Status Quo Curated Shopping | Interview mit Outfittery

Mode HundeCurated Shopping Konzepte (E-Commerce für Männer) sind seit 2012 ein wesentlicher Hoffnungsschimmer im Kampf gegen Amazon. Wie kann man Kunden online exklusiv an sich binden? Darauf haben Modomoto, Outfittery & Co. scheinbar sehr gute Antworten gefunden, wenn dort von über 200.000 aktiven Kunden gesprochen wird. Dass gerade der USP der persönlichen Beratung/Produktempfehlung gegen Amazon wirkt, spült auf den ersten Blick Wasser auf die Mühlen der stationären Handelsverfechter. Bei genauerer Betrachtung sind die Curated Shopping Anbieter aber nicht erfolgreich, weil ein Mensch bei der Auswahl der Produkte an der anderen Seite am Telefon sitzt, sondern weil die Daten bei den Anbietern um Lichtjahre besser sind, als die Kundenkartendaten von P&C/C&A/H&M…. deren Datenstruktur gefühlt aus den 80er Jahren kommt. Ein einziges Trauerspiel, aber darum geht es an dieser Stelle gerade nicht. Ich habe den Marketingmann Nicolas Köhn von Outifttery auf der DMEXCO interviewt und zu den Kassenzone.de Klassikern (Kundengewinnung, Margen, Kundenbindung…) befragt. Das schaut alles sehr gut aus und nicht umsonst hat Zalando mit Zalon und P&C mit der Stilbox in diesem Bereich nachgelegt. Es stellen sich damit sehr zwei spannenden Fragen für mich? Wie groß ist dieser Markt überhaupt? Hat der Markt eine Chance aus der Nische herauszukommen, oder bewegen wir uns hier pro Anbieter auch langfristig maximal im 8-stelligen Umsatzbereich? Zu dieser Frage hat Outfittery in der letzten Woche eine GfK Studie geliefert, die sie als bekanntesten Anbieter ausweist, aber bei halbwegs neutraler Zusammenstellung des Panels auch aufzeigt, dass diese Art von Service für einen großen Teil der Kunden interessant ist. Ob sich das auch über das Thema Fashion ausweiten lässt, ist noch vollkommen offen.
BEKANNTHEIT-Curated-Shopping

NUTZUNG-Curated-Shopping

Die zweite Frage ist für mich noch interessanter, und teilweise finden Nicolas und ich ein paar Antworten im Interview dazu. Ist Curated Shopping ein eigenständiges Geschäftsmodell oder langfristig „nur“ eine Funktion von großen Modehändlern? Auf dem Papier haben Zalando, P&C und viele andere ja deutlich bessere Karten für das Geschäftsmodell. Sie haben die Ware, die Kunden, die Daten…. da müsste doch ein Zalon durch die Decke gehen. Ähnliches dachten „wir“ auch schon beim Thema Shopping Clubs und die Entwicklung von Eigenmarken von Händlern („Kann man Marken produzieren?„) ist ja auch so ein Thema. Mittlerweile sehe ich das etwas gelassener. Solange Outfittery, Modomoto & Co. ausreichend ins Wachstum investieren, müssen sie auch vor Zalando wenig Respekt haben. Die Vorteile bestehen oft nur auf dem Papier und am Ende gewinnt das Interesse des größeren Geschäftsmodells und nicht das Interesse des Nischenkonzeptes. Im Interview gehen wir aber differenzierter auf dieses Problem ein.

Blog via E-Mail abonnieren

Aktuelle Beiträge werden sofort nach Erscheinen per E-Mail versendet. Abmeldung jederzeit möglich.

Schließe dich 2.754 anderen Abonnenten an

5 Gedanken zu “Status Quo Curated Shopping | Interview mit Outfittery

  1. Pingback: Curated Shopping - Interview mit Outfittery | K...

  2. Die Daten der Studie sind sehr interessant. Vor allem die potentiell hohe Akzeptanz bei Frauen hatte ich so nicht erwartet, bisher vermutet. Gut wenn es Studien dazu gibt.

    Wie war das noch mal mit dem Thema „Shop the Look“ – hat ja durchaus Bezüge, nicht direkt aber indirekt. Zalando führte das ja mal mit viel „Vorschusslorbeeren“ ein, inzwischen finde ich es im Shop aber nicht mehr.

    Gibt es Informationen dazu, was draus wurde?

    • Es nennt sich jetzt glaube ich Streetstyles. Es ist nach wie vor beliebt. Viele Modeshops machen es ähnlich, wie z.B. AboutYou.

      Bei AboutYou weiß ich aus direkter Quelle, dass es auch sehr erfolgreich ist.

  3. Pingback: Curated Shopping - Das E-Commerce Modell im Selbstversuch - konversionsKRAFT

  4. Curated Shopping boomt: Über 60% aller Nutzer bevorzugen eine persönliche Onlineberatung! Davon profitieren die Vorreiter mit Outfittery, Modomoto, Zalon…

    2016 wird ein gutes Jahr für viele Fashionhändler um ihr bestehendes Geschäftsmodell zu erweitern…

    Dimitri Haussmann (CEO)
    http://www.shopboostr.de

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.