Venture Capital ist tot – es lebe Venture Capital

Alexander Graf

Alexander Graf, 35, E-Commerce Unternehmer & Autor, Gelernt und erste M&A-Tätigkeit bei der Otto Group, danach über 10 Unternehmen gegründet, heute u.a. Gründer Geschäftsführer des führenden Shop Technologieanbieters Spryker Systems. Im Juni 2015 hat er das E-Commerce Buch veröffentlicht, das seitdem die E-Commerce Rankings anführt. Weitere Infos hier, oder direkt kontaktieren unter: alexander.graf@etribes.de || Tel: +49 (40) 3289 29690

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21 Antworten

  1. Es erscheint zumindest logisch, dass Know-How an Bedeutung gewinnt. (Und, wie ich finde: Kontaktnetzwerke!)

    Es gibt eine neuere Studie über den Einfluss von Business Angels/VCs auf den Erfolg von Startups: eine Untersuchung der Harvard School besagt, dass von Business Angels unterstützte Startups erfolgreicher sind als solche, die mit Venture Capital gefördert sind. Dies wird auf den „zweiten Flügel“ der Angels zurückgeführt: das Kontaktnetzwerk und das Mentoring des Angels. http://www.readwriteweb.com/start/2010/04/angel-backed-companies-more-likely-to-succeed-says-harvard-study.php

    Über den Erfolg von Inkubatoren hab ich nur veraltete Studien gefunden, leider. In neueren Artikeln findet man immer nur so was „“The data shows that companies in incubators are four times more likely to succeed than those without that support.” (http://news.ufl.edu/2010/06/14/hub-groundbreaking/) Ohne Quelle, ohne nix.

    Ich denke, man kann nicht alle Startups über einen Kamm scheren, wenn es um den Bedarf an Gründungskapital geht. Internetunternehmen brauchen natürlich erstmal nicht so viel, Hightech-Firmen schon. Nehmen wir das Beispiel Novaled: die waren schon relativ weit in der F&E, haben sich aus der TU ausgegründet und hatten natürlich einen hohen Kapitalbedarf. In diesem Fall waren sie clever und haben sich einen Teil von ausländischen VC-Unternehmen besorgt (u.a. Crédit Agricole Private Equity). Heute sind sie eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich organische LEDs.
    Ohne VC… wäre das wohl nicht gegangen.

    Meiner Meinung nach ist keine Finanzierungsform „der Stein der Weisen“, man muss immer schauen, was genau das Startup macht und will. Deine Grafik zeigt ja auch, dass in verschiedenen Phasen unterschiedliche Geldgeber gefragt sind.
    Wir möchten eine zusätzliche Möglichkeit zu schaffen und zwar durch Crowdfunding, also kleine Investments (und die Aufmerksamkeit) von vielen Menschen werden gebündelt Startups zur Verfügung gestellt. Am bekanntesten im Zusammenhang mit Crowdfunding für Startups ist growvc mit ihrem Fondsmodell. Bei Seedmatch.de wird sich jeder Mikroinvestor (Mini Business Angel) selber auswählen können, in welche Projekte er investiert. Vom Prinzip her wie bei Kickstarter.com, wobei es ja dort um Sponsoring geht.
    Je mehr Möglichkeiten es für Startups gibt, umso besser, dann können sie sich die passende heraussuchen, Hauptsache, gute Ideen scheitern nicht an der Finanzierung!

  2. Es erscheint zumindest logisch, dass Know-How an Bedeutung gewinnt. (Und, wie ich finde: Kontaktnetzwerke!)

    Es gibt eine neuere Studie über den Einfluss von Business Angels/VCs auf den Erfolg von Startups: eine Untersuchung der Harvard School besagt, dass von Business Angels unterstützte Startups erfolgreicher sind als solche, die mit Venture Capital gefördert sind. Dies wird auf den “zweiten Flügel” der Angels zurückgeführt: das Kontaktnetzwerk und das Mentoring des Angels. http://www.readwriteweb.com/start/2010/04/angel-backed-companies-more-likely-to-succeed-says-harvard-study.php

    Über den Erfolg von Inkubatoren hab ich nur veraltete Studien gefunden, leider. In neueren Artikeln findet man immer nur so was „“The data shows that companies in incubators are four times more likely to succeed than those without that support.” (http://news.ufl.edu/2010/06/14/hub-groundbreaking/) Ohne Quelle, ohne nix.

    Ich denke, man kann nicht alle Startups über einen Kamm scheren, wenn es um den Bedarf an Gründungskapital geht. Internetunternehmen brauchen natürlich erstmal nicht so viel, Hightech-Firmen schon. Nehmen wir das Beispiel Novaled: die waren schon relativ weit in der F&E, haben sich aus der TU ausgegründet und hatten natürlich einen hohen Kapitalbedarf. In diesem Fall waren sie clever und haben sich einen Teil von ausländischen VC-Unternehmen besorgt (u.a. Crédit Agricole Private Equity). Heute sind sie eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich organische LEDs.
    Ohne VC… wäre das wohl nicht gegangen.

    Meiner Meinung nach ist keine Finanzierungsform „der Stein der Weisen“, man muss immer schauen, was genau das Startup macht und will. Deine Grafik zeigt ja auch, dass in verschiedenen Phasen unterschiedliche Geldgeber gefragt sind.
    Wir möchten eine zusätzliche Möglichkeit zu schaffen und zwar durch Crowdfunding, also kleine Investments (und die Aufmerksamkeit) von vielen Menschen werden gebündelt Startups zur Verfügung gestellt. Am bekanntesten im Zusammenhang mit Crowdfunding für Startups ist growvc mit ihrem Fondsmodell. Bei Seedmatch.de wird sich jeder Mikroinvestor (Mini Business Angel) selber auswählen können, in welche Projekte er investiert. Vom Prinzip her wie bei Kickstarter.com, wobei es ja dort um Sponsoring geht.
    Je mehr Möglichkeiten es für Startups gibt, umso besser, dann können sie sich die passende heraussuchen, Hauptsache, gute Ideen scheitern nicht an der Finanzierung!

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  3. Marek sagt:

    spannend! http://cdixon.org/2010/06/19/builders-and-extractors/ passt auch zum Thema

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  4. Mathias sagt:

    @ Friederike: In diesem Zusammenhang auch von Interesse: http://www.mountain-club.ag oder auch das Seedcamp aus London bzw gibt es da eine ganze Reihe an unterschiedlichen Ansättzen zu dem Thema!

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  5. Mathias sagt:

    @ Friederike: In diesem Zusammenhang auch von Interesse: http://www.mountain-club.ag oder auch das Seedcamp aus London bzw gibt es da eine ganze Reihe an unterschiedlichen Ansättzen zu dem Thema!

  6. @Marek Danke für den Artikel, Builders& Extractors, das trifft es ziemlich gut. Natürlich sind die Sympathien gleich auf seiten der Builders! Auf der anderen Seite muss man VC auch nicht dafür schelten, dass es etwas nicht ist, das es nie den Anspruch hatte, zu sein. Ob alternative Ansätze (Inkubatoren etc.) im den „Nährboden“ (tolle Startups) entziehen werden, wird man sehen.

    @Mathias Ja, da ist deutlich eine (begrüßenswerte) Entwicklung zu erkennen, vom Bereitstellen von Geld hin zum Bereitstellen von immateriellen Ressourcen.
    Das ist genau das, was in Mareks verlinktem Artikel beschrieben wird: die Frage, welches die Motivation der Ressourcengeber ist. Geht es ihnen um eine einträgliche Geldanlage (extractors) oder darum, etwas mit aufzubauen (builders, z.B. seedcamp, business angels). Letzteres ist zwar die edlere Motivation, aber ich denke, ersteres hat auch schon vielen geholfen und wird noch eine Weile Bestand haben.

  7. @Marek Danke für den Artikel, Builders& Extractors, das trifft es ziemlich gut. Natürlich sind die Sympathien gleich auf seiten der Builders! Auf der anderen Seite muss man VC auch nicht dafür schelten, dass es etwas nicht ist, das es nie den Anspruch hatte, zu sein. Ob alternative Ansätze (Inkubatoren etc.) im den “Nährboden” (tolle Startups) entziehen werden, wird man sehen.

    @Mathias Ja, da ist deutlich eine (begrüßenswerte) Entwicklung zu erkennen, vom Bereitstellen von Geld hin zum Bereitstellen von immateriellen Ressourcen.
    Das ist genau das, was in Mareks verlinktem Artikel beschrieben wird: die Frage, welches die Motivation der Ressourcengeber ist. Geht es ihnen um eine einträgliche Geldanlage (extractors) oder darum, etwas mit aufzubauen (builders, z.B. seedcamp, business angels). Letzteres ist zwar die edlere Motivation, aber ich denke, ersteres hat auch schon vielen geholfen und wird noch eine Weile Bestand haben.

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  8. Marek sagt:

    @Friederike
    Nach außen hin verkaufen viele VCs den Anspruch, ein „Builder“ erster Güte zu sein. Sie investieren ausschließlich in sehr innovative und disruptive Technologien. Dazu gibt es natürlich jede Menge Added Value, ein tolles Netzwerk und super Anschlussfinanzierungen…
    Verständlicherweise positioniert sich kaum ein Later-Stage-Investor als rein zahlenorientiert und schon garnicht als „me too“-Investor.

    Zwar richtet man als realistischer Unternehmer seine Erwartungshaltung gegenüber den Investoren eher an Referenzen – man sollte die VCs jedoch an ihren Pitches messen dürfen.

    Meine Hypothese: Der Vorteil des „Builder“-Mindsets zeigt sich nicht nur in der Finanzierung wirklich neuartiger, sehr risikoreicher Konzepte – sondern auch in schweren Zeiten, z.B. in einem längeren Atem beim Exit-Timing.

  9. Marek sagt:

    @Friederike
    Nach außen hin verkaufen viele VCs den Anspruch, ein “Builder” erster Güte zu sein. Sie investieren ausschließlich in sehr innovative und disruptive Technologien. Dazu gibt es natürlich jede Menge Added Value, ein tolles Netzwerk und super Anschlussfinanzierungen…
    Verständlicherweise positioniert sich kaum ein Later-Stage-Investor als rein zahlenorientiert und schon garnicht als “me too”-Investor.

    Zwar richtet man als realistischer Unternehmer seine Erwartungshaltung gegenüber den Investoren eher an Referenzen – man sollte die VCs jedoch an ihren Pitches messen dürfen.

    Meine Hypothese: Der Vorteil des “Builder”-Mindsets zeigt sich nicht nur in der Finanzierung wirklich neuartiger, sehr risikoreicher Konzepte – sondern auch in schweren Zeiten, z.B. in einem längeren Atem beim Exit-Timing.

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  10. @Marek Das ist wohl leider so, Frage ist, was tut man als Startup?
    Man kann sich über das bisherige Verhalten des VCs informieren und versuchen, mit einem „Builder“-Unternehmen in Kontakt zu treten, das einen guten Ruf hat. Nur sind es eher wenige Gründer, die sich von VC-Angeboten kaum retten können und eine große Auswahl haben. 😉
    Zumindest könnte es aber hilfreich sein, wenn man sich über die Stärken und Schwächen (des Mindsets) der jeweiligen VC-Gesellschaft im Klaren ist und dementsprechend seine Erwartungen bildet. (Es gibt sicher auch Startups, denen die rein finanzielle Unterstützung ausreicht.)

    Auf der anderen Seite wäre es wünschenswert, dass sich zeigt, dass begehrte Gründer eben doch „Builder“-VCs bevorzugen. So könnte auch bei den VCs ein Umdenken beginnen, dass man eben doch einen (immateriellen) Mehrwert bieten muss, um die Top-Startups für sich zu gewinnen.

    Momentan sieht es nur eben noch so aus, dass in Deutschland relativ wenig Venture Capital auf der Angebotsseite zur Verfügung steht, das genügend nachgefragt wird (so dass keine Notwendigkeit besteht, das Angebot anzupassen).

    Oder seh ich das falsch?

    Es wäre außerdem interessant, einmal das oben Angeklungene näher zu untersuchen: VC-Gesellschaften sind ja Wirtschaftsunternehmen und als solche auf Gewinnmaximierung ausgelegt (um es mal plump auszudrücken). D.h. für das VC stellt sich die Frage, welches Mindset bringt den besseren wirtschaftlichen Erfolg (beim Startup und dann auch beim VC)? In einem meiner vorangegangenen Posts habe ich Links zu Studien gepostet, die nahelegen, dass Startups mit Know-How-Unterstützung die besseren Erfolgsaussichten haben. …

  11. @Marek Das ist wohl leider so, Frage ist, was tut man als Startup?
    Man kann sich über das bisherige Verhalten des VCs informieren und versuchen, mit einem “Builder”-Unternehmen in Kontakt zu treten, das einen guten Ruf hat. Nur sind es eher wenige Gründer, die sich von VC-Angeboten kaum retten können und eine große Auswahl haben.
    Zumindest könnte es aber hilfreich sein, wenn man sich über die Stärken und Schwächen (des Mindsets) der jeweiligen VC-Gesellschaft im Klaren ist und dementsprechend seine Erwartungen bildet. (Es gibt sicher auch Startups, denen die rein finanzielle Unterstützung ausreicht.)

    Auf der anderen Seite wäre es wünschenswert, dass sich zeigt, dass begehrte Gründer eben doch “Builder”-VCs bevorzugen. So könnte auch bei den VCs ein Umdenken beginnen, dass man eben doch einen (immateriellen) Mehrwert bieten muss, um die Top-Startups für sich zu gewinnen.

    Momentan sieht es nur eben noch so aus, dass in Deutschland relativ wenig Venture Capital auf der Angebotsseite zur Verfügung steht, das genügend nachgefragt wird (so dass keine Notwendigkeit besteht, das Angebot anzupassen).

    Oder seh ich das falsch?

    Es wäre außerdem interessant, einmal das oben Angeklungene näher zu untersuchen: VC-Gesellschaften sind ja Wirtschaftsunternehmen und als solche auf Gewinnmaximierung ausgelegt (um es mal plump auszudrücken). D.h. für das VC stellt sich die Frage, welches Mindset bringt den besseren wirtschaftlichen Erfolg (beim Startup und dann auch beim VC)? In einem meiner vorangegangenen Posts habe ich Links zu Studien gepostet, die nahelegen, dass Startups mit Know-How-Unterstützung die besseren Erfolgsaussichten haben. …

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  12. Spannende Betrachtung von @supergraf zu den veränderten Produktionsfaktoren und der Relevanz von Daten. http://tinyurl.com/2d9sjrk

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  13. Der Ökonom sagt:

    Nun, einen Punkt hast Du nicht bedacht: Boden spielt mittelbar eine weiterhin wichtige Bedeutung als Produktionsfaktor, nämlich sowohl in bezug auf die Herstellung digitaler Apparaturen als auch für deren Energieversorgung. Zudem können Daten als kommanditiertes Kapital, zu dessen Ökonomisierung allerdings wider Arbeit erforderlich ist, begriffen werden. Auf der Ebene volkswirtschaftlicher Betrachtung bliebe es somit bei den drei Produktionsfaktoren der Politischen Ökonomie: Boden, Kapital und Arbeit.

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  14. Daten als Produktionsfaktor im E-Commerce http://tinyurl.com/2d9sjrk #ecommerce

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  15. @ökonom: Im klassischen VWL Sinn hast du natürlich recht. Boden hat in der Abbildung auch 2010 noch eine Bedeutung – diese ist aber extrem klein.

    Die Kreislaufbetrachtung hinkt allerdings, weil Kapital auch auf Arbeit basiert. So einfach lässt sich der Datengedanke mE nicht kürzen.

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  16. Ulrich sagt:

    Gute Gedanken und schöne Thesen, die ich so unterschreibe.
    Das Tolle am Internet ist, dass es neue volkswirtschaftliche Realität entstehen und auch den Markt vollkommener werden lässt.

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  17. Daten als Produktionsfaktor im E-Commerce – http://bit.ly/bhiNgE

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  18. RT @legalershop: Daten als Produktionsfaktor im E-Commerce – http://bit.ly/bhiNgE

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