Das ist doch alles irgendwie Legacy

Alexander Graf

Alexander Graf, 35, E-Commerce Unternehmer & Autor, Gelernt und erste M&A-Tätigkeit bei der Otto Group, danach über 10 Unternehmen gegründet, heute u.a. Gründer Geschäftsführer des führenden Shop Technologieanbieters Spryker Systems. Im Juni 2015 hat er das E-Commerce Buch veröffentlicht, das seitdem die E-Commerce Rankings anführt. Weitere Infos hier, oder direkt kontaktieren unter: alexander.graf@etribes.de || Tel: +49 (40) 3289 29690

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3 Antworten

  1. Reic sagt:

    Was sagt der Betriebswirt in dir zu der Problematik der Finanzierung?

    „Da bleibt nur das permanente ausprobieren, wachsen, schließen und dann noch mal alles von vorne.“

    Es ist kaum für alle oder auch nur einige Anbieter möglich, wie Amazon erstmal zwei Jahrzehnte nur Verluste zu fahren. Die klassische Mittelstandsfinanzierung funktioniert so nicht und soviele Venture Capital Geber gibt es auch nicht. Und selbst diejenigen, bei denen die Investoren einen langen, langen Atem bewiesen haben – nun ja, ich bin gespannt wann Delivery Hero sich selbst trägt.

    Von der Kostenseite her zu denken ist zwar kein Erfolgsrezept, aktuell ist doch aber verständlich, dass sich Anbieter lieber in konservativen Modellen versuchen, konservativ kalkulieren, kleine Anbieter Bootstrapen oder sich einfach an den Amazon Marketplace anhängen, als zu versuchen das ganz große Rad zu drehen. Wie oft ist das außer bei Zalando eigentlich schon in Deutschland in jüngerer Vergangenheit geglückt?

    Ich will nicht den Bremsern das Wort reden, aber ich bin da ziemlich ratlos.

    • Das stimmt schon, bedeutet aber nur, dass man beim Ausprobieren sehr effizient vorgehen muss und viele verschiedene Investitionskonzepte braucht. Die meisten Startups entstehen ja auch nicht durch hohe Seedfinanzierungen, sondern in recht prekären Gründungsumfeldern mit geringen Gehältern. Am Geld liegt das mit dem Ausprobieren aus meiner Sicht nicht. Eher an einem geeigneten Steuerungsansatz. Man kann halt nicht alles gleichzeitig managen.

  2. Ich sehe tatsächlich auch diese sich verändernde Welt als die größte Herausforderung und vermutlich die beste Antwort die Unternehmen momentan geben können ist sich genau darauf vorzubereiten.
    Für mich gliedert sich das aber auch in zwei Bereiche auf, zu häufig vernachlässigen die Online Player die Notwendigkeit von grundlegenden Systemen. Die Produkte werden immer noch mit Excel Files zu Amazon geschoben nach stundenlanger Handarbeit, die Produktinformationen werden in Warenwirtschaft, im Shop und auf den Plattformen gepflegt. Auswertungen über das Unternehmen werden nur oberflächlich betrieben und Abläufe die schon gefühlt seit immer so waren kaum aktualisiert. Damit raubt man sich selbst der Möglichkeit schnell zu reagieren und Ressourcen so zu verteilen das auch mal Platz ist für einen neuen Marktplatz, eine neue Kundenansprache oder die neue Social Media Plattform.

    Neben diesen immer noch nicht gemachten Hausaufgaben wäre es meiner Meinung nach dann der Schritt zwei zu sagen, wir etablieren im Unternehmen ein Vorgehen bei dem wir neue Dinge ausprobieren und bewerten können. Dazu muss der Erfolg messbar werden, die Anlaufzeit zum Start reduziert und die Mitarbeiter bereit sein für das neue.
    Leider sehe ich hier aber auch immer noch eine große Schwäche gerade der kleinen – mittleren Unternehmen. Die einfach damit zu kämpfen haben das gerade in den Metropolen das wirklich gute Personal sich seinen Arbeitgeber aussuchen kann. Das führt dazu das es eher die Ausnahme ist das man umgeben ist von Leuten die sich kontinuierlich mit den neuen Bedingungen auseinandersetzen und die Bereitschaft an den Tag legen aus ihrem täglichen Arbeitsablauf auszubrechen.

    Leider ensteht immer wieder diese Situation das sich in Unternehmen über längere Sicht eine besondere Art von Leuten bildet. Gleiches zieht gleiches an, wer heute mit Begeisterung zu Zalando und Co guckt landet vermutlich eines Tages dort und ist dann in einem Umfeld wo man sich jeden Tag aufs neue freut den Fortschritt im E-Commerce zu bestimmen. In anderen Unternehmen hingegen verlassen regelmäßig die besseren Leute das Unternehmen und hinterlassen so eine Firma in der man zwar trotzdem mal das Wort Snapchat oder CRM hört, aber das benötigte Know How regelmäßig verliert.

    Der Wert von Mitarbeitern ist stark gestiegen in den letzten Jahren nur leider spiegelt sich das kaum in diesen Unternehmen wieder. Und wo die mittleren bis kleinen das Problem haben die Leute zu halten, haben die etablierten das Problem das sich viele diese Strukturen und Abläufe nicht antun wollen.Gewinnen werden die, die nun ein Image haben wie Zalando, Amazon und Co, wo es die klugen Köpfe hinzieht und wo sich dann der Fortschritt auch zeigt.

    Ich finde es zunehmend schade miterleben zu müssen wie Firmen trotz potenziale diese nicht abrufen können weil sie einfach gefangen sind in ihren eigenen Strukturen und sich selbst limitieren.

    Trotzdem freue ich mich auf die Zukunft und die Veränderungen die noch vor uns liegen, ich freue mich darauf neue Ansätze zu entdecken und zu begleiten. Es liegen spannende Zeiten vor uns und ich hoffe das jeder darin seinen Platz finden wird 🙂