Die Party ist vorbei – ein Review der K5 Konferenz 2013

Alexander Graf

Alexander Graf, 35, E-Commerce Unternehmer & Autor, Gelernt und erste M&A-Tätigkeit bei der Otto Group, danach über 10 Unternehmen gegründet, heute u.a. Gründer Geschäftsführer des führenden Shop Technologieanbieters Spryker Systems. Im Juni 2015 hat er das E-Commerce Buch veröffentlicht, das seitdem die E-Commerce Rankings anführt. Weitere Infos hier, oder direkt kontaktieren unter: alexander.graf@etribes.de || Tel: +49 (40) 3289 29690

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8 Antworten

  1. Peter sagt:

    Ich freue mich sehr, dass die Branche anscheinend endlich mal zu einer klareren Sichtweise auf sich selbst kommt. Und möglicherweise nicht mehr alle paar Wochen eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird, welche den E-Commerce revolutionieren wird. Und deshalb auch jeder Onlinehändler mitlaufen muss.

    Denn letztlich ist Onlinehandel einfach nur Handel wie auch ein Katalog oder ein stationärer Laden auch. Nur die Werkzeuge sind anders, etwas platt ausgedrückt.

    Was der Onlinehandel versäumt hat – und Kassenzone dankenswerterweise jetzt auch aufgreift – ist, dass bisher alle nur auf Ihre Umsätze, Besucherzahlen und Konversionsrate schielten. Und solange am Ende unterm Strich irgendwas Schwarzes stand war alles ganz toll. Und auch wenn man rote Zahlen schrieb, war man ganz toll. Solange nur irgendwie die Wachstumszahlen passten.

    Aber auch wenn E-Commerce weiter steigen wird, für die meisten ist zumindest die Wachstums-Party vorbei. Und jetzt kommen die ganzen Fehler der Vergangenheit ans Tageslicht, welche bei steigenden Umsätzen kaschiert wurden. Nämlich, dass die wenigsten ihre Kosten im Griff haben.

    Und das liegt unter anderem daran, dass keiner seine Zahlen im Griff hat. Aber, dass ist jetzt eine andere und vor allem längere Geschichte.

    • NIls sagt:

      Hallo Peter

      Ich bin bei Dir, dass die Party vorbei ist und es eine Besinnung auf Profitabilität geben wird. Es ist ja auch spannend, dass auf der K5 die Geschöpfe der Samwer Brüder die Wachstumsmantra durch „Profit, Profit, Profit“ ersetzt wurde – die GFs von WestWing und Home24 haben sich ja bei Ihren K5 Vorträgen beinahe Überschlagen um Profitabilität in den Vordergrund zu rücken. Wobei hier aber auch der Wunsch Vater des (profitabilitäts-) Gedanken ist.
      ABER das ist ja eine durchaus positive Entwicklung und aus meiner Sicht als CFO gibt es keine andere Industrie die so Daten getrieben agiert – hier hat mal also die aller besten Voraussetzungen, um Zahlengetrieben die profitable Entwicklung von Unternehmen zu steuern. Das geht aber erst, wenn akzeptiert wird, dass der „Einkauf“ von Wachstum um jeden Preis einfach kein Ziel sein kann.

  2. Hallo Alexander,

    Naja ich weiß nicht.

    Es ist doch so, zu erst wurde eCommerce vom bestehenden Handel nicht ernst genommen bzw. nicht verstanden (innovationsfeindlichkeit, bremsende Prozesse, besitzstandswahrung). Nach einem initialen Boom von 1997-2001, kam ein furchtbarer Crash.

    Dann – in einem 10 jährigen reife und Wachstumsprozess – hat eine grundlegende Transformation statt gefunden, geprägt von teilweise explosivem Wachstum. Dabei wurde wild experimentiert – was sowohl notwendig als auch unausweichlich ist.

    Nun nach dem sich eCommerce etabliert hat und eine entsprechende Reife erreicht hat, und auch absehbar ist das Wachstum nicht unendlich ist, spielen eher klassische Themen wie Effizienz, Saubere Prozesse und Finanzarchitekturen eine größere Rolle.

    Es ist nicht im geringsten überraschend.

    Das nächste was passieren wird, dass die Visionäre in zunehmende Masse durch normale Manager ersetzt werden.

    Und am Ende sehen die Managementebenen ungefähr so aus wie bei den alten Firmen.

    Es war irgendwann einmal revolutionär Kaufhäuser oder Supermärkte aufzumachen.

    Bleibt zu überlegen welche Tools und Methoden im eCommerce relevant werden. Da gibt es mit Sicherheit einiges zu optimieren.

    Grüße,
    Stephan

    • Du sagt es doch: Nun geht es um Optimierung. Es wird aber noch immer sehr viel Geld in „Visionen“ gesteckt und in diesem Feld gibt es nun ein eher unsanftes Erwachen. Das ist in etwas so, als würde ein Supermarktbetreiber in der besten Lage Münchens einen großen Markt aufmachen, allerdings zu vergleichbaren Mieten wie der Prada Store nebenan. Am Ende kaufen die Kunden aber doch nur die normalen Lebensmittel im Markt.

  3. Man könnte es auch weniger pessimistisch ausdrücken:
    Die Party ist eine andere, ruhigere, seriösere. Man erkennt halt, dass es auf`s Detail ankommt und es Durchhaltevermögen gepaat mit einem guten Team braucht.
    Gut so!

  1. 17. September 2013

    […] invited and interviewed accordingly, and so it’s not a big surprise when Alexander Graf from Kassenzone quotes an attendee with the words “the party is over”: the qualitative aspects of […]

  2. 30. September 2013

    […] bereits veröffentlichten Beiträgen: Alexander Graf in seinem Blog Kassenzone, der der Meinung ist Die Party sei vorbei, die Schweizer Sicht von Thomas Lang, der beobachtet, dass mit härteren Bandagen gekämpft […]