmen. Im ersten Teil hatten wir die grobe Gemengelage im Unternehmen von Richard bereits aufgezeigt.

Trotzdem ist die Sorge angebracht, dass der Sektor Münz- und Briefmarkenhandel in den nächsten Jahren sicher kein Wachstumsmarkt sein dürfte, und das hat nun ausnahmsweise nichts mit Bitcoins zu tun. Die Diskussion über die Zukunft des Sektors führe ich nun seit einiger Zeit mit Richard Borek, der nun in vierter Generation den führenden Händler in diesem Bereich repräsentiert. Mit ca. 600 Mitarbeitern in Braunschweig kann man sich durchaus die Frage stellen: Was nun?

 

Richard sucht übrigens noch einige Mitarbeiter in Braunschweig für viele Digitalthemen. Im Gespräch geht es u.a. darum, ob er mit der Braunschweiger Startupweekeninitiative neue Mitarbeiter finden konnte, warum er in die Rolle des CTO schlüpfen muss als guter CEO und was er sonst noch beim Thema „Digitalisierung“ in den letzten 12 Monaten gelernt hat. Es lohnt sich sehr zuzuhören!

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Start-up-Vehikel mit Richard Borek, Münzhandelshaus- und Inkubatorinhaber

Nach dem ersten Podcast mit Richard Borek, in dem es darum ging, wie man einen Münzen- und Briefmarkenhändler digitalisiert, wird in dieser Ausgabe der Reihe die Frage abgehandelt, ob die digitale Transformation zwangsläufig Chefsache ist. Zudem geht es im Detail darum, wie Richard in Braunschweig ein erfolgreiches digitales Accelerator-Programm aufgelegt hat. Richard leitet in vierter Generation die in Braunschweig ansässigen Familienfirma Borek MDM und hat den Inkubator borek.digital gegründet, womit er in Braunschweig zu ersten Adresse für Tech geworden ist.

 „Wie Silicon Valley und zurück für nur 40 Euro in 45 Stunden!“

2:30

Alex: Ihr seid als Familienunternehmen zwar ein Handelshaus, aber vertikal integriert. Ihr stellt also vieles von dem, was ihr verkauft, selber her – oder besitzt exklusiv die Rechte daran. Woher kommt denn überhaupt die Herausforderung, euch mit Digitalisierung zu beschäftigen?

Richard: Wir sind sehr stark werbegetrieben und sind daher seit rund acht Jahren zunehmend im Online-Bereich unterwegs. Ich würde behaupten, dass wir in den letzten zwei-drei Jahren wesentliche Schritte nach vorne gemacht haben. So gewinnen wir bereits heute über 70% unserer Neukunden im Internet, obwohl unsere Zielgruppe wohlgemerkt 45+ ist. Das ist eine Tendenz, die sich nach vorne raus fortsetzen wird.

Alex: Wer mehr über euren Markt und das Anlagepotenzial von Briefmarken in Erfahrung bringen will, dem sei die erste Ausgabe des Podcasts empfohlen. Worauf wir uns heute konzentrieren wollen: Mit borek.digital habt ihr ein Programm aufgelegt, womit ihr neue Start-ups anziehen und an euch binden könnt. Heute treffen wir uns zu eurer zweiten Pitch Night in Braunschweig – das größte Digitalevent außerhalb Berlins, kann man wohl sagen…

Richard: … naja, sowie Hamburg und München!

Alex: Zugespitzt gefragt: Warum sitzen plötzlich junge Digital-Leute bei einem alten Münzenhaus?

Richard: Hauptursache dafür ist, dass wir das Thema Digitalisierung als Chance begriffen haben und ich mich dann bei dieser Veränderung ganz nach vorne gestellt habe. Ich bin zwar eher ein Vertriebsmann und habe von der Informatik nur bedingt einen Überblick. Nichtdestotrotz war es vermutlich von Vorteil, dass ich Online-Marketing in der E-Commerce-Dinosaurierzeit mitgemacht habe. Aber im Wesentlichen geht es bei der Digitalisierung ohnehin eher um das Verstehen, eher darum, zu fragen: Warum?

Dabei darf man sich nicht mit Phrasen begnügen und sagen: „Wir digitalisieren jetzt mal!“ Man muss die Antwort auf zwei Fragen wissen: Was heißt das? Warum machen wir das? Dem muss man auf den Grund gehen und konkrete Maßnahmen ableiten. Genau das haben wir gemacht – ohne große Strategie. Wir hatten zwar eine Vision, aber keinen Plan. So haben wir uns in kleinen Schritten vorangetastet. Dabei hätten wir das ohne die TU Braunschweig und Professor Askari nicht so weit bringen können. Auf alle Fälle haben wir als Firma mit dem Thema Digitalisierung einen enormen Sprung nach vorne gemacht.

6:00

Alex: Dabei bist du bis vor kurzem selber der CTO gewesen. Du steuerst das nicht nur als Manager, sondern ziemlich operativ. Von einem Eigentümer einer Familienfirma zu hören, dass er das Unternehmen höchstpersönlich digitalisieren will, ist schon eine Ansage. Ich glaube, das war der richtige Weg. Denn wenn man die Materie selber nicht durchdringt, ist man nicht in der Lage, die richtigen Leute dafür einzustellen.

Dein Accelerator-Programm sollte Start-ups anziehen. Teil davon war das Start-up-Weekend mit der Pitch Night als krönenden Abschluss. Jetzt haben wir die zweite Ausgabe davon hinter uns (über die erste haben wir ja im ersten Podcast gesprochen). Was ist seit Januar passiert? Was haben sich diesmal für Unternehmen beworben?

Richard: Im Accelerator-Programm hatten wir jetzt fünf externe Teams. Da reichte die Spanne von einem Projekt, am dem schon programmiert wurde, bis hin zu einer Idee, die nur auf Slides vorhanden war. Wir haben in den letzten drei Monaten versucht, die Teams in ihren Prozessen abzuholen und kontinuierlich durch externe Speaker, Events hier vor Ort und unseres Performance-Marketing-Knowhow weiterzuentwickeln.

Ein wesentlicher Punkt hat sich rausgestellt: Wenn man zu früh mit dem Programmieren anfängt und zu wenig mit den Kunden redet, ist das nicht gut. Man darf keine Angst vor Wettbewerbern haben, sondern muss erst den Kunden verstanden haben. Diejenigen, die anfangs Zeit investiert haben, um den Kunden zu verstehen, sind jetzt weiter. Man muss es wirklich runterdampfen: Was ist das, was der Kunde eigentlich möchte?

Eines war auch für mich wichtig. Da kamen wir schnell an die Feature-Company-Frage: Was ist noch bloß ein Mehrwert und was ist schon eine Firma?

8:25

Alex: Wie viele Teams haben sich beworben für das zweite Programm?

Richard: Wir hatten zehn Bewerbungen (was besser ist als beim letzten Mal, wo wir vier Bewerber auf die fünf Plätze hatten!). Zudem wollte ein Team ins Rennen schicken, das sehr frei arbeitet. Dabei hatten wir ein Personalengpass und das Projekt sah kurzzeitig tot aus. Damit wollte ich mich nicht zufrieden geben. So haben wir aus den Vorstellungsgesprächen heraus das Team zusammengestellt und es bekam dann einen Auftrag: Am Ende haben sie aber was ganz anderes geliefert – und das hat mich fasziniert!

(Alex will wissen, was genau der Auftrag war. Es ging um eine Bewertungs-App für Münzen, antwortet Richard. Das Team hatte weder von Münzen noch vom Kundensegment eine Ahnung – und das sei Klasse gewesen, denn sie mussten erst einmal Kunden fragen! Dabei sei rausgekommen, dass die Zielgruppe Männer 45+ selten Apps benutzen. So gab es für das angedachte Produkt keine Zielgruppe. Zweite Erkenntnis: Münzensammler stellen andere Überlegungen vor die Bewertung – nämlich die Rolle einer Münze in ihrer persönlichen Sammlung. So wollten sie vielmehr eine digitale Übersicht ihrer Sammlung als eine Bewertungs-App.)

11:45

Alex: Das Team kam also zu dir und hat gesagt: „Richard, wir wollen was anderes machen.“

Richard: Sie kamen gleich mit einem Vorschlag! Es gibt einen Sammlermarkt, der viel größer ist, als Münzen und Briefmarken: Bücher und Comics. Und da ist die Zielgruppe breiter und jünger – und daher besser für die Verprobung einer App geeignet.

Alex: Also haben sie eine Bewertungs-App für Comics gebaut?

Richard: Nein, denn sie hatten ja auch herausgefunden, dass Bewertungen für Sammler nicht relevant sind. Was sie wollen, ist eine organisierte Übersicht ihrer Sammlung. So haben sie eine Art digitale Sammlungs-Organisierer gebaut. Oftmals wurde so etwas in der Vergangenheit in Excel-Tabellen oder Access-Datenbanken abgebildet. Da gibt es auf dem Feld andere Mitbewerber, aber sie sind schwierig in der Handhabe.

Alex: Andere Frage: Bist du immer noch Herr Borek oder hast du eine Duzkultur eingeführt im Rahmen der Digitalisierung?

Richard: Es fällt zunehmend schwer, da ich mit den Start-ups – insbesondere mit den Unabhängigen – eher per Du bin. Das sind ja auch Unternehmer, und bei fünf Teams sind das schon 10-12 Leute. Ich merke, da müssen wir uns als Firma noch weiterentwickeln.

13:30

Alex: Und was ist jetzt das Ziel des Pitches heute? Was können die Teams gewinnen?

Richard: Die Teams im Accelerator-Programm können einen Cash-Preis gewinnen, aber ich glaube, ihnen ist der nicht so wichtig. Vielmehr geht es ihnen darum, in relevante Bereiche zu kommen und von Investoren wahrgenommen zu werden. Denn heute werden welche dabei sein – Business-Angels auch. Aus Braunschweig und Hannover kommen sie. Ein paar VCs aus Berlin sind ebenfalls dabei.

Sie nehmen den Weg auf sich, weil wir heute Abend breit aufgestellt sind. Es sind nicht nur sechs Pitches aus dem Accelerator-Programm sowie zwölf Präsentationen aus den Start-up-Vehikeln, sondern auch weitere sechs Pitches darüber hinaus, die aus der Region Braunschweig kommen. So haben auch andere Gründer die Möglichkeit, sich zu präsentieren.

(Auf Anfrage rekapituliert Richard die Geschichte von der Entstehung von borek.digital und erklärt den Erfolg davon unter anderem mit der Größe und der Öffentlichkeit der Pitch-Night. Auch habe Richard Studenten in relevanten Fächern an Unis in der Region angesprochen. Diese müssten schließlich als Teil des Studiums Unternehmensideen entwickeln, die aber selten öffentlich vorgestellt würden. Richard sichte solche Ideen und lade die besten zum Pitch-Night ein. Insgesamt sehe er das Ganze als Kontaktbörse in Braunschweig.)

17:40

Alex: Abgesehen von deinem Team, das ja sowieso mitmacht: Hat das Accelerator-Programm geholfen, deine Mitarbeiter mitzunehmen und für die Digitalisierung zu begeistern? Reden sie anders miteinander? Denken sie eher kundenzentriert? Ist das irgendwie messbar?

Richard: Schwer messbar. Was man allerdings quantifizieren kann: Alle zwei Wochen haben wir im Rahmen des Accelerator-Programms externe Speaker bei uns und jeder Mitarbeiter kann sich dafür anmelden. Ein oder zwei von den Vorträgen sind sogar auf Eventbrite öffentlich zugänglich. Bei Heiko Hubertz dem Start-up-Unternehmer aus Hamburg zum Beispiel waren um 15:00 über 100 Leute hier, um ihn zu hören.

Eine messbare Zahl ist für mich daher: Wie viele unserer Mitarbeiter kommen zu solchen Events – auch nach Feierabend – um sich einfach zu informieren. Da haben wir auch Workshops zu Steuern, Verhandlungstechniken bis hin zur Bewertungen von Pitches durch zu VCs. Im Schnitt kommen rund 10 Mitarbeitern dazu (obwohl manchmal die Zahl ja auch auf 10 begrenzt ist, sollte ich dazusagen). Mein Ziel für den nächsten Drei-Monaten-Accelerator ab Juni ist es, eine noch offenere Kultur zu schaffen. Da will ich die Mitarbeiter fragen, an welchen Teams sie Interesse haben. Zudem will ich nicht, dass meine Mitarbeiter immer nach Berlin fahren müssen, um tolle Redner zu hören. Wenn ich was, wofür sie sich interessieren und ich eine relevante Größe habe, kann ich die Speaker ja zu uns holen.

Alex: Hast du mittlerweile ein Team, dass speziell für Accelerator zuständig ist?

Richard: Zeit habe ich tolle Leute, ohne die das alles hier nicht so weit gekommen wäre – die das Thema aber neben ihren Hauptaufgaben betreuen. Ich bin auch dabei, schreibe auch noch die E-Mails. Das ist wirklich noch so ein Stück Start-up-Mentalität in einem Großkonzern. Aber ich sehe auch, das wir klare Strukturen brauchen, weil die Leute teilweise über ihre Belastungsgrenzen gehen. Und das ist unfair. Wir sind jetzt dabei, die Ressourcen herbeizuschaffen: Das werden eine bis anderthalb Vollzeitstellen sein, die kontinuierlich diesen Bereich vorantreiben – und auch in der Region Braunschweig die Start-up-Kultur zu fördern.

21:00

Alex: Wie sieht es beim Thema Anwerbung aus? Hat das digitale Engagement hier was verändert?

Richard: Kurz noch was zur allgemeinen Auswirkung: Unsere Mitarbeiter haben akzeptiert, dass die Digitalisierung ein Thema ist, mit dem man sich wirklich befassen muss. Ob sie nun zu einer Abendveranstaltung kommen oder nicht: Im Wesentlichen geht es um die Einsicht, dass das alternativlos ist. Meine Aufgabe ist es, den ersten Schritt zu gehen. Jedes Jahr verschenke ich zu Weihnachten ein Buch, wofür sich die Mitarbeiter aber anmelden müssen – ich will ja keinen Band verschenken, der im Schrank liegen bleibt. Die Quote ist von 100-120 auf 180-200 Exemplare angestiegen. Letztes Jahr war das Werk „Projekt Phönix“, also schon ein taffes Thema im IT- und Projekt-Management-Bereich.

Und jetzt schließt sich der Kreis zum Thema Recruitment. Wir haben es geschafft, relevante IT-Studenten für uns zu interessieren. Früher hätten viel direkt aufgelegt, wenn sie nur „Briefmarken- und Münzenhändler“ hören. Denn die Marken und Münzen sind ja eigentlich nur das Ergebnis im physischen Bereich einer Kette von Software-Themen. Wir sind eine super Mannschaft, die ein grandioses Geschäft macht. Wir stellen jedes Jahr im Schnitt 10-15 Programmierer ein und bauen sie auf. Und nun haben wir uns mit der Marke borek.digital nicht nur in Braunschweig als Arbeitgeber positioniert.

(Er frage deshalb, sagt Alex, weil die meisten Firmen, mit denen er zu tun hat, Schwierigkeiten beim Thema Rekrutierung hätten. Und selbst wer mit viel Geld abwerbe, tue sich dann oft schwer, die teuer eingekauften Leute auch zu halten. Oft passten ihnen weder die Unternehmenskultur noch die Technologie.

Zudem finde Alex den Ansatz gut, mit Aufmerksamkeit für das Thema Digital nicht nur neue Mitarbeiter anzuziehen, sondern auch „Koalitionen der Willigen“ innerhalb des Unternehmens zu identifizieren. Diese Mitarbeiter kämen dann beispielsweise, um den Hubertz zu lauschen. Daraufhin will Alex wissen, was man mit den anderen, nicht so begeisterungsfähigen Mitarbeitern machen kann.

Ihm gehe es nicht darum, überall im Unternehmen sofort alles zu digitalisieren, erklärt Richard. Im ersten Schritt sei die Priorität, eine Offenheit für Veränderungen zu schaffen. Mitarbeiter sollten sich austauschen und bestehende Prozesse hinterfragen, anstatt auf Ansagen zu warten. Richard erklärt, wie sich zum Beispiel das Verständnis vom Projekt-Management im Unternehmen gerade ändere. Die Erläuterung und Begründung des Ziels trete in den Vordergrund. Einzelne Schritte würden dann delegiert. Solche Verschiebungen passierten aber eher langsam, weil es um erlerntes Verhalten gehe – auch bei ihm selbst, ergänzt Richard.)

27:00

Alex: Was mich auch noch in Bezug auf euren Accelerator und die Pitch Night interessiert: Das Konzept der Plattform-Ökonomie. Zur Zeit ist borek.digital stark auf MDM gemünzt, aber könntet ihr nicht Perspektivisch auf Zugang dazu an Unternehmen in Braunschweig verkaufen, die auf der Suche nach Assets wie Entwickler, Start-ups, Investitionsmöglichkeiten sind? Und hat das dazu geführt, dass ihr etwas mehr im Venture-Funding tätig seid?

Richard: Braunschweig verharrte lange im Dornröschenschlaf, was für mich von Vorteil war, da sonst keiner diese Impulse gesetzt hat. Wir hatten das Glück, den ersten Schritt machen zu können, was zu einem hohen Bekanntheitsgrad für die Marke borek.digital geführt hat. Dabei sei die Frage, ob ich damit unbedingt Geld verdienen muss, erst einmal dahingestellt. Mein Ziel ist es eher, das Knowhow an den Hochschulen abziehen. Die Leute sind heutzutage so jung – die machen ihren Abschluss mit 22, teilweise mit 21. Die sollten wissen, dass sie hier dann erst einmal sechs Monate an einer Idee arbeiten können; dass wir und Partner in der Stadt dafür eine Plattform bieten.

Wir wollen eine Unternehmerkultur fördern, wie der Professor Askari das propagiert. Dabei wollen wir aber nicht nur BWL-Studenten ansprechen, sondern uns überlegen, wie wir das, was wir an der TU-Braunschweig haben – sprich: technisches Wissen – einspannen können. Etwas größer Gedacht: Deutschland ist ein B2B-Standort. Wir müssen dieses Knowhow mit IT verbinden. Dabei reden Hochschulen oft nicht miteinander und ich sehe es als unsere Aufgabe, die Vernetzung herbeizuführen. Das geht aber nur, wenn ich in Vorlesungen gehe und Studenten dazu motiviere, zu unseren Start-up-Vehikeln zu kommen. Das, was wir bieten, ist wie Silicon Valley und zurück für nur 40 Euro in 45 Stunden!

(Alex erfragt Details zum Start-up-Weekend: Teilnehmerzahl, Teamgröße. Richard betont zudem, wie wichtig es sei, Entwickler dabeizuhaben, die bereit seien, ihre Zeit zu geben. Demnächst soll es bei borek.digital einen Entwicklerstammtisch geben: Das biete noch keiner in Braunschweig an. Die Idee sei von zwei Mitarbeitern gekommen. Richard müsse nur Pizza und Cola besorgen, meinten sie. Das zeigt, so Alex, dass die Hürden so groß gar nicht seien. Man müsse einfach machen.

Zum Schluss geht es um den anhaltenden Personalbedarf bei borek.digital. Richard hebt auf Anfrage von Alex einige Stellen hervor, die er gern demnächst besetzen will. Interessierte Hörer könnten sich unter anderem in den Bereichen BI, Middleware und Entwicklung bewerben. Abschließend gibt Richard einen kurzen Lobgesang auf die Lebensqualität in und um Braunschweig auf. Alex nennt ihn einen „Blueprint für Mittelstandsdigitalisierung“, woraufhin Richard betont, diese Aktivitäten könne er sich nur erlauben, weil er sich auf eine sehr gute Vertriebsmannschaft verlassen könne, die ihn den Rücken freihalte.

Richards Schlusswort: Alle, die sich mit Digitalisierung beschäftigen, fragen sich irgendwann, wann sind wir damit fertig? Wann sehen wir was? Bedauerlicherweise sei man aber nie damit fertig – und sehe selten eindeutige Ergebnisse.)

 

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Alexander Graf, 38, E-Commerce Unternehmer & Analyst, Gelernt bei der Otto Group, danach über 10 Unternehmen gegründet, heute u.a. Gründer Geschäftsführer des führenden Commerce Technologieanbieters Spryker Systems. Im Juni 2015 hat er das E-Commerce Buch veröffentlicht, das seitdem die E-Commerce Rankings anführt. Weitere Infos hier, oder direkt kontaktieren unter: [email protected] || Tel: +49 (40) 3289 29690

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