Zu den Chancen auf eBay & Amazon: Marktplatz Papst Axel Gronen im Interview

Ampel rot-gelb-grünEs ist wirklich herrlich mit Leuten zu reden, die so fundiertes Praxiswissen haben wie Axel Gronen. Er gehört sicherlich zu den Leuten in Deutschland, die am besten über Amazon & eBay Auskunft geben können. Er berät eBay-Händler dabei, wie sie sich von eBay emanzipieren können und hat eine riesige Datensammlung über beide Plattformen, die so spannende Dinge enthält wie die Adressen aller Platin-PowerSeller bei eBay inkl. einiger Verkaufsdaten. Im Gespräch mit Kassenzone.de erklärt er, warum es so viele Discountangebote bei eBay gibt (HDMI Kabel für 2€ inkl. Versand usw.) und warum er keinem Hersteller empfehlen kann seine Ware an Amazon zu verkaufen. Klare Worte – nicht nur über eBay und Amazon, sondern auch zu Rakuten.de und meinpaket.de. Er selbst handelt übrigens nicht bei eBay. Warum er dort nicht handelt und was er selbst für vielversprechende Handelskonzepte hält, erzählt er auf der K5 Cruise, die in 6 Wochen startet.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Handel von Alexander Graf. Permanenter Link des Eintrags.

Über Alexander Graf

Alexander Graf ist Geschäftsführer von Spryker Systems, einem Joint Venture, das er im November 2014 zusammen mit Nils Seebach und Project A Ventures gegründet hat. Er verantwortet das Business Development und die Strategie des Technologie-Anbieters mit Sitz in Hamburg. Er ist zudem Gründer des größten europäischen Netzwerkes für digitale Unternehmer eTribes. Sein neues E-Commerce Buch wurde schon über 2.000x verkauft. Auf über 300 Seiten erklären Alexander Graf und Holger Schneider darin alle wichtigen Zusammenhänge zu Marktanalysen, Geschäftsmodellen und Strategien im E-Commerce. Er kann als Speaker und/oder Pausenclown gebucht werden. alexander.graf@etribes.de || Tel: +49 (40) 3289 29690

16 Gedanken zu “Zu den Chancen auf eBay & Amazon: Marktplatz Papst Axel Gronen im Interview

  1. Super spannender Beitrag mit tollen Insights. Vor allem das Thema Scart Kabel für 1,95€ hat einige Fragen beantworten 😉
    Ein Thema, welches jedoch im Kontext Marktplätze vergessen wurde sind die Shopping Portale aus dem Loyalty und CashBack Bereich. Diese erfordern zwar (heute noch) einen eigenen Shop sind jedoch zum einem sehr reichweitenstark (webmiles, Payback, Deutschlandcard, Quipu, Andasa etc) zum anderen beherrschen diese Portale Bestandskundenbindung und -manangement (CRM) weit über reines Newslettermarketing hinaus. Wenn ich dann noch höre, das die Provisionen bei Amazon bis zu 38% (Wahnsinn!!!) betragen und eine Marktplatzprovision bei Shopping Portalen so um die 10-15% liegt, so ist das eine interessante Ergänzung. Den Außenumsatz dieser Portale schätze ich auf deutlich über 300 Mio.€.

  2. Interessant, aber ziemlich pessimistisch;)
    Natürlich kann man ein Erfolgsmodell anfangen und eine Nische finden, wo man Geld Online macht. Der Markt ist überhaupt nicht gesätigt und bieten hervorragende Chancen an.
    Er hat vor 12 Jahren angefangen und ist mit dieser Mentalität geblieben, aber e-commerce entwickelt sich rasant und jeden Monat ist eine neue Herausforderung, sodass man sich selber finden kann!
    Außerdem sind die Gebühren bei Amazon nicht so hoch, aber für Laien glaubhaft erzählt;)

    • Völlig korrekt. Das Interview zeigt sehr überspitzt. Der HDMI-Kabel „Trick“ (wer kauft heute noch Scart-Kabel??) ist gängige Praxis.

      Das man eine 7-stellige Summe für den Start bei Ebay braucht halte ich für absoluten Nonsens, außer man Verkauft x-beliebige Artikel. Nischen und Märkte sind immer noch reichlich vorhanden.

  3. Pingback: Kommt jetzt der erwartete Konkurrent zu Amazon und Ebay – aber aus China?

  4. Das Interview zeigt vor allem dass man mit eigenen Produkten auf dem Marktplatz sehr erfolgreich sein kann. Daher Schneidbrettchen und Blumenvase in China herstellen lassen oder zukaufen, eigenes Label drauf und ab damit. Hier fällt es Amazon dann auch schwerer etwaige Produkte selbst zu vertreiben und somit dem Händler das Leben schwer macht.

    Nischen wird es immer geben, aber auch hier bin ich der Ansicht geht dies hauptsächlich nur noch mit eigenen Marken oder nicht vergleichbarer Ware.

  5. Leider erklärt Axel in dem Video nicht, wieso er der Meinung ist, dass man als Hersteller nicht direkt an Amazon verkaufen sollte. Das hat ja durchaus Vorteile, da Amazon so (zum nahezu gleichen Preis wie bei FBA) den kompletten Kundenservice übernimmt. Da man durch auch parallel weiter mit den gleichen Produkten FBA oder Eigenversand auf der Amazon Plattform machen kann, sehe ich das Problem nicht, denn auch wenn Amazon den „vorgegebenen“ Preis des Herstellers nicht einhält, kann man ja immer noch die Belieferung an Amazon wieder einstellen und per FBA weitermachen. Eine Abhängigkeit entsteht so ja nicht wirklich.

    • Das hat er im Vor- und Nachgespräch sehr deutlich erklärt. Es gibt sehr prominente Beispiel von Herstellern, die Amazon aufgrund ihrer Vertriebsmacht (z.B. mehr als 20% Anteil am Gesamtumsatz) extrem unter Druck setzt. Dann kommt man da als Hersteller nicht mehr raus. Das hat ja nichts mit dem Preis zu tun, den der Endkunde zahlt, sondern mit dem Preis den der Hersteller bekommt. Der steht dann unter Druck.

      • Danke für die Erklärung, aber sie leuchtet mir nicht ganz ein. Man kann doch, wenn einem die von Amazon gezahlten Preise nicht gefallen, einfach die Belieferung einstellen und wieder per FBA auf dem Marktplatz auftreten. Oder sehe ich das zu simpel und Amazon verbietet einem das dann? Wenn ja, wäre das natürlich sehr heftig.

  6. Ich kenne zwei deutsche mittelständische Hersteller aus dem Bereich U-Elektronik, die bei Umsätzen im dreistelligen Millionenbereich inzwischen zwischen 25 und knapp 40 (!) Prozent ihrer Umsätze bei Amazon machen. Anfangs bettelte Amazon darum, von denen beliefert zu werden. Letztes Jahr bekamen dann beide üble Knebelverträge diktiert. Unter anderem wurde vereinbart, dass die innerhalb von zwei Jahren nach dem Kauf bei Amazon jede Retoure ungeprüft akzeptieren und an Amazon auszahlen müssen.

    Das ist der Aldi-Effekt: Wenn ein Abnehmer nur groß genug ist, kann er den Lieferanten die Bedingungen diktieren…

    • Wie verhindert Amazon denn, dass die Hersteller einfach ihr Produkt wieder selbst auf der Plattform anbieten? Wird es dann weniger prominent angezeigt oder gibt es andere Strafmaßnahmen?

    • Als mir ein Hersteller sagte, wir (als Online-Händler) dürfen die Preise von Amazon nirgends unterbieten, weil sonst der Hersteller Ärger mit Amazon bekommt, lief es mir kalt den Rücken herunter.

      • …amazon hat die Preisparitätsklausel letztes Jahr abgeschafft; ein Hinweis an eine Wettbewerbszentrale oder an das Bundeskartellamt könnte in diesem speziellen Fall vielleicht helfen?

  7. Reine Neugier: Muss man bei Ebay zu gleichen Preisen verkaufen wie im eigenen Webshop? (war ja bei Amazon früher so). Wenn ja, würde man ja jedesmal „draufzahlen“ weil Ebayprovisionen noch abgezogen werden.

  8. Ich finde die Ratschläge von Axel Gronen etwas überraschend.

    Nach deutschem Recht wäre Werbung an eBay-Kunden nach einem Kauf ohne deren ausdrückliche Einwilligung nicht erlaubt (zumindest per Mail, aber per Post könnte man das auch an Amazon-Kunden, und da sollte ja der große Nachteil von Amazon liegen). Und diese Einwilligung liegt ja normalerweise nach einem Standard-eBay-Kauf nicht vor.
    Wer damit sein Geschäft aufbauen möchte, macht vielleicht eher die Konkurrenz glücklich, die direkt das UWG ziehen kann, wenn sie davon Wind bekommt. Das halte ich nicht für besonders zielführend. Oder ist mir da etwas wichtiges entgangen?

    Überdies finde ich es auch schwach, ausgerechnet mit den 35% Provision für Kindle-Zubehör zu argumentieren, um den Anschein zu erwecken, die Provisionen seien bei Amazon deutlich höher als bei eBay. Kindle-Zubehör mag durchaus noch ein Wachstumsmarkt sein, stellt aber wohl einen extrem kleinen Ausschnitt des Produktportfolios beider Marktplätze dar.

    Die Leser mögen sich bitte selbst ein Bild von den Provisionen machen:
    http://services.amazon.de/programme/online-verkaufen/preisgestaltung.html#soa-sell-more
    Außer Kindle-Zubehör und Schmuck liegen für alle anderen Kategorien zwischen 7% und 15%. Bei eBay ist die reine Verkausprovision zwischen 6% und 11% je nach Kategorie (Schmuck hier auch ausgenommen). Was man bei diesem Vergleich aber gern übersieht: Bei Amazon ist die Zahlungsabwicklung inklusive, bei PayPal kommen noch einmal 1.5%-1.9% dazu, und als gewerblicher Händler kommt man um PayPal praktisch nicht herum. Schon ist der unterschied nicht mehr so groß bzw. bei Elektronik u.U. sogar Amazon billiger.

    Ich will hier nicht Amazon loben, aber ich denke, die Betrachtung durch Axel Gronen war vielleicht etwas einseitig. Beide Marktplätze haben ihre Berechtigung für die Händler. Mit ihren Stärken und Schwächen sollte man sich für jedes Geschäftsmodell genau ansehen, was das im Einzelnen bedeutet und wo die Vorteile liegen.

  9. Pingback: Ebay oder Amazon? Wo verkauft es sich besser? - Vergleichproduktorama.de

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