Social Commerce Hype oder Trend?

Alexander Graf

Alexander Graf, 35, E-Commerce Unternehmer & Autor, Gelernt und erste M&A-Tätigkeit bei der Otto Group, danach über 10 Unternehmen gegründet, heute u.a. Gründer Geschäftsführer des führenden Shop Technologieanbieters Spryker Systems. Im Juni 2015 hat er das E-Commerce Buch veröffentlicht, das seitdem die E-Commerce Rankings anführt. Weitere Infos hier, oder direkt kontaktieren unter: alexander.graf@etribes.de || Tel: +49 (40) 3289 29690

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29 Antworten

  1. Gibt es eigentlich bereits irgendwelche Erkenntnisse inwieweit dieser Empfehlungsprozess über Freunde dazu führen kann, dass Leute dann weniger überlegen, wo sie jetzt ggf. das Produkt auch noch wirklich am günstigsten Kaufen können?

    Wie schätzt ihr das Thema „Lifestream Marketing“ ein? (Ich hab das jetzt mal so genannt) – sprich das man sich noch viel stärker darum kümmert es Menschen zu ermöglichen, über die ganzen aufkommenden Aggregatoren – wie z.B. FriendFeed in einer zukünftig abgewandelten Massenfähigen Variante – ihr Wunsch-Produkte/Kaufempfehlungen oder auch nur betrachteten Produkt-Webseiten an das soziale Netzwerke zu streamen, ohne dabei großartig aktiv werden zu müssen?

    Hab da hier was zu geschrieben:
    http://pixelsebi.com/2008-07-05/social-commerce-lifestream-marketing/

    Und auch zu gepodcastet:
    http://pixelsebi.com/2008-07-05/podcast15-lifestream-marketing/

    Danke und Grüsse,
    Sebastian

  2. Peter sagt:

    Hallo Alex,
    guter Artikel. Sehr gut gefällt mir die prägnante Darstellung des Einkaufsprozesses. Darüber hinaus hast du sehr schön dargestellt, warum bzw. wie sich Social Commerce-Konzepte von Bewertungsplattformen abheben (diese Frage bekommen wir nämlich des öfteren gestellt).

    Neben Deiner Frage Trend oder Hype stellen sich Projekte in unserem Umfeld aktuell aber auch die Frage, wie man Social Commerce monetarisieren kann. Dazu habe ich vor ein paar Tagen meine Erfahrungen bzw. Gedanken gebloggt:

    http://blog.edelight.de/383/monetarisierung-des-longtails-bzw-edelight/

    Passt vielleicht als Ergänzung.
    Grüße
    Peter

  3. Alex sagt:

    @Sebastian: Zu dem Empfehlungsprozess gibt es bereits Erkenntnisse. Die Conversion Rate bei von Freunden empfohlenen Produkten ist deutlich höher. Dazu gibt es auch schon ein paar Studien online. Livestream-Marketing ist glaube ich nur eine Technologie die Social Commerce vereinfachen wird. Ich glaube nicht, dass Leute das aktiv nutzen, um zu informieren. Das wird eher ein Nebeneffekt dieser Technologien sein.

    @Peter: Sehr interessanter Beitrag von dir. In diese Richtung kommt hier demnächst auch noch was. Rein konzeptionell natürlich.

  4. Sascha sagt:

    Den Kaufzyklus zu Kaufen 1.0 (Anbieter, Produkt, Kaufen) teile ich nicht.
    Ich geh überhaupt nur in die Stadt (z.B. nach HM) wenn ich weiß was ich kaufen will und weiß das es die Sache da gibt.

    Ich denke SC ist Hype und Trend :-), kurzfristig wird viel Geld investiert (Hype) das Kaufverhalten ändert sich aber erst Ex-post zu den ersten teuren Erfahrungen die gemacht werden (Trend).

    Für mich ist es ganz klar, dass auch Internet die Conversion bei Freundesempfehlungen größer ist als ohne. Das ist doch Offline auch so. Allerdings gilt das vor allem bei bestimmten Produktkategorien.

  5. Zündelbruder sagt:

    ich habe etwas in dem Archiv des BVH gekramt und mein Gedächtnis hat sich nicht getäuscht. Das SC eher ein Trend als ein Hype wird, wie Alex auch schon sagt, lässt sich mit der bereits 2006 getroffenen Aussage des BVH nur noch bekräftigen.

    “ Angesichts der inzwischen erreichten Onlineumsätze rechnet der Verband damit, dass bis 2010 schon rund die Hälfte aller Versandumsätze online erzielt werden könnten. “
    http://www.versandhandel.org/Mitteilung.307+M555f5e5d5ff.0.html

    ich selbst teile diese meinung nicht voll und ganz, aber glaube, dass wir in 2-3 Jahren eine neue Berufsgruppe (er)finden werden, die ausschließlich mit Social Commerce ihren Lebensunterhalt bestreitet. Nicht, dass es das bereits in einigen Fällen schon gibt. Nur sind es dann meistens Leute, die bereits über ein umfangreiches technisches Knowhow verfügen und die Abläufe kennen.
    Für die NoWebs(also User ohne technische Vorkenntnisse, eigenes Hosting etc.) wird es dank neuer Entwicklungen in den kommenden Jahren ebenfalls möglich sein dieser Gruppe anzugehören.

    ich denke auch, dass man anfangen sollte nicht von Social Commerce zusprechen, da dies eine persönlich Bekanntschaft voraussetzt, sondern viel mehr von einem Emotional Commerce, der losgelöst von persönlichen Beziehungen den Focus stärker auf die persönliche Situation des User/Kunden legt.

    grüße zündel

  6. Alex sagt:

    @Sascha: Mir ist klar, dass der Prozess sehr stark idealtypisch dargestellt ist. Ich kaufe auch nur zum Teil so ein. Wenn ich in die Stadt gehe ist mir so ca. das Produkt klar (Hose), aber die Anbieter tragen einen erheblichen Teil zur Kaufentscheidung bei. Ich würde nicht in einer komplett unbekannten Boutique oder vielleicht in einem neuen Stadtteil suchen. Bei meiner Frau ist es aber schon so 🙂

    @Zündelbrüder: Die BVH Prognose sehe ich als sehr realistisch! Der Punkt mit Emotional Commerce ist sehr gut. Das könnte man schön für die Beschreibung von Impuls-Shopping á la guut.de verwenden. Social Commerce setzt mE nicht zwingend eine persönliche Bekanntschaft voraus, sondern sagt nur, dass bei der Kaufentscheidung noch mind. eine andere Person beteiligt ist. Die Emotionalität kommt noch oben drauf.

  7. Sascha sagt:

    @ Alex
    ich denk es hängt mit den Produkten zusammmen, mir fallen jetzt diese Sch..ß drei Kategorien nicht ein.
    Erfahrungsgüter, Vetrauensgüter und ??.
    Ich denke das mir die Bewertung durch eine nicht anonyme Communitie immer dann wichtig ist, wenn ich mir im unklaren über Produkteigenschaften bin und wenn ich vielleicht erst Jahre später merken kann ob eine Sache gute ist. Dazu zählen langliebige Kunsumgüter und Finanzprodukte.

    Gibt es eigentlich schon edelight für Versicherungen? Hmm, schon wieder ein Geschäftsmodell mit dem ein anderer Reich wird 😉

  8. dido sagt:

    Erst mal Respekt, für manch „offline“-Händler kompliziertes prägnant auf den Punkt gebracht. Trotzdem glaube ich, das sozial commerce nur bedingt den eCommerce als solchen betrifft. Warum? Richtig ist das Veränderungen im Kaufimpuls stattfinden, die Empfehlung einen höheren Stellenwert ein nimmt und auch den Kauf verändert – falsch finde ich es aber, dass dieses Konzept z.B. für einen Online-Shop anwendbar ist. Beispiel Gadgets: da steht haben will drauf, gesehen bei Freunden etc. –> Wenn auch haben will –> Suchmaschine wo es am Billigsten ist. Begründung: First Mover Lob ist nicht, also dann am Billigsten bekommen.
    Aus meiner Sicht funktioniert Social Commerce gut für Marken, jedoch nicht für den POS.

  9. Alex sagt:

    @sascha: Die Unterscheidung der Produkte finde ich auch wichtig. Beim Sockenkauf ist der soziale/emtotionale Aspekt sicherlich unwichtiger als beim Kauf einer Reise. Social Commerce ermöglicht/beschreibt halt auch die Übertragung von offline Standards ins Internet. Ein Auto zum Beispiel ist ein extrem rationales Produkt, dass man online nur anhand strenger Kriterien prüft und ggf. auch kauft. Das Gespräch mit Freunden über bestimmte Vorzüge von Autos abends beim Bier, kann durch Social Commerce Mechanismen nun auch online abgebildet werden. Der eigentliche Kauf könnte aber noch lange entfernt sein. Ein Trigger über Facebook meiner w201 Freunde von w201.com würde meine Kaufentscheidung für eine Neuanschaffung schon erheblich beeinflussen, wenn auch unterbewusst. Vielleicht muss online die Definition für Suchgüter, Erfahrungsgüter, Vertrauensgüter neu angepasst werden. http://de.wikipedia.org/wiki/Informations%C3%B6konomik

    @dido: Ich gebe die absolut recht. Aber ich habe auch versucht das in meinem Fazit etwas abzubilden. Social Commerce ersetzt nicht den E-Commerce, sondern kommt ergänzend dazu. Bei Online Shops kommt es mE auch noch überhaupt nicht zum Tragen. Wenn, dann nur rudimentär innerhalb von Produktbewertungen.

  10. susanne sagt:

    Durch das Lesen des Artikels, der an sich sehr informativ und anschaulich geschrieben ist, bin ich doch trotzdem wieder darauf gekommen, dass einkaufen GEHEN etwas viel besseres ist, als einkaufen sitzen im Internet!

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