Digitalisierung zum Festpreis | Interview mit Florian Heinemann

FestpreisEs ist schon fast zwei Jahre her, seit dem letzten Kassenzone.de Interview mit Florian Heinemann. Daraus ist unter anderem Spryker hervorgegangen. Es war also mal wieder an der Zeit für ein Update zu den spannenden Themen und diesmal haben wir uns das Streben nach Digitalisierung von großen Unternehmen vorgenommen. Große Unternehmen stehen durch diverse Entwicklungen aus der digitalen Welt (GAFA Ökonomie) stark unter Druck, bzw. sie wissen, dass sie bald unter Druck stehen werden. Das führt zu dem Wunsch diese Unternehmen stärker zu „digitalisieren“, damit sie gegen die neuen Wettbewerber gewappnet sind. Da werden dann Positionen für CIOs geschaffen, Tech Hubs in Madrid aufgebaut, Mitarbeiter der EDV zu Scrum Schulungen geschickt usw. Am Ende führt es meistens nicht dazu, dass die Unternehmen zu alter Wettbewerbsstärke zurückfinden. Im Gegenteil, trotz aller Bemühungen wird alles nur noch schlimmer und der Anteil der schlauen Ziegen wächst. Florian und ich reden in diesem Interview darüber was „digitale“ Unternehmen eigentlich ausmacht, warum die bekannten Maßnahmen nicht greifen und warum man auch nicht (mehr) so einfach den Investmentstrategien von Springer, Naspers, Otto & Co. nacheifern kann. Der Wunsch vieler Unternehmen nach einem geordneten Digitalisierungsvorgehen bzw. einer erfolgreichen Transformation kann zurzeit niemand nachkommen. Der Markt für ein Angebot á la „Digitalisierung zum Festpreis“ ist gigantisch, aber wenn man genau hinschaut, dann haben erfolgreiche Onlineunternehmen weder einen CIO noch ein ausgeprägtes (Online-) Weiterbildungsprogramm für die Mitarbeiter. Das sollte den betroffenen Vorständen zu Denken geben. Florian erklärt übrigens auch, warum er sich selber eben nicht für einen geeigneten CIO hält und warum die gängigen Suchmuster komplett falsch sind. Viel Spass beim Interview.

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14 Gedanken zu „Digitalisierung zum Festpreis | Interview mit Florian Heinemann

  1. Och, gegen Weiterbildung kann man aber (fast( nie was einwenden.

    Vor allem dann nicht, wenn die Unternehmen dafür Geld bereitstellen das die Mitarbeiter/-innen selbst verwalten und ausgeben können (Cafeteria-Modell). Dann ist das, so meine Erfahrung, immer wert- und wirkungsvoll.

    Von dem mal abgesehen: Ein wieder mal spannender Beitrag und viel Inspiration im Interview.

    Bin gespannt, was draus entsteht.

  2. Danke, Kassenzone, für die tollen Podcasts. Ich finde, man kann auch für private Projekte recht viel aus dem Gesagten entnehmen. Häufig finde ich auch, dass Deutsche Unternehmen zu sehr versuchen, gleich im ersten Wurf alles perfekt zu machen. Digitalisierung ist aber meiner Meinung nach ein schrittweiser Prozess, der von Iteration zu Iteration geht. Am Anfang ist es auch okay, kostenfreie Tools zu nutzen um den Use Case zu verifizieren.

  3. Vielen Dank, für die immer wieder sehr interessanten Berichte und Interviews…wir sind zwar (noch) ein kleiner und recht unerfahrener Händler, aber bzgl. Strategie kommen wir von einem der führenden Unternehmen in der Prozessautomation, so dass uns diese Gedanken nicht fremd sind, im Gegenteil.
    Florian Heinemann bringt es mal wieder auf den Punkt. Aber ich stelle mir die Frage, wie sich eine Technologie weiterentwickeln kann, wenn kaum auf vorhandenes Wissen aufgebaut werden kann. Durch die Schnelllebigkeit aber auch Komplexität, kann die Thematik kaum an Universitäten gelehrt werden. Die groben Konzepte vielleicht, aber das wesentlich wichtigere praktische Wissen, doch kaum. Wir werden und doch irgendwann in eine Sättigung bewegen, wo es nicht mehr viel weitergeht. Vermutlich ist das dann der Zeitpunkt, bei dem die Unis aufspringen.
    Das dauert aber sicherlich noch 10 – 15 Jahre.
    Nachhaltig scheint mir das nicht zu sein, zumindest hat es für mich den Eindruck.
    Dennoch ein sehr spannendes Umfeld und nur derjenige der sich richtig rein kniet, wird Erfolg haben…

  4. Ergänzung…
    Letztendlich sind wir die Technologiepioniere der Digitalisierung. Es benötigt vermutlich noch 20 – 30 Jahre bis sich die Technologie etwas setzt und es weniger Neuerungen gibt. Erst dann werden die Unis und das Normalvolk folgen können, um es zu verarbeiten, und stabile Prozesse daraus zu generieren.
    Das werden aber die etablierten Firmen, da gebe ich Alexander vollkommen recht, nicht schaffen, da die jetzigen internen Prozesse zu steif und unflexibel sind…und dabei spreche ich aus eigener Erfahrung…;-)

    Ich freue mich dabei zu sein…;-)

    • Es wird nicht so lange dauern. In 5 Jahren sind viele heute etablierte Firmen weggepustet. Wir befinden uns auf dem Schachbrett bereits in der 2. Hälfte, das heisst die Digi-Welle wächst jetzt wie eine grosse Lawine.

  5. Super Podcast, ich glaube das ist mein neuer Lieblings-Beitrag mit Florian Heinemann 🙂
    Das Dilemma der Digitalisierung top erklärt und zusammengefasst. Ich bin gespannt, ob bzw. wie sich die Meinung und Verhalten von großen Corporates zu diesem Thema in den nächsten Jahren entwickelt – oder ob es dann schon zu spät ist und sie den Zug bereits verpasst haben…

  6. Pingback: Baumärkte Online | Was können Obi, Hornbach & Co. tun? | Kassenzone

  7. Im letzten Interview mit Florian Heinemann ging es um das Thema Digitalisierung. Die Reaktionen darauf waren großartig, weshalb wir uns diese Woche noch einmal getroffen haben, um eine der großen offenen Fragen aus dem ersten Interview zu erläutern. Die zentrale Erkenntnis im ersten Interview war, dass die digitale Transformation in großen Unternehmen zu großen Teilen zum Scheitern verurteilt ist und auch wenn sie funktionieren sollte maximal lebensverlängernd wirken könnte. Anstatt also alles Geld und alle Ressourcen für dieses Thema aufzuwenden gilt es neue Modelle aufzubauen oder in solche zu investieren, um zukunftsfähig zu sein. Dabei helfen moderne Technologien wie Spryker zwar stark weiter, aber sie sind oft nur ein Teil der Lösung, weil diese Art von Technologie auch ein entsprechendes Umfeld braucht. Die Fragen im zweiten Interview drehen sich also vor allem darum wie solche Umfelder aussehen müssen, wie man in passende digitale Unternehmen investieren kann und ob Standortvorteile bestehender Unternehmen möglicherweise aufgegeben werden müssen. Die nicht ganz neue, aber doch sehr eindrückliche Erkenntnis ist, dass es keine Abkürzungen in diesem Markt gibt. Ein bisschen bei einem VC mitinvestieren reicht nicht aus, zwei oder drei kleine Investments in neue Unternehmen tätigen reicht nicht aus usw. Es geht nur richtig oder gar nicht. Richtig bedeutet die Chance in Zukunft mit dabei sein zu können, gar nicht bedeutet sein Geld dann doch lieber in Immobilien auf Mallorca zu investieren und die unternehmerische Tätigkeit auf Sicht einzustellen.
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    Lesenswert zu diesem Thema ist auch der Beitrag von Joël Kaczmarek, der sich über die verschiedenen Positionierungen von VCs Gedanken gemacht hat. Für ihn ist Project A Ventures ein operational VC, von dem Konzerne wahrscheinlich noch am meisten lernen können, weil es eben nicht nur um schlaues Investieren geht.
    Passend dazu hat sich auch Jochen Krisch intensiv mit Project A Ventures in seinem Podcast beschäftigt und beleuchtet die bisherige Investmentstrategie und die diversen Zukunftsoptionen. Auch aus dieser Diskussion können Unternehmen die investieren wollen eine Menge lernen.

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  8. Sehr interessanter Podcast. Zum Thema Tech-Hub auslagern: Klöckner versucht sich an so einem Ansatz mit Kloeckner.i. Nach 2 Jahren kann man sicherlich noch nicht abschätzen, ob diese Strategie aufgeht, aber was hältst Du von dem Projekt, Alexander?

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