Die lange Geschichte von der Auswahl eines PIM-Systems

Henning Henningsen

Henning Henningsen ist Junior Partner und Projektmanager bei eTribes. Er unterstützt eTribes-Kunden bei der Einführung von neuer Software, analysiert und optimiert bestehende Prozesse und steht mit Rat und Tat bei der Umsetzung zur Seite. Nach Ende seiner Bankausbildung hat er ein Bachelorstudium Fachrichtung Crossmedia- und Onlinemanagement absolviert und steht nun kurz vor dem Abschluss seines E-Commerce Masterstudiums an der FH Wedel. henning.henningesen@etribes.de || Tel: +49 (40) 32 89 29 631

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18 Antworten

  1. Sai Siniq sagt:

    Hallo Henning,

    genial, solche Artikel werden gebraucht! Inhaltlich kann ich das vollkommen bestätigen.

    Gerade der Beratungsaufwand und die Implementierungskosten werden permanent unterschätzt. Vom internen Aufwand zur Aufarbeitung der Produktdaten ganz zu schweigen…

    PIM ist eben niemals Standard!

    Viele Grüße
    Sai

    • Henning Henningsen sagt:

      Hallo Sai,
      danke dir für dein Feedback.

      „PIM ist niemals Standard“ : Das würde ich grundsätzlich unterschreiben. Ich sehe allerdings auch Optimierungspotentiale bei Produktdaten & Prozessen durch ein „Standard PIM“, vor allem bei Unternehmen die bisher kein PIM einsetzen. Man muss dort eben erst einmal einen „Standard“ etablieren …

      Viele Grüße, Henning

  2. johh sagt:

    „Preistreiber bei der Implementierung sind die Schnittstellen (z.B. zu SAP)…“

    Warum nicht gleich im Rahmen und als Teil eines vollständigen ERP-Systems? Im Sinne effizienter Geschäftsprozesse womöglich die mittel- bis langfristig weiterführende Lösung?

    • Das kommt ja auf das Ziel des Geschäftsmodells an. Oft ist ein veraltetes SAP/Navision im Einsatz und deren PIM Module reichen meistens nicht aus + das Projekt überschneidet sich dann mit dem Update des ERP Systems und ist zeitlich nicht mit den betrieblichen Anforderungen in Einklang zu bringen. Aber grundsätzlich würde ich dir Recht geben, wenn du meinst, dass man das komplette IT Setup in Frage stellen muss. Nur, wer kann & will sich das leisten?

      • johh sagt:

        Danke für die Antwort. Verglichen mit den Ineffizienzen und Transparenzverlusten, die sich in veralteten (oder gar nicht vorhandenen) ERP-Systemen manifestieren, finde ich ERP-Projekte zumeist gar nicht so teuer, auch und gerade, wenn man sie mit den hier zuvor kommunizierten Investitionsbedarfen zur Gewinnung eines bescheidenen Marktanteils im Bereich des Onlinehandels vergleicht…

  3. Michael Fieg sagt:

    Hi Henning,

    klasse Artikel und eine gute Zusammenfassung. Musste schmunzeln bei der ROI-Studie von 2012. Das war damals ein sehr spannendes Projekt…
    Wir versenden unter http://www.pim-auswahl.de ein kostenfreies Evaluationspackage inkl. einem typischen Excel, das man gut als Basis für die PIM-Auswahl nehmen kann.

    Viele Grüße
    Michael

    • Henning Henningsen sagt:

      Hallo Michael,
      danke für das Feedback.
      Ich sehe auch den Bedarf an Unterstützung von PIM-Fachleuten bei der Auswahl der Software. Von daher vielen Dank für den ergänzenden Link.

      Wichtig erachte ich aber auch die inhaltliche Aufbereitung und Neustrukturierung der Informationen. Diesen Aufwand sollte man nicht unterschätzen. Daher auch meine Empfehlung einer Teilung in Inhalte & Infrastruktur-Teilprojekte.

  4. Lennart sagt:

    Hallo zusammen,

    klasse Artikel! Mir kommt es oft so vor, als ob PIM und Produktdatenmanagement zu den am stärksten Unterschätzten Themen im E-Commerce (und darüber hinaus) gehören. Mittlerweile bin ich sogar geneigt zu sagen, dass der allererste Schritt einer Evaluation von E-Commerce-Infrastruktur-Maßnahmen in bestehenden Unternehmen sein sollte, sich Struktur, Qualität und Management von Produktdaten genauer anzusehen. Meiner Erfahrung nach ist dieses Thema nachhaltig für den Erfolg und wird leider zu oft sehr unprofessionell angegangen. Ich habe erlebt, dass es oft einen ganzen Change-Management-Ansatz braucht, um hier erfolgreich zu werden.

    Es gibt leider auch PIM-Systeme, die meiner Meinung nach nicht den modernen Anforderungen gerecht werden. Einige davon sind in der obigen Aufzählung erwähnt. Wirklich gute Erfahrung habe ich daher nur mit 2/5 Systemen gemacht, mit denen ich gearbeitet habe: Pimcore als flexibles Schnellboot und Stibo als flexible Enterprise Lösung. Mit Pimcore kann man interessante Dinge mit überschaubarem Aufwand selbst bauen, z.B. Category Mapping aus Hersteller oder Händler Feeds per Drag&Drop.

    • Henning Henningsen sagt:

      Hallo Lennart,
      bzgl. der Analyse der Produktdatenstrukturen bin ich absolut deiner Meinung. PIM alleine ist mMn nur das Werkzeug um Strukturen & Prozesse zu unterstützen. Die eigentliche Leistung (und damit verbunden auch die Veränderung) liegt in dem Konzept der (Neu-)Strukturierung, Qualitätsdefinition und eben der Workflowgestaltung.

      Deinen Vergleich mit dem Schnellboot finde ich klasse. Wenn man über die nötigen Ressourcen & Kompetenzen verfügt, dann glaube ich auch, dass ein Open-Source-System wie PIM Core viele Möglichkeiten bietet. Leider habe ich bei Mittelständlern aber auch die Erfahrungen gemacht, dass die IT meist viel zu klein dimensioniert ist und mit den wachsenden (digitalen) Aufgaben an die Belastungsgrenze stößt. Da braucht es verlässliche Partner, die Aufbau, Betreuung und Weiterentwicklung des Systems übernehmen…

  5. Hallo Henning,

    vielen Dank für den sehr guten und interessanten Artikel. Bei den meisten Punkten kann ich Dir zu 100% zustimmen, gerade wenn es um die konkreten Prozesse geht. Aber als Hersteller/Entwickler eines der genannten Systeme möchte ich Eines unbedingt festhalten: Die Art der Lizenzierung (z.B. Open-Source) hat NIE etwas mit der konkreten Leistungsfähigkeit zu tun.

    Wir haben in den letzten Jahren, auch bevor wir mit der Entwicklung von pimcore begonnen haben, als Implementierer schon einiges mit diversen PIM Systemen erlebt. Sei es Heiler, Hybris oder andere Konsorten. Und ich muss ganz klar sagen, dass die Gleichung „Hohe Lizenzkosten == Professionellere Systeme == Gutes Gartner/Forrester Ranking == Enterprise“ einfach nicht stimmt. Ein (sehr) guter Implementierer kann mit einer Vielzahl an Software (propritär oder open-source) ausgezeichnete Lösungen entwickeln. Und ich habe schon Lösungen von den vorher genannten 3 Systemen gesehen, wo sich mir die Haare aufgestellt haben.

    Insofern ist die Klassifizierung „Open-Source == Einsteigerklasse“ nicht korrekt und ich bitte diesbezüglich um Korrektur. Danke 😉 Und schauen Sie sich einmal pimcore (oder Akineo) genauer an. Sie werden erstaunt sein, was die Systeme wirklich können.

    Cheers und nochmals vielen Dank für den *wirklich* sehr guten Artikel!

    Dietmar

    • Henning Henningsen sagt:

      Hallo Dietmar,
      danke dir für das Feedback.
      Ich glaube auch, dass Leistungsfähigkeit nicht unbedingt mit der Höhe von Lizenzkosten zu tun hat. Es hängt meiner Meinung nach immer am konkreten Case: welche Ressourcen sind verfügbar und mit welcher Zielstellung gehe ich in das Projekt?

      In meinen Gesprächen mit den IT-Abteilungen bin ich eher auf ablehnende Haltungen gestoßen in Sachen Open-Source-Systeme, vielleicht auch weil man einen erhöhten Bedarf an Koordination und Betreuung sieht. Aber wie du ja auch schreibst, mit einem „sehr guten Implementierer“ lässt sich das ggf. lösen…

      „Und schauen Sie sich einmal pimcore (oder Akineo) genauer an. Sie werden erstaunt sein, was die Systeme wirklich können.“ –> Ich lasse mich da gerne überzeugen.

  6. Dierk sagt:

    Hallo Henning,
    ein wirklich toller Artikel, der sehr ins Detail geht!

    PIM als SaaS fehlt mir jedoch noch in der Übersicht unter Frage 3: Was kostet das? Die Systemlösung schafft halt Transparenz hinsichtlich Hardware und Lizenzen.
    Am Beispiel pressmind® lassen sich die Kosten weitaus angenehmer betrachten und gehen bei weitem nicht in sechsstellige Bereiche. SAP mag hier jedoch ggf. ausgeklammert bleiben, da das System doch sehr komplex sein/werden kann.

    • Henning Henningsen sagt:

      Hallo Dierk,
      stimmt, ein Bereich den ich für den Artikel zunächst ausgeklammert hatte (auch weil ich finde er ist schon relativ lang).
      Die vielen Kommentare zu dem Thema haben mich aber überzeugt weiter in diese Richtung zu recherchieren…

      Du scheinst für einen der Anbieter tätig zu sein. Würde mich über einen Austausch zu dem Thema sehr freuen 🙂
      henning.henningsen@etribes.de
      Gruß, Henning

  7. Hi Henning,

    Interessanter Artikel, danke dafür. Ich finde die Schubladen-Betrachtung „Funktionsumfang/Qualität eines PIMs System gleich Listen- bzw. Lizenzpreisen“ jedoch etwas sehr pauschalisiert 🙂

    Vermutlich auch deshalb, weil ich den Begriff „Amateurklasse“ etwas befremdlich finde, in Bezug auf das, was viele der „Amateur“ Systeme (und andere, die hier nicht aufgeführt worden sind: „stille Post ist erstaunlich effizient im Software-Markt“) in dieser Preisklasse bieten. Immerhin reden wir hier von 6-stelligen Beträgen zzgl. 100-150% dieses Betrags für Dienstleistungen oben drauf, was meines Erachtens nichts mehr mit Amateuren zu tun hat. Mittelstand-PIM fände ich für den deutschen Markt passender.

    Wie von einem Leser bereits angemerkt, sind einige der alten Platzhirsche nicht mehr ganz auf dem Stand der Technik und werden ggf. den modernen Anforderungen auch nicht immer gerecht. Ebenso gibt es neue kaufmännische Modelle wie SaaS / Cloud / Hybrid / Concurrent User, die einen erheblichen Einfluss auf die Initialkosten des Projekts haben, ohne auf Funktionalität verzichten zu müssen; Wie Sie eben sagten: „Die Lizenzmodelle der Anbieter sind sehr unterschiedlich“.

    Zu guter Letzt muss man bei der PIM Einführung nicht nur die Software sondern auch den Integrationspartner, sei es der Hersteller selbst oder ein Beratung- und IT- Serviceunternehmen, auf Herz und Nieren prüfen. Haben sie überhaupt PIM Erfahrung? Auch mit „Ihrem“ PIM? Haben sie Kapazitäten in ihrem Markt (time to market)? Haben sie vergleichbare Kunden mit ähnlichen Anforderungen? Ich kenne „Enterprise“ PIM Projekte, die nach mehreren Jahren und Millionen von Euro abgebrochen werden mussten. Das lag nicht an der Software sondern an der Qualität der Partner, der dieses System versucht hat, einzuführen.

    Viele Grüße
    -chris

    • Henning Henningsen sagt:

      Hallo Chris,
      danke dir für den Input. Vielleicht lässt sich an der Klassifizierung der Systeme (und der Benennung) noch etwas drehen… Beginnend bei den Open-Source-Lösungen, über „Einsteiger“ (an Stelle von Amateur) zu Profi und Enterprise Lösungen. Mal sehen wie sich dann noch „SaaS/Cloud/…“ in die Übersicht integrieren lässt.
      Mit dem Begriff „Mittelstand“ tue ich mich schwer, weil ich glaube, dass auch eine Enterprise Lösung für einen „Mittelständler“ in Frage kommen könnte. Maßgebend sehe ich hier das jeweilige Geschäftsmodell…

      Bzgl. dem Integrationspartner absolut und zu 100% deiner Meinung. Ich habe auch die zwei Modelle kennengelernt: jeweils mit Vor- und Nachteilen (z.B. bei Agenturen, dass dort eine breitere Basis / Kenntnis aus anderen Systemen vorhanden ist. Ein „Blick über den Tellerrand“ kann manchmal erstaunliche Lösungsmöglichkeiten eröffnen…)

  8. Mirko Platz sagt:

    Hallo Henning,
    sehr schöner Artikel zu dem Thema. Ergänzend könnte man erwähnen, dass sich auch in dem Umfeld bereits Startups starten und hier finde ich den Ansatz inkl. dem Pricing von http://www.productconnect.de sehr interessant.

    Wir selber betreuen mit unserer Lösung http://www.channelpilot.com über 500 große Webshops in ganz Europa und haben die tägliche Herausforderung mit den vorhandenen Daten eine Vielzahl von Digital-Kanälen zu bespielen. Hierbei lässt sich oftmals auch die Einführung (sofern die Daten rein für Online-Vermarktungskanäle gebraucht werden) durch den Einsatz einer guten Feed Engine inkl. entsprechender Konfiguration vermeiden. Natürlich ist dies ein Workaround und löst das Problem nicht an der Ursache.

    Beste Grüße
    Mirko

  9. Hallo Henning,
    ich muss mich dem Vorredner Dietmar anschließen: PIM-Systeme über das Pricing zu klassifizieren ist aus technischer Sicht falsch. Richtig ist, dass Unternehmen sich scheinbar über einen hohen Software-Preis das „gute Gefühl“ einkaufen, das richtige System gewählt zu haben. Aus technischer Sicht richtig ist: sowohl OpenSource-Systeme wie auch Systeme, die zu einem mittleren Preis angeboten werden, können sowohl technisch top sein als auch einen hervorragenden Support bieten. Aus diesem Grund haben wir vom Business Software Review Systeme ganz unterschiedlicher Preisklassen in unsere Auswahl aufgenommen – neben den üblichen Verdächtigen übrigens auch das von Dir nicht berücksichtigte ziemlich lange auf dem Markt befindliche Alterra PIM. Nach meiner Erfahrung sind die Preise, die Du nennst, auch vollkommen übertrieben – gut funktionierende PIM Systeme mit einer vernünftigen Implementierung bekommen Unternehmen auch schon für viel weniger Geld als hier aufgeführt – so zumindest unsere Projekterfahrung.

    Das nur zur Beruhigung für alle IT-Leiter und Software Einkäufer, denen sich bei der Lektüre Deiner Preis-Kategorien die Haare aufgestellt haben sollten. 😉

    • Interessant, ich sehe in anderen Projekten eher das Gegenteil – es wird deutlich teurer, insbesondere durch die hohen Mehrkosten bei der Einführung, wenn alte Systeme abgelöst werden sollen. Das bei den Listenpreisen 20-80% Luft ist, gilt auch leider nicht für alle Kunden, aber versuchen kann man es. Der Artikel argumentiert ja auch sehr stark aus Enterprise Sicht, also größere Unternehmen mit viel Legacy IT. Für ein kleineres Unternehmen mit sehr pragmatischen Lösungsansätzen geht es natürlich oft viel günstiger. Oder siehst du auch bei großen Projekte günstigere Implementierungskosten?