Das Transparenzdilemma bzw. der beschleunigte Wettbewerb

Alexander Graf

Alexander Graf, 35, E-Commerce Unternehmer & Autor, Gelernt und erste M&A-Tätigkeit bei der Otto Group, danach über 10 Unternehmen gegründet, heute u.a. Gründer Geschäftsführer des führenden Shop Technologieanbieters Spryker Systems. Im Juni 2015 hat er das E-Commerce Buch veröffentlicht, das seitdem die E-Commerce Rankings anführt. Weitere Infos hier, oder direkt kontaktieren unter: alexander.graf@etribes.de || Tel: +49 (40) 3289 29690

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12 Antworten

  1. eminded sagt:

    Hi Alexander und Holger,

    ein Interessanter Artikel.

    Aus meiner Sicht kann man mit der Serviceleistung in der Zukunft keine Differenzierung erzielen:
    http://eminded.wordpress.com/2009/05/23/markenbildung-im-internet-serviceleistungen-teil-ii/

    Wenn man zum Beispiel Japan nimmt, dann ist es schon soweit, dass ein hoher Servicestandard von allen Kunden als die Grundleistung erwartet wird.

    eminded

  2. Steven sagt:

    Hallo Alex und Holger,

    sehr interessanter Artikel mit vielen guten Aussagen. Aus meiner Sicht fokussieren sich die Aussagen aber noch zu stark auf die rationale Ebene, welche tatsächlich transparent gemacht werden können. Bei Anbietern wie ASOS.com glaube ich nicht, dass die Falle zuschlägt. Der USP liegt ganz klar in der schnellen Kopie von Celebrity-Fashion oder aus Kundensicht in dem „Bezahlbar machen des Traums, wie ein Star auszusehen“. Hier macht es aus meiner Sicht trotzdem noch Sinn den emotionalen Wert für den Kunden nach vorne zu stellen und zu promoten, als den tatsächlich rationalen Service der Schnelligkeit in der Kreation von Modeprodukten. Dies ist jedoch auch nichts Neues, da die Langlebigkeit des USP und der Wettbewerbsvorteile bedeutsam sind für den Erfolg eines Unternehmens, da ich diesen in meine Positionierung und somit auch in die Kommunikation, Vermarktung, etc. in den Fokus stelle.

  3. Steven sagt:

    Wenn ich jetzt die Theorie des Transparenzdilemmas auf die Finanzierung und die Attraktivität der Investitionen im Bereich E-Commerce übertrage, käme ich doch zum Schluss, dass sich der komplette E-Commerce Markt nur für professionelle Anleger oder über Fonds sinnvoll ist.
    Kleinanleger und private Personen müssten aufgrund der Dynamik des Marktes und der Schnelligkeit des Verfalls von Wettbewerbsvorteilen ihre Finger von solchen Investitionen lassen. Denn die Finanzmärkte torpedieren die Dynamik mit ihrer Bewertung der Zukunft eines Unternehmens noch zusätzlich.
    Dies ist jedoch für das Wachstum der Branche insgesamt hinderlich, denn irgendwann haben auch Finanzierungsrunden ihre Grenzen und die Großen des Marktes sind nun mal meist börsennotierte Aktiengesellschaften.
    Wie kann man dieses Problem lösen? Wenn das Transparenzdilemma so stark wäre, wieso investieren Anleger noch in ebay und wechseln nicht alle zu Amazon, die ja nach dieser Theorie in den nächsten Jahren im Markt die Marktführerschaft stark ausbauen müssen? Zudem könnte man nach Eurer Theorie über geschickte Informationsaggregation zielsicher investieren in den neuen „rising star“, oder? Das wäre spannend, aber wahrscheinlich zu stark am rationalen homo oeconomicus ausgerichtet und zu stark auf die Technologie und nicht das Geschäftsmodell insgesamt ausgerichtete Strategie. In der aktuellen Harvard Business Manager oder Review wird ein VC-Managing Partner zitiert, dass man scheitert, wenn man Technologien unterstützt, jedoch sehr erfolgreich investiert, wenn man auf neue Geschäftsmodelle setzt. Also wird es doch nichts mit den einfachen Millionen, sondern weiter ASOS PLC Aktien kaufen…

  4. Markus sagt:

    Ich finde es sehr spannend sich der Materie eher wissenschaftlich zu nähern. Dennoch ist es wie bei allen Modellen: um es gut zu veranschaulichen, muss vereinfacht werden.

    Ich denke Steven hat schon recht, wenn er von der zu starken rationalen Herangehensweise spricht. Die Wechselwilligkeit der Masse schätze ich wesentlich geringer ein. Es spielt eine Menge Vertrauen mit in die Kaufentscheidung. Dieses Vertrauen ist oft über jahre hinweg aufgebaut. Die erhöhte Transparenz verschafft dem User grundsätzlich einen besseren Überblick, aber die Trägheit ist enorm. Da helfen Bewertungen und Empfehlungen, aber die breite Masse wird sich nur langsam bewegen: woher erklärt sich sonst der noch anhaltende Erfolg von einigen Universalversendern?

    Aber: der Artikel ist sehr gut dazu geeignet die alten Strategien in einem anderen Licht zu sehen und sich nicht zu stark auf die bestehenden Verhältnisse einzulassen. Wir wünschen uns ja nun auch alle, dass die besten Strategien und Ideen gewinnen.

    Und man sieht auch, dass es Chancen gibt: schaut man sich zappos an – die werden von amazon sher ernst genommen und haben mit einer genialen Differenzierungsstrategie noch eine wirkliche Nische gefunden.

  5. Das Dilemma wirkt noch nicht „perfekt“ und schon gar nicht auf alle USP Bereiche. Das ist aber mE nur eine Frage der Zeit. Was schwieriger wird zu prognostizieren ist das Nutzerverhalten. Ist er wirklich so träge? Ändert sich die Nutzerträgheit? Zu den Universalversender…. klare Trägheitseffekte 🙂

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