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Paul zu: Groupon

Sonntag, 17. Januar 2010 23:29

Ein Gastbeitrag von Paul Verfechter.

Es ist doch irgendwie albern. Diese Blogger behaupten andauernd, dass es in Deutschland zu wenig innovative Startups gibt. Es wird angeblich nur geklont und aktuell müssen die Ableger von groupon.com dran glauben.

Ich bin selber als Investor tätig und muss dieser Haltung klar widersprechen. Für mich macht ein erfolgreiches Vorbild (am besten in den USA) die Investitionsentscheidung  deutlich einfacher. Warum sollte ich in ein Unternehmen investieren bei dem nicht klar ist, ob es für das jeweilige Produkt überhaupt eine Nachfrage gibt? Die Erfolgsquote bei diesen Investitionen liegt deutlich unter 5%, während Konzepte mit einem erfolgreichen (US-) Vorbild bei fast 20% landen. Dafür nehme ich in Kauf, dass es weniger innovativ ist und der Wettbewerb ggf. etwas intensiver.

Und mal ehrlich: Welcher professionelle US VC investiert dauernd in neue Konzepte von denen niemand weiß, ob sie zur Marktreife kommen? In der Regel sind das nur Business Angel, die durch hohe Exits an ihr Geld gekommen sind, und nun auf der Suche nach dem neuen großen Ding ökonomisch schwer nachzuvollziehende Risiken eingehen. Für die ein, zwei erfolgreichen innovativen Konzepte pro Quartal gehen statistisch hunderte Startups in de Insolvenz. Innovationen lohnen sich nicht – schon gar nicht aus Sicht institutioneller Anleger.

Ich bekomme pro Tag ca. 1-2 Konzepte direkt von Startups oder von befreundeten Investoren. 50% fallen aufgrund formaler Fehler durch, 30% fallen nicht in meinen Investmentfokus und bei den restlichen suche ich mir die aus, die klar verständlich sind und bei denen sich 2-3 Co-Investoren zu einem Investment bereit erklären. Das sind in der Regel Startups mit einem verständlichen Risikoanteil, was direkt mit einem hohen Anteil von Klonen korreliert.

Das führt manchmal zu dem Eindruck, dass Investoren keinen langfristigen Visionen folgen, aber dem Kapitalertrag schadet es nicht. Ggf. dauert es in Deutschland noch ein paar Jahre bis die vermissten visionären Investoren auftauchen. Hilfreich wären ein paar Exits deutlich jenseits der 100 Mio. Euro Grenze.

Paul Verfechter

Paul Verfechter

Paul Verfechter kennt sich aus mit dem Internet.

Er ist einer der profiliertesten Investoren in der Deutschen Webszene und berät Industrie und Banken bezüglich ihrer strategischen Ausrichtung im Web.

Paul Verfechter steht für Interviews zur Verfügung.

Web: Pauls Website

Thema: Commerce, Strategie | Kommentare (1) | Autor: Paul Verfechter

Paul Verfechter

Samstag, 8. August 2009 12:01

Obwohl das Internet langsam erwachsen wird und einstmals revolutionäre Ideen, wie das cluetrain manifest, mittlerweile Einzug in unseren Alltag gefunden haben, gibt es noch eine große Gruppe von Verfechtern der Vor-Internet-Zeit. Diese Menschen möchten bisher geltende Regeln, die im Wesentlichen alle das Gegenteil von Jeff Jarvis Buch “What Would Google Do” behaupten, erhalten und geben sich damit teilweise der Lächerlickeit preis. Obwohl, eigentlich geben sie sich nur den digital natives, einer Subkultur aus Sicht der u.g. Figur, der Lächerlichkeit preis. In den letzten Wochen gab es dazu diverse Beispiele von Burda, über Zensursula bis hin zu Hilbers.

Mit einer geordneten Diskussion ist diesem Phänomen nicht beizukommen. Deshalb möchte ich hier im Blog die Figur “Paul Verfechter” einführen, die in den Regeln der Vor-Internet-Zeit lebt und denkt. Paul Verfechter kann uns zum Beispiel genau erklären warum der blätterbare Katalog im Internet eine super Idee ist und widerlegt damit die dummen Argument der digital natives, den Jugendlichen also die den ganzen Tag Killerspiele spielen. :-)

Dank Paul Verfechter soll man genau nachvollziehen können, warum die Burdas und Zensursulas so denken wie sie denken. Im besten Fall hilft das der o.g. geordneten Diskussion, im schlechtesten Fall führt das zu sehr witzigen Einträgen. Paul Verfechter steht übrigens unter einer Creative Commons Lizenz und darf frei verwendet werden. Paul Verfechter steht auch für Interviews zur Verfügung und möchte selber Interviews machen und zu Gastbeiträgen unter seinem guten Namen einladen. In diesem Blog wird sich Paul Verfechter übrigens nur zu Commerce, Mobile und Strategie Themen äußern.

Nun brauche ich eure Hilfe. Fändet ihr das interessant, oder ist das doch nur eine Schnappsidee. Kommentare, Votes, Vorschläge und Weiterdenken erwünscht!

Paul Verfechter

Paul Verfechter

Paul Verfechter freut sich über die guten Dinge, die das Internet mit sich bringt. Er möchte dabei helfen, dass diese Dinge allen Interessierten zu Gute kommen. Er will auch, dass die mit dem Internet auftreteten Nachteile wie Transparenz und Echtzeitkommunikation, etablierten Institutionen nicht gefährlich werden können. Er versucht sie deshalb abzuschaffen und lächelt dann gerne über die albernen Argument der Killerspielspieler. Er wird oft missverstanden von diesen Menschen, aber irgendwann werden sie es ihm noch danken.

Paul Verfechter steht für Interviews zur Verfügung.

Web: Pauls Website

Update: Die Website wurde reserviert und ist nun live.

Thema: Bloggen | Kommentare (5) | Autor: Alexander Graf