Wie funktioniert eigentlich lesara.de? Interview mit Roman Kirsch

lesara LogoGestern hatte ich die Möglichkeit den Gründer und Geschäftsführer von lesara.de, Roman Kirsch, auf dem etailment Summit zu interviewen. Der Interviewzeitpunkt fällt nur rein zufällig mit einer großen Finanzierungsrunde zusammen, die Lesara gestern bestätigt hat. Mangrove Capital Partners und einige weitere Investoren geben dem Unternehmen 5 Mio. Euro. Lesara ist laut Eigendarstellung der erste reine Online-Premium-Discounter in Europa und wirft mit dem Geschäftsmodell auf den ersten Blick viele Fragen auf. Insbesondere nach dem Desaster mit dem Shoppingclub Geschäftsmodell in Europa läuten bei mir alle Alarmglocken, wenn ich die Worte „Deal“, „Schnäppchen“ oder „Discount“ bei der Beschreibung eines Onlinemodells höre. Jochen Krisch hat das Modell beim Start mit dem US Unternehmen nomorerack.com verglichen, die es mit einem Umsatz von 350 Mio. $ 2013 in Top 100 Internet Retailer Liste geschafft haben. Nomorerack arbeitet aber mit einigen starken Marken zur Kundenakquise, analog zum Shoppingclubansatz, auf die Roman komplett verzichtet. Im Interview erklärt er auch warum. Ggf. ist ein Vergleich mit wish.com passender, das bei Techcrunch bereist als das nächste 1 Milliarde Dollar Einhorn gehandelt werden.

[…] Just to refresh your memory, the San Francisco-based Wish was launched by former Google, Yahoo and Facebook employees Peter Szulczewski and Danny Zhang. The company has a Pinterest-like interface, and uses algorithms and machine-learning technology to adapt to a user’s tastes in order to show them products they like.

While Pinterest began exploring how a user’s likes and interests can be programmed into a more personalized experience earlier this year and doesn’t really emphasize commerce, Wish is all about the art of the algorithmically enhanced sale. […]

Das passt gut zu den Aussagen in meinem Interview und ergänzt das hervorragende Interview von ecommerce-vision aus dem Februar dieses Jahres.

Mich hat brennend interessiert, warum über 14.000 Produkte auf der Plattform sind und ob die bereits 100.000 erreichten Kunden wirklich etwas wert sind. Ist es tatsächlich wie bei Tchibo? Können die Kunden wöchentlich mit neuen Angeboten gelockt werden? Der Blick hinter die Kulissen des Geschäftsmodells war für mich sehr erhellend und Roman hat versprochen auf die Nutzerkommentare hier bei kassenzone.de zu antworten. Fragt ihn also, wenn noch Fragen offen geblieben sind.

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28 Gedanken zu “Wie funktioniert eigentlich lesara.de? Interview mit Roman Kirsch

  1. Die mit Abstand wichtigste Frage nach dem Traffic kam gleich zu Anfang, doch leider wurde darauf nicht geantwortet.
    Woher kommen die künftigen Kunden ?
    SEO, SEM usw. kann es nicht sein wenn ich mir die Daten von leasar.de in diversen Tools anschaue.

    • Hieß es nicht, dass viel über Display reinkommt? Hatte auf jeden Fall etwas von Facebook Marketing gehört.

      • Ja über Display auf Facebook, aber da eine Conversion Rate von 3 % zu erreichen, halte ich für schier unmöglich. Solch eine Conversion hat Amazon als Brand aber eine lesara ?
        Und 1.000.000 Besucher im Monat ? Sorry, aber das wären ja dann 30.000 Bestellungen im Monat und das in diesem Shop bei diesem Sortiment…
        Ich möchte nichts unterstellen, aber diese Zahlen hören sich für mich mehr als fantastisch an.

        Was das Geschäftsmodell und den Shop angeht, gebe ich dir vollkommen recht.

        • Vielleicht antwortet Roman noch darauf. Die Frage ist sehr relevant! Aber bei 5 Mio. Finanzierungsrunde muss man schon ein paar Euro Umsatz vorweisen. Also scheint ja doch etwas dahinterzustecken.

  2. Danke erst einmal für das Interview und die offene Art von Herrn Kirsch. Kam sympathisch rüber, wie ein echter Gründer. Viele in diesen Positionen vermitteln oft nur diese eine Seite des Execution-getriebenen (Pseudo-Gründer)-Managers.

    Zum Businessmodell und Lesara im Detail:
    Logisch kann ich den Ansatz nachvollziehen und womöglich ist auch eine gewisse Zielgruppe da, die irgendwo herumfliegt. Ich bin es definitiv nicht. Habe mich schon lange nicht mehr so unwohl in einem Shop gefühlt. Jeder Pixel vermittelt einem „BILLIGE IMPORTWARE. LASS DIE FINGER DAVON!“.
    Gerade kommunikativ kommt bei mir hier nicht viel Gutes zusammen. Die Verquickung aus No-Brand-Produkten, die in China von 500 Herstellern identisch hergestellt werden können aber „PREMIUM“ sind? Das lässt sich doch niemandem vermitteln, der auch nur ansatzweise ein Gefühl für sowas hat. Auch die Art und Weise mit Rabattprozenten und UVPs herumzuwerfen, als ob das No-Brand-Produkt einer realistischen Vergleichbarkeit unterliegen würde. Man findet mit etwas Wissen auch schnell Günstigeres (s. z.B. http://www.ebay.de/itm/like/131288505019?lpid=106&_configDebug=ViewItemDictionary.ENABLE_PAYMENTS_IN_HLP:true&hlpht=true&ops=true&viphx=1 – 2 ganze Euro günstiger als bei Lesara. Und das war nur meine Erstrecherche…)

    In Summe vermittelt Lesara leider nur ein Businessmodell, dass trotz Onlinefokus auf die Ahnungslosigkeit der Kunden setzt. Hausfrauen (35+), die sich durch die vermittelten Preise in den Kauf ziehen lassen. eKomi-Bewertungen von 3,8/5 sind auch eher schlecht. Viele Kunden beklagen mangelhafte Qualität…

    Wenn sich da nichts tut an der Ausrichtung, muss schnell in Wachstum investiert werden um neue ahnungslose Erstbesteller heranzuholen. Einen guten CLV haben hier nur Kunden, die sonst auch gern mal im TV „edlen“ Schmuck und Crosstrainer ordern…

    Sorry für die harten Worte, aber außer dem Businessmodell gibts für die Idee und Umsetzung hier nicht mehr viel zu besprechen!

    • Den Einwand verstehe ich, aber es sollte mE ja nicht darum gehen immer den billigsten Preis anzubieten, sondern ein entsprechendes Preisgefühl zu vermitteln. Genau das macht es doch spannend. Wenn Lesara in der Lage ist seine Produkte über dem aliexpress/ebay Preis anzubieten, dann finde ich das erst einmal positiv.

      • Generell gebe ich dir dort recht. Wenn die Kommunikationsstrategie das aber dezidiert vorsieht, sollte es auch halbwegs klappen.

        Im Shop heißt es „Exklusiv für Sie mit Best-Preis-Garantie“. Klar kann man durch die fehlende Brand-Vergleichbarkeit argumentieren, dass es unterschiedliche Iphone-Cases sind. Aber faktisch wissen wir es ja alle besser.

        Nur weil ein Geschäftsmodell halbwegs „gerissen“ ist und erst einmal funktioniert, müssen wir es ja nicht alleinig deswegen loben. Für mich zählt zu Unternehmertum trotzdem immer ein gewisses Werteverständnis. Vor allem auch seinen Kunden gegenüber…

        Ich freue mich dennoch auf weitere Nutzereinschätzungen. LG

        • Wir hier, die sich professionell mit dem Thema beschäftigen und den ganzen Tag im Netz verbringen, wissen es natürlich besser. Wir sind aber bei weitem nicht „Alle“. Ganz im Gegenteil. In dieser Beziehung sind wir wahrscheinlich betriebsblind. Man kann sich gar nicht vorestellen, dass die allermeisten Kunden/Käufer gar nicht in der Lage sind großartig Preise oder Herkunft zu recherchieren. Ich muß mir das auch immer wieder aktiv bewusst machen um noch (für mich) attraktive Preise durchsetzen zu können. In vielen Sparten ist es so, dass der cleverste verkauft, nicht der billigste!

        • Meine Meinung habe ich weiter unten geschrieben. Ich halte es für ein großes Versäu mnis dass Deutsche Startups, Gründerszene und Co diesen Themen erstmal negieren und nicht bereit sind, das Thema aufzugreifen. Obwohl hier ganz klare Verstöße gegen das Gesetz vorliegen.

  3. Hi in die Runde,
    danke für den Input und die Kommentare!
    Kurzes Feedback zu den konkret angesprochenen Punkten:

    1. Look & Feel der Seite:
    Grundsätzlich argumentieren und testen wir nicht nach unserem eigenen, subjektiven ästhetischen Kriterien sondern nach dem, was bei der Zielgruppe (=Massenmarkt) gut ankommt und gut konvertiert. 2 ganz unterschiedliche Sachen. Wir legen beim Design aber viel Wert auf Fokus auf eine hohes Verhältnis von Bild zu Text (man steigt sofort schnell in die Tiefe des Shops ein), Personalisierung (Produktanordnungen/Empfehlungen im Fokus), nicht-einheitliche Produktbilder etc. Sinn und Zwecks ist ein Stöberverhalten zu incentivieren und die Time-On-Site und Pageviews pro VIsit zu erhöhen. Gleichzeitig sind wir jetzt in Monat 10 aber noch bei weitem nicht dort, wo wir hinwollen 🙂

    2. Pricing
    Normalerweise muss ich mich über die „günstigen“ Preise rechtfertigen, schön an dem Punkt von der anderen Seite Feedback zu bekommen. Unser Preis-Benchmarking fokussiert fokussiert sich auf ein Kern von für uns relevanten Wettbewerbern in den einzelnen Kategorien. Das ist wie schon angesprochen nicht 1×1 übertragbar, da Produkte im No-Brand-Bereich nicht direkt vergleichbar sind. Das es durchaus auch Großhandelsgeschäfte gibt oder ein privater Seller über einen Marktplatz für einen ähnliches Produkt einen anderen Preis verlangt ist glaube ich klar und wird von uns ja auch nicht ausgeschossen. Wichtig ist, dass wir unseren Kunden langfristig besseres „Value-for-Money“ im Discount-Segment im Vergleich zu großen Wettbewerbern.

    3. Kundenzufriedenheit & -bewertungen
    Den Kommentar verstehe ich nicht ganz. Kundenzufriedenheit ist eine unserer Kern-KPIs – das ist ja auch das,was uns mittelfristig von Marktplätzen oder chinesischen Großhändlern unterscheiden soll. Sellbes Angebot & Preise, bessere Qualtät & Service. Wir sind da glaube ich auch aktuell auch schon gut unterwegs – die positive Bewertungsquote lag in dem letzten Quartal bei >90%; was für ein freiwilliges Bewertungstool (wo naturgemäß eher unzufriedene Kunden bewerten) eine gute Quote ist. Auch wenn man die Quote benchmarked mit größeren Unternehmen (Siehe Bonprix mit 2.5/10 https://www.trustpilot.de/review/www.bonprix.de oder Tchibo mit 3.3/10 https://www.trustpilot.de/review/www.tchibo.de).
    Klar ist aber auch, dass bei jüngeren Unternehmen, insbesondere in starken Wachstumsphasen Prozesse noch nicht perfektioniert sind oder Mitarbeiter nicht sofort nachgehired und trainiert werden können. Daran arbeiten wir weiterhin.

    4. Traffic & Co:
    Über die Zahlen hatten wir ja im Interview gesprochen – genauere Details werden wir aber sicherlich zu einem zukünftigen Zeitpunkt nochmal mitteilen.

    Viele grüße
    Roman

    • Da bin ich wirklich auf die Trafficquellen gespannt.
      Denn wie gesagt, SEO und SEM können es nicht sein und wenn ich mir die Reaktionen (Likes und Kommentare), wohlgemerkt bei fast 60.000 Fans von lesara.de, bei Facebook täglich anschaue, dann kann ich FB auch als großen Traffickanal ausschließen.

      Aber irgendwoher müssen die 1 Mio. Besucher monatlich ja kommen.

    • Hallo Herr Kirsch,

      Danke auch hier noch mal für das Sparring, dem Sie sich stellen. Zeigt Größe, wenn vor allem auch mal etwas stärkerer Wind aufkommt.

      Zu den Erläuterungen:
      1) Look and Feel – ok, können wir so stehen lassen. Für mich ist es persönlich zu weit weg von allem was ich an einem Shop schätze. Wenn es aber bei A-B Tests oder ähnlichen gut für diese Designästhetik lief, dann ist das so 😉

      2) Pricing – sehe ich ein, dass man nicht immer und überall jedes (hinrissiges) Pricing mitgehen kann/möchte. Dann sollte hier aber umgeworded werden. Den Ansatz der „eigenen Referenzliste an Konkurrenz“ kann ich nicht so stehen lassen. Im Sinne des Stöberansatzes ist ja Ebay mitunter einer der größten Konkurrenten im deutschen Raum. Hier sollte ja schon geschaut werden, wo sich das eigene Produkt im Pricing etwa bewegt.

      2.1) Es wäre mir ein Anliegen, wenn noch auf meinen vorherigen Punkt des durchgestrichenen Preises eingegangen wird. In Ermangelung einer ECHTEN Vergleichbarkeit kann es sich ja fast nur um einen Fantasiepreis handeln, welcher ein grobes Marktmittelmaß darstellt. Soll wahrscheinlich aber nur auf die gelernte Information einzahlen, dass durchgestrichene Preise für eigene Preisreduktionen stehen. Nun gut

      3) Den Punkt, dass tendenziell eher Unzufriedene Feedback geben, lass ich gern so stehen. Da ist was dran. Trotzdem kam es mir im Bereich der Negativkommentare (subjektiv) so vor, als ob es in der Mehrzahl um mangelhafte Qualität ging.

      Kann man hier denn schon eine Retourequote verraten?

      Angenehme Grüße

  4. Definitiv ein interessantes Geschäftsmodell, was durchaus funktionieren kann und in gewisser Weise eine Konkurrenz für uns darstellt, wenn auch natürlich nur mit vereinzelten Produkten.

    Gespannt bin ich allerdings, wie gut die rechtlichen Anforderungen beim Import eingehalten werden, da gibt es ja durchaus einiges zu beachten, was gerade am Anfang und bei kleineren Stückzahlen den Import oft sehr schnell verteuern kann. Der Handel in Deutschland ist da auf jeden Fall oft sehr schlecht davor, was man da so in den 1-EUR-Läden an klar nicht legalem Zeugs findet, erstaunt mich immer wieder, geschweige denn natürlich bei Produkten auf eBay oder sogar von größeren Onlineshops, die selbst importieren, bei denen oft nichtmal das CE-Zeichen korrekt draufgedruckt wurde. Eine korrekte Konformitätserklärung für Produkte mit Lebensmittelkontakt können dann allerdings selbst die oft nicht liefern, die sonst ganz gut davor sind… Auf der anderen Seite spielt das wahrscheinlich in der Praxis doch nicht so sehr eine Rolle, denn im Endeffekt hat niemand wirklich Interesse, Konkurrenten abzumahnen in dem Bereich, da das schnell sehr teuer auch für die eigenen Anwälte wird… Eine Testbestellung hab ich trotzdem mal aufgegeben, aber keine Angst, von uns ist da definitiv nichts in der Richtung zu erwarten, ich fand’s einfach nur spannend, wie stark ihr das Thema auf dem Plan habt.

    Ansonsten fände ich die Frage nach dem Traffic auf jeden Fall auch sehr spannend, denn das ist wohl der entscheidende Faktor für Erfolg oder Misserfolg.

  5. Schade, das es auf die wirklich interessanten Fragen, keinerlei Reaktion mehr gibt. Wäre sicherlich für alle Beteiligten informativ gewesen.

  6. Na da bin ich mal gespannt, ob hier alle Kommentare auch wirklich beantwortet werden. Wie lesara funktioniert habe ich in meinem Blog beschrieben. http://www.toptestsieger.de/lesara-mangelhafter-kundenservice-fake-kundenbewertungen-fake-streichpreise/ Katastrophaler Kundenservice ( es gibt wenige Händler, die so eine hohe negative Feedback Quote bei ekomi haben, man sollte sich auch die Kommentare bei Trustpilot anschauen). Das I-tüpfelchen der Kundenverar******* (so muss man es nennen) sind aber die in meinen Augen erfundenen Streichpreise, die nicht erklärt sind und auch keine Marktpreise sind. Für mich ist das höchst unseriös. Ich freue mich, dass jetzt auch von anderen Blogs diese Thematik aufgegriffen wird. http://www.onlinehaendler-news.de/handel/allgemein/10073-lesara-investition-kritik.html

      • Was erwartest du denn? Du stellst doch gar keine Fragen zum Geschäftsmodell, sondern postet nur deine Theorie zur Legalität des Modells. Das ist ja nicht Themas des Beitrags hier.

        • Ich kann das auch als Frage umformulieren: Warum verwendet ihr illegale Streichpreise? Meinst Du nicht, dass das strafbare Werbung ist wie in diversen Urteilen und Gesetzen zu lesen?

          Ist das besser?

          Und warum ist das nicht das Thema des Beitrags? Da steht doch: Wie funktioniert eigentlich lesara.

          Ich sage: Lesara funktioniert, indem Kunden systematisch bzgl. der Wertigkeit der Produkte belogen und getäuscht werden. Dadurch wird eine höhere Conversion Rate erzielt. Man kann sich nicht einfach irgendeinen Preis als Streichpreis aussuchen. So funktioniert das nicht in Deutschland.

          Lesara funktioniert auch, indem man negative kritische Kommentare auf Facebook löscht und die Leute sperrt.

          Lesara funktioniert, weil viele Blogs und Startup News lieber weichgespülte Interviews und PR Meldungen bringen wollen, als sich wirklich kritisch mit dem Geschäftsmodell, auch den unfairen Seiten, auseinandersetzen. Das halte ich für falsch, für unethisch und langfristig für das ökosystem nur schädlich.

          • Das sehe ich nicht so, außer du präsentierst hier ein objektives Rechtsgutachten. Das Handelsmodelle mit Streichpreisen agieren ist aus meiner Sicht vollkommen normal. Um das Modell als unfair und unethisch werten zu können, müssten man ja auch bei objektiver Betrachtung eine krasses Mißverhältnis zwischen zufriedenen und unzurfriedenen Kunden feststellen können. Ethisch bedenklich finde ich eher Modelle wie snipster.de

          • Alexander,

            hier hast Du persönlich dann einfach eine Wissenslücke. Das kann man, wie ein anderen Kommentator weiter unten richtig dargelegt hat, leicht recherchieren. Das bedarf auch keines Rechtsgutachtens. Da gibt es noch nichtmal ne Grauzone.

            Nicht erklärte Streichpreise und insbesondere erfundene Streichpreise sind mehr als nur „nicht nett“.

            ich verweise allein auf den in der jüngsten zeit prominentesten fall: unister http://www.l-iz.de/Leben/F%C3%A4lle%20und%20Unf%C3%A4lle/2013/01/Unister-Illegaler-Adresshandel-und-unlauterer-Wettbewerb-46179.html

            http://dejure.org/gesetze/UWG/16.html

            daneben hast du auch noch http://dejure.org/gesetze/UWG/5.html

            als unkommentierte streichpreise wurden vom lg düsseldorf zwar noch eigene ältere preise des händlers angesehen, aber die gibt es ja bei lesara nicht.

            und es ist hier auch kein einzelfall, das ist das system lesara.

            neben der rechtlichen unzulässigkeit finde ich das auch unmöglich, so die kunden hinters licht zu führen. ich hab die preisrecherche gemacht.

            ergebnis: der preis bei lesara liegt in vielen fällen über anderen angeboten in de und der streichpreis ist der reinste quatsch http://www.toptestsieger.de/lesara-de-phantastische-streichpreise/

          • Man muss da eigentlich keinen großen Wind drum machen. Lesara muss lediglich deutlich darstellen, auf was sich die Streichpreise (UVP, üblicher Marktpreis, Einführungspreis des Händlers, alter Preis bei Lesara.de etc) beziehen, nicht mehr und nicht weniger.
            Ob diese Preise dann die günstigsten Preise im Netz sind, spielt überhaupt keine Rolle.

  7. Die durchgestrichenen Preise sind nur deiner Meinung nach nicht erklärt, sondern sie sind so wie sie aktuell auf lesara.de dargestellt werden, verboten und demnach abmahngefährdet. (LG Düsseldorf, Urteil vom 20.09.2011, Az. 38 O 58/09)
    Wenn man mit Streichpreisen arbeitet, muss man dem User klar und deutlcih erklären, worauf dich der durchgestrichene Preis bezieht.
    So wie es z.B. Zalando: Die durchgestrichenen Preise entsprechen dem bisherigen Preis bei Zalando.

    Eine Aussage wie sie lesara.de hat: Unsere Preise entsprechen Großhandelspreisen. reicht da nicht und bezieht sich nicht auf die Streichpreise.

    • Ich sehe, wir denken sehr ähnlich. Die Nummer wurde jetzt 1 Jahr durchgezogen und ich bezweifele, dass das ohne Konsequenzen bleibt. Es hilft jeder Like meines Artikels, jeder Facebook Share. Damit manche Internetmacher solche Modelle erst gar nicht erwägen.

  8. Guten Abend zusammen,

    mit ein wenig Verspätung noch das schuldig gebliebene Feedback und die Antwort zu einigen der offenen Punkte:

    @Liam Rehto:
    -> Pricing:
    2. Definitiv ist Ebay einer der Konkurrenten was Endkunden angeht, ohne Frage. Jedoch ist die Kauferfahrung bei Marktplätzen doch eine andere als bei einem Händler und deshalb auch die Preise nicht (so einfach) vergleichbar: Das beginnt dabei, dass teilweise Händler aus dem Ausland auftreten, die den Preis exklusive Versand (kann aus Asien schnell 20+Tage bedeuten), ohne Zollkosten und weitere anfallende Kosten anbieten und geht dazu über, dass es sich nicht immer um Neuware oder für den Markt zugelassene Ware handelt. Dies macht ein einheitliches (evtl sogar automatisiertes) Preis-Benchmarking schwierig für uns. Daher schließen wir Marktplätze bei unserer Best-Preis-Garantie aus und vergleichen Äpfel mit Äpfeln 🙂

    Zu 2.1. Gute Nachfrage, das hat natürlich alles seine Richtigkeit. Es handelt sich um vom Hersteller/ Lieferanten empfohlene Verkaufspreise. Diese hat fast jeder Lieferant. Für den Hinweis, dass wir diese Information noch präsenter presentieren können bin ich dankbar. Wir haben die Informationen dazu aus den AGBs in die FAQs hinzugefügt (http://www.lesara.de/hilfe)

    @Daniel Brückner:
    – Thema Streichpreis haben wir oben geklärt. Das mit den UVPs steht auch übrigens in dem Link den du selbst gesetzt hast zu Onlinehaendlernews. Dieses Thema sollte dir aber bei deiner „Recherche“ bei den Groupons, Ottos und Zalandos dieser Welt vielleicht auch mal aufgefallen sein. Wundert mich, da du ja eigentlich mit Handelskonzepten vertraut sein solltest.

    – Zum Thema Kundenzufriedenheit habe ich oben schon etwas geschrieben. Wir haben als 10 Monate altes Unternehmen ein höheres Ranking als Bonprix, Tchibo, Zalando, Amazon & viele andere große Flagschiffe. Das ist für ein junges Unternehmen mit deutlich weniger finanziellen Ressourcen schon respektabel. Klar wir sind noch nicht perfekt, da sollte man aber die Kirche im Dorf lassen. Wir sind selbst da unsere größten Kritiker und versuchen noch besseren Service zu leisten.

    Grundsätzlich nochmal in die gleiche Richtung: Kritik ist eine gute Sache, weil man dadurch auch auf Dinge aufmerksam gemacht wird, die man viellieicht noch nicht im Fokus oder auf der Agenda hatte.
    Mir fehlt da nur manchmal in Deutschland und in der deutschen Gründerszene die Sachlichkeit & Ausgeglichenheit.

    Ich freue mich jedenfalls über jedes innovative Modell, erfolgreiche Unternehmen, jeden guten Exit/IPO – bringt mehr Spass als immer zu versuchen die große Verschwörung aufzudecken oder Jungunternehmen an den Pranger zu stellen. Vll steckst du ja deine Energie mal in etwas Sinnvolleres als einen „Hater-Blog“ mit 44 likes.

    Mein Wort zum Sonntag & bitte um Verständnis, dass ich mich jetzt aus der Diskussion ausklinke.
    Viele grüße

    • @ Roman Kirsch
      Vollkommen unabhängig von allem was du über lesara.de schreibst:
      Ich freue mich jedenfalls über jedes innovative Modell, erfolgreiche Unternehmen, jeden guten Exit/IPO – bringt mehr Spass als immer zu versuchen die große Verschwörung aufzudecken oder Jungunternehmen an den Pranger zu stellen.
      —> Das geht mir ganz genauso.
      Nur ist eben das große Problem, dass sehr viele Unternehmen eben nicht innovativ sind, nicht profitabel und einen nicht für beide Seiten wirtschaftlich und ethischen interessanten Exit/IPO hinlegen, sondern vielmehr in Deutschland oftmals versucht wird, schnelles Geld zu machen, getreu dem Motto: Nach mir die Sinnflut!
      Und genau hier trennen sich die Gemüter.

    • @Roman Kirsch

      Du kannst versuchen, alles auszusitzen und bei jeder Kritik versuchen, mit dem Finger auf jemand anders zu zeigen.

      Das macht Deine Streichpreispolitik nicht legaler, nicht kundenfreundlicher. Du kannst Dir nicht einfach Phantasiepreise aus dem Internet zusammensuchen. Groupon etc. sind für Dich überhaupt nicht relevant. Nur das Wettbewerbsrecht, das BGB und ein Paragraph zu strafbarer Werbung.

      Dein Vergleich mit Otto ist übrigens mehr als gewagt.

      Und was Du hier als Erklärung oder Kommentar anbietest ist äußerst schwach. Auch mit Deinem Abwiegeln der anderen Kommentatoren, bzgl. Kundenservice. Eure Leistung ist da katastrophal. So nen Wert bei Ekomi hinzubekommen ist bedenklich, ihr rangiert da sehr sehr weit unten. Und das bei Ekomi.

      • @Daniel:

        ich habe deine letzten drei Kommentare gelöscht. Das gehört hier nicht mehr zu kassenzone.de. Die Dinge kannst du gerne an Roman direkt schreiben oder in deinem Blog verwenden. Als persönliches Schimpfforum ist dieser Kommentarbereich nicht gedacht.

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