Sind Marktplätze die neuen Pure Player?

Alexander Graf

Alexander Graf, 35, E-Commerce Unternehmer & Autor, Gelernt und erste M&A-Tätigkeit bei der Otto Group, danach über 10 Unternehmen gegründet, heute u.a. Gründer Geschäftsführer des führenden Shop Technologieanbieters Spryker Systems. Im Juni 2015 hat er das E-Commerce Buch veröffentlicht, das seitdem die E-Commerce Rankings anführt. Weitere Infos hier, oder direkt kontaktieren unter: alexander.graf@etribes.de || Tel: +49 (40) 3289 29690

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18 Antworten

  1. Sebastian sagt:

    Marktplätze brauchen halt eine kritische Masse an Marktteilnehmern, wobei der limitierende Faktor zukünftig nicht die Kunden sondern die Händler/Hersteller sein werden.
    Die Frage ist halt ob bzw. wie viele Händler/Hersteller bei neuen Marktplätzen mitmachen. Was früher die Online-Shops waren, sind zukünftig die Marktplätze. Von Shopware und Konsorten gibt es dann bestimmt gleich die passende Software 😉

    Die Theorie ist ja, dass Händler/Hersteller ohne Digitalkompetenz langfristig (hier bewusst ohne konkrete Zeitangabe) verschwinden werden. Gibt es denn dann noch genügend Händler/Hersteller die auf Marktplätzen einstellen werden, oder sind die verbliebenen Händler/Hersteller dann so digitalaffin, dass sie es überhaupt nicht nötig haben etwas vom „Kuchen“ abzugeben, weil sie ganz tolle USPs erschaffen haben?

    Gruß

    Sebastian

  2. Torsten sagt:

    Hi Alex, nimm doch in deine Plattformübersicht der Marktplätze auch Payback mit auf.
    Mit einem Partnerportfolio von über 600 Online Shops (davon ca. 25 Shops voll integriert: Expedia, Galeria Kaufhof, myToys, Sheego…) sowie auf der Seite der Käufer 28 Mio. aktive Teilnehmern, welche über die Payback App mit 10 Mio. Downloads, einem 9 Mio. starken Newsletter oder der monatlichen Punktübersicht offline (bis zu 12 Mio. Auflage) sowie über die Payback.de adressierbar sind sprechen wir bei Payback über einen der potentiell stärksten Marktplätze in Deutschland.

  3. Kai sagt:

    Wie soll es Marktplätze geben, wenn es keine Händler mehr gibt ? Marktplätze sind nichts anderes als ein Sammelsurium von Händlern oder selbst Händler.
    Daher stehen für mich Aussagen wie: „Dazu ist es wichtig zu verstehen, was ein klassisches Handelsgeschäftsmodell auszeichnet. So ein Modell verdient sein Geld ganz wesentlich dadurch, dass es Ware teurer verkauft als einkauft (Deckungsbeitrag 1). Als Händler kaufe ich also für 90€ Pullover von Naketano und verkaufe es für 150€ an meine Kunden weiter. Aus der Differenz von 60€ muss ich all meine Aufwendungen (Marketing, Vertrieb, Retouren…) bezahlen. Ich bin der festen Überzeugung, dass es diese Art von Geschäftsmodell in einer digitalen Welt nicht mehr geben kann und die Probleme der stationären Händler sind lediglich ein erstes Signal davon.“ in krassem Widerspruch.

    • Da reden wir wohl aneinander vorbei. Marktplätze sind zunehmend weniger ein Sammelbecken von Händlern (Unternehmen die Ware handeln & nicht herstellen!), sondern von Herstellern (Unternehmen mit Produktionsrisiko).

      Das sieht man doch überall. Der DB1 sinkt entweder, weil der Endkonsumentenpreis gedrückt wird durch die Preistransparenz im Internet, oder weil der Hersteller den Abgabepreis nach oben setzt.

      • Kai sagt:

        Wie kommst du darauf, dass auf den von dir genannten Marktplätzen mehr Hersteller als Händler in der Verkäuferrolle sind ?
        Ich selbst kaufe seit gefühlten Ewigkeiten bei Amazon, Ebay und Co. ein und habe nur einmal (Kavaj war die einzige Ausnahme) direkt bei einem Hersteller gekauft.
        Amazon ist als Hersteller selbst doch auch ein Ausnahme von den genannten Marktplätzen und selbst dort überwiegen mit großem Abstand die klassischen Retailer.

        • Amazon selbst macht ja über 50% des Handelsumsatzes aus und die kaufen idR beim Hersteller. Der Marktplatzumsatz wird sekundär von Herstellern getrieben und primär von Händlern. Das stimmt schon, aber diese Händler scheiden gerade in großer Zahl aus bzw. werden zu Herstellern die versuchen eigene Marken herzustellen.

          • Jörg sagt:

            Da stimme ich Alex absolut zu.
            Der Händler ist doch nur temporärer Verrichtungsgehilfe.
            Zunächst ganz hilfreich zur Contentaggregation und Marktpreisfindung / -analyse, aber für das Geschäftsmodell weitestgehend überflüssig. Wenn er FBA macht, ist er noch ganz interessant für Amazon, sonst halt nur wenn Amazon mal versehentlich nicht liefern kann (keinen Bestand hat).

          • Gibt es belastbare Zahlen zur Aussage, dass Händler gerade in großer Zahl ausscheiden? Zahlen aus der Praxis geben das m.W. noch nicht her.

          • @Peter: Nicht wirklich viele. Spannend ist da sicherlich diese Sistrix Analyse:

            https://www.sistrix.de/news/anzahl-der-irrelevanten-haendler-auf-amazon-de-steigt/

            Ansonsten ist es eher eine Annahme auf Basis dutzender Gespräche. Fremdmarkenhändler erzielen kaum noch Marge und alle versuchen in das Eigenmarkengeschäft zu kommen. Aber ggf. täusche ich mich auch.

          • Aus den Sistrix-Zahlen kann man zumindest mutmaßen, dass der Preisdruck auf den einzelnen Marketplace-Händler steigen muss.

            Denn lt. Sistrix gibt es 40% neue Händler, wobei die Sichtbarkeit der Kohorte Marketplace-Händler gleich geblieben ist.

            Bedeutet grob gesagt, dass sich der vorhandene Umsatz auf 40% mehr Mäuler verteilt. Was ja die Verteilungskämpfe über den Preis anfeuern müsste.

            Der Kuchen (Amazon-Umsatz) ist in den letzten zehn Monaten allerdings auch weiter gewachsen. Aber sicher nicht um 40%.

            Von daher wäre Deine Schlussfolgerung absolut naheliegend.

            Allerdings deuten die kürzlich von plenty in einem Vortrag veröffentlichten Zahlen nicht darauf hin. Und die „verwalten“ immerhin einen guten Teil der Marktplatz-Umsätze. Erachte ich also als aussagekräftig.

            Das bringt mich wieder zum Ergebnis: „Nix genaues, weiß man nicht.“

          • Ja, das sind alles nur Vermutungen, aber ich gehe stark davon aus, dass die meisten kleineren Händler vor allem das Amazon Backend benutzen und gar nicht mehr auf eine Lösung á la Plenty schauen. Das waren ja Lösungen die in Zeiten entwickelt worden sind, als man noch verschiedene Marktplätze aussteuern wollte. Plenty müsste daher eher die größeren & damit auch erfolgreicheren Händler zeigen.

      • Ja, da hast Du recht. Ich habe kürzlich ca. ø 115.000 Jahresumsatz je Amazon-Händler ermittelt. plenty-Händler liegen bei knapp dem fünffachen Amazonumsatz, lt. deren Folien.

      • Jörg sagt:

        Ich glaube die absolute Händleranzahl und durchschnittlichen Umsätze sind nicht der wirklich interessante Punkt.

        Mich würde eher interessieren wieviele Händler denn noch signifikante Umsätze (bei ´ner halbwegs vernünftigen Marge) machen.

        Signifikant wäre aus meiner Sicht mal alles > 1 Mio.

        Ich habe 2008 mal ein Projekt gemacht, da war es noch mehr oder minder problemlos möglich einen Händler innerhalb einer kurzen Zeit auf einen 7-8 stelligen Umsatz zu pushen (normale Handelsware / Markenprodukte). Die Zeiten sind denke ich lange vorbei. Das Geschäft macht Amazon mittlerweile größtenteils selbst.
        Mit irgendwelchen Nischen oder Private Label Zeugs geht da bestimmt noch was, aber die „Goldgräberzeiten“ bei Amazon sind lange vorbei.

  4. Jörg sagt:

    Ich vermisse in der Liste noch Google

    VG

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