Das beste Shopsystem 2014 – Erwartung vs. Wirklichkeit

ZU DIESEM ARTIKEL GIBT ES EIN UPDATE. DAS BESTE SHOPSYSTEM 2016 – ENDGAME FALLACY

Onlineshop

Vor zwei Jahren habe ich einen vielgelesenen Artikel zum Thema „Das beste Shopsystem“ geschrieben. Darin ist Shopware ziemlich gut weggekommen und Magento nicht so gut, was natürlich promt zu erheblichen Protesten von Magentofans im Kommentarbereich des Blogs geführt hat. Ziel erreicht. In den letzten zwei Jahren hat sich viel getan – nicht nur im Shopsystembereich, sondern auch bei eTribes. Ich war in dutzenden Gesprächen involviert, in denen es darum ging, ein Technologie- und Dienstleistungssetup für E-Commerce aufzubauen und habe dabei viel gelernt. Das betraf und betrifft viele Hersteller, die erste Schritte im Bereich Direktvertrieb unternehmen und geht natürlich bis hin zu „Spezialfällen“ wie beim Projekt Collins, das ganz eigene Anforderungen an die Systemlandschaft stellt. Die grundsätzlichen Fragestellungen in den Projekten sind immer gleich: Was brauchen wir & und wie sollten wir es umsetzen? Diese beiden Fragen versuche ich in den folgenden Abschnitten zu beantworten.

Was brauchen wir? Einsteiger – Profi – Enterprise – Pure Play

Es gibt unzählige Webseiten und White Paper die sich mit dem Vergleich von Shopsystemen auseinandersetzen. Dann erzählt auch noch jede Agentur die man fragt, dass sie die beste Lösung für E-Commerce anbietet. Obendrauf finden sich die betroffenen Unternehmen je nach Anbieter auch noch mit einer Projektkosten-Bandbreite zwischen 10.000 € und 500.000 € konfrontiert. Das hilft alles kaum weiter. Ich bekomme Anfragen von Bekannten, die für ein 100 € Umsatz/Monat Projekt unbedingt eine super günstige Magentolösung brauchen („Kennst du da jemanden?“) und am nächsten Tag fragt mich ein Großhändler ob für seinen 100.000€ Umsatz/Tag Shop nicht doch auch die 99€/Monat Shopify Lösung reicht. Wahnsinn, purer Wahnsinn!

Da stellt sich schon die wichtigste Frage? Was ist das Ziel? Braucht man nur einen Shop, der mit Paypaleinbindung 10 Produkte im Monat verkaufen muss, oder benötigt man ein System, das mandantenfähig in 30 Ländern zusammen mit SAP funktioniert, oder will man Otto & Zalando Konkurrenz machen und ein sehr fortgeschrittenes Handelsmodell aufbauen?

Nach meiner Beobachtung scheint sich für E-Commerce Projekte die folgende Einteilung durchzusetzen. Unternehmen müssen im ersten Schritt entscheiden, in welche der vier Klassen sie überhaupt reinpassen, um im nächsten Schritt das richtige Umsetzungssetup zu finden.

  • [a] Einsteigerklasse: Geringe bis keine Anforderungen an Schnittstellen, wenige Produkte, geringes Budget, einfach nur verkaufen. Basics ist nicht zu verwechseln mit „Amateur/Hobby.“ Entweder der Verkauf der Produkte ist sinnvoll und funktioniert online, oder man lässt es sein. Üblicherweise findet man diese Einsteigershops auf Basis von Rakuten.de oder vielfach auch shopify & volusion. Meistens geht es den Betreibern darum, geringe Setupkosten zu haben und keinen/einen geringen monatlichen Beitrag zu zahlen. Diesen Anspruch erfüllen heute in der Regel die SaaS (Software as a Service) Systeme die sich schon sehr weit entwickelt haben. Wenn die Anforderungen des Betreibers aber auch nur 2-3 % von den Funktionen der SaaS Lösung abweichen, dann wird es schwierig. Das beginnt schon bei der Verwaltung von Gutscheinen und betrifft bei genauer Betrachtung fast alle fortgeschrittenen E-Commerce Projekte. Für den Einstieg in den E-Commerce, erste Markttests und Verkäufe, reichen die Lösungen aber aus. Geheimtipp in dieser Klasse: tictail.com.
  • [/] Amateurklasse: „Wir brauchen einen einfachen Magento Shop, wo wir ein paar Produkte verkaufen können.“ – Das Segment gibt es nicht, auch wenn es unzählige Anfragen von Kunden gibt die eine Profilösung für 1.000 € haben wollen.
  • [b] Profiklasse: oder „die Mittelklasse“: Sehr hohe Anforderungen an Funktionsvielfalt, Schnittstellen und Performance. In dieser Klasse passiert mit Abstand am Meisten und darauf gehe ich im zweiten Teil des Beitrages auch genauer ein. Die Projekte in diesem Bereich kosten in der Regel zwischen 20.000 € und 250.000 € und decken die Anforderungen der meisten E-Commerce Projekte ab. Umsatztechnisch dürften die Systeme in dieser Klasse für den größten Umsatz in Deutschland nach Amazon & eBay verantwortlich sein. Geprägt wurde diese Klasse von Magento, das als erstes modernes PHP Shopsystem ca. 2007/2008 den Markt im Sturm erobert hat. Es ist zu einer Art Typo3 der Shopsysteme geworden und in seiner Verbreitung bisher unerreicht, wenn man Tools wie wappalyzer glauben kann. Es gibt dutzende Systeme, die sich in dieser Klasse tummeln und noch mehr Vergleichstests, aber kein einziger macht am Ende des Tages wirklich schlauer. Es lässt sich allerdings durchaus feststellen, dass die Systeme in dieser Klasse sehr schnell leistungsfähiger werden und den unteren Bereich der Enterpriseklasse angreifen.
  • [c] Enterpriseklasse: Klingt teuer, ist teuer. In dieser Klasse tummeln sich so namhafte Systeme wie Hybris, Demandware und Intershop. Die Auftraggeber hier sind fast immer sehr große Unternehmen mit hunderten Seiten Anforderungsdefinitionen (Pflichtenheften), die dann in hunderten Manntagen von teuren Projektmanagern in Projektpläne übersetzt werden und in noch mehr Manntagen umgesetzt werden. Am Ende ist es noch viel teurer als angenommen (ab 500.000 € bis XX Mio. €) und ganz so weit ist es am Ende dann doch nicht her mit der Performance, obwohl die wirklich allerneuste/allerteuerste Technologie verwendet worden ist. In dem Bereich tummeln sich Konzernkunden, einige große Hersteller und weitere Unternehmen bei denen es auf die eine Mio. mehr oder weniger nicht ankommt. Meistens liegen alleine die Lizenzkosten für die eingesetzte Software bei mehreren hunderttausend Euros und jede Änderung am Shop kostet viel und dauert lange. Das klingt erst einmal abschreckend, aber es kann durchaus Sinn machen für Unternehmen wie BMW oder die Allianz. Otto, Quelle & Neckermann waren lange die Intershop Aushängeschilder in Deutschland. Die beiden letztgenannten Unternehmen gibt es nicht mehr und Otto hat sich mit dem Projekt Lhotse in die Pure Play Klasse upgraden lassen.
  • [d] Pure Play Klasse: Im Grunde genommen geht es hierbei um ambitionierte Eigenentwicklungen ab dem Jahr 2006/2007. Wenn die Standardsysteme der vorangegangenen Klassen die Anforderungen an das Geschäftsmodell nicht mehr erfüllen, dann muss man wohl oder übel auf Eigenentwicklungen setzen, wobei auch diese ein Verfallsdatum haben. Die technischen Plattformen von Zalando und Amazon sind bereits über fünf bzw. zehn Jahre alt und auch ständige Updates verhindern nicht das regelmäßige Neubauen des kompletten Setups. Otto hat das gerade mit dem Projekt Lhotse hinter sich, das Projekt Collins baut auch extrem viel neu auf und alle wissen: Irgendwann geht es von vorne los. Ein extrem anstrengender und teurer Prozess. Wenn mich Kunden fragen, ob nicht eine Eigenentwicklung für sie besser wäre, stelle ich meistens die Frage: Bist du ein Händler oder ein Technologieunternehmen? Amazon, eBay, Zalando und in Teilen auch Otto haben mit klassischen Handelsunternehmen kaum etwas zu tun. Strukturen, Entscheidungen und Know How ähneln mehr denen von Technologieunternehmen wie Facebook oder Salesforce. Das hat kaum mehr etwas damit zu tun, dass schlaue Einkäufer darüber nachdenken welche Farbe im nächsten Sommer angesagt ist. Diese Info kommt aus dem Datawarehouse. Ob das gut oder schlecht ist will ich an dieser Stelle gar nicht diskutieren – es sind unterschiedliche Modelle. Auch wenn Unternehmen für sich entscheiden, dass ihr Modell in Richtung Technologie driftet (Pure Play), dann mangelt es momentan einfach an Leuten, die das umsetzen können. Update: Project A hat sich kürzlich dazu im eigenen Blog lesenswert geäußert
  • [e] UPDATE 01/2015: Spryker (E-Commerce Framework): Im November 2014 habe ich zusammen mit Project A Ventures die Firma Spryker Systems gegründet, die Pure-Play Softwarequalität für große Unternehmen einfacher verfügbar macht. Spryker basiert auf der Expertise des Teams von Project A Ventures und ist eine Weiterentwicklung des Know-hows aus dem erfolgreichen Aufbau von über 50 E-Commerce-Modellen. Unter der Leitung von CTO Fabian Wesner sowie Mitgründer und Geschäftsführer Florian Heinemann wurde es bei Project A Ventures für die Anforderungen der hauseigenen Ventures weiterentwickelt : den effizienten Aufbau von schnell zu skalierenden und datengetriebenen Commerce-Projekten in einem Markt mit permanentem Innovationsdruck. Spryker gründet eine neue Shopsystem Kategorie, indem es keine Standardshops anbietet, sondern ein mächtiges Framework, mit dem Kunden ihr individuelles Geschäftsmodell abbilden können. Es ordnet sich gemäß der hier genannten Klassifikation zwischen Enterprise und Pure-Play Systemen ein.

Als Unternehmen muss man sich also Gedanken darüber machen, in welcher dieser Klassen man aktiv sein möchte. Das beeinflusst erheblich die nächste Frage: Wie sollten wir es umsetzen? Klassische Fehler bei der Selbsteinordnung, die ich beobachtet habe sind:

  • „Wir sind groß (viele Mio./Mrd. € Umsatz) = wir brauchen die Enterprise Lösung.“ Die Einordnung hat nichts mit der Unternehmensgröße zu tun, sondern mit den Zielen im E-Commerce.
  • „Wir brauchen einen Magentoshop für 20.000 € und wollen damit 5 Mio. € Umsatz pro Jahr machen.“ Viel Glück!
  • „Uns reicht eine Standardlösung aus, die wir an unsere (selbstgebaute) Warenwirtschaft anschließen können.“ – siehe Amateurklasse.

Die meisten Unternehmen finden sich in der Profiklasse wieder. Im nächsten Schritt schauen wir uns mal an, wie man vorgehen kann, wenn man in diesem Segment ein Projekt starten möchte.

Wie sollten wir es umsetzen? Shopware – Oxid – Agenturen – WaWi

Es gibt nicht das perfekte Shopsystem für jeden Fall, aber jede Agentur wird erzählen, dass ihre Lösung gerade super für das Problem des Kunden ist. Die Referenzen sehen immer klasse aus und am Ende gewinnt die netteste Agentur mit dem besten Preis. Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten, um zu verfahren. A) Man sucht sich erst eine Agentur aus und nimmt dann deren Shopsystem oder B) Man sucht sich erst ein oder zwei Shopsysteme aus und wählt dann dazu eine Agentur. Ich habe bisher bessere Erfahrungen mit B) gemacht und nenne hier mal die Kriterien für die Auswahl des Shopsystems:

  1. Große Verbreitung im Zielmarkt, weil das in der Regel bedeutet, dass bereits viele Standardsysteme an das Shopsystem angeschlossen werden können (Warenwirtschaft, Payment, CRM…).
  2. Hohe Verfügbarkeit guter Agenturen, weil die Kunden in der Lage sein sollten zwischen mehreren passenden und guten Agenturen auszuwählen.
  3. Zentrale Steuerung der Shopentwicklung durch den Hersteller & aktive
    Weiterentwicklung der Plattform, weil nur so mittelfristig die Leistungsfähigkeit des Systems sichergestellt werden kann.

Über die Verbreitung der Shopsysteme in Deutschland gibt es verschiedene Angaben. Ich vertraue da in der Regel auf Google Trends, weil es zum einen die aktuelle Nachfrage nach bestimmten Shopsystemen aufzeigt und zum anderen erkennen lässt, wie sich der Nachfragetrend entwickelt. Je steiler der Trend, desto mehr Momentum. Gemessen an der absoluten Verbreitung dürften in Deutschland XT Commerce und Magento vorne liegen. XT Commerce befindet sich aber im (Trend-) Sinkflug und Magento hält sich weiterhin auf einem hohen Niveau, was u.a. darin liegt, dass es die Profiklasse mitgeprägt hat.

Google-Trends-Shop

Ich habe schon vor zwei Jahren gesagt, dass die Übernahme von Magento durch eBay dessen langsamen Tod bedeutet. Dieser Eindruck bestätigt sich zunehmend. Magento hatte so viel Potential, es hat noch immer viele treue Fans, aber unter dem Mantel von eBay löst sich dieses Potential langsam auf. Magento spielt zwar in den Strategiepräsentationen von eBay regelmäßig eine Rolle, aber die letzten Pressemeldungen von Magento selbst verdeutlichen das Trauerspiel.

Bei den drei genannten Kriterien können in Deutschland aktuell nur noch Oxid und Shopware mithalten, mit deutlichen Vorteilen für Shopware. Das Momentum aus der Shopware Zentrale in Schöppingen ist beeindruckend und der nächste Schritt mit dem Shopware Händlernetzwek Bepado wird extrem spannend. Oxid hat aus meiner Sicht noch Vorteile bei den Schnittstellen in Richtung SAP, aber das holt Shopware den letzten Infos zufolge gerade auf. Daher tendiere ich – wie vor zwei Jahren bereits gesagt – für den deutschen Markt noch immer stark zu Shopware, wenn es um die Profiklasse geht. Wenn ein weißer Ritter Magento nochmal aus den Fängen von eBay befreit, dann würde ich mir das auch sehr genau anschauen, aber momentan sieht es nicht danach aus.

Wenn man sich nun für eines dieser Systeme entschieden hat, dann beginnt die Agenturauswahl. Einige Unternehmen schreiben seitenlange Anforderungsdokumente und lassen sich von Agenturen entsprechende Angebote zusenden und laden dann zu einem Pitch ein. Das mag sinnvoll sein, wenn man eine neue Unternehmenswebseite plant, aber beim Aufbau/Ausbau eines E-Commerce Projektes ist dieses Vorgehen irreführend. Zum einen ist die Anforderungsliste immer unvollständig (egal wie lang) und zum anderen nagelt man sich selbst beim Angebot fest, so dass die umsetzende Agentur am Ende jeden Extrahandgriff auch extra berechnen kann. Sinnvoller ist es mit Zielszenarien zu arbeiten und sich zusammen mit der dann ausgewählten Agentur einen klaren Umsetzungsplan zu schaffen. Die Agentur hat in der Regel viel mehr Erfahrung bei der Implementierung und wird dabei helfen. Was bringt es dem Kunden zu wissen, dass die Implementierung der Produktlupe 3 Manntage in Anspruch nimmt?

Es gibt unzählige Wege zu einer Liste von drei bis fünf passenden Agenturen zu kommen, die man zu Gesprächen einladen kann. Die Herstellerseiten der Shopsysteme bieten eine Orientierung, aber auch auf die Erfahrung im eigenen Netzwerk zurückzugreifen kann sinnvoll sein. Wenn man dann ein paar passende Kandidaten gefunden hat, dann sollte man dringend deren Referenzen prüfen und das ist nicht damit beendet sich die letzten aufgebauten Shops anzuschauen und für hübsch zu befinden. Anrufe bei den genannten Referenzkunden können erstaunliche Dinge zutage fördern.

Die Agentur selber sollte nicht zu groß sein, weil sie dann automatisch teurer wird und wenn möglich, geographisch nicht zu weit weg bzw. flugtechnisch gut angebunden sein. Kunden und Agentur sitzen in einem Boot und in jedem E-Commerce Projekt gibt es diverse Probleme zu lösen. Das muss man gemeinsam tun.

Die Kosten eines solchen Projektes lassen sich ganz grob mit der folgenden © Kassenzone Faustformel feststellen: Gesamtkosten = Projektbausteine x entscheidende Fachbereiche x Agenturen x Basisbudget. Nehmen wir mal an, dass ein mittelgroßer Händler (2 Mio. € E-Commerce Umsatz) die Warenwirtschaft und den Shop durch eine Agentur neu aufsetzt und dabei zwei Fachbereiche (Logistik & Vertrieb) leitend involviert sind. Das Basisbudget ist fest mit 20.000 € + 10.000 € pro Mio. Umsatz definiert). In diesem Fall dürfte man also rechnen: (Shop + WaWi) x (Logistik + Vertrieb) x (eine Agentur) x (20.000 € + 2x 10.000 €) = 160.000 €. Wie gesagt – ganz ganz grob und das gilt natürlich nicht für Extremfälle. Hinweis: Die Formel ist noch recht jung und ich teste sie gerade bei diversen Projekten. 

Wenn man sich auf Shopsystem, Agentur und Kostenrahmen geeinigt hat, dann ist die Arbeit leider nicht getan – nein, dann beginnt sie erst.

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Die Praxis bzw. die harte Wirklichkeit

Wenn ich in unserem Büro in Hamburg bin, dann treffe ich regelmäßig die Kollegen von Netshops. [Werbung ein] Netshops ist eine auf Hersteller und Marken spezialisierte E-Commerce Agentur, die in der nächsten Woche um drei Awards bei den Internet World Shopawards kämpft. Unser gemeinsames Projekt localgourmet.de („Das beste Fleisch aus deiner Umgebung“) ist übrigens auch nominiert. eTribes ist an Netshops beteiligt. [Werbung aus]

Auf jeden Fall sehe ich bei Netshops sehr viele Umsetzungsprojekte auf Basis von Shopware in der Praxis, in all seinen operativen Details. Wenn ich mit Kunden zusammen darüber diskutiere, welches E-Commerce Geschäftsmodell mit welchem Technologiesetup überhaupt für sie in Frage kommt, dann sind es solche Details, die man meistens vergisst,  bzw. von denen man denken könnte sie sind doch im Standard enthalten. Beispiele dafür sind:

  • Bestehende Schnittstellen bedeuten noch lange nicht, dass man zwei Systeme einfach zusammenfügen kann und alles funktioniert reibungslos. „Schnittstellen“ & „Kompatibilität“ heißt eigentlich nur, dass es theoretisch funktionieren könnte.
  • Es gibt erstaunlicherweise kaum gut funktionierende CRM Systeme, das dem Shopmanagement die CRM Aufgaben abnimmt. „Sende allen Neukunden einen 5 € Gutschein, die vor vier Wochen gekauft haben und mache einen 10 € Gutschein daraus, wenn sie eine Produktbewertung abgegeben haben….usw.“ Wenn im Kommentarbereich jemand etwas von Salesforce für diesen Zweck erzählt, dann zwinge ich ihn/sie 1.000 SEO Texte zu schreiben.
  • Gutes Contentmanagement ist in Shopsystemen meistens nicht möglich. Shopsysteme funktionieren (leider) nicht so einfach wie WordPress. Nein, man kann die Unternehmenswebseite nicht einfach so auf Basis des Shopsystems betreiben.
  • Der Launch eines E-Commerce Projektes ist nicht gleichzusetzen mit dem Aufbau eines neuen stationären Konzeptes. Wenn der Shop steht, dann passiert erst einmal….. nix. Bis wirklich Traffic auf die Seite kommt, ist noch sehr viel zu tun. Das wird regelmäßig erheblich unterschätzt.
  • Das Shopsystem ist kein PIM (Produktinformationsystem). Einige Kunden versuchen über E-Commerce Projekte ihre diffuse Produktdatenhaltung zu lösen. Das ist fast immer zum Scheitern verurteilt.
  • …..

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Das E-Commerce BuchMehr zu den Themen Shopsystem, E-Commerce Strategie und zur Bewertung diverser digitaler Geschäftsmodelle finden sich im Juni 2015 erschienenen „Das E-Commerce-Buch“ von Holger Schneider und Alexander Graf. Bereits nach kurzer Zeit führt das Buch diverse Bestseller Listen bei Amazon an und wurde im Schnitt mit 5 Sternen bewertet. 39,90€ Euro, 305 Seiten, 20 Jahre E-Commerce Know How.

 

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Technologie von Alexander Graf. Permanenter Link des Eintrags.

Über Alexander Graf

Alexander Graf ist Geschäftsführer von Spryker Systems, einem Joint Venture, das er im November 2014 zusammen mit Nils Seebach und Project A Ventures gegründet hat. Er verantwortet das Business Development und die Strategie des Technologie-Anbieters mit Sitz in Hamburg. Er ist zudem Gründer des größten europäischen Netzwerkes für digitale Unternehmer eTribes. Sein neues E-Commerce Buch wurde schon über 2.000x verkauft. Auf über 300 Seiten erklären Alexander Graf und Holger Schneider darin alle wichtigen Zusammenhänge zu Marktanalysen, Geschäftsmodellen und Strategien im E-Commerce. Er kann als Speaker und/oder Pausenclown gebucht werden. alexander.graf@etribes.de || Tel: +49 (40) 3289 29690

75 Gedanken zu “Das beste Shopsystem 2014 – Erwartung vs. Wirklichkeit

  1. Klasse Zusammenfassung, auch wenn ich die Meinung zu Magento nur bedingt teile: Ja, eBay könnte mehr daraus machen allerdings ist es unabhängig davon trotzdem ein sehr gut funktionierendes System – insbesondere für internationale Projekte. Shopware gefällt mir auch sehr gut und hat definitiv ein großes Potenzial.

    Im SaaS Bereich kann man sich auch mal venda.com anschauen.

    Hattest Du nicht auch was von CRM gesprochen – da gibt’s doch Sales…. – nur ein Spaß! 🙂

  2. Hey Alex,

    viele Wort um … ein heißes Thema. Wie bei so vielen Themen artet das häufig in Glaubenskriege aus und die Sachlichkeit bleibt auf der Strecken. Vielen Dank für die Aufklärung und die klasse Faustformel!

    Wir sehen uns auf dem Digital Commerce Day 🙂
    vg heiko

  3. „Es gibt erstaunlicherweise kaum gut funktionierende CRM Systeme, das dem Shopmanagement die CRM Aufgaben abnimmt.“

    „Gutes Contentmanagement ist in Shopsystemen meistens nicht möglich.“

    Wort drauf! Seit Jahren treiben mich diese beiden Punkte regelmäßig an den Rand des Wahnsinns. Ich mach‘ sogar den Wontorra, wenn jemand hier etwas fluffig Funktionierendes am Start hat: Bitte melde dich!

    • Wir haben dafür eine Content-Bridge-Lösung entwickelt. Diese verbindet Weblication (CMS von der Firma Scholl) mit Magento. Damit haben wir für unsere Kunden eine perfekte Lösung, um volle CMS-Funktionen an jeder Stelle im Shop anzubieten. Bei Interesse bitte melden.

      Gruß

      Marc Ring

    • Dieses Thema treibt uns auch seit Jahre um, weshalb wir und technisch darauf spezialisiert und eine Lösung mit Namen ShopFusion entwickelt haben.
      Als Referenzimplementierung gibt es eine nahtlose Verschmelzung von TYPO3 mit Magento und OXID (Shopware ist in Planung), ePages ist in einem Individualprojekt jetzt auch implementiert.

      Ich freue mich, dass das Thema immer mehr an Relevanz gewinnt und entschuldigt die Eigenwerbung 😉

      Butsch

      P.S.: http://www.typo3-shopfusion.com

  4. Hallo zusammen,

    ich halte die Zusammenfassung und Gewichtung für absolut gelungen. Auch in der teilweise Überzeichnung der Kundensicht. Aber Übertreibung macht anschaulich. 😉
    Was mir aber auffällt, sind Systeme, die einen Ansatz verfolgen, der vielleicht noch am ehesten an den der Pure-Player Systeme heran reicht. Beispiel pimcore, die sich vom open source PIM zu einer beachtenswerten Lösung neben dem „Mainstream“ der genannten Lösungen entwickelt haben.
    Aktuell dazu: http://www.sellside-report.com/im-gespraech/interview_dietmar-rietsch_pimcore_pim_opensource

  5. Bei größeren Shops reicht es nicht aus ein gutes Shopsystem auszuwählen. Wenn man ernsthaft skalieren möchte, muss mindestens noch die Themen vollautomatische Bestellabwicklung und Data-Warehouse angehen. Da landet man dann schnell bei ERP-Systemen oder halt einer passenden Eigenentwicklung.

    Ergänzend zum Thema Eigenentwicklung bzw. ‚Pure Play‘: Wir haben in unserem Techblog vier Gründe genannt, warum wir bei Project A eine eigene e-commerce Platform entwickelt haben:
    http://goto.project-a.com/4-reasons-why-we-developed-our-own-e-commerce-platform/

  6. Coole Zusammenfassung! Ich finde es ok, dass die aktuellen Shopsysteme nicht die Eierlegendewollmilchsau sind. Sinn machen E-Commerce Geschäftsmodelle, die irgendwas besser machen als andere. Und dann geht es direkt in die individuelle Kombination mit anderen Systeme wie externe Marketing-Tools, Tracking-APIs, PIM, CRM und auch Content-CMS. Viel wichtiger ist, dass die Systeme sich nicht verschließen und an ihren APIs pfeilen und Spezialanbietern eine Schnittstellenplattform für kleine Plugins wie SEO Tools bis hin zu SAP Schnittstellen zur Verfügung stellen. Und da machen sich die oben genannten Systeme schon ganz gut.

  7. Hi Alex,

    Super Beitrag *daumen hoch*.

    Was mir natürlich zu kurz kommt sind:

    – Produkt Suche / Recommendation Engine (immerhin das Kronjuwel von Amazon)<- es liegt aber auch daran das ich mich primär mit der "Product Discovery Experience" beschäftige (tunnelblick)
    – wie sieht es mit Customer Intelligence aus? Damit meine ich nicht irgendwelche zusammengeflochtenen HTML Reports oder Excel Dumps, sondern eine integrierte Sicht auf den Kunden.

    Interessant finde ich das CRM ein Problem ist, warum eigentlich? Sind die Tools zu unflexibel? Das Rabatt Beispiel deutet darauf hin.

    Der Artikel hat jedenfalls die Note "Pflichtlektuere" verdient.

    Respekt auch, dass Du Deine insights so offen zeigst.

    Grüße,
    Stephan

      • Was soll es denn alles können das CRM Shop System?

        Bzw. Warum geht salesforce nicht? Weil Salesforce eher b2b Vertriebs Prozesse abbildet?

      • Hi Alex,

        vielleicht ist ja OroCRM (www.orocrm.com) eine passende Alternative. Das CRM-System wurde unter anderen von EX-Magentor-CTO Yoav Kutner entwickelt und ermöglicht die Integration von Magento in OroCRM.

        Grüße,
        Alice

  8. Hallo, da Tictail hier benannt ist, wie schaut es dort bei der Umsetzung deutschen Rechts an? Das letzte mal als ich Tictail & Squarespace gesehen hatte, war zum Beispiel nur ein Steuersatz möglich und die Beschriftung von Buttons (Stichwort Button-Lösung) nicht möglich, d.h. kein Einsatz in Deutschland möglich. Hat sich das geändert, wie sind eure Erfahrungen?

    • Bisher gehe ich nicht davon aus, dass man damit einen wirklich rechtskonformen Shop in Deutschland betreiben kann. Ggf. sagt Project A noch was dazu.

  9. Ich glaube für technologiegetriebene Händler wird es irgendwann so etwas wie „Frameworks für Onlineshops“ geben. Basispakete die Funktionen zu Steuern, Warenkörben, SEO, etc geben werden, welche man dann bei beliebigen anpassen kann.

    Sylius ( http://sylius.org/ ) wäre hier zum Beispiel ein Projekt, welches aus der Symfony2 Community heraus entwickelt wird. Sommelier Privé ( http://www.sommelier-prive.de/ ) nutzen dieses und entwickeln auch aktiv mit.

    Ansonsten bin ich mir ziemlich sicher, dass Shopware die Lösung für den Mittelstand werden wird. Technisch gesehen haben die m.M. nach Magento schon deutlich überholt. Sich der Open Source Community zu öffnen ( https://github.com/ShopwareAG/shopware-4 ) war sicherlich richtig.

  10. Weißt du, was mich an dem Artikel ärgert? – Dass er nicht von mir ist 🙂 Sehr schön geschrieben und in der Summe absolut zutreffend. Lediglich beim Thema „Google Trends“ habe ich meine Vorbehalte (ein Haar in der Suppe muss ich ja finden), denn ob oft nach dem Namen Shop-System gesucht wird, sagt meiner Meinung nach noch nicht so viel über dessen Gesamt-Popularität aus – es kann ja auch bedeuten, dass Entwickler sehr oft danach suchen, weil die zugehörige Dokumentation sehr schlecht ist etc. etc.

    Viele Grüße,
    Roman

    • Ja, Google Trends ist Fluch und Segen. Oxid ist natürlich schon fast ein generischer Begriff und die absolute Nachfrage nach XT Commerce basiert wahrscheinlich auch eher auf der Negativnachfrage „XT COmmerce Dokumentation“, „XT Commerce vs. Magento“ und so.

  11. Pingback: Das beste Shopsystem | Kassenzone

  12. Pingback: Das beste Shopsystem gibt es… | Kassenzone

  13. Hallo Alex,
    Dein Hinweis, daß Du selbst Shopware anbietest und daher befangen bist, hätte etwas prominenter dargestellt sein können.
    Ansonsten aber ein sehr informativer Artikel – und endlich nennt mal jemand konkrete Kostenbeispiele. Mutig und hilfreich für alle Shopbetreiber.

    Alles Gute aus Kiel,
    Carsten

    • Das habe ich mir auch überlegt, aber ich bin in den Projekten die wir betreuen nicht auf Shopware festgelegt. Das ist nur eine der Optionen mit denen wir arbeiten (je nach Klasse).

    • Ich hatte ehrlich gesagt das Argument noch länger hin- und her gewälzt. Um den Gedanken weiter zu drehen: wie ist das denn bei Automobilen und Finanzprodukten? Bei letzterem weiß man nun nur zu gut, dass die meiste Beratung mehr oder weniger ein Vertriebsgespräch darstellt. Wenn kann aber ich dann aber als Experten fragen? Zumal sich jemand ja tagtäglich mit durch die Untiefen der Materie wühlen muss, um überhaupt mitreden zu können. Das alles kostet Zeit – und will irgendwo bezahlt werden. Kleine Utopie: Schön wäre als Dienstleistung eine Art unabhängiger Gutachter, den man buchen kann um etwa Konzepte von Shopumsetzungen prüfen zu lassen.

  14. Ich finde deine Einteilung cool und treffend für die kleine Gemeinde der reinen Online-Händler, die meistens nur eine Insellösung benötigen und für die, die Performance, Skalierbarkeit und Integrierbarkeit in bestehende Systemlandschaften auch zukünftig nicht die Bedeutung haben wird. Und die sich laufend fragen, habe ich das richtige System gewählt.

      • Hallo Alexander, ich würde mich fragen, wie ich in 1-2 Jahren verkaufen werde. Und wenn ich nun stationär, online, über weitere Händler und über Marktplätze verkaufe, bzw. verkaufen werde, dann stellen sich ganz andere Fragen: woher kommen die Produkt- und Kundendaten für meinen Verkauf, wie reichere ich den Content (Texte und Bilder) dazu an, wie verarbeite ich die Bestellungen, wie binde ich Kasse und Kundenkarte an, wie steuere ich Kampagnen übergreifend und nutze meine verschiedenen Kanäle zur Kundenbindung und -gewinnung, usw.
        Darauf haben Shopsysteme wie Magento und Shopware wenig Antworten, denn die sehen nur den reinen Online-Verkauf. Gut für die reinen Online-Händler, schlecht für die breite Masse der Händler. Dort hilft dann nur eine Analyse der Systemlandschaft und darauf aufbauend ein Stufenplan zur Umsetzung.

        • Da hast du leider Recht. Shopsysteme richten sich in ihrer Struktur leider noch sehr an „alten“ E-Commerce Modellen aus. Die Fragen werden jetzt einfach alle an die WaWi weitergeleitet und sind da vollkommen falsch aufgehoben. Shopsystem müsste Commodity sein, ist es aber noch lange nicht.

  15. Ein wunderbarer Artikel. Eine ähnliche Kategorisierung wird wohl jeder bestätigen können, der sich in dem Umfeld bewegt.

    Beim Thema „[/] Amateurklasse“ gibt es in der Tat „unzählige Anfragen“. Ein Segment, das es nicht gibt, aber vermutlich geben sollte. Für mich riecht das nach Marktlücke.

    ‚„Schnittstellen“ & „Kompatibilität“ heißt eigentlich nur, dass es theoretisch funktionieren könnte.‘
    Wunderbar, denn so ist es.

    Wenn ich mit Inhabern anderer Agenturen rede, stellen diese ebenfalls einen Sinkflug der Anfragen bzgl. Oxid fest, was auch meinen Erfahrungen entspricht.

    Viele liebe Grüße und nochmals Danke für den tollen Artikel,

    Butsch

      • Woo Commerce wäre etwas in dieser Richtung.
        Oft gibt es Shopbetreiber in diesem Segment, die auch gerne selbst kleinere Dinge ändern wollen, ohne jedes Mal einen Dienstleister beauftragen zu müssen …

  16. Pingback: Händler & Hersteller Austausch im Norden – 08. April im Hauptzollamt Hamburg | Kassenzone

  17. Guter Artikel, die Faustformel ist interessant. Bestätigt unsere Geschäftspraxis, ohne dass wir mit einer Faustformel gearbeitet hätten.

    Da sich sonst keiner in die Bresche wirft, muss ich dann wohl mal eine Lanze für Magento brechen: Die genannte Einschätzung kann ich in keinster Weise teilen, zumal ich nicht erkennen kann, auf welchen Fakten sie aufgebaut ist.

    Vielmehr ist es m.E. so, dass die Entwicklung sehr dynamisch weitergeht. Ich spreche hier vor allem von Magento 2.0. Dabei handelt es sich um eine komplette Neuentwicklung. Einfach mal auf github schauen https://github.com/magento/magento2, da sieht man direkt, dass die Community energisch daran arbeitet. Ich persönlich gehe davon aus, dass Magento auch in Zukunft weiter eines der führenden Shopsysteme sein wird.

    Beste Grüße

    • Die Entwicklung mit Magento spiegelt sich aber im Markt nicht. XCommerce, Magento2, Cross Border Funktionalität….. davon wird gefühlt seit drei Jahren gesprochen, aber nix davon ist live. Das ist wie mit dem lange und groß angekündigten Typo3 Nachfolger. Im aktuellen Marktumfeld funktioniert es mit der verteilten Entwicklung des Core Systems schlechter als mit der zentralen Entwicklung. Ggf. ändert sich das wieder in 2-3 Jahren.

  18. Sehr gelungener Artikel,

    fundiert und aus Sicht eines Kunden absolut empfehlenswert. Es ist doch immer wieder überraschend, wie oft Unternehmen zwar sagen, wir wollen jetzt auch „eCommerce“, sich bei genauerem Nachfragen aber schnell herausstellt, dass sie sich oftmals nicht darüber im Klaren sind, was da alles auf sie zukommt.

    Und – Dieser Artikel bezieht sich ja „nur“ auf den Teil, der den Shop betrifft.

    Da sind die vielen anderen Teilbereiche eines umfassenden eCommerce Ansatz ja noch gar nicht „erfasst“.

    Daher kann ich es ebenfalls nur jedem „Kunden“ empfehlen, sich erstmal darüber Gedanken zu machen, was er eigentlich will und was seine Ziele im eCommerce sind.

    Vielen Dank für diesen Artikel und beste Grüße aus Sachsenheim
    Hans-Jürgen

  19. Noch ein Kommentar zur geographischen Nähe des Dienstleisters. Du formulierst es ja vorsichtig: „geographisch nicht zu weit weg bzw. flugtechnisch gut angebunden sein. „. Gut, also sollte er nicht in Indien sitzen.

    Ich halte in modernen Zeiten das Entscheidungskriterium „geographische Nähe“ für überflüssig, weil es heutzutage vielfältige Möglichkeiten der Kommunikation gibt, die erheblich effizienter als persönliche Meetings sind. Zudem ist ein Flug von Hamburg nach München schnell erledigt. Auch der ICE ist die Strecke wacker gefahren.

    Viel wichtiger finde ich, dass es persönlich stimmt, dass man auf der gleichen Wellenlänge ist. Also lieber mit jemandem arbeiten, der 500km weg, aber gleich tickt, als jemand um die Ecke, den ich für einen Arsch halte…

    Viele liebe Grüße,

    Butsch

  20. Hi Alex,

    Danke für diese perfekte Zusammenfassung. Schön, dass Du das geschrieben hast, was ich schon lange denke / erfahre.

    Viele Grüße

    Kai von der Couch

  21. Was denk Ihre über JTL Software für Amateurklasse bis zur Mittelklasse? Wir arbeiten seit 4 Jahren damit (Shop und WAWI) und sind sehr zufrieden mit der Entwicklung der letzten 2 Jahre.

    Nach Google Trends nach Magento auf Platz zwei:

  22. Ach, Amateurklasse klingt so abwertend. Das zieht den ansonsten guten Beitrag etwas runter. 😉 Als Einsteiger-Shop empfehlen wir Jimdo. Nur ein Jahr feste Laufzeit für 180 Euro im Jahr inkl. Domain und Traffic unbegrenzt. Superleicht im Backend zu bedienen und mit eigenem CSS für den Style. Hatten wir 2 Jahre und sind damit von niedrig fünfstellig auf mittleren sechsstelligen Umsatz spaziert. Doch er hat auch seine Grenzen.

    Weil hier WordPress mit Woocomerce angesprochen wurde,,, wir haben jetzt so ein Teil. Es gibt alle möglichen Plugins mit Features wie die „Großen“ und falls was fehlt, kann man ein Plugin immer noch für übersichtlich Geld schreiben lassen. Die laufenden Kosten sind übersichtlich und die Erstellung (Grafik, Technik) gibt es im Schnitt im unteren vierstelligen Bereich. Woocomerce selbst ist ja kostenlos. Und da WordPresse weit verbreitet ist, bekommt man schnell Hilfe. Finden wir ideal für kleinere Läden in Nischen mit ein paar Mitarbeitern und 1-2 Mille Netto-Umsatz im Jahr. Und wenn man relativ wenige Produkte hat. WordPress ist auch ideal, wenn man nicht nur die klassische Shop-Strategie (Startseite – Produktauswahl + Artikelseite + Warenkorb und Checkout) fährt, sondern eher Content-Marketing betreibt und seine Produkte quasi „nebenbei“ verkauft. Und selbstverständlich mag auch Googel WordPress sehr gut leiden.

    Bevor wir so einen kleinen Jimdo-Shop hatten, hatten wie einen großen Oxid für ein halbes Jahr. Unabhängig davon, dass dieses Teil für unsere Bedürfnisse völlig überdimensioniert war, hat man uns das Ding aller paar Wochen gehackt und auf Porno-Seiten weiter geleitet. Nervt, wenn man als Amateur 😉 keine fesche IT-Abteilung im Rücken hat. Die Porno Seiten waren übrigens ganz nett. 😉 Hatten uns dann kurz für einen Gambio, einen XT-Klon entschieden. Nach 2 Wochen war plötzlich das ganze Backend verschwunden und in deren Forum liest man nur Probleme, Probleme, Probleme.

    Weil hier jemand JTL angesprochen hat: Haben wir uns auch intensiv angesehen, bevor wir uns für Woocomerce entschieden haben. Rein von der Usability für den User ist das grausam. Beispielsweise ewig langer Checkout-Prozess. Wer Ahnung hat: Die meisten Kunden verliert man im Checkout. Da braucht man unserer Meinung nach nicht noch ein Shopsystem, dass die Conversionrate automatisch senkt. ;-). Und da wir eine weit über den Durchschnittl iiegend Conversionsrate haben, wissen wir wovon wir reden.
    Woocomerce beispielsweise gibt es den Checkout auf einer Seite. Noch simpler und einfacher geht es nicht für den User.

    Wie der Autor schon vermerkte, dass ideale System gibt es nicht. Eher das ideale System für eine gewisse Zeit. Dann muss man schauen und auch das Shopsystem mit seinem Geschäft wachsen lassen.

      • Mit der Version 2.1 (get) und 2.2 (im Sommer get + post etc.) hat man Rest-Api. Warenwirtschaft sollte dann gehen. Multishop (Multisite) wird aber wohl eher ein Thema für 2014/2015.

    • „sondern eher Content-Marketing betreibt und seine Produkte quasi “nebenbei” verkauft.“
      Sag mal: Liest du etwa mein Blog? 😉

  23. Hallo Alexander,
    Du sprichst mir zu 100% aus meiner Seele. Du schreibst exakt meine Erfahrung nach 8 Jahren Agenturgeschäft, davon bereits knapp 5 Jahre mit Shopware. Ich kenne alle genannten (kuriosen und ganz und gar nicht übertrieben dargestellten) Kundenvorstellungen und ich verfolge die Entwicklung der Shopsysteme auch seit Jahren und stelle eine deutliche Abnahme konkreter Rückfragen zu Magento in Erstgesprächen mit unseren Kunden fest. Wie die vielen Agentur/Beraterkollegen aus den vorherigen Kommentaren freue ich mich, dass du deine Erkenntnisse so treffend und punktgenau aufgeschrieben hast.

    Sehr interessant finde ich deine Faust-Formel! Ich werde mal einige unsere abgeschlossenen Projekte, bei denen Shoplaunch und Warenwirtschaft-Erneuerung zusammen umgesetzt wurden damit überprüfen.

    Jedoch habe ich eine konkrete Frage zu deiner Formel: Möchtest du damit dem Händler/Hersteller eine Vorschau auf seine externen Kosten für die Realisierung der reinen E-Commerce IT-Infrastruktur geben? Oder beziehst du seine internen Kosten in Form von Mitarbeiterleistung für Aufbau der Strukturen, Ausbildung/Trainingszeiten, Sortimentssnanalyse, Produktdatenvorbereitung, eventuell Neuaufbau einer Endkundenlogistik, FiBu-Anpassungen aber auch eventuelle Kosten für Personalsuche und Auswahl schon mit rein? Besonders eine Formel für die Berechnung der letzteren Punkte, der reinen internen Kosten auf Seiten des Händlers/Herstellers würde mich mal interessieren. Denn wie du auch schreibst, wird der Aufwand der beim Händler/Verkäufer liegt IMMER unterschätzt.

    Lieber Gruß Stefan

    • So genau habe ich mir das mit der Formel nicht überlegt, aber die reinen internen Kosten sind grundsätzlich nicht enthalten. Im Basiswert stecken teilw. diese Kosten drin, weil groß = komplex = teuer gesagt werden kann. Die meisten verwirrt die Variable (Anzahl entscheidender Fachbereiche), aber genau da wird es erfahrungsgemäß komplex. Wenn von zwei Häuptlingen Anforderungen kommen und diese permanent gegeneinander abgewogen werden müssen, verlängert sich das Projekt und wird damit automatisch teurer. Interne Kosten würde ich wahrscheinlich in der Aufbauphase mit einem Faktor der externen Kosten berechnen. Bis 100k externe kosten 0,5x interne Kosten, von 100-200k dann 0,3 von 200-500k dann 0,2 usw. Muss ich aber erst mal nachrechnen.

  24. Hallo Alexander,

    ein hervorragender Artikel.

    Ich habe schon lange nichts Vergleichbares gelesen. Das letzte Mal als ich einen derartigen Artikel gelesen haben, gab es die iX noch nicht und in der CT wurde über ein Client-Server-Projekt bei eurocar berichtet, das das Unternehmen in die iLiquidität getrieben hat, woraufhin es von VW übernommen wurde.

    Aus Sicht der Otto-Einzelgesellschaft finden wir uns, wie du richtig schreibst, in der [d]-Klasse wieder. Für die Ottogruppe trifft dies nicht zu. In der Ottogruppe decken wir die Klasse [b] – [d] ab, was die Herausforderung aber auch die Bandbreite größer und spannend macht. Daraus wird auch deutlich, warum wir keine Technologie-Unternehmen seien wollen sondern ein Unternehmen, das sich primär damit beschäftigt, welche Farbe im nächsten Sommer angesagt ist. Denn nur dieses Wissen ermöglicht es uns auch im nächsten Sommer auf unseren Märkten erfolgreich zu sein. Alle anderen Fragen sind Technologiegedöns (wie unser Bundeskanzler a.D. sagen würde).

    Vielen Grüße, Rolf

  25. Hallo Alexander Graf!
    Ich lese mit grossem Interesse Deinen Artikel und auch ich bin auch immer an Erfahrungsaustausch interessiert. Als IBM Mitarbeiter fehlt mir ein E-Commerce System in Deiner Aufstellung. Es ist so zwischen (b) und (c) und wird von Mittelständigen Firmen genau wie Grossunternehmen benutzt. Produktname ist „IBM WebSphere Commerce“ und es wird im Allgemeinen als sehr leistungsfähig und funktionsreich gesehen.
    Dein Beispiel „Sende allen Neukunden einen 5 € Gutschein, die vor vier Wochen gekauft haben und mache einen 10 € Gutschein daraus, wenn sie eine Produktbewertung abgegeben haben“ ist z.B. bereits im Standard von WebSphere Commerce vorhanden (ich habe einen Screenshot der Benutzeroberfläche für das Beispiel auf https://www-304.ibm.com/connections/files/app#/file/da3acec6-05e1-448c-b293-7344c9a56ae8 gelegt, damit Du direkt schauen kannst).
    Willst Du IBM in einer Deiner nächsten Betrachtungen mit einbeziehen? Mich würde es freuen, ich helfe gerne! Wolfgang

    • Hi – das würde ich gerne mit einfließen lassen, aber es macht wenig Sinn, weil es zwar die Leistungsfähigkeit aus der Mittelklasse mitbringt, aber die Projekte so teuer sind wie im Enterprise Bereich + grundsätzlich eine Kompatibilität zu IBM eingebaut ist – zum Rest der Systeme aber nicht. Mir fällt kaum ein Fall ein bei dem es für einen Händler sinnvoll ist auf so ein System zu setzen. Ausnahme: Er hat schon viele Systeme von IBM, er braucht nur Basis Lösungen und ihm sind die Kosten egal. Beispiel Heine – die setzen ja nun auf IBM websphere. Was kostet das Projekt denn pro Ländershop? Das Shopfrontend sieht schon jetzt veraltet aus und noch nicht mal die URLs sind sprechend, was das Thema SEO erheblich erschweren dürfte. Da hilft auch die Newsletter Funktion nichts. Ich würde IBM sehr gerne empfehlen, wirklich! Ich sehe nur nicht was das System besser kann als andere.

  26. Pingback: Das Shopsystem: Schon Segen oder noch Fluch? | wasmitweb GmbH – Die E-Commerce-Beratung aus Aachen. NRW.

  27. Pingback: Hugendubel schafft den Absprung von Weltbild [5 Lesetipps] | Handelskraft – Das E-Commerce und Social-Commerce-Blog

  28. Hallo Alexander,

    danke für diesen gut ausgearbeiteten Beitrag. Der Einteilung der Projekte kann ich zustimmen – auch dass die scheinbar nicht existente Kategorie einen Großteil aller Anfrage ausmacht und einfach nicht weniger wird.

    Gruß
    Roman

  29. Pingback: Blog-Tipp – Project-A Tech-Blog | DIGITALHANDELN

  30. Hallo Alexander,

    vielen Dank für den inspirierenden Artikel. Wir sind eine eCommerce Agentur aus Dresden und beschäftigen uns täglich mit den von Dir angesprochenen Punkten.

    Bei den Klassifizierungen gehe ich mit.
    Wir haben einige Anfragen, welche sich bewusst in der Einsteigerklasse befinden. Allerdings auch leider immer wieder welche aus der Amateurklasse.

    Unser Hauptaugenmerk und -geschäft liegt vielmehr in der Profiklasse.
    Erfahrungen haben gezeigt, dass in diesem Segment die Kunden selten auf ein Shopsystem festgelegt sind. Vielmehr haben sie konkrete Vorstellungen über Anbindungsmöglichkeiten, wie die Artikel und Varianten strukturiert sind und wie sich die Bedienung im Backend gestalten soll.
    Oft beschäftigen sich die Kunden erst nach unserem Gespräch mit dem von uns empfohlenen Shopsystem.

    Wir sind Verfechter der agilen Entwicklungsmethode, welche für die Entwicklung von eCommerce Systemen zahlreiche Vorteile bietet.

    Die Zeiten von riesigen Lastenheften sind unserer Meinung nach vorbei, wenn man sein Budget für die Entwicklung bzw. Weiterentwicklung eines eCommerce Projektes sinnvoll einsetzen will.

    Wie du schon richtig geschrieben hast, ist es sinnvoller, sich gemeinsam mit der Agentur Ziele zu setzen, welche über einen bestimmten Zeitraum (z.B. 1/2 Jahr) kontinuierlich erreicht, ausgewertet und neu gesetzt werden.

    Voraussetzung für diese Arbeitsweise ist Vertrauen und die richtige Chemie zwischen dem Auftraggeber und der Agentur. Wir versuchen dieses Vertrauen durch z.B. Kennenlern – Projekte und ein gesundes Maß an Kommunikation aufzubauen.

    Viele Grüße aus Dresden
    René

  31. Hallo Alexander,

    Dein Artikel hat hier bei uns im Team sehr viel Diskussion und Anerkennung ausgelöst – vielen Dank für die Argumentationshilfe.
    Mit Magento waren wir Anfangs sehr glücklich, aber irgendwann dann doch nicht mehr. Seit dem spielen wir in der [b] Liga mit den Mitteln aus [d]. Den 4 Punkten der Kollegen von project-a können wir nur übrigens nur zustimmen, besonders hinsichtlich Performance und Kontrolle des Codes. Deshalb hat sich unser Fokus Richtung Ganzheitlichkeit einer Lösung orientiert, also CMS+Shop+Social+mehr – mit den üblichen Bordmitteln aus dem Open Source Umfeld haben wir hier schnell Grenzen gesehen und deshalb vor ein paar Jahren für Pure Play entschieden besonders mit Sicht auf Zielgerät Varianz. Und jetzt die Werbung: unsere Freunde von 58products betreiben unsere Lösung sehr erfolgreich sowohl im B2C Umfeld, als auch B2B.

    Eventuell sehen wir uns auf dem Commerce Day – ist noch nicht gesetzt.

    Also – schreib weiter!
    Gruß aus Berlin

    Thomas

    • Hi Thomas – danke für die ausführliche Antwort. Im Fall von Otto oder Project A kann ich der Entscheidung ein eigenes System aufzubauen nur zustimmen. Ich sehe das aber anders, wenn ein (dritter) Kunde ein solches System einsetzen muss. Der befindet sich ja dann in einer Agenturabhängigkeit. Das ist mittelfristig nicht gut. Wie stehst du dazu? Oder setzt ihr euer System vor allem für eigene Projekte ein? Dann macht es ja absolut Sinn.

  32. Pingback: Content und Commerce Digest Februar 2014 Content-Driven E-Commerce

  33. Hey Alexander,

    Du Scheinst dich was Shopsysteme angeht sehr gut auszukennen, ich persönlich beschäftige mich mit E-Commerce noch nicht solange, jedoch kann ich die Finger von diesem Thema einfach nicht lassen, seit dem ich vor einigen Wochen deine Einträge hier gelesen habe.

    Ich muss aber sagen dass mich die Pure Play Klasse wie du sie nennst am meisten interessiert, das ist aber kein wunder da ich selbst Informatiker bin.

    Auf das Thema E-Commerce und Shoppingsysteme kam ich über „Liferay“ ich weiß nicht ob es dir was sagt, auf jeden fall ist es ein Open Source CMS, was immer populärer wird. Trotzdem muss ich zugeben dass die Shoppingsystem Entwicklung nicht wirklich ausgeprägt ist, was teilweise auch daran liegt das Liferay nicht dafür ausgelegt ist damit Shopping Systeme zu entwickeln, somit kommt man sehr schnell an die grenzen das Systems.

    Weshalb ich jetzt nach einer Plattform suche die mir mehr Möglichkeiten bietet. Wie du auch schon häufig erwähnt hast gibt es unendlich viele vergleich Test aber man wird trotzdem nicht schlauer aus ihnen.

    Weshalb ich den Entschluss getroffen habe dich jetzt einfach mal zu fragen was du mir da empfehlen könntest. Ich vermute du hast mehr Erfahrung in diesem Bereich, und könntest mir sicher weiter helfen.
    LG Stefan Cevik

    PS:Es tut mir leid wenn solche fragen hier nicht erwünscht sind, ich bin aber noch sehr frisch in der Welt des E-Commerce. Mit meinen 19 Jahren bin ich eigentlich sehr frisch in allen Bereichen der Geschäftswelt =D=D=D.

    • Hi Stefan – welches System man dafür verwendet weiß ich nicht. Im Kommentarbereich des „alten“ Artikels aus 2012 finden sich dazu aber auch ein paar Hinweise.

  34. Guten Abend,

    da lob ich mir Plentymarkets. Dort ist alles unter einem Dach und man muss keine speziell geschulten Leute einstellen, um ein professionelles Projekt auf die Beine stellen zu können. Kostet zwar Gebühren, aber am Ende rechnet sich der Kosten nutzen Faktor. Für mich ist es mit Plentymarkets um ein vielfaches einfacher, effizient zu arbeiten.

    Schöne Grüße
    Jörg

  35. Sie schrieben davon, dass sie jemandem der mit einem 25.000€ Webshop von Magento einen 5 Millionen Euro Umsatz erreichen möchte auf ironische Art und Weise viel Glück wünschen.

    Ein anderer Punkt war, dass die wirklichen Profishops erst ab 20.000€ beginnen.

    Dabei ist von einer seriösen Agentur ein individualisierter Shopwareshop auch für 12.000€ zu machen.

    Welche Umsätze der Shop dann erzielt hängt dann doch eher damit zusammen in welchem Ausmaß Marketing für diesen Shop betrieben wird. Oder wie wäre das eigentlich genau?

    • Die 12.000 € für ein Shopprojekt finde ich arg niedrig angesetzt. Bei 600-800€ pro Agenturtag ist das lediglich ein Basisshop mit ein paar hübschen Templates.

      Ansonsten gebe ich dir Recht. Umsatz hängt stark von Marketingbudget und Marketingkompetenz ab. Gute Produkte wären natürlich auch noch schön.

      • „lediglich ein Basishop mit ein paar hübschen Templates“
        ist das rein theoretisch nicht genug? Ich meine die Basishops von beispielsweise Shopware und Magento sind alle eine gute SEO Vorlage, ob man jetzt eher Basis mit leichter Individualisierung für 12000€ oder seinen Shop für 25.000€ eher stark individualisiert sollte doch damit nicht zusammenhängen (zu starke Individualisierung kann auch manchmal kontraproduktiv sein). So viel ich weiß macht auch google da keinen Unterschied ob stark individualisiert oder nicht. Den einzigen Vorteil den man durch solche Shops haben könnte wäre der Wiedererkennungswert beim Kunden. Könnte man solche 12.000€ Lösungen dann nicht auch als Profilösung bezeichnen? Oder hätten diese Lösungen irgendwelche anderen Nachteile bzw. Grenzen gegenüber dem anderen mit höheren Kosten verbundenen Shop? Danke im Voraus!

        • Da gebe ich dir Recht. Wenn sich beim Sortiment oder bei der Verkaufsfrequenz herausstellt, dass ohnehin keine Kundenbindung möglich ist, dann braucht man auch nicht durch einen besonders hübschen Shop zu bestechen. Aber schon die Anbindung an eine WaWi oder ein externes PIM kann sehr aufwändig werden. Wenn ein Standardshop reicht würde ich die Gegenfrage stellen, ob es dann nicht sogar ausreicht die Produkte bei Amazon und/oder eBay zu listen.

          • Kann ein solcher Shop denn nicht auch einfach nur hübsch sein? Bei besonders hübsch könnte man die Gefahr eingehen, dass es in einem Maße vom „Standard“ abweicht welcher für viele Kunden aufgrund des nicht Vertrauten als negativ empfunden wird. Je exklusiver und abweichender desto höher die Gefahr. Für die einen einzigartig und für die anderen nervig, ein zweischneidiges Schwert. Warum sollte die Anbindung an ein Warenwirtschaftssytem oder externes PIM schwer fallen? Shopsystem (Shopware) ist ja das selbe, meinen sie vielleicht nur auf den Aufwand bezogen in Relation zu den nötigen Personentagen in einem 12000€ Shop? Bezüglich des ebay und amazon accounts, naja das wäre dann schon exklusiver als beispielsweise ein Strato Shop, nebenbei kann man für seinen ebayshop kein SEO und SEA betreiben.
            Mir geht es wirklich nur um den Rat, da ich selbst langsam nicht mehr durchblicke.

  36. Habe diesen schönen Artikel erst spät entdeckt, aber kann es mir trotzdem nicht verkneifen, noch ein Wort zur hier sogenannten „Amateurklasse“ zu verlieren. Was ist denn Shopware anderes? Die Anforderungen seitens der zukünftigen Shopbetreiber werden nicht viel anders sein als bei den Einsteigern, die aber aus guten, nein aus sehr guten Gründen nicht in die Abhängigkeit von Anbietern geraten können (ich sach nur mal Tradoria/Rakuten, die ihr Geschäftsmodell schon x Mal umgeschmissen haben und die Händler immer mitschleifen).
    Für diese Gruppe reicht ein Shopware von der Stange mit einem individualisierten Template, so dass es nicht auf den ersten Blick nach Shopware aussieht. Das bekommt man für einen Tausender und auch weniger.
    Natürlich klatschen die Agenturen hier Beifall, wenn jemand „ab 20tsd!“ ruft, aber der lokale Händler, der anfängt, sich mal die Shopwelt einzufühlen, braucht solche Kosten nicht. Die Wahrheit ist natürlich auch, dass die meisten Shops heute, ob für tausend oder 20tsd, schon ab Start zum Scheitern verurteilt sind, aber das hat mit der Shopgrundlade meiner bescheidenen Erfahrung nach herzlich wenig zu tun.

    • Klar kann jemand der ein wenig technische Ahnung hat einen Shopware Shop selber aufsetzen, aber die Fehlerquellen sind einfach riesig. Insofern gilt nach meiner Erfahrung für die meisten Händler/Hersteller die Regel: Mind. 10-20k, darunter ist es albern. Ein System wie Magento/Shopware/oxid kann schon deutlich mehr als shopify & co. Dafür muss man sich nur mal die entsprechenden Foren durchlesen. Ich sage ja auch nicht zu meiner Mutter: Spar die die 2000€ für den Wechsel der Zylinderkopfdichtung – mit etwas Fleiß kannst du das auch selber.

      Aber zugegeben: Ja, die meisten Modelle stehen schon ab Start unter keinem guten Stern.

      • Ich meine nicht das selbermachen, das sollte dann ja ohne jeden Geldfluss gehen. Ich rede davon, die aktuelle Shopware-Version auf einen eigenen Server zu installieren – as is. Und dazu ein Template meinetwegen aus dem Shopware Community Store anpassen (Schriftarten, Farben, fertig). Alles weitere kann auch der technisch unbedarfte (na gut, minimal bedarfte) Händler, auch die eigene Oma. Für diese Aktion braucht der Dienstleister einen Tag. Dafür kann er in meinen Augen nicht ernstlich einen fünfstelligen Betrag aufrufen und nur bei Extrawünschen auch nur einen vierstelligen. Albern finde ich das jedenfalls nicht. Und ich wage sehr zu bezweifeln, dass irgend jemand auf den ersten und auch zweiten Blick einen Unterschied zwischen Profi- und „Amateur“-klasse sehen wird. Shopware ist eben schon frisch aus der Box sehr, sehr mächtig.

        • Da hast du schon Recht, aber der Case geht für kaum eine Agentur auf und für jemanden der nicht aus der Branche kommt ist es auch schwer einen geeigneten Freelancer zu finden. Es gibt ja auch Angebote für 2-5k für die Installation der Software + Logo/Farben neu im Template, aber schon bei der kleinsten Extra Anforderung gehen diese Projekte schief aus Agentur- und Kundensicht.

  37. Ein wirklich informativer Artikel, danke.
    Ich selbst ordne mich in die Einsteigerklasse ein, und hab mich deshalb über die sehr kompetente Info gefreut.

    Dann habe ich mir einige SaaS-Systeme näher angeschaut, namentlich Shopify, Volusion und auch das von dir genannte Tictail.

    Dabei tat sich ein Problem auf, was leider nirgendwo von dir angesprochen wird, da es wahrscheinlich auch nur auf die SaaS-Systeme zutrifft. Es geht um die Rechtssicherheit solcher Online-Shop-Lösungen, insbesondere derer, welche nicht explizit für den deutschen Markt entwickelt wurden.

    Am Beispiel von Tictail wird das deutlich. Die Shops von Tictail sind nicht komplett für den deutschen Markt lokalisierbar. Das betrifft insbesondere den Bestell-Button. Dieser muss für den Käufer gut lesbar und eindeutig benannt werde z.b. „Zahlungspflichtig bestellen“ oder ähnlich.
    Genau das geht aber bei Tictail nicht, weshalb dieses System für den deutschen Markt damit unbrauchbar.
    Shopify hingegen soll nach eigener Aussage für den deizschen Markt anpassbar sein, ausprobiert habe ich es nicht.
    Bei Volusion konnte ich allerdings keinerlei Hinwiese auf eine vollständige Lokalisierung entdecken.

    Als Neuling weiß ich leider auch noch nicht, welche Fallstricke hinsichtlich eines rechtskonformen Erscheinungsbildes von SaaS-Systemen sonst noch lauern können.

    Wäre das nicht eine Idee für ein Update deines Artikels?

    Muss man sich etwa, um auf der sicheren Seite zu sein, als Einsteiger mit Online-Shops von Rakuten, Gambio oder noch schlimmer, den Shopangeboten der Provider begnügen?

    Ich hoffe nicht….

    Schöne Grüße Tom

    • In der Tat habe ich das Thema „Rechtssicherheit“ außen vor gelassen. In Deutschland kommt man dann doch um die epages Shops (1&1, Strato…) nicht herum. Die sind auch schon recht mächtig, werden aber in der Mehrzahl der Fälle recht lieblos betrieben und nach der ersten Euphorie dann nicht mehr weiter gepflegt. Vielleicht mal ein guter Hinweis, um mit Wilfried Beeck ein Interview zu machen.

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