E-Commerce Benchmark – Wie gut muss ein Händler heute sein?

BenchmarkE-Commerce Benchmarks sind im Rahmen von Relaunch Projekten sehr beliebt, um herauszufinden wo man überhaupt im Verhältnis zum Wettbewerb steht und wie groß der Abstand zu führenden E-Commerce Unternehmen wie z.B. Amazon noch ist. Klingt einfach, ist aber bei näherer Betrachtung doch ziemlich schwierig. Welche Faktoren müssen überhaupt bewertet werden? Sind Ladezeiten tatsächlich noch ein wichtiges Rankingkriterium? So toll ist die Usability bei Amazon doch auch nicht, oder? Die Liste lässt sich lange fortsetzen und zu allem Überfluss kommt im Internet auch noch dieser ständige Innovationsdruck hinzu. War gestern 1s Ladezeit pro Seite noch ausreichend, um unter den Top 5% zu landen, so ist es heute ggf. schon viel zu langsam. Das macht Benchmarks in der Tat sehr schwierig.

In den letzten Wochen haben ich verschiedenen E-Commerce Projekte begleitet in denen genau diese Fragen immer wieder diskutiert wurden. Aus diesem Grund habe ich meinen ganz eigenen Benchmark Katalog entwickelt, der 17 verschiedenen Faktoren auf Basis der Heinemannkegel Faktoren betrachtet und dem Nutzer die Möglichkeit gibt sich für jeden einzelnen Faktor selber zu bewerten. Ist man im SEO z.B. bei Stufe „0“ und betreibt noch eine für Google unlesbare Seite, oder werden bereits automatisch auf Basis der internen Suche neue Landingpages generiert (Stufe „3“)?


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UPDATE: Mittlerweile gibt es unter ebench.de auch eine eigene Website zum Benchmark, auf der E-Commerce-Entscheider und Marketing-Manager die Analyse direkt online durchführen können.


Diese Liste hat in vielen Projekten bereits zu sehr förderlichen Aha-Effekten geführt. Daran lässt sich für alle E-Commerce Beteiligten sehr transparent der Status Quo aufzeigen und vorstandsgerecht aufbereiten. Die Erfahrung hat gezeigt, dass ein erfahrener E-Commerce Manager diese Liste selber fast vollständig ausfüllen kann, abgesehen von ein paar kniffeligen Faktoren im Bereich der IT. Spannend wird danach die Diskussion mit den Budgetverantwortlichen, weil man anhand der Faktoren sehr sauber diskutieren kann was es eigentlich bedeutet in Bereich CRM oder Plattform auf das Niveau von Amazon/Zalando zu kommen.

Der Benchmark ist nun bei mir im Rahmen von einigen Projekten zum Einsatz gekommen und deckt somit meinen Erfahrungsbereich recht solide ab. Ich glaube aber, dass ich mit der Hilfe der Kassenzone Leser der Benchmark noch deutlich weiterentwickelt werden kann und rufe deshalb sehr aktiv zum Feedback auf. Welche Kriterien fehlen? Welche sind ggf. falsch aufgeschlüsselt? Mir ist daher euer Input für die folgenden Bereiche sehr wichtig:

  • Kriteriendefinition und Leistungsbeschreibung pro Kriterium
  • Anwendungsbeispiele. Ich helfe kostenfrei beim Ausfüllen, wenn das Ergebnis öffentlich gemacht werden kann.
  • Branchenfokus: Aktuell ist der Benchmark für Händler im E-Commerce definiert (nicht Hersteller), aber grundsätzlich glaube ich, dass die Systematik auch in anderen Branchen zum Einsatz kommen kann (z.B. Versicherungen). Seht ihr das auch so?

Ziel ist es die aktuelle Version 1.0 in den nächsten Wochen upzudaten und online zu stellen. Ich bringe auch noch selber einige Beispiele von Projekten ein, um zu zeigen in welche Richtungen sich der Benchmark anwenden lässt. Ohnehin soll der Benchmark regelmäßig aktualisiert werden, weil sich die Modelle permanent weiterentwickeln. Viel Spass beim Ausfüllen!


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Benchmarks sind übrigens auch Thema bei einem der nächsten DCD-NET Treffen. Die Anmeldung ist kostenfrei.Vielleicht schaffen wir es auch das Thema beim Etailment Kongress in Berlin (7.-8. Oktober) zu platzieren und in einer Live Session als Praxisbeispiel zu bespielen. Freiwillige vor! Genug Nebenbühnen gibt es dort ja.

3 Gedanken zu “E-Commerce Benchmark – Wie gut muss ein Händler heute sein?

  1. Hi Alex,
    ich mag solche Benchmarks grundsätzlich sehr – auch wenn es nicht ganz mein Bereich ist. Man hat einen schnellen Überblick über Stärken und Schwächen, kann bewerten, ob die eigene Strategie aufgeht und anschließend konkrete Todos ableiten.
    Was mir auf den ersten Blick fehlt, ist die Positionierung der (Händler-)Marke. Den Benchmark auf technische Fertigkeiten, die Auswertung von Daten und deren Nutzung für das Marketing zu reduzieren, scheint mir zu wenig. Der Händler steht ja nicht auf einer grünen Wiese, sondern muss sich auch über sein Produkt und seine Marke vom Wettbewerb abgrenzen. Dieser Aspekt lässt sich nicht durch Nutzerdaten auswerten, sondern muss strategisch geplant und umgesetzt werden. Daher würde ich immer auch bewerten wollen, inwiefern es eine Markenstrategie gibt, wie tragfähig die ist und vor allem wie konsequent sie umgesetzt wird.

    Schöne Grüße,
    Chris

    • Darüber habe ich auch nachgedacht, aber Marke & Co. würde ich in den Bereich Strategie einordnen. Das lässt sich mit so einem Benchmark System schwer abbilden. Aber du hast natürlich Recht. Wenn man keine guten Produkte/Angebote hat, dann hilft das beste E-Commerce System nichts. Man kann aber über den Block „Strategie“ nachdenken und Faktoren wie Marke/Begehrlichkeit, Neukundenstrategie, Bestandskundentreue… nutzen.

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