Kann man Marken produzieren? Ein Interview mit dem RYZZE-Gründer Max Berger

ryzze bildWenn Händler die Optimierung des Webshops, des CRM Systems und der Online-Marketingmaßnahmen abgeschlossen haben und trotzdem kaum noch Rendite erzielen, dann rückt das Thema Marken bzw. Eigenmarken automatisch in den Fokus. Eigenmarken beinhalten das große Versprechen satter Margen, langfristiger Kundenbeziehungen und wegfallender Einkaufsverhandlungen mit den entsprechenden Lieferanten. Neben den Herausforderungen eines steigenden Direktvertriebsanteils über alle Kanäle war und ist das Thema Markenbildung für mich im E-Commerce eines der wichtigsten Themen. Der Aufbau von Marken ist alles andere als einfach, wie man auch gerade an der Aufgabe der beiden Zalando Premiumshops in diesem Bereich erfahren kann. Auch die Zalando Eigenmarkenfabrik „zLabels“ scheint in der Bildung und dem Vertrieb von Marken auf die Plattform zalando.de beschränkt zu sein. Den meisten anderen Händlern, von Otto bis P&C, geht es nicht anders. Eigenmarken dienen dort nur als Mittel der Wahl zur Optimierung der Rendite. Kunden kommen mit dem Suchbegriff „Desigual“ auf zalando.de und kaufen dann aber die Eigenmarke „Mint&Berry“. Ähnlich lieblos geht es bei P&C zur Sache, wenn neben den schicken Hilfiger Hemden noch ein Stapel Van Graaf Jerseys lagert. Kunden merken das, aber bisher reicht diese Strategie aus um die gewünschte Zielrendite zu erreichen.

Max Berger geht mit RYZZE einen anderen Weg und kritisiert den einfallslosen Aufbau von Eigenmarken bei Händlern vehement. RYZZE versteht sich als Markeninkubator, aktuell mit einem Fokus auf Fashion. Sie denken sich Marken aus, produzieren Ware dafür, bauen eine Community auf und erkaufen sich die initiale Reichweite in Shopping Clubs weltweit. Wenn Marken dann erfolgreich laufen, wie es aktuell mit der RYZZE Marke „ZIPUPS“ der Fall ist, dann beginnt der Vertrieb an reguläre Händler, die Ausgründung der Marke als eigene GmbH und sogar die Planung von Pop-Up-Stores. Wenn Zalando die konsequente Weiterentwicklung des Kaufhausmodells ist, dann ist RYZZE die Antwort auf antiquierte Strukturen der Markenentwicklungsabteilungen der großen Händler. Statt teurer Kreativworkshops in schicken Lofts in Berlin mit dem Ergebnis des Markennamens und des Wunschtestimonials (Brad Pitt & Co.), versucht RYZZE ohne den Ballast, datengetrieben und ohne Plattformrestriktion Marken zu entwickeln. Das ist für mich eines der spannendsten Unternehmen 2013 und ich wünsche dem Team sehr, dass sie weitere erfolgreiche Kollektionen entwickeln und ihr noch junges Geschäftsmodell erfolgreich vorantreiben. Im Interview erklärt Max worin die Herausforderungen bei dem Modell liegen.

Ein Gedanke zu „Kann man Marken produzieren? Ein Interview mit dem RYZZE-Gründer Max Berger

  1. Pingback: Kann man Marken produzieren? Ein Interview mit ...

Kommentare sind geschlossen.