Aber bei Williams-Sonoma und Nordstrom geht es doch auch?!

Alexander Graf

Alexander Graf, 35, E-Commerce Unternehmer & Autor, Gelernt und erste M&A-Tätigkeit bei der Otto Group, danach über 10 Unternehmen gegründet, heute u.a. Gründer Geschäftsführer des führenden Shop Technologieanbieters Spryker Systems. Im Juni 2015 hat er das E-Commerce Buch veröffentlicht, das seitdem die E-Commerce Rankings anführt. Weitere Infos hier, oder direkt kontaktieren unter: alexander.graf@etribes.de || Tel: +49 (40) 3289 29690

Das könnte Dich auch interessieren...

3 Antworten

  1. Sirko Schneppe sagt:

    Hi,

    die genannten Unternehmen habe ich schon seit 1999 als Referenzbeispiele genutzt, als E-Commerce wirklich noch keiner verstand bzw. die Bedeutung noch im Nebel lag. Insofern liegen bereits 17 Jahre E-Commerce Erfahrung hinter Nordstrom & Co und trotzdem wurde eine tragfähige Transition nicht geschafft. Wenn ich dann noch die USA, als wohl am weitesten entwickelten Digitalmarkt anschaue, ist es wirklich traurig das aktuell nicht mehr geht .
    In meinen Gesprächen mit klassischen Retailern sehe ich ebenfalls keine wirkliche Motivation, disruptiv Änderungen am Geschäftsmodell herbeizuführen. Und vermutlich gelingt dies durch die seit Jahrzenten gewachsenen Organisations-, Entscheidungs-, Personal- und Finanzstrukturen auch kaum. Selbst wenn die Einsicht da ist, ist das Risiko (oder sollte man Opfer sagen) ist auch wirklich hoch. Da ist dann „Hemd näher als Hose“.
    Des Weiteren sind alle klassischen Retailer auf dem Modell der Fläche und deren Lage aufgebaut. Geile Lage sorgt für Verknappung (5th Avenue ist eben irgendwann zu Ende), deshalb bessere Preise und die Möglichkeit selbst zu bestimmen, was der Kunde wie angeboten bekommt. Man musste da eben hin, um zu kaufen. Diese Verknappung gibt es im Internet nicht, es sei denn man hat eben die Eigenmarken oder einen exklusiven Deal mit Herstellern. Auch das wird immer seltener. Und wenn nur noch der Preis in einem transparenten Markt zählt, dann geht die Marge runter, der traditionell aufgebaute Overhead nicht zu finanzieren, die Flächen zu teuer. Ende.
    Das Ganze wird noch schwieriger bei Händlerorganisationen und Verbundgruppen, da hat man nicht mal zentral die Entscheidungsgewalt, selbst wenn man wollte.
    Lösung? Schwierig. Anfassen ja, aber gekauft wird zu Hause ist das neue Prinzip der Consumer. Promo-Stores springen mE. zu kurz. Vielleicht läßt sich aber aus der immens teuren und wirklich schwer nachzubauenden lokalen Präsenz Kapital schlagen, wenn man volles Sortiment hat (das ist ja das coole an solchen Malls), aber einfach alle Kassen abschafft und klar sagt, angucken ja, aber kaufen kannste bei uns auch nur noch im Webshop – gern auch direkt hier im Laden und per Dropship mit (Uber-)Taxi geliefert. Alle Verkäufer haben dann nur noch den Zweck dem Kunden eine Registrierung aus der Tasche zu ziehen. Der Fokus läge dann zumindest auf allen möglichen Bindungs- und Präsenzprogrammen im Netz, damit der Kunden auf dem Weg vom Laden zur Couch nicht verloren geht. Nebenbei würde auch jeder Pure-Internet-Shopper wohl über solche Retailer im Netz stolpern.

  2. Christian Rothe sagt:

    Unter diesem Artikel findet sich bis jetzt nur ein Kommentar. Kann man aus der Anzahl der Kommentare auf die Qualität des Artikels schließen? Nein, ganz gewiss nicht. Ich möchte gerne an dieser Stelle einmal ein Lob für einen wirklich top-recherchierten Beitrag loswerden! Das Zahlenwerk ist exzellent aufbereitet, so dass man nach Lektüre einfach nur kopfnickend zustimmen kann: Jawoll, so ist wohl!

Kommentar verfassen