888 Tage Spryker | Mitten drin in der Plattformökonomie

Spryker LogoDer letzte Statusbericht zu meiner Firma Spryker Systems hier im Blog ist schon wieder fast zwei Jahre her („333 Tage Spryker“) und im Vorfeld der kommenden Großveranstaltungen (OMR, K5, DCD, IWB…) gibt es an dieser Stelle mal wieder ein kleines Update – ziemlich genau 888 Tage nach der Spryker „Enthüllung“ bei der K5 Konferenz in München 2014. Für alle Leser die nicht wissen was Spryker genau ist, an dieser Stelle die Kurzerklärung: Spryker ist sehr mächtiger (Lego Technik) Baukasten für ambitionierte digitale Geschäftsmodelle der darauf optimiert ist, die Produktivität und Performance in der Software- und Projektentwicklung zu erhöhen. Es ist quasi das Gegenteil von einer Standardshopsoftware (Playmobil Haus) die darauf optimiert, nur noch ausgepackt und angemalt zu werden. Spryker ist also eine sehr coole Sache, wenn man etwas vorhat womit man sich aus technischer Sicht einen Vorsprung im Wettbewerb verschaffen will. Ohne euch mit Details zu langweilen hier die kurzen Fakten:

Uns geht es gut, wir haben ein paar dutzend Kunden aus vielen verschiedenen Branchen (Fashion, B2B, Automotive, Versicherung…), wachsen sehr stark, sind mittlerweile ein sehr großes Team in Berlin & Hamburg, suchen noch dutzende Leute für unser Team und freuen uns über unser sehr stark wachsenden Ökosystem aus Umsetzungspartner und Industriepartnern. Mein Co-CEO Boris Lokschin hatte in den letzten Wochen zweimal die Möglichkeit in Interviews sehr ausführlich über unsere Learnings zu berichten. Bevor ihr euch nun unsere Learnings durchlest, schaut bitte dringend auf unserer Jobseite vorbei, um euch ggf. bei Spryker zu bewerben. Vom Entwickler bis hin zum Head of Professional Services sind eine Menge spannender Jobs dabei!

Im Interview mit dem E-Commerce Unternehmer Alain Veuve erklärt Boris, warum wir so sehr von  der Plattformökonomie profitieren. Unternehmen sind in diesem Umfeld vom Markt gezwungen radikal neu zu denken und lineare Strategien und Entwicklungsansätze zu hinterfragen. Im Angesicht von Amazon und Co. müssen sie genauso handeln wie Startups. Vor ein paar Jahren hätte ich das nicht für möglich gehalten, aber mittlerweile sind klassische Industriekonzerne sehr wohl bereit anderes und viel in diesem Markt zu investieren. Sie wissen auch aus Erfahrung, dass ihnen klassische Projekt- und Softwareansätze nicht mehr helfen werden. Hier ein paar Ausschnitte aus dem Interview (Lesetipp!)

[…] Was gestern noch ein Begeisterungsfaktor in Systemen und Projekten der ersten und zweiten E-commerce Generation war und für Differenzierung sorgte, ist heute nur noch ein allgemeinverfügbarer Hygienefaktor und Standard. […]

[…] Wir sehen die technische und Online-Marketing Eintrittsbarrieren von Jahr zu Jahr höher steigen. In vielen Sortimentsbereichen ist ein Neueinstieg 2017 ohne ausreichende, hoch dreistellige Umsatzperspektive oder –ambitionen nicht  mehr zu leisten. Den nur „ein wenig E-commerce“ zu machen, geht heute nicht mehr. Die Anzahl und Komplexität der nötigen IT Systeme und Tech Kompetenz/DNA ist extrem hoch, ebenso das benötigte Online-Marketing Budget und Know-How. […]

[…] Genau in diesem sehr spannenden Feld positionieren wir uns und sagen „Denke vom Kunden, nutze die verfügbaren Daten, sei agile und schnell“. Selbst ROI Berechnungen sind für einen Zeitraum von >18 Monaten kaum machbar weil das technische Innovationstempo eher zunimmt und monatelang geschriebene RfP`s mit 500+ Zeilen Makulatur sind, sobald sie den Drucker verlassen. […]

Diese Learnings hat Boris im Podcast mit unserem Solution Partner Votum noch einmal vertieft. Uns beschäftigt im täglichen Geschäft vor allem die Frage wie Konzerne ihr Replatforming Thema lösen können, ohne von heute auf morgen alles verändern zu müssen. Das wäre zwar auf dem Papier richtig, aber in der Praxis fehlen dann doch die Leute dafür. In diesem Tagesgeschäft treffen wir dann auf der einen Seite auf Konzernchefs die gar nicht schnell genug los wollen in die „digitale Welt“ und auf der anderen Seite auf Softwareeinkaufsprozesse die schon in den 90er Jahren falsch waren.

[…]Wir werden immer häufiger zu Projekten hinzugerufen, bei denen wir die Alternative zu Standard-Sofware-Lösungen sind. Größere Unternehmen sind immer mehr bereit, vom klassischen Einkaufsprozess für Software, dem RFP-Prozess (Request for Proposal, Anm. d. Red.), abzuweichen. Die Ambitionslevel steigen, teilweise auch aus reinem Disruptionsdruck durch digitale Wettbewerber, Online Pure Player. […]

[…] Wir sagen „MVP over RFP“ nicht, weil wir MVPs so cool finden oder es in Berlin irgendwie hip ist. Sondern, weil die RFP-Prozesse dazu führen, dass die getätigte Zeit- und Geldinvestition nicht mehr refinanzierbar sein wird. Mit Spryker haben wir eine Technologie, die genau dafür gebaut worden ist: Agilität und Geschwindigkeit zu ermöglichen. […]

[…] Wir wissen wirklich nicht, was passieren wird. Selbst in zwei, drei Jahren. Als E-Commerce- oder IT-Leiter weist du das auch nicht und kannst es nicht wissen. Es ist eben keine ERP-getrieben Zeit mehr, in der du stetig Software für die nächsten 10 Jahre kaufst. Es ist eine kundenzentrische Zeit. Das bringt automatisch mit , dass Kundenerwartungen sich deutlicher und schneller ändern und jeder von uns nach Innovationen, Experimenten und neuen Gadgets und Devices schreit. […]

Lest und hört euch die Interviews an, um auf den neusten Stand zu Spryker zu kommen. Es vergeht kein Tag an dem ich nicht zu zwei bis drei Kassenzone Beiträgen durch Spryker inspiriert werde. Es fehlt alleine die Zeit alles dazu aufzuschreiben. In den nächsten Wochen sind wir wieder viel unterwegs und ich freue mich auf euren Besuch bei uns am Stand bei den Onlinemarketingrockstars, auf Terminvorschläge bei der Internetworld Messe in München und natürlich zum E-Commerce Jahreshighlight der K5 Konferenz in Berlin. Den üblichen Hinweis zum Digital Commerce Day erspare ich mir hier, weil der tatsächlich restlos ausverkauft ist, inklusive aller meiner Puffertickets :-(.

Alexander Graf, 37, E-Commerce Unternehmer & Analyst, Gelernt bei der Otto Group, danach über 10 Unternehmen gegründet, heute u.a. Gründer Geschäftsführer des führenden Commerce Technologieanbieters Spryker Systems. Im Juni 2015 hat er das E-Commerce Buch veröffentlicht, das seitdem die E-Commerce Rankings anführt. Weitere Infos hier, oder direkt kontaktieren unter: alexander.graf@etribes.de || Tel: +49 (40) 3289 29690

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1 Antwort

  1. 1. Mai 2017

    […] Boris Lokschin über die Spryker Systems Learnings zu sprechen. In der letzten Rückschau „888 Tage Spryker“ habe ich schon ein paar Learnings zusammengefasst, aber es vergeht keine Woche in der bei […]