Rückblick: 9 Mobile und M-Commerce Thesen 2009

Nachdem Alex bereits festgestellt hat, dass 80% der E-Commerce Thesen von 2009 bestätigt wurden, wage ich nun einen Rückblick auf meine 9 Mobile-Thesen von 2009.

1. Nutzung des Mobilen Internets steigt

These: Mobile Internet bleibt weiterhin in der Nische, All-In-Flatrates verbreiten sich zusehends.
Bewertung:
Der BVDW hat gerade errechnet, dass die Nutzung des Mobile Internets bis zu 24% im letzten Jahr billiger geworden ist. Eine Vielzahl an All-In-Flatrates gibt es jedoch leider noch immer nicht. Insgesamt stehen wir bei der Nutzung des Mobile Internets jedoch noch auf dem Level der Internetverbreitung von 1999. Die Erwartungen für dieses Jahr sind jedoch umso größer.
Trefferquote: 70%

2. Mobile optimierte Internetseiten weiterhin relevant

These: Das iPhone (als Handy mit einem der besten mobilen Browsern) zeigt, dass speziell optimierte Mobilesites/ Inhalte dauerhaft hoch relevant sein werden.
Bewertung: Trotz des enormen Wachstums an iPhone-Klones Smartphones scheint inzwischen deutlich zu werden, dass mobil-optimierte Websites nachwievor für ein gutes Nutzererlebnis notwendig sind. Auch in absehbarer Zeit bedingen die Handydisplays somit Extraseiten. Dass diese „Extraseiten“ nicht gleichbedeutend mit hässlich sein müssen zeigen insb. die Smartphone-optimierten mobilen Sites. Erschreckend rückständig sind in diesem Zusammenhang leider noch die Aktivitäten der deutschen E-Commerce Unternehmen. Kaum einer der Web-Shops verfügt über ein mobiles Äquivalent.
Trefferquote: 100%

3. Mobile TV scheitert weiterhin

These: 2009 wird mobiles Fernsehen (à la DVB-H) in Deutschland weiterhin kein Thema sein. Nur Streamingvideos (u.a. YouTube Mobile) werden eine halbwegs relevante Nutzung erfahren.
Bewertung: DVB-H ist erwartungsgemäß an einer Wiederauferstehung gescheitert. Auch in absehbarer Zukunft kann ich mir DVB-H in Deutschland nicht vorstellen. Im Gegensatz dazu weist Youtube auf allen Smartphones eine gute Nutzung auf. Auch die Aktivitäten seitens T-Home mit der Übertragung der Bundesliga in einem ersten kostenfreien Test Mitte 2009 regte die Phantasien an. In letzter Zeit ist es hierum jedoch auch recht still geworden.
Trefferquote: 100%

4. Netzbetreiberportale sind tot

These: Die Nutzer rufen direkt mobile Internetseiten auf, werden zu mobile optimierten Seiten automatisch umgeleitet oder nutzen “normale” Webseiten.
Bewertung: Subjektiv betrachtet nehme ich in meinem direkten Umfeld kaum noch eine Nutzung der Netzbetreiberportale wahr. Wie erwartet hat die Smartphone-Verbreitung auf das mobile Surfverhalten einen massiven Einfluss, d.h. es nähert sich im Verhalten an die PC-Nutzung an. Startpunkte für den Internetzugang werden so insb. Google oder der direkte gezielte Aufruf von Websites.
Trefferquote: 90%

5. Always Connected – Mobile Kommunikation löst klassische Kommunikation ab

These: mobile Kommunikation wird über Instant Messaging, Twitter, Skype, E-Mail zunehmend die Internetverbindung zur Hilfe nehmen, allerdings noch weiterhin ein Nischenthema.
Bewertung: Mobile Kommunikation über Social Networks, via Twitter, E-Mail oder Instant Messaging hat zweifellos letztes Jahr massiv zugenommen. Allerdings ließ sich nur teilweise ein Einfluss auf die klassische mobile Kommunikation (insb. Telefonie, SMS) erkennen. Vom teilweisen Ablösen der klassischen Kommunikation ganz abzusehen.
Trefferquote: 70%

6. Mobile Advertising noch mit geringer Relevanz

These: die Größe der erreichbaren Zielgruppe wird jedoch auch 2009 einem bedeutenden Wachstum im Wege stehen.
Bewertung: Trotz aktueller Erfolgsmeldungen im Bereich des Mobile Advertistings/Marketings hat der mobile Kanal insb. im Vergleich zum etablierten Onlineumfeld noch eine geringe Relevanz. U.a. die Übernahme von Admob durch Google Ende 2009 verspricht jedoch spannende Perspektiven.
Trefferquote: 100%

7. M-Commerce Geschäftsmodelle I / AppStores

These: Weitere zum AppStore vergleichbare Stores (Android, Blackberry…) werden launchen und versuchen auf den gleichen Zug aufzuspringen. Die Netzbetreiber werden versuchen hier mitzuverdienen.
Bewertung: 2009 war mit Sicherheit des Jahr der AppStores. Alle relevanten Mobile Betriebssysteme besitzen inzwischen einen eigenen Store. Zusätzlich versuchen die Netzbetreiber und Gerätehersteller auf den Zug aufzuspringen. Mehr oder weniger erfolgreich.
Trefferquote: 100%

8. M-Commerce Geschäftsmodelle II / M-Commerce Geschäftsmodelle

These: 2009 werden (leider) noch keine M-Commerce fokussierten Handels-Geschäftsmodelle starten.
Bewertung: Reine M-Commerce Geschäftsmodelle waren 2009 leider noch nicht zu entdecken. Erste Entwicklungen in diese Richtung zeigte z.B. Barcoo.
Trefferquote: 100%

9. Neue M-Payment Versuche

These: Es wird sich 2009 kein Anbieter durchsetzen können.
Bewertung: Neben mpass gab es insb. im deutschen Raum keine nennenswerten Neuerungen oder Entwicklungen im Mobile Payment Umfeld. Und auch mpass zählt nach inzwischen 1,5 Jahren am Markt gerade einmal 21 Partner-Shops.
Trefferquote: 100%

Fazit

Insgesamt betrachtet würde ich mir 90% Treffersicherheit für die beschriebenen Thesen geben. Damit hätten wir uns die zweite Goldene Ananas verdient. Sieht nach einem guten Start ins neue Jahr aus 🙂

13 Gedanken zu „Rückblick: 9 Mobile und M-Commerce Thesen 2009

  1. Pingback: E-Commerce & M-Commerce Thesen 2010 | Kassenzone

  2. Die Nutzung des Mobilen Internets steigt auf jedenfall.Weil der Kunde alles in einer Hand haben soll. Und ein (neuer Markt)muß her.Das mobile Internet kommt jetzt richtig in Fahrt.Jeder will mitmischen.Momentan sind Prepaid Angebote sehr gefragt und das Handy kann man sich finazieren.ZB O2 macht es vor.Aber das wird sich auch ändern.Es werden gute und günstige Doppelflats angeboten und das Handy wird darüber finaziert werden.LG Birgit

  3. Die Nutzung des Mobilen Internets steigt auf jedenfall.Weil der Kunde alles in einer Hand haben soll. Und ein (neuer Markt)muß her.Das mobile Internet kommt jetzt richtig in Fahrt.Jeder will mitmischen.Momentan sind Prepaid Angebote sehr gefragt und das Handy kann man sich finazieren.ZB O2 macht es vor.Aber das wird sich auch ändern.Es werden gute und günstige Doppelflats angeboten und das Handy wird darüber finaziert werden.LG Birgit

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  4. In meinen Augen haben Mobiles aka Smartphones genau einen grossen Vorteil gegenüber stationären Geräten: Die GPS Location Based Services.

    Die Frage lautet also bei M-Commerce Lösungen:

    “Was kann ich unterwegs spontan im Web kaufen?”

    Wie kann ich also als Anbieter meinem potentiellen Kunden einen Kaufimpuls anbieten? Einen Impuls, der entweder von seinem Standort abhängt oder von seinem aktuellen Verhalten, während er unterwegs ist. Oder beides.

    Alle anderen Ansätze wären kein echter M-Commerce oder nur ins mobile übertragene allgemeine Geschäftsmodelle.

    Ich arbeite gerade an einem Katalog von M-Commerce-Modellen.

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  5. Schönes Zitat aus der Go-Smart Studie…. Wenn das nicht für sich spricht:
    Oktober bis Dezember 2009 generierten eBay-Kunden Transaktionen im Wert von 500 Millionen Dollar über das Smartphone. Das entspricht einem Kauf alle zwei Sekunden (www.ebayinkblog.com,
    2009).

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  6. Warten auf die Killer-Apps: So klappt’s mit dem M-Commerce…

    “Wann sind wir endlich für M-Commerce bereit?”, fragt Florian Hermsdorf drüben auf Kassenzone.de. Und man ist geneigt zu antworten: Wenn endlich einmal vielversprechende Mobile-Shopping-Anwendungen am Start sind: “Was derzeit den meisten M-Commerce …

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  7. Alles ganz schön und gut. Aber mal ehrlich: check mal die Zahlen auf Euren Shops wie viele iPad- und Smartphone User da so zugreifen und vielleicht noch kaufen, rein prozentual. Für die meisten Shops ist derzeit der Entwicklungsaufwand nicht zu rechtfertigen. Es wird noch ein weilchen dauern ist meine Meinung.

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  8. Mich hat die Wehkamp-App beeindruckt, die Kunden aus stationären (Konkurrenz-)Shops rauslotst, indem ihnen bessere Preise offeriert werden. Also wenn ich in einem Laden stehe und ein Produkt in der App checke, das Wehkamp ebenfalls anbietet, bekomme ich “location based” einen Sonderrabatt. Dafür hat Wehkamp kurzerhand die GPS-Daten der relevanten Wettbewerbsgeschäfte in eine Datenbank gefüttert. Klar, das kann man mißbrauchen und einfach dahin gehen. Aber zumindest mal eine kreative Umsetzung

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  9. @Christian:
    Guter Hinweis! Bevor man sich mit einer M-Com-Lösung beschäftigt, sollte man sich mindestens einmal die Trafficanalyse des bestehenden E-Com-Shops zu Gemüte führen. Alles andere führt zu Erwartungen, die meist nicht zu erfüllen sind.

    Dennoch ist das reine Mobile-Enabling aus meiner Sicht nur ein Aspekt von M-Commerce. Besonders spannend wird es bei Diensten/Angeboten, die speziell den Mobilekanal adressieren (wie das Wehkamp-Beispiel von Martin) oder auch Tools, die nicht unmittelbar mit einem mobilen Kaufabschluss verbunden sind (u.a. Aftersale-Services). Wenn man rein die nackten Mobile-Zugriffszahlen im bestehenden E-Com-Shop betrachtet verliert man dies leicht aus den Augen.

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  10. Ganz frisch ist jetzt herrenausstatter.de mit der “iMode”-App gestartet. Der wirkliche Mehrnutzen ist zwar nicht gegeben, aber immerhin verspricht Renata de Pauli, dass man sich so via iPhone passende Krawatten auch ins Hotel liefern lassen kann… Ist zumindest ein Hinweis darauf, dass herrenausstatter.de bis zur Logistik durchdenkt, was eine mobile Nutzungssituation kennzeichnet

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