Taxdoo CEO Roger Gothmann

27:50

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Taxdoo begleitet Kassenzone als Sponsor schon seit einigen Monaten, weil es eine enorm attraktive Lösung für viel Händler ist, ihr komplexes Cross Border Geschäft steuerlich besser zu verwalten. Das Unternehmen hat vor kurzem eine knapp 60m Euro Finanzierungsrunde unter Führung von Tiger Global eingesammelt und der Gründer und CEO Roger konnte mir im Podcast genau erklären warum das mehr als Sinn macht für beide Seiten.

Umsatzssteuer-SaaS mit Roger Gothmann, Mitgründer und Co-CEO von Taxdoo

Berufstechnisch hat Roger einen denkbar weiten Weg zurückgelegt: von der Behäbigkeit der Finanzverwaltung bis hin zum kreativen Trubel der Start-up-Szene. Dieser Weg ging über eine Promotion an der Uni Hamburg, wo er zufällig einen der zwei anderen Mitgründer von Taxdoo kennenlernte. Das Unternehmen – übrigens Kassenzone-Sponsor – ist angetreten mit dem Ziel, das für viele Firmen leidige Thema der Umsatzsteuer-Compliance durch einen Software-as-a-Service-Ansatz radikal zu vereinfachen.

02:15     Allgemeine Frage zu Beginn: Was genau macht das deutsche Steuerrecht so kompliziert? Die Fallstricke, so Roger, fangen bei leicht zu übersehenden Kleinigkeiten an: formalen Fehlern in der Rechnungsstellung etwa, die dazu führen können, dass ein Unternehmen eingenommene Mehrwertsteuerbeträge wieder erstatten muss…

2015 kam Roger in der Promotion die Idee, nicht nur nebenher steuerberatend tätig zu sein, sondern eine technische Lösung zu entwickeln, die automatisch die richtigen Umsatzsteuerdaten aus verschiedenen Quellen zusammenbringt und ans richtige Finanzamt meldet. Letzteres kann ja unter Umständen mal in Frankreich liegen, wenn ein Unternehmen europaweit auf Amazon verkauft…

04:05     Angenommen, man gründet heute in Deutschland eine Firma, die – sagen wir mal: – Winkekatzen aus Asien importiert, in Deutschland lagert und europaweit auf Amazon vertreibt: Welche Probleme hat man dann? Erst einmal geht es darum, erklärt Roger, überhaupt in jedem europäischen Land, in dem man verkauft, den richtigen Steuersatz zu bestimmen, bevor man sich gegebenenfalls beim entsprechenden ausländischen Finanzamt melden und eine Umsatzsteuererklärung muss… Einheitliches europaweites System? Nur im Ansatz unter dem Schlagwort One-Stop Shop vorhanden.

06:00     Taxdoo hat von Tiger ein Investment eingeworben und wird neunstellig bewertet – woraus Alex schließt, dass der potenzielle Markt gewichtig sein muss. Bei der Gründung 2015-16, antwortet Roger, ging man von bis zu 300.000 Händlern in Europa, die als Kunden in Frage kämen. Jetzt habe das Unternehmen die Zielgruppe dadurch erweitert, dass es auch Accounting- und Controlling-Funktionen anbietet. Und deswegen nutzen Taxdoo mittlerweile viele Firmen auch, um ihre inländischen Geschäfte abzubilden und ihrer heimischen Steuerpflicht nachzukommen.

07:50     Zurück zum Winkekatzeverkäufer-Beispiel: Alex rechnet mit Roger das Geschäft auf Amazon in Frankreich durch – und fragt, welchen Prozentsatz Taxdoo nimmt. Der durchschnittliche Taxdoo-Kunde, so Roger, habe einen Umsatz von 5-7 Millionen Euro im Jahr und zahle monatlich 250-270 Euro.

In der Nutzung sei Taxdoo einfach, solange man die richtigen Schnittstellen hat: zum ERP-System, zum Marktplatz. Einige ERP-Systeme registrierten aber gar nicht den Ort der Transkation… Im Dashboard sehen Unternehmen dann, welche Umsätze angefallen sind und welche Steuern bezahlt werden müssen. Bald sollen Transaktionen markiert werden, die problematisch sein können – etwa, weil die EU-Umsatzsteueridentifikationsnummer eines Firmenkunden ungültig ist…

10:00     Womit argumentiert Taxdoo: Zeitersparnis in der Buchhaltung? Vorbeugung der Risiko von Rückzahlungen? Ja und ja, antwortet Roger, sowie Kosteneinsparung beim Steuerberater, der dann nicht noch einmal wegen einer Transaktion tätig werden muss.

Wie kommen die Kunden zu Taxdoo? Großgeworden sei das Unternehmen durch Content-Marketing: Im Blog erklärte Taxdoo die Komplexitäten der innergemeinschaftlichen Umsatzsteuergesetzgebung so gut, dass selbst erfahrene Steuerberater mitlasen. Diese sind dann auch zu wichtigen Partnern geworden, über die mittlerweile jeder dritter Kunde komme. „B2B2B-Vertrieb“ also, fasst Alex zusammen. „Definitiv“ – weswegen man beispielsweise Workshops für Steuerberater abhalte.

13:55     Wettbewerber? Auf globaler Ebene das NASDAQ-gelistete Avalara, das auch hinter den Umsatzsteuerservice von Amazon steckt.

Märkte? Solange der Fokus nur auf Umsatzsteuer lag, was einen europaweit einheitlich geregelten Rechtsbereich darstellt, war es einfach, in allen europäischen Ländern Kunden zu gewinnen. Mit der Fokuserweiterung auf Buchhaltung nehme die Komplexität zu, weil hier Systeme im jeden Land noch anders aufgestellt sind.

Die neuen Leistungen in der Buchführung und -prüfung: Transkationen werden von Taxdoo komplett vorbereitet in Systeme wie Datev hineingegeben; bald sollen auch Bewertungen von Transaktionen bezüglich Deckungsbeiträge und anderer Metriken möglich sein, Liquiditätsvorhersagen getroffen werden können usw.

16:30     Inwieweit hilft Roger seine Erfahrung als Steuerprüfer und Finanzministerialbeamter ihm, Taxdoo so zu gestalten, dass es Mehrwert bringt?

17:10     Wie kam es dazu, dass Taxdoo Kassenzone-Sponsor wurde? Und was hat diese Form der Podcast-Werbung gebracht? Alex: „Du kannst ganz ehrlich sein. Ich weiß nicht, ob die Rechnung schon bezahlt ist, aber…“ Roger: „Offen und ehrlich: Das Ding hat sich schon refinanziert!“ Allein beim Thema Brand-Awareness sei Podcast-Werbung kaum zu schlagen – so wie letztes Jahr, als Taxdoo ein thematisch passendes OMR-Gespräch mit Steuersünder Uli Hoeneß unterstützte…

18:45     Ist es besonders schwierig, Steuerberater von neuen Lösungen zu überzeugen – und über welche Marketingkanäle kommt man an sie ran? Über Fachmedien erreiche man sie nicht mehr, so Roger, und mittlerweile kämen sie von allein auf Taxdoo zu.

19:40     Wie viele Aktualisierungen im Steuerrecht gibt es jährlich in Deutschland? Zwei große Brocken kamen letztens von außerhalb: der One-Stop-Shop der Europäischen Kommission, der das Umsatzsteuerrecht für den europaweiten E-Commerce vereinfachen soll, und Brexit, der einiges verkompliziert. Roger erklärt, wie der One-Stop-Shop funktioniert, wem es hilft – und wo es nicht weiterhilft.

21:45     Sieht Taxdoo in seinen breit angelegten Daten zu Cross-Border-Geschäften Anzeichen für einen deutlichen Wirtschaftseinbruch? Ja – und zwar um 12% im Vergleich zum Vorjahr. Tendenziell stärker betroffen sind südeuropäische Länder wie Italien und Spanien.

23:15     Zum Schluss ein Ausblick auf die kommenden Monate und Jahre: Was hat Taxdoo vor? Ziel der Entwicklung sei es, ein „financial operating system framework“ zu errichten, in dem immer mehr Funktionen und Finanzkennzahlen abgebildet werden, die es Firmen ermöglichen, korrekt ihre Steuererklärungen abzugeben.

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