Digitalisierung zum Festpreis | Interview mit Florian Heinemann

FestpreisEs ist schon fast zwei Jahre her, seit dem letzten Kassenzone.de Interview mit Florian Heinemann. Daraus ist unter anderem Spryker hervorgegangen. Es war also mal wieder an der Zeit für ein Update zu den spannenden Themen und diesmal haben wir uns das Streben nach Digitalisierung von großen Unternehmen vorgenommen. Große Unternehmen stehen durch diverse Entwicklungen aus der digitalen Welt (GAFA Ökonomie) stark unter Druck, bzw. sie wissen, dass sie bald unter Druck stehen werden. Das führt zu dem Wunsch diese Unternehmen stärker zu „digitalisieren“, damit sie gegen die neuen Wettbewerber gewappnet sind. Da werden dann Positionen für CIOs geschaffen, Tech Hubs in Madrid aufgebaut, Mitarbeiter der EDV zu Scrum Schulungen geschickt usw. Am Ende führt es meistens nicht dazu, dass die Unternehmen zu alter Wettbewerbsstärke zurückfinden. Im Gegenteil, trotz aller Bemühungen wird alles nur noch schlimmer und der Anteil der schlauen Ziegen wächst. Florian und ich reden in diesem Interview darüber was „digitale“ Unternehmen eigentlich ausmacht, warum die bekannten Maßnahmen nicht greifen und warum man auch nicht (mehr) so einfach den Investmentstrategien von Springer, Naspers, Otto & Co. nacheifern kann. Der Wunsch vieler Unternehmen nach einem geordneten Digitalisierungsvorgehen bzw. einer erfolgreichen Transformation kann zurzeit niemand nachkommen. Der Markt für ein Angebot á la „Digitalisierung zum Festpreis“ ist gigantisch, aber wenn man genau hinschaut, dann haben erfolgreiche Onlineunternehmen weder einen CIO noch ein ausgeprägtes (Online-) Weiterbildungsprogramm für die Mitarbeiter. Das sollte den betroffenen Vorständen zu Denken geben. Florian erklärt übrigens auch, warum er sich selber eben nicht für einen geeigneten CIO hält und warum die gängigen Suchmuster komplett falsch sind. Viel Spass beim Interview.

Den Podcast gibt es auch bei iTunes.

Alexander Graf, 35, E-Commerce Unternehmer & Autor, Gelernt und erste M&A-Tätigkeit bei der Otto Group, danach über 10 Unternehmen gegründet, heute u.a. Gründer Geschäftsführer des führenden Shop Technologieanbieters Spryker Systems. Im Juni 2015 hat er das E-Commerce Buch veröffentlicht, das seitdem die E-Commerce Rankings anführt. Weitere Infos hier, oder direkt kontaktieren unter: alexander.graf@etribes.de || Tel: +49 (40) 3289 29690

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15 Antworten

  1. Och, gegen Weiterbildung kann man aber (fast( nie was einwenden.

    Vor allem dann nicht, wenn die Unternehmen dafür Geld bereitstellen das die Mitarbeiter/-innen selbst verwalten und ausgeben können (Cafeteria-Modell). Dann ist das, so meine Erfahrung, immer wert- und wirkungsvoll.

    Von dem mal abgesehen: Ein wieder mal spannender Beitrag und viel Inspiration im Interview.

    Bin gespannt, was draus entsteht.

  2. Robert sagt:

    Danke, Kassenzone, für die tollen Podcasts. Ich finde, man kann auch für private Projekte recht viel aus dem Gesagten entnehmen. Häufig finde ich auch, dass Deutsche Unternehmen zu sehr versuchen, gleich im ersten Wurf alles perfekt zu machen. Digitalisierung ist aber meiner Meinung nach ein schrittweiser Prozess, der von Iteration zu Iteration geht. Am Anfang ist es auch okay, kostenfreie Tools zu nutzen um den Use Case zu verifizieren.

  3. Michael K. sagt:

    Vielen Dank, für die immer wieder sehr interessanten Berichte und Interviews…wir sind zwar (noch) ein kleiner und recht unerfahrener Händler, aber bzgl. Strategie kommen wir von einem der führenden Unternehmen in der Prozessautomation, so dass uns diese Gedanken nicht fremd sind, im Gegenteil.
    Florian Heinemann bringt es mal wieder auf den Punkt. Aber ich stelle mir die Frage, wie sich eine Technologie weiterentwickeln kann, wenn kaum auf vorhandenes Wissen aufgebaut werden kann. Durch die Schnelllebigkeit aber auch Komplexität, kann die Thematik kaum an Universitäten gelehrt werden. Die groben Konzepte vielleicht, aber das wesentlich wichtigere praktische Wissen, doch kaum. Wir werden und doch irgendwann in eine Sättigung bewegen, wo es nicht mehr viel weitergeht. Vermutlich ist das dann der Zeitpunkt, bei dem die Unis aufspringen.
    Das dauert aber sicherlich noch 10 – 15 Jahre.
    Nachhaltig scheint mir das nicht zu sein, zumindest hat es für mich den Eindruck.
    Dennoch ein sehr spannendes Umfeld und nur derjenige der sich richtig rein kniet, wird Erfolg haben…

  4. Michael K. sagt:

    Ergänzung…
    Letztendlich sind wir die Technologiepioniere der Digitalisierung. Es benötigt vermutlich noch 20 – 30 Jahre bis sich die Technologie etwas setzt und es weniger Neuerungen gibt. Erst dann werden die Unis und das Normalvolk folgen können, um es zu verarbeiten, und stabile Prozesse daraus zu generieren.
    Das werden aber die etablierten Firmen, da gebe ich Alexander vollkommen recht, nicht schaffen, da die jetzigen internen Prozesse zu steif und unflexibel sind…und dabei spreche ich aus eigener Erfahrung…;-)

    Ich freue mich dabei zu sein…;-)

    • Peter Meier sagt:

      Es wird nicht so lange dauern. In 5 Jahren sind viele heute etablierte Firmen weggepustet. Wir befinden uns auf dem Schachbrett bereits in der 2. Hälfte, das heisst die Digi-Welle wächst jetzt wie eine grosse Lawine.

  5. Super Podcast, ich glaube das ist mein neuer Lieblings-Beitrag mit Florian Heinemann 🙂
    Das Dilemma der Digitalisierung top erklärt und zusammengefasst. Ich bin gespannt, ob bzw. wie sich die Meinung und Verhalten von großen Corporates zu diesem Thema in den nächsten Jahren entwickelt – oder ob es dann schon zu spät ist und sie den Zug bereits verpasst haben…

  6. Falk sagt:

    Sehr interessanter Podcast. Zum Thema Tech-Hub auslagern: Klöckner versucht sich an so einem Ansatz mit Kloeckner.i. Nach 2 Jahren kann man sicherlich noch nicht abschätzen, ob diese Strategie aufgeht, aber was hältst Du von dem Projekt, Alexander?

  1. 29. Mai 2016

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  2. 28. April 2017

    […] bei der ich in fast jedem Vortrag 2-3 „Wow, aha so ist das also“ Effekte habe. Um die Digitalisierung zum Festpreis müssen sich dann andere Veranstaltungen […]