Kaufen per Whatsapp

Alexander Graf

Alexander Graf, 35, E-Commerce Unternehmer & Autor, Gelernt und erste M&A-Tätigkeit bei der Otto Group, danach über 10 Unternehmen gegründet, heute u.a. Gründer Geschäftsführer des führenden Shop Technologieanbieters Spryker Systems. Im Juni 2015 hat er das E-Commerce Buch veröffentlicht, das seitdem die E-Commerce Rankings anführt. Weitere Infos hier, oder direkt kontaktieren unter: alexander.graf@etribes.de || Tel: +49 (40) 3289 29690

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12 Antworten

  1. Christian sagt:

    Coole Sache. Ich hab die Option auch bei Happy Coffee (https://de.happycoffee.org/) angeboten und warte noch, was passiert.

    Die Funktion ist zwar noch nicht im „normalen“ Shop nutzbar, aber für alle Abo-Besteller, die nur ein Probeabo gekauft haben. Dieser Teil ist mit FastBill Automatic (http://www.fastbill-automatic.com) umgesetzt, d.h. ein einmal vorhandender Kunde mit Zahlungsart kann per „Zuruf“ z.B. über WhatsApp einfach eine Folgebestellung auslösen. Ist dann wie ein Abo, aber eben ohne festen Rhythmus.

    • Super cool, ich arbeite gerade an einem ähnlichem Testballon (http://fribbla.de/), jedoch eher mit dem Ansatz „GuteFrage.net“. Der Chat Ansatz ist jedoch wirklich super! 🙂

      Bei Whatsapp sollte man jedoch auch immer die Gefahr des Rauswurfs durch Whatsapp selbst im Hinterkopf haben (https://medium.com/@Pierrebecerril/how-whatsapp-banned-our-whatsbot-in-6-minutes-bb4f94279da8#.fbi5u9ae2 ) , vll. wäre hier langfristig SMS oder eine eigene App besser.

      Viel Erfolg wünsche ich euch!

      • Antonia sagt:

        Wir sind seit April unterwegs und trotz mehrer 10.000 Nachrichten noch nicht geblockt worden. Die Kunden schreiben uns immer als erstes an, ich denke hier liegt der Unterschied zu anderen „Anbietern“. Aber natürlich ist das ein Risiko, daher schließen wir aktuell Facebook an und arbeiten an unserer eigenen App. SMS und Twitter hatten wir auch getestet, wurde jedoch von den Usern nicht wirklich genutzt. Gerne können alle die in diesem Bereich unterwegs sind mich anschreiben, ich habe schon eine Liste mit Startups und wir könnten eine Slackgruppe oder ähnliches einrichten um uns auszutauschen.

  2. Eric sagt:

    Solche Sachen sind aber nur etwas für Nischen. Denn klar ist, dass solche Dienstleister sich ihren Aufwand bezahlen lassen (legitim) und klar ist auch, dass die Preise auch ohne diese Aufschläge vermutlich nicht der Idealo-Tiefstpreis sind.

    Man soll sich nicht täuschen, insgesamt war es die Preisersparnis in Kombination mit dem gesetzlichen Widerrufsrecht (d. h. nicht mehr an eine Kaufentscheidung gebunden sein, das haben die Deutschen enorm verinnerlicht, siehe Retourenquoten) die den Boom des Onlineshoppings befeuert hat und bis heute befeuert. Das zeigt nicht zuletzt der Platzhirsch Amazon, der sicherlich ein Innovator bzgl. Effizienz ist, aber gewiss nicht bzgl. Kundenkommunikation oder Warenpräsentation. Artikelbeschreibungen mit Kundenbewertungen und Kontakt per Email, Chat und Telefon gab es auch schon vor 10 Jahren als Branchenstandard.

    Die Leute gehen nicht zu Amazon oder sonstwohin, weil sie besondere Kontaktformen wünschen, sondern weil es billig sein soll. Wenn es dabei noch schnell ist, umso besser. Schnelligkeit und billiger Preis als die beiden Hauptkriterien der Masse stehen in direktem Widerspruch zu Transaktionen zB per WhatsApp, wo ja eine konkrete Person jeden Kunden konkret und unmittelbar betreuen muss. Zu Geschäftszeiten. Zu höheren Kosten als ein leicht skalierbares, einmal aufgesetztes Shop- und Warenlogistiksystem.

    Ich folgere daraus nicht, dass es Unfug wäre sowas zu versuchen. Wie gesagt, in der Nische, da kann es sicherlich funktionieren. Aber man sollte sich nicht verzetteln oder denken, dass man sowohl anspruchsvolle Individualisten wie auch die Masse im gleichen Shop wird bedienen können. Oder gar Zusatzkosten durch WhatsApp Experimente aus dem Massengeschäft quersubventionieren, das kann nur zu steigenden Preisen und somit sinkenden Umsätzen dort führen und solange die individualistische Zusatzklientel solcher direkten Verkaufsformen nicht superlukrativ ist und das auffängt hat man sich ein schönes Eigentor geschossen.

    Das mag alles mal anders sein, wenn echte künstliche Intelligenz verfügbar ist und man mit einem WhatsApp Bot (oder was auch immer) wie mit einem echten Menschen, zumindest bzgl. Warenbestellungen, kommunizieren kann. Nur, dann wird das sicherlich auch Amazon implementieren, vgl. die Gehversuche mit Amazons „Alexa“, die definitiv dort münden sollen, nur als Notizblockfunktion oder um sprachlich das Wetter abzufragen macht sich Amazon diese Entwicklungsmühe bestimmt nicht. D. h. wenn WhatsApp o. ä. doch mal ins Massengeschäft kommt und wir vom typischen Artikelseite – Warenkorb – Checkout Kaufprozess einmal wegkommen sollten, dann dennoch automatisiert.

    Denn letztlich geht es dem normalen Verbraucher ja eben nicht um irgend ein Einkaufserlebnis, da sollte der Handel der eigenen PR-Poesie nicht zu sehr auf den Leim gehen. Sondern um ein knallhartes Geschäft. Möglichst wenig bezahlen, dafür möglichst viel Leistung (Speed, Gewährleistung, Kulanz). Wo in dieser Gleichung noch Platz für enorm personalintensive 1:1 Betreuung ist, das würde mich einmal knallhart vorgerechnet interessieren.

    • Antonia sagt:

      Hallo Eric,
      es gibt zwei Ansätze bei uns: der Nutzer wünscht sich ausdrücklich eine Beratung und ist dann auch dafür bereit zu bezahlen oder er möchte eine Vorauswahl mobil zugeschickt bekommen. Der zweite Ansatz ist nur durch AI-basierte Assistenten abbildbar, da ansonsten zu Personalintensiv. Unser Prototyp ist bereits in der Lage selbstständig einfache Anfragen zu beantworten und durch APIs direkt Vorschläge zu senden. Die aktuelle Conversion von Vorschlägen zu Käufen liegt bei 13%, dass ist im Vergleich zu Webseiten recht hoch, für einen 100% menschlichen Ansatz allerdings zu niedrig.
      Ende des Monats beginnt die offene Beta und ich bin gespannt, wie sich unser AI-Assistant „Emma“ entwickeln wird und wie schnell sie lernt. Die ersten Ergebnisse sind ziemlich beeindruckend :).
      Natürlich haben auch große Player das Potenzial erkannt und arbeiten an Lösungen, dass sollte uns jedoch nicht abhalten es zumindest zu versuchen. Auch die GAFA Unternehmen haben als Startups angefangen.

  3. Agentenbasiertes Einkaufen. Lebt (wieder) auf?

    Spannend zu sehen, dass das junge Zielgruppen machen. Meine Vorstellung ging er in Richtung: Älter Zielgruppe mit viel Geld aber keine Zeit.
    Gibt’s da weitere Daten / Thesen / Erklärungen zu?

    • Antonia sagt:

      Die Generation Z ist mit dem Smartphone aufgewachsen und sie sind sowieso den ganzen Tag auf WhatsApp, Facebook, Instagram und Snapchat. Warum also nicht auch so kaufen? Für uns war das auch überraschend, wir hatten am Anfang den Hauptfokus auf „Typ Outfittery“ :).

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