Quo Vadis Shopware & Bepado

Alexander Graf

Alexander Graf, 35, E-Commerce Unternehmer & Autor, Gelernt und erste M&A-Tätigkeit bei der Otto Group, danach über 10 Unternehmen gegründet, heute u.a. Gründer Geschäftsführer des führenden Shop Technologieanbieters Spryker Systems. Im Juni 2015 hat er das E-Commerce Buch veröffentlicht, das seitdem die E-Commerce Rankings anführt. Weitere Infos hier, oder direkt kontaktieren unter: alexander.graf@etribes.de || Tel: +49 (40) 3289 29690

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16 Antworten

  1. Peer Schmid sagt:

    Hallo zusammen,
    nichts gegen Shopware und Bepado, aber so ganz neu ist die Idee nicht, oder?

    http://www.excitingcommerce.de/2009/11/thebakery.html

    oder auch direkt unter: http://www.theberlinbakery.com

    Libri-Anbindung, offen für Shopsysteme, Dropshipping, Vernetzung von Sortimenten, etc. – oh, und schon live, keine closed beta. Auch wenn da mal zur Abwechslung jemand in Berlin nicht nur laut getrommelt hat, vielleicht trotzdem einen Blick wert. 😉

  2. @Peer: Fairer Punkt, allerdings ist der Link kaputt bzw. führt auf eine Fehlerseite. Was mir bei thebakery noch fehlt(e) ist der Wachstumspfad. Woher sollen ausreichend viele Nutzer kommen, um eine kritische Masse zu erreichen. Da sind populäre (weit verbreitete) Shopsysteme wie Oxid, Magento oder Shopware viel besser geeignet, zumal wir uns bei solchen Themen noch in der Anfangsphase befinden und einige Iterationen durchlaufen müssen.

  3. Peer Schmid sagt:

    @Alexander: Ja, das ist der Fluch der „First-Mover“. Aber gerade der Aspekt, dass hier ein Angebot bereits besteht, als Dienst verfügbar und erprobt ist, sollte doch für eine Erwähnung reichen, oder? Gerade wenn der Aspekt der Unabhängigkeit vom Shopsystem den besonderen Reiz ausmacht, sollte man die Bakery nicht unter den Tisch fallen lassen, da auch als Intershop-Tochter immer weitere Systeme wie Oxid und Magento unterstützt wurden.
    Und noch mal ja, die Iterationen sind wichtig. Denkt man Modelle mit gesplitteten Ordern auf mehrere Shops weiter, stellt sich schnell die Frage nach dem Umgang mit Retouren. Wer trägt das Warenrisiko? Was passiert bei einer Rückgabe durch den Kunden mit der Ware, die nicht zum eigenen Shop gehört? B2C-Geschäft in Richtung des Endkunden mit B2B-Geschäft im Innenverhältnis zwischen den Händlern… Aber sind solche Fragen nicht ein Grund mehr, die Leute zu fragen, denen Jochen Krisch schon Ende 2009 „erhebliche Sprengkraft“ attestiert hat? Mal unabhängig von der Verbreitung?

  4. Das stimmt, im meiner laschen Art zu schreiben habe ich euch leider vergessen. Das wird zu gegebener Zeit nachgeholt. Ich verweise aber super gerne auf euch, wenn ihr die u.g. Fragestellungen irgendwo öffentlich reflektiert. Dazu finde ich aktuell leider nichts.

  5. Peter sagt:

    Es sind tatsächlich noch etliche Fragen bei bepado offen bzw. werden sich noch etliche Herausforderungen ergeben, die man noch nicht auf dem Radar hat. Ich persönlich sehe die eigentliche Sprengkraft von bepado jedoch weniger als Händlernetzwerk, sondern u.a. als Schnittstelle zwischen Lieferanten und Händler.

  6. Roman Zenner sagt:

    Danke für die Erwähnung 🙂 In der Tat glaube ich, dass die so mögliche Vernetzung der Händler das zentrale Element der bepado-Strategie ist. Ich bin selbst kein Händler, könnte mir aber vorstellen, dass es derzeit einiges an Aufwand bedeutet, komplementäre Produktkataloge von vertrauenswürdigen anderen Händlern zu finden. Ob für den Austausch von Daten bzw. das wechselseitige Einbinden von Produkten ausschließlich die bepado-Basis genutzt werden wird, wird sich zeigen. Denkbar wäre ja auch, dass nach der initialen Vernetzung zweier oder mehrerer Händler komplett andere Geschäftsmodelle außerhalb der Plattform entstehen.

  7. @Peter: Meinst du wirklich? Was hält die Lieferanten in der heutigen Systemlandschaft denn noch davon ab selber zu handeln? Wenn Sie schon ihre Produkte bei „Bepado“ haben, dann können sie ja auch noch einen Shop eröffnen.

    @Roman: Ich bin mir (noch) nicht sicher, ob das die Händler wirklich suchen. Ihr Hauptfokus liegt ja auf der Generierung von Traffic/Kundenakquise und die meisten wissen, dass sie das nicht zwingend mit weiteren Produkten im Shop bekommen.

  8. @Alexander: Das der Link kaputt ist/auf eine Fehlerseite führt, können wir hier bei TheBakery nicht nachvollziehen….

    Die Fragen im Back-End sind in der Realität des Handels vielfältiger und wesentlich komplexer als es auf den ersten Blick erscheint.
    Ob der Shop mit Software von Intershop, Magento, OXID oder auch Shopware betrieben wird, ist -vom Backend betrachtet- sekundär.
    Primär sind unsere Kunden an Lösungen interessiert, die es erlauben, möglichst einfach die verfügbaren Sortimente der bereits angebundenen Händler mit möglichst aktuellen Bestandsangaben in verschiedene Kontaktpunkte einzuspielen, ob Shop, POS, Call-Center, HbbTV, QR-Shopping und Plattformen wie Rakuten und ebay und die daraus entstehenden Bestellungen transparent zu verarbeiten und an die nachgelagerten Systeme in der Logistik oder der FiBu zu übergeben.
    Addiert man hierzu noch die Komplexität in der Abbildung mehrstufiger Handelssysteme wie bspw. Verbundgruppen oder Franchiser, kommt man an Order Management Plattformen wie TheBakery, Order Motion oder iCongo (von Hybris übernommen) nicht mehr vorbei.

    @ Roman Zenner: Ich persönlich bezweifel, dass durch „Order Management Systeme“ komplett neue Geschäftsmodelle entstehen; ich bin aber zuversichtlich, das mit diesen Systemen einige Herausforderungen bestehender Handelsstrukturen gemeistert werden können.

    Sind Händler nicht bereits vertraglich verbunden (Bepado: Händler vernetzen sich im Sinne eines Social Networks), dann sind bestimmte Fragestellungen nur bedingt technisch zu lösen, z.B. die Regelung der:
    – Rechtsverhältnisse (bspw. wie kommt mit wem wann ein Kaufvertrag zustande)
    – vertraglichen Vereinbarungen über Warenrisiken und Retouren zwischen selbständigen Händlern (Danke @Peer)
    – Kreditoren-Debitoren-Verhältnisse
    Diese Punkte erfordern Strukturen, die weiter greifen als die reine technische Dienstleistung einer „Plattform-Bereitstellung“.

    Wir bei TheBakery sind gespannt, wie Shopware diese Fragestellungen im Sinne ihrer Kunden zukünftig beantworten wird.

    @ Alexander: Wie wäre es mit einem Vergleich der verschiedenen Ansätze im Back-End von verschiedenen Software-Herstellern?

  9. @Constantin: Jetzt geht der Link auch wieder bei mir. Als ich es gestern probiert hatte, gab es eine Fehlermeldung. Welche Art von Backend Vergleich meinst du? Also was soll genau wie verglichen werden?

  10. Peter sagt:

    @ Alexander,

    Lieferanten werden meiner Erfahrung nach, insbesondere von zwei Dingen vom Direktvertrieb abgehalten: Fachhandelstreue und Konzentration auf das Kerngeschäft
    Oder anders ausgedrückt: Inkompetenz und Angst vor Umsatzeinbußen.

    Mal ganz ehrlich, klar gibt es Ausnahmen, aber es gibt doch fast keine Kompetenz auf Hersteller- und Lieferantenseite. Die wenigsten können auf Knopfdruck eine Lagerbestandsdatei erstellen. Es gibt noch genügend, die dafür jemanden ins Lager schicken müssen, damit der mal durchzählt. Im B2C mag es vielleicht etwas besser sein, aber im B2B ist es eine Vollkatastrophe. Die haben jetzt gerade mal erkannt, dass Internet keine temporäre Erscheinung ist und nicht mehr weggeht.

    Und die Angst vor Umsatzeinbußen ist vollkommen gerechtfertigt. Die wenigsten haben die für das Direktgeschäft notwendige Marktdominanz und sind vom Handel abhängig, sogar wenn sie die Onlinekompetenz hätten.

    Ein kleines Beispiel: Ein Großhändler hat seine Logistik befähigt Ware für seine Händler in dessen Namen auszuliefern (Streckengeschäft). Dies kostete ihn einen sechsstelligen Betrag. Hat nicht lange gedauert und er musste das Streckengeschäft wieder aufgeben, da ihm seine größten Händler aufs Dach gestiegen sind. Frei nach dem Motto: „Wenn Du jetzt jedem Wald- und Wiesen Onlinehändler die Ware auslieferst, brauchst Du uns ja nicht mehr“.

    Armselig nur, dass manchmal die Hersteller, welche die Fahne der Fachhandelstreue am höchsten halten, hintenrum über Betreibergesellschaften doch direkt verkaufen.

    Es gibt aber m.E. auch ein paar gute Gründe an den Fachhandel zu glauben:

    Mehr als 90%(?) der Einzelhandelsumsätze werden nach wie vor NICHT online erzielt.
    Die natürliche Grenze liegt m.E. bei 25% Onlineanteil vom Gesamtumsatz. Bedeutet auch in Zukunft werden 75% nicht online erzielt.

    Außerdem, glaube ich im Gegensatz zu vielen anderen, fest an die Chancen des stationären Handels. Diese müssen nur endlich das Internet RICHTIG nutzen lernen und ihre Stärken gegenüber dem Onlinehandel ausspielen.

    Gleichzeitig entstehen mittlerweile immer mehr interessante Experimente, die Online und stationär verknüpfen. Siehe auch unsere Artikelreihe local heroes.

    Welches in 14 Tagen übrigens gemeinsam mit eBay und dem HDE als Buch veröffentlicht wird. Warum sage ich das? – weil nicht ohne Grund alle großen Internetunternehmen wie Google, eBay etc. den stationären Handel fest auf dem Zettel haben und sich fragen wie sie sich diesen Markt erschließen können. Für mich ein Zeichen, dass auch diese großes Potential sehen oder die Endlichkeit des E-Commerce erkannt haben.

    Last, but not least sollte man nicht vergessen, dass alleine schon die Umstellung auf Direktvertrieb mit hohen Investitionen verbunden ist: Die Shop Software ist dabei nachrangig, aber deren Logistik, Warenwirtschaft etc. ist nicht auf Endkundengeschäft ausgerichtet. Die Prozesse und Organisation sowieso nicht. Und was ist mit dem Marketing um sich ins Gedächtnis der Endkunden zu brennen? – Wie Eingangs erwähnt, nicht jeder ist ein Adidas oder Nike.

    Dann doch lieber über bepado sein Händlernetz ins Internet verlängern. Vorteile und Möglichkeiten habe ich ausführlich in meinem Artikel geschildert. -> http://www.shopanbieter.de/news/archives/7222-starker-start-fuer-das-haendler-netzwerk-bepado.html

    Sorry, für die Verlinkung. Aber das Kommentarfeld habe ich mit diesem langem Monolog eh schon überstrapaziert.

  11. Gute Einwände. An die natürliche Grenze beim Onlineumsatz glaube ich nicht. Wodurch soll diese bedingt sein? Wie können Geschäftsmodelle die „nur“ Handel betreiben und auf teure innerstädtische Lager (Filialen) angewiesen sind überleben, wenn sie nicht mal annähernd die KPIs von Onlinemodellen erreichen. Ich hoffe für den stationären Einzelhandel, dass es nicht so kommt. Aber ich könnte es momentan nicht erklären, warum dem so sei. Und was genau sind denn die wertvollen Kompetenzen der Onlinehändler? Sie können ein Shopsystem mit dem Payment verbinden und haben eine ordentliche Buchhaltungssoftware. Oh je – wenn das so ist, dann wäre ich aber lieber Großhändler. Irgendwann steigen denen auch nicht mehr die Fachhändler aufs Dach, weil es die dann nicht mehr gibt.

  12. Peter sagt:

    Die natürliche Grenze wird vor allem vom Konsumenten gesetzt. Ich glaube wir Onliner überschätzen unseren Markt oftmals, da wir viel zu tief drin stecken. Aber Fakt ist doch, dass nicht jeder so Internetaffin ist wie wir und auch gar nicht sein möchte!

    Gleichzeitig, werden sich noch einige Geschäftsmodelle für den stationären Handel entwickeln, dessen bin ich überzeugt. Überleben werden diejenigen lokalen Händler, welche professionell agieren und sich auch mit ihren Produkten identifizieren. Ist ja aber dasselbe Thema wie bei den Online-Händlern -> Gehe in die Nische und baue eine hohe Glaubwürdigkeit auf. Reines „Kistenschieber“ werden hüben wie drüben tatsächlich aussterben.

    Aber ich persönlich würde auch viel öfter stationär einkaufen, wenn ich wüsste wo es das gesuchte bzw. benötigte Produkt gibt und vorrätig ist. Ist eigentlich nichts anderes als „Google Shopping“ für stationäre Händler (BTW: Gibt es in USA ja auch schon von Google).

    Nur mal zwei Beispiele aus meiner persönlichen Perspektive:

    1. Ich skizziere bereits seit Jahren meine Erwartungshaltung an den stationären Handel wie folgt: Ich gehe in ein Geschäft, suche ein Hose aus die mir gefällt, gibt es aber leider nicht in meiner Größe. Also scanne ich via Handy den Barcode und meine Produktfinder-App zeigt mir an, in welchem nächstgelegenen Geschäft es genau diese Hose in der gewünschten Ausführung und Größe gibt. Und auch noch, wo es aktuell Gutscheine oder Aktionen gibt.

    2. Vorteil eines stationären Handels sollte eigentlich ja die Beratungskomponente sein. Blöd halt nur, wenn es Händler gibt die nur genau die Ware empfehlen die sie gerade auf Lager haben und los werden müssen.

    Wenn jetzt aber ein Händler die Produkte nicht mehr zwingend auf Lager haben muss, sondern das für die Anforderungen des Kunden beste Produkte im Laden direkt mit dem Kunden online bestellt und dieser entscheidet ob sich die Ware im Laden abholt oder nach Hause schicken lässt, kann das für alle von Vorteil sein.

    Der Händler hätte dann nur noch Rennerprodukte lagernd, andere als Vorführprodukte im Laden und den großen Longtail kann er mit 360 Grad-Ansicht am Tablet zeigen.

    Last, but not least – Menschen mögen grundsätzlich Kontakt zu Menschen haben und nicht zu Computern.

    Ist jetzt alles nur grob angerissen, aber in diese Richtung wird oder sollte es gehen. Und ganz ehrlich – Otto mit seinen enormen Kompetenzen, alleine schon in der Logistik, hätte beste Vorrausetzungen sich ein stationäres Netz aufzubauen. Und damit endlich mal Amazon & Co. etwas entgegenzusetzen. 😉

    Just my fice cents.

  13. Ich glaube nicht, dass die Kanäle überhaupt eine Rolle spielen. Ich will das Produkt meiner Wahl zu den besten Transportkosten. Für mich spielt das (stationäre) Einkaufserlebnis keine Rolle und ich glaube wie du, dass sich diese Präferenz nicht auf alle Käufer übertragen lässt. ABER: Die Beratungskomponente stationär ist doch vollkommen überschätzt. Wo genau bekommt man dann heutzutage gute Beratung und wie soll der Handel diese weiterhin finanzieren, wenn die Margen sinken?

  14. Peter sagt:

    Sicherlich liegt beim stationären Handel hinsichtlich Beratungskompotenz einiges im Argen. Diese werden aber auch von der Bildfläche verschwinden, siehe mein erster Kommentar zum Thema „Kistenschieber“. Es wird sich aber viel Neues ergeben und auch der Onlinehandel orientiert sich doch jetzt schon gen Laden. Heute Getgoods, gestern Notebooksbilliger, eBay macht Showrooms etc. pp.

    Und ganz ehrlich, hättest Du mir vor ein paar Jahren gesagt, dass Internetunternehmen im TV und in Fussballstadien Werbung machen werden, hätte ich Dich wahrscheinlich für verrückt erklärt. Genauso werde ich vermutlich belächelt, wenn ich nicht in das Lied des toten Ladenhändlers mit einstimme. Aber auch Discounter und Einkaufszentren auf der grünen Wiese haben nicht alles platt gemacht.Aber ja, Wandel ist notwendig und es werden einige auf der Strecke bleiben. Doch es wird auch neue geben. So wie immer.

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