REWE gibt bei der Digitalisierung auf. Schade!

In den letzten Tagen macht ein Interview des neuen REWE CEO die Runde, in dem er sehr klar darstellt, dass REWE wenig Chancen gegenüber Amazon hat. Die Aussagen darin und die Ergebnisse der REWE Onlinebemühungen finde ich sehr bedenklich. REWE hat, abgesehen von der Organisationsstruktur (inkl. Management), alles was es braucht, um in Zukunft die zentrale LEH Plattform in Deutschland zu sein. Ich kann auch nicht nachvollziehen, dass die Aussagen aus dem Interview nach Aufbruch klingen sollen. So wird es zumindest in einigen Medien zusammengefast. „REWE rechnet sich gute Chancen gegen Amazon aus.“ Aber der Reihe nach. Was wurde gesagt und wie steht es eigentlich um REWE Digital?

Im besagten Interview gibt es zwei Passagen, die für mich die Alarmglocken schrillen lassen:

Frage: Die Branche fürchtet seit langem, dass Amazon Fresh den Lebensmittellieferdienst massiv ausbaut.

Antwort: Wir nehmen das sehr ernst. Amazon wird alle Branchen in Frage stellen. Banken, Versicherungen, Buchhandel – es gibt keinen Bereich, den Amazon nicht angreift. Technologisch werden wir nie besser sein als Amazon, aber bei frischen Lebensmitteln haben wir deutlich mehr Erfahrung und Kompetenz. Wenn man sehr gut ist in seinem Bereich kann man dagegenhalten.

Frage: Welche digitalen Innovationen planen Sie?

Antwort: […] Solange wir nicht den gesamten Prozess im E-Commerce optimiert haben, bringt es nichts, ständig Neues auszuprobieren. Wir planen keine Revolution.

Hier sammelt der neue CEO Null von 10 möglichen Punkten im Bereich Digitalisierung. Die Probleme von Amazon bei der Skalierung des Sortiments sind offensichtlich und genau dort liegen diverse Möglichkeiten für bestehende Platzhirsche wie REWE und EDEKA. Mir ist zwar unklar warum die vielen REWE Digitalmitarbeiter nur so langsam voran kommen mit dem Aufbau von wettbewerbsfähigen Onlineangeboten, aber das liegt ja nicht an Amazon, sondern an den vielen Hürden die sich REWE selber auferlegt hat. Dazu kommt dann noch die Aussage vor allem Prozesse zu optimieren, in einem Bereich den man gerade erst aufgebaut hat. Das zeugt von enormer digitaler Planlosigkeit.

Souque (der neue CEO) sagt dann auch noch, dass man die Investitionen in 2018 auf 2 Mrd. erhöhen möchte. Das bedeutet leider nicht, dass es 2 Mrd. zusätzlich gibt, sondern dass die F&E Quote für ein 54 Mrd. Euro Unternehmen weiterhin erschreckend niedrig bleibt. Die regelmäßigen „Investitionen“ lagen auch vor dieser Aussage bei deutlich über 1 Mrd. Euro pro Jahr. Und das Geld wird u.a. auch für die Filialerneuerung, Mitarbeiterqualifikation und sonstigen Kram ausgegeben, der wirklich NULL Effekt auf die digitalen Themen bei REWE hat. Netto dürften da also nur 100-400 Millionen drinstecken, die REWE sich digital gönnt. Das sieht aus wie ein großer Betrag, ist aber viel zu wenig. Das zehnfache wäre im Fall von REWE angebracht, um auch nur die Hausaufgaben zu erledigen. Da muss man noch nicht mal risikobehaftete Investments tätigen.

Ich möchte an dieser Stelle gar nicht auf den Onlineshop selbst eingehen. Das Konzept dazu ist gefühlt vor fünf Jahren stehengeblieben (Dein Markt, Rezepte….) und die Inhalte (Red Bull Banner, Gurkenbilder…) zeigen sehr deutlich wo es bei REWE noch mangelt. Viel geeigneter für eine Analyse ist der führende LEH Blogger Peer Schader, der sich die Mängel von REWE in einem Beitrag vor 4 Wochen genauer angeschaut hat.

Während Kaufland mit kompetitiven Preisen punktet, zahlen Kunden, die dieselben Markenprodukte bei Rewe bestellen, oft üppige Aufschläge (auch im Vergleich zum Preis im Laden). Lieferung am selben Tag und im Ein-Stunden-Zeitfenster? Da lässt Rewe großzügig Bringmeister den Vortritt. Amazon Fresh punktet derweil nicht nur mit zeitnaher Auslieferung und riesigem Sortiment, sondern verbündet sich zudem mit lokalen Herstellern und Lieferanten, um sich zu differenzieren. […]

Weil es sonst kaum Argumente gibt, mit denen man sich von den zahlreichen Wettbewerbern abheben könnte, versucht Rewe wieder verstärkt, mit Ermäßigungen zu locken, die im Zweifel sogar wöchentlich verschleudert werden („Nach jedem eingelösten Gutschein erhalten Sie einen neuen Gutschein“), und verschenkt „Treue-Prämien“ für Oftbesteller („Prämien-Codes sammeln und tolle Geschenke sichern“). […]

Dass echte Innovationen aus Köln ausbleiben, mag auch daran liegen, dass aus dem kleinen agilen Team, das van Oosten am Anfang beschwor, inzwischen ein auf über 500 Mitarbeiter angewachsenes Digitalunternehmen mit vielen Baustellen geworden ist – ein kleiner Tanker, der an einem noch größeren Tanker hängt. […]

Tolle Analyse mit klarer Leseempfehlung. REWE steht gerade an der Schwelle vom leuchtenden Digitalisierungsführer zum führenden Beispiel für Digitalisierungsversagen zu werden. Und dafür werden sie aus den klassischen Medien auch noch bejubelt. „ohhh, 2 Mrd. Investment, super Sache, yeaaa..“. Das Gegenteil ist aber der Fall. REWE könnte an so vielen Stellen Vorreiter sein, aber anstatt lokale Erzeuger primär über die REWE Plattform anzubinden und analog zu Amazon Fresh an neue Kunden zu vermitteln, stehen noch immer die Filialen im Vordergrund. Und die Filiale dürfte abgesehen von einer Lagerhallenfunktion für viele Kunden in Zukunft kaum noch eine Rolle spielen. Da bringen auch  elektronische Preisschilder nix. Am meisten stört mich die Aussage, dass Amazon technisch nicht zu schlagen sein. Das ist selten dämlich, weil fast jede Wertschöpfung bei digitalen Modellen von Software ausgeht und natürlich muss REWE in seinem Bereich (LEH) technischer Vorreiter sein. Ansonsten könnten sie auch einfach anfangen die eigenen Produkte bei Amazon zu listen. Das würde immerhin die Kosten senken und damit auf die Prozessoptimierung einzahlen.

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Alexander Graf, 37, E-Commerce Unternehmer & Analyst, Gelernt bei der Otto Group, danach über 10 Unternehmen gegründet, heute u.a. Gründer Geschäftsführer des führenden Commerce Technologieanbieters Spryker Systems. Im Juni 2015 hat er das E-Commerce Buch veröffentlicht, das seitdem die E-Commerce Rankings anführt. Weitere Infos hier, oder direkt kontaktieren unter: alexander.graf@etribes.de || Tel: +49 (40) 3289 29690

45 Antworten

  1. Lieber Herr Graf, in der Tat, diese Entwicklung ist höchst bedauerlich. Sicherlich hatten keinen Einfluss auf die REWE-Entscheidung. Trotzdem, wer singt jetzt schon sehr lange das hohe Lied auf Amazon? Ja, u.a. Sie! Wir müssen endlich aufwachen und in Alternativen denken. Dies trifft auch Sie:
    „Mit seiner von Rocket Internet inspirierten E-Commerce-Lösung mischt Spryker gerade die Shoptech-Welt auf. Was zu der spannenden Frage führt, ob man mit progressiven Shoptech-Ansätzen nicht nur gut Wind machen („Spryker und der perfekte Pitch für den Handel von morgen“), sondern auch Geld verdienen kann.“

    Wenn alle zu Amazon gehen, wird’s auch bei Ihnen flau werden, zudem Ihre Software nicht gerade ein Schnäppchen ist. Nicht für ungut….

    • Um mich müssen Sie sich keine Sorgen machen. Wir kennen genug Unternehmen, die ausreichend gute Ideen haben, um in einer Plattformökonomie zu bestehen. Mit Spryker baut man ja nicht nur Shops, das wäre extrem kurz gedacht. So in etwas wie Stammdaten multichannelfähig zu machen. Das reicht leider auch nicht aus. Nichts für ungut…

  2. Nico Saborowski sagt:

    REWE steigt aus? Macht doch nichts… Wenn bis 2020 5% des Lebensmittelhandels online ablaufen, bleiben ja noch 95%. Warum sich jetzt in eine „Innovationsschlacht“ mit Amazon stürzen?
    Klingt jetzt so, als würde REWE demnächst eine Insolvenz beantragen… dabei weiß doch noch keiner, wie wir in 10 Jahren Lebensmittel einkaufen werden. Online? Offline? Click-&-Collect-Revival (Hoffentlich nicht)?

    Klar, von außen scheint es leicht zu sein wenn man sagt: „Da 2 Milliarden und hier noch etwas Innovation und voilà, fertig ist der Amazon-Basher.“ – Diskussionswürdige Entscheidung in der Digitalstrategie von REWE, würde aber lieber abwarten als diese schon jetzt als negativ zu konnotieren… außer man hat REWE natürlich als zukünftige Opportunity für das eigene Geschäft gesehen… dann verstehe ich auch, wenn man REWE „selten dämlich“ nennt.

    • In dieser Sichtweise liegt ja das Problem. Es geht nicht um den Lebensmittelhandel, sondern um den Zugang zum Kunden. Und den verliert REWE beim Fokus auf die Filialen. Bei Schuhen liegt der stationäre Anteil auch noch zwischen 80-90% und dort ist es für viele Händler ggf. schon zu spät. Ich kann mir zumindest nicht vorstellen, dass wir in 10 Jahren für einfache transaktionale Geschäfte („ich brauche Milch“) noch selber Pick/Pack/Transport machen.

      • Uwe sagt:

        …Ich kann mir nicht vorstellen, dass…“ — Das kenne ich als berühmte letzte Worte von Software-Entwicklern und Administratoren.

  3. Ian A Holton sagt:

    Sie vergessen bei der REWE einen ganz wichtigen Punkt: die REWE ist eine Genossenschaft und besteht unter anderem (und eigentlich als Kern) aus vielen selbstständigen Unternehmer/innen (und -familien) mit eigenen Filialen.
    Diese müssen natürlich auch „geschützt“ werden und nicht durch eine Fokussierung auf „die REWE als Plattform“ in Vergessenheit geraten. Gleichzeitig dürfen diese natürlich nicht unter einer fehlenden Digitalisierung des Konzerns leiden müssen. Eine schwierige (und es scheint träge) Aufgabe!

  4. Wolfgang sagt:

    So kommt es ja immer, wenn man einen CFO zum Chef macht. Jetzt werden eben Prozesse optimiert und Kosten gespart. Zudem wird – wenn man denn glaubt, dass Cross-Channel die gewinnende Strategie ist, die Prozesse Cross-Fähig gemacht. Das hat Rewe bisher nicht gemacht, sondern nur auf Lieferdienst gebaut.

  5. Peer Schmid sagt:

    Hallo Alexander,

    auch wenn ich Deine Sicht häufig teilen kann, bin ich mir beim Thema LEH nicht sicher, ob hier die gleichen Maßstäbe gelten, die wir ansonsten im digitalen Handel erleben. Gerade der Punkt, ob das „Ich brauche Milch“ Thema wirklich auf der gleichen Stufe wie „ich brauche Klamotten“ (Zalando) oder ich „brauche irgendwas“ (Amazon) landen wird, glaube ich noch nicht. Auf Händlerseite dürfte, egal ob REWE oder Amazon Fresh oder wer auch immer, ein echtes Problem haben, die Transaktion für Milch zu 0,99 Euro/Liter rentabel zu bekommen – das war für Zalando schon mit Artikeln für 99,- Euro und einer deutlich besseren Marge hart genug. Insofern wundert es mich nicht, dass wenn vielleicht auch kurzsichtig, immer weiter in die Optimierung der Filialen investiert wird. Solange ich dort lande, schleppe ich gefühlt immer mehr Zeug heim, als eigentlich geplant war.
    Auf der anderen Seite ist genau der Pick/Pack/PAY (!)/Transport Kram so lausig, dass eine Unmenge Potential für Innovation drin steckt, die nicht unbedingt gleich in einer komplett digitalen Strecke enden muss. Und da bin ich absolut wieder bei Dir, da wird das Budget nicht weit tragen. Und noch weniger die Silo-Denke, die in dem Interview steckt: Filiale oder digital ist aus meiner Sicht völlig obsolet. Ich erwarte als Kunde die Lösung meines „Beschaffungsproblems“ wenn die Milch aus ist… egal auf welchem „Kanal“. Und sich da von Amazon auch noch die Innovationen in der Filiale vormachen lassen zu müssen (Entfall des Zahlungsprozess an der Kasse) ist dann schon bitter und mit dem finanziellen Engagement nicht zu fixen.

    • Also ich bin bei dir, wenn du meinst, dass nicht die gleichen Maßstäbe in Bezug auf die Webseite gelten. Rewe Online muss ja nicht das neue Zalando werden. Sie denken ja immer noch an einen Online Shop beim Thema Digitalisierung und das greift sicher zu kurz, eben weil es solche kurzfristigen und niedrigpreisigen Nachfragen gibt. Aber genau darin liegt mE die Chance ggü. Amazon und Co. Man muss neue Versorgungsmechanismen testen, andere Preisstrategien und das alles befreit von der klassischen Desktop Shop Denke. Da können die Filialen schon noch eine wichtige Rolle in der Abwicklung spielen, aber nicht in der Kundenansprache.

  6. Ro sagt:

    Kann Alex in allen Aspekten nur zustimmen! Allein wenn ich auf die Webseite gehe kommt es mir vor Wut schon hoch… Markt auswählen? Der Service ist bei mir nicht verfügbar? Hallo? Dabei ist ein REWE Markt grad mal 2 km weg?! Ist das REWE Digitalisierung?
    Da lacht doch ein Amazon nur drüber! Und andere auch…
    Übrigens auch bezeichnend, dass man meint nur in Sachen Technik nie an Amazon ranzukommen.
    Amazons Erfolg liegt und lag nie an der Technik. Sie haben einfach von Anfang bis Ende den Kunden im Fokus!!!
    D.h. wenn sich die 0,99 Cent Milch nicht rechnet muss man eben Ideen entwickeln den Kunden mehr auszugeben oder über die Versandkosten etc. das Ganze zumindest deckend zu machen. einfach zu sagen „die Milch gibts für dich nicht oder beweg dich ins ein Rewe regallager in deiner Nähe“ ist doch blödsinn! Dann Kauf ich eben die Milch bei Amazon oder anderen. Und Rewe ist damit in Zukunft aus dem Spiel!
    Klar ist auch, dass der Handel sich in allen Bereichen verändern wird. Ob die Einzelhändler von Rewe das wollen oder nicht ist dem Kunden am Ende ziemlich egal.

    • Sebastian D. sagt:

      Dem stimme ich absolut zu. In meinem Ortsteil (Lage Hardissen) hat vor zwei Wochen ein neuer REWE-Markt eröffnet (vom Inhaber geführt). Seit dem Tag der Eröffnung steht da so ein Lieferfahrzeug von REWE vor dem Markt.

      Demnach sollte man doch auch online bestellen können, oder? Von wegen! Es steht nur die Abholung vor Ort zur Verfügung. Da fällt mir wirklich nichts mehr zu ein. Und das hat auch überhaupt nichts mit der Technik von Amazon und Co. zutun, sondern eher mit Organisation und Lust. Es forder keiner von REWE ein AWS S3 oder AWS EC2 zu bauen.

  7. Frieder sagt:

    Na ja lieber Ro wie viel Milch haben Sie bisher online eingekauft?

    • Ro sagt:

      @Frieder
      Ich habe den REWE praktisch vor der Tür da kann ich 1L Milch auch holen ABER wie wäre folgendes Szenario:
      Ich setze meine VR Brille auf und laufe durch meinen REWE Markt um meinen Wocheneinkauf zu erledigen.
      – kein anstellen an langen Schlangen mehr
      – kein gequängel mehr meines Kindes
      – mehr Zeit für die wichtigen Dinge im Leben (z.B. mein Kind)
      – weniger Stress
      – mehr Zeit „im Laden“
      – kein schweres tragen mehr von 12 Liter Milch und Getränken sowie 2 Tragetasche
      – persönliche lieblingslisten damit ich nichts mehr vergesse z.B. den Lieblingsjoghurt meines Sohnes
      – keine parkplatzsuche mehr
      – keine nervenden Rentner
      – etc.

      Das ist sogar ohne 2 Mrd möglich und wäre auch schon ohne die Brille möglich.

      Irgendwer wird die Revolution bringen – wenn man es nicht selbst tut dann eben jemand anderer. Aufhalten kann das auch REWE nicht.

  8. Marcus sagt:

    Ich denke alleine ein funktionierender Abholservice mit Zugriff auf das gesamte vor Ort Sortiment, sowie unkomplizierte Zahlungsmethoden, verfügbar auf alle Rewe Märkte wäre schon ein Pfund.
    In einer Großstadt wie Hamburg, mache ich meinem Einkauf im Bus/der Bahn, komme sowieso an einem Rewe vorbei und sammel meine Bestellung einfach ein.
    Ich bin gespannt wie sich der LEH weiter entwickelt und welcher LEH als erstes sein Sortiment mithilfe der Amazon Logistik an den Kunden bringt 😉

  9. Andreas sagt:

    „REWE gibt bei der Digitalisierung auf. Schade!“
    Besser: „REWE konsolidiert digitalen Aufbau. konsequente Selbsterkenntnis!“
    Hallo,
    aus der Digitalisierungsbrille mag dies schade sein, aber aus Konzernsicht konservativ konsequent. Um gegenüber Amazon eine erfolgreiche Digitalisierungsstrategie zu fahren ist ein behäbiger, genossenschaftlicher Tanker ungeeignet. Das REWE-Management hat die Stärken und Schwächen richtig erkannt und aus dieser Bestandsaufnahme eine folgerichtige Strategie abgeleitet. Prozesse, Supply Chain und Logistik sind auf gebündelte Lieferungen ausgerichtet und nicht auf atomisierte Privatbestellungen
    Die rosarote Digitalisierungsbrille verschleiert manchmal den Blick auf kaufmännische Realitäten. Konsequenter Ausbau der Digitalisierung und in Kauf nehmen von entsprechenden Verlusten „Auch wir machen keinen Gewinn mit unserem Lieferservice und werden das über Jahre nicht tun“, wird die genossenschaftliche Struktur nicht aushalten. Herr Souque hat in einem anderen Zusammenhang die Grundhaltung von REWE geäußert: „Es gibt da ein afrikanisches Sprichwort: Willst du schnell gehen, gehe alleine. Wenn du weit gehen willst, musst du mit anderen zusammen gehen.“ REWE ist 90 Jahre alt und will noch etwas länger leben. Viele digitalisierte stationäre Händler dürfen sich täglich freuen, dass der Onlinehandel nur ein Bruchteil des Umsatzes ausmacht und der wirtschaftliche Schaden durch Quersubventionierungen in Grenzen gehalten wird. In Beiträgen wird hervorgehoben, dass Amazon seine Kunden im Fokus hat, dies hat auch REWE, aber die Kundenstruktur ist eine andere. Es gibt in Deutschland immer mehr „nervige Rentner“ die nicht den digitalen Kick suchen, schon gar nicht bei Lebensmitteln.
    Natürlich gibt es viele interessante digitale Spielarten für bestimmte Kundengruppen oder in lukrativen Nischen die auf aggressive hungrige Entdecker warten, REWE kann und möchte hier aber nicht an der Spitze stehen.

  10. Franz Patzig sagt:

    Mich hat am meisten gestört, dass REWE so Dinger bringt wie einen Aufschlag von 1,50 € ab der dritten Getränkekiste. Bei Amazon ging es mit Prime ganz ohne Lieferkosten. Nur der DHL-Bote hat geflucht.

  11. René M. Hoelscher sagt:

    2011 startete die Supermarktkette Tesco in Seoul mit einer innovativen Idee, die für REWE geradezu maßgeschneidert wäre. Virtuelle Supermarkttheken in der U-Bahn; Bestellung per QR-Code und Abholung in der Filiale, die für mich am günstigsten liegt. Aufgeben gilt nicht.

  12. Daniel K. sagt:

    Als ich 2010 in England studiert habe, gab es dort bereits die Möglichkeit, alle Lebensmittel online zu bestellen (z.B. in Tesco oder Sainsburrys). Ab einem Bestellwert von 100 Pfund gab’s die Lieferung kostenlos, was bei einem „großen“ Einkauf auch oft drin war.
    Haben deshalb alle online bestellt? Nein. Hatten wir trotzdem überall Tescos und Sainsburrys? Ja. Hat man dort in Schlangen gestanden weil trotz Online-Bestellmöglichkeit soviel los war? Ja.

    Alle sprechen die ganze Zeit vom Kundennutzen, wenige fragen aber, was der Kunde will. Und selbst die, die dies fragen, vergessen leicht, Kunden zu differenzieren. Gefühlt 50% aller Rentner gehen doch täglich einkaufen, haben sonst ja auch wenig zu tun. Die bestellen nicht online, auch wenn es noch so komfortabel ist. Und der Anteil der Rentner wiederum nimmt in den nächsten Jahren/Jahrzehnten immer weiter zu. Das nur als Beispiel.

    Bevor REWE kein Geld mehr offline verdient werden wahrscheinlich noch ein paar Jahrzehnte ins Land gehen…

  13. gustav.gans sagt:

    Ich lade alle ecommerce Spezialisten und Zukunftsseher zu mir in den REWE ein. Einfach mal 6 Tage mitarbeiten und dann vielleicht die Welt nicht nur aus digital Sicht sehen. Also reden wir mal offen vielleicht hilft es der digitalen Welt: Durchschnittsbon 20,00€ Durchschnittsspanne 24%. Jetzt kann jeder anfangen zu rechnen ob sich eine Lieferung lohnt. Lasst Amazon mal machen auch die werden merken der deutsche LEH ist nicht mal eben was versenden…

  14. Falk D. sagt:

    Es gilt die 90%-Regel. Wenn der Markt sich auch auf mittlere Frist in >90% offline und <10% online teilt, lohnt sich eine Investition in diese Nische einfach nicht und bei den geringen Durchschnittsbons ist bereits die Anbindung an ein Bestellsystem eine zu überdenkende Opex.
    (Die genannten 20,- sind schon ein guter Wert. in Orten mit viel Studenten oder beim üblichen "Kleeblatt", wo der Rewe nur die Lücken des Discounters füllt, liegen die deutlich drunter.)
    Hinzu kommt, dass viele geschäftsführende Inhaber bei der Rewe eine sehr geringe Investitionsneigung haben. Da sieht man teilweise noch Nixdorf-, Torex- und die alten Anker-Logos an der Kassenhardware.
    Ein Online-LEH ist auch schon deshalb problematisch, weil die ganzen Mechanismen, wie Greif-, Bück- und Streckzone oder Gondelkopfpräsentation nicht funktionieren und auch keine Entsprechung haben. Die Kunden werden bei Frischwaren vor allem im Gemüse- und Obst- Bereich Zurückhaltung zeigen, es sei denn, die Selektion wird seitens der Picker so hoch betrieben, dass man am Ende riesige Discardbons / Abschreibungen hat, was dann auch wieder die genannte Gruppe der Einzelhändler schnell auf die Barrikaden bringt.
    Wer mal versucht hat, im echten Leben ein kontakloses Bezahlsystem bei seinen Franchisenehmern durchzusetzen, kann sich ungefähr vorstellen, wie dick die zu bohrenden Bretter werden, wenn es um fünstellige Capex und vierstellige Personal- und Betriebs-Kosten im Monat geht.

  15. Roman Zenner sagt:

    Verdienstorden am Bande – mit Stern und Schulterband! – für den Klickbait-Titel-KW-42. Glückwunsch & Grüße!

  16. Ro sagt:

    Niemand hat gesagt, Rewe solle alle Filialen schließen und nur noch online verkaufen! Die Filialen haben natürlich Ihre daseinsberechtigung. Für die markenbildung und Rentner ist das alles prima. Die sollen ruhig jeden Tag reingehen und ihre Butter kaufen. Am nächsten Tag dann die Marmelade und so on. Davon lebt Rewe?
    Jede Familie mit 2 Kids ist mit dem Wocheneinkauf profitabler als ein Rentner Pärchen das jeden Tag einkauft.
    Würde ich meinen Einkauf bei Rewe machen dann wäre ich bei gut 150 Euro (Mann,Frau,Kind).
    Zudem wirbt Rewe mit großartiger Qualität – ob da die Rentner mit ihrem kleinen Budget anspringen oder eher die bewusst gesund einkaufenden Eltern ist wohl auch eine Frage…
    Übrigens hat jede marktveränderung mal mit 3, 7, 12 etc. Prozent angefangen. Ein Amazon hatte auch mal nur einen Anteil von 10% am Buchmarkt und jetzt? Ein Apple hatte auch mal nur 10% bei Handys. Und ein google hatte auch mal nur 10%.
    Die großen Buchketten, Nokia & Siemens, altavista & AOL – alle haben sich geirrt.
    Übrigens bei Kaufhof und Karstadt findet man auch viele Rentner

  17. Jan sagt:

    Hallo allerseits,
    voll Spannend die Thematik. Bei mir (ganz persönlich) sieht das wie folgt aus.
    Ich habe mein Einkaufsverhalten – Lebensmittel letzter Monat – angeschaut: (4 pers. Haushalt + Katze)

    20 Einkäufe
    4x Aldi (8,40€ Mittelwert)
    6x Lidl (6,40€ Mittelwert)
    1x Neukauf (14€)
    2x Rewe (13€ Mittelwert)
    7x Real (70€ Mittelwert – davon 2x grob 25€ – 4x liegt nahe 100€ 1x 50€)

    Summe rund 600€

    Der Real liegt eigentlich überhaupt nicht in meinem Einzugsgebiet. Bei Aldi bzw. Lidl komme ich täglich (Route) vorbei. Der Rewe sollte normalerweise (Nähe & Sortiment) meine erste Wahl sein.

    Warum gehe ich nicht zu Rewe?

    Lt. den Einkaufszetteln würde ich den größten Teil hier bekommen, aber nicht alles (ggf. ausweichen auf andere Marken – Sortiment von Rewe ist dennoch beschränkt, weniger Auswahl). Preislich liegen Rewe und Real vermutlich in der Nähe – ob ich nun für 85€ oder 100€ meinen Wochenendeinkauf mache ist an dieser Stelle mal egal.

    Wahrscheinlich würden alle – bis auf Real – gerne als Kunden auf mich verzichten.

    Rund 500€ von 600€ bekommt 1 Laden! meine Onlineeinkäufe kann ich hier nicht machen (Lieferzeit) der Einkaufszettel steht meist erst am Donnerstag/Freitag und ich möchte Samstagvormittag alles erledigt haben. – Ansonsten hätte Real durch Technik-Produkte, Zeitschriften, Spielwaren und Saisonale-Produkte (Halloween, Ostern usw.) auch die Möglichkeit mir zusätzlich meinen Warenkorb zu füllen.

    Was ich bemängle ist, dass man es hier (Real) nicht mal versucht mich Richtung online kauf zu bewegen (alle aktuellen Bemühungen reizen mich nicht). – durch sonstige Anlässe gäbe es sicher zusätzliches Potenzial (Sortiment ist vorhanden). Zumindest wenn ich mich dran gewöhnt hätte (online bei Real einzukaufen). Durch regelmäßigen (1x die Woche) Besuch im Onlineshop sind dann auch weitere Marketingmöglichkeiten vorhanden. Solange dies nicht gelingt werde ich weiterhin stumpf meine Einkaufsliste abarbeiten und sonstiges „Zeug“ bei Amazon bestellen.

    Und Rewe?

    Rewe hätte das größte Potenzial von dem Umsatz etwas abzubekommen. Sortiment deckt viel ab, Filialnetz ist „OK“, Möglichkeit meine anderen Einkäufe (Aldi, Lidl) in Richtung Rewe (Offline) zu verlagern (noch mehr Touchpoints für meine Customer Journey). ABER Lieferservice in meiner Region nicht verfügbar.

    Ich bin kein Rewe Kunde – war ich mal – Irgendwo zwischen Sortimentsumfang (Real) und Bequemlichkeit (Auto) bin ich verloren gegangen und mit mir 500€ im Monat.

    Ich will mir Lebensmittel (inkl. Obst und frischer Wurst/Käse) sehr gerne liefern lassen. Gerne binde ich mich auch an das Unternehmen und lasse mich von zusätzlichen Angeboten verführen.
    Um auf den Punkt zu kommen, es geht um meinen ganz persönlichen um 52 Lieferungen im Jahr die ich gerne am Freitag abgeben, und bis Samstagmittag bei mir haben würde. 52x 100€.
    Diesen Fall (Spekulation) gibt es pro Rewe Filiale vielleicht 100 Mal also 100 x 5200€ + die Option jeden mit diversen Marketingmöglichkeiten in die nächste Filiale zu locken, bei der sich dann vielleicht zusätzlich mit einer App Artikel auf den nächsten Einkaufszettel setzen lassen – Wenn man das clever macht, hat man online & offline genügend Möglichkeiten.

    Und nun?

    Rewe wüsste was ich esse, ob ich meine Ernährung umstelle, ob wir Zuwachs bekommen und vieles mehr – am besten haben meine Frau und Kids die gleiche App und man befüllt den Einkaufszettel gemeinsam, Schulzeug, Klamotten, Technik …. Oh ha, wo sind wir denn jetzt gelandet? Genau, schon ganz nah bei Amazon! – Die machen das alles schon, außer Lebensmittel ABER genau die werden es schaffen am Ende meine 500€ zu bekommen.

    Das Ende vom Lied: Die restlichen 13 Einkäufe mit einem Gesamtwert von 100€ überlässt Amazon dann den 4 anderen Geschäften.

  18. Thomas Vierhaus sagt:

    Ich meine, dass REWE seine Digitalstrategie in Einklang mit den unterschiedlichen geographischen Gegebenheiten bringen müsste. In Düsseldorf habe ich vier führende LEHs (REWE, EDEKA, LIDL, ALDI) auf meinem Weg von der Arbeit in die Wohnung. Wozu braucht es da einen Onlineshop? In der Fläche schaut’s ganz anders aus. Diese Verbraucher sollten deshalb m.E. im Zentrum der Digitalstrategie stehen. Da braucht man einen REWE-Truck, der zuverlässig und pünktlich auftaucht und die Waren in eine nachbarschaftliche Nähe bringt, die vorab online bestellt wurden. Und wer gerade keine Zeit hat, holt sich seine Bestellung zu jeder Tageszeit per Code aus einem Anhänger, dessen Standpunkt jedermann bekannt ist. So könnte moderne, energiesparende Versorgung in der Fläche funktionieren. Und vielleicht kann ich noch ein Päckchen in „meinem“ Fach deponieren, dass REWE mit seiner eigenen Logistik ans Ziel bringt. Usw. usw. Wichtig ist es, die Digitalstrategie immer zuerst vom Kunden und seinen Bedürfnissen her zu denken, statt schon am Anfang nur die eigene Kostenoptimierung im Blick zu haben.

  19. Frank sagt:

    Was bedeutet der REWE case für die Digitalisierungschancen von großen B2B Händlern, die auch oft genossenschaftliche Strukturen haben….?

  20. Ralf Tuennermann sagt:

    Wir leben in den USA und erledigen mittlerweile 80% unserer Lebensmitteleinkäufe per Walmart Click-and-Collect. Über die Website hat man Zugriff auf das Vollsortiment, kann sich so mit Hilfe der Einkaufshistorie in Minuten einen Großeinkauf zusammenstellen.

    Später fährt man bei Walmart vor, per App wissen die Mitarbeiter vorab, dass der Kunde auf dem Weg ist und beladen das Auto sobald man eintrifft. Alles selbstverständlich kostenfrei.

    Die Zeitersparnis für den Kunden ist enorm gegenüber dem Einkauf im Laden. Sicherlich wäre eine Anlieferung daheim noch vorteilhafter. Allerdings ist es ein großer Schritt in die richtige Richtung. Und ein mutiger Schritt von Walmart, denn die Kunden betreten die Filialen nicht mehr.

    Vielleicht ein möglicher Ansatzpunkt für eine der großen deutschen Ketten? Real?

  21. Schmunzel sagt:

    An all die überheblichen Schreiberlinge und Kommentatoren. Mir scheint keiner hat bisher seine Milch online bei Rewe bestellt. Bitte den Ball einfach etwas flacher halten und weniger überheblichen Schaum um den Mund.

    • Ich habe schon Milch bei REWE online bestellt. Sie ist auch bei mir angekommen. Ein paar andere Sachen haben dafür gefehlt. Was genau kann ich nun durch diese Erfahrung über die Digitalkompetenz von REWE lernen?

  22. wenigerarroganzwagen sagt:

    „Amazon stellt Lieferdienst „Fresh“ teilweise ein“

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/diginomics/amazon-erleidet-rueckschlag-im-lebensmittelgeschaeft-15276177.html

    Herr Graf – Ihre Überschrift:
    „AMAZON gibt bei der Digitalisierung auf. Schade!“

    Alle die so, so wissend sein wollen bei der Digitalisierung und ihre Meinung zum Teil ziemlich überheblich über andere ausschütten, vielleicht lohnt es sich mal über Geschäftsmodelle nachzudenken. Diese müssen sich auch rechnen und ja dann wohl auch Sinn machen.

    „REWE gibt bei der Digitalisierung auf. Schade!“ So eine blödsinnige Überschrift.
    Viele der hier kommentierenden sind selbst Dienstleister, aber nicht verantwortlich für digitale Geschäftsmodelle.

    Zitat aus FAZ Artikel: „Mit „Fresh“ liefert der Online-Händler frische Ware in isolierten Kühltaschen. Das Konzept ist logistisch schwierig, weil die Kühlkette nicht unterbrochen werden darf.“

    Möglicherweise macht es wenig Sinn die Bestellung zu liefern. Es ist sowieso niemand zuhause. Vielleicht macht es einfach mehr Sinn eine Onlinebestellung mit Code aus einer Kühlstation am Abend, wann auch immer, abholen zu können.

    • LieberNichtNachdenken, mir ist unklar wie die FAZ das als Rückschlag bewertet ohne das im Kontext von Amazon WholeFoods und den neuen Prime Services zu bewerten, aber ok. Da wird sich der Redakteur etwas gedacht haben. Wie Sie aber darauf kommen das als Ausrede für REWE zu verwenden ist noch weniger klar.

      Ja, es ist alles schwierig, aber die Leute kaufen nunmal lieber zu Hause ein. ALLE Daten zeigen doch genau das. Und REWE sagt (siehe oben) das sie alles darauf optimieren um die Läden besser zu machen. Das ist blanker Irrsinn.

      Auch das Argument „Das sind Dienstleister“ ist einfach nur doof. Wenn es denn alles Dienstleister wären, dann würden sie doch REWE loben und ihren In-Store-Analytics Service anbieten, oder eine Multichannelanalyse verkaufen. Und wenn Sie gerne unkritische PR Reflexionen lesen wollen, dann freut sich die FAZ bestimmt über einen weitere Abonnenten.

  23. mehrwissenundkompetenzwagen sagt:

    Herr Graf ich bin nicht bei Ihnen. Digitalisierung ist etwas Praktisches und nicht was Geträumtes. Testen und verwerfen gehört dazu. Unreflektiertes Träumen hilft nicht. Den anderen Unwissen zu attestieren (zum Teil angenähert bis zu Dummheit), garniert mit Panik und zum Teil unflätig vorgetragen hat nichts mir Reflexion zu tun. Das nimmt die, Ihre Glaubwürdigkeit. Erfahrungswissen wird mit Meinungswissen ausgebügelt. REWE versteht gut was die Kunden wollen. Seien Sie sich dessen versichert. Vielerorts gehört ganz sicher nicht die unwirtschaftliche Lieferung. Für Kunden im Übrigen oft auch nicht nachgefragt.

  24. mehrwissenundkompetenzwagen sagt:

    Ja, so sehe ich das auch!
    Einen schönen Abend Herr Graf.

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