Offline Analytics – Humbug oder Chance?

42reportsKann man eine stationäres Geschäft genauso analysieren und optimieren wie eine Webseite? Um diese Frage geht es im folgenden Interview mit Christian Wallin. Er ist Gründer und Geschäftsführer von 42reports.com, einem Service der die Funktionen von Google Analytics auf den stationären Handel übertragen will. Treiber für dieses Vorhaben waren die mangelnden Analysemöglichkeiten für die Trafficanalyse- und generierung in seinem Frozen Yogurt Startup Frolé. Als Gründer und Geschäftsführer des E-Commerce Schmuck Startups Juvalia war er von den Möglichkeiten der Webanalyse verwöhnt.

Bestätigung dürfte er durch das mit 17 Mio. $ finanzierte US Unternehmen Euclid Analytics bekommen haben, das wiederum in den USA in einem intensiven Wettbewerb mit Walkbase, Nomi und IBM stehen. IBM & Co. nutzen allerdings nicht den Ansatz der neuen Unternehmen in diesem Bereich, die über die Analyse von MAC Adressdaten, die jedes Handy mit aktivierter WLAN Funktion permanent und individuell generiert, Nutzer in Shopping Malls und Einzelhandelsgeschäften verfolgen. Von der optimierten Gestaltung des Ladendesigns bis hin zur Maximierung der „In den Laden gehen“ Rate versprechen die Anbieter nicht viel weniger als die Revolution der Stationäranalyse. Ich stelle mir das ungefähr so vor wie den Schritt von serverbasierten Trafficstatistiken hin zu modernen Online Analysetools wie Google Analytics.

Spannend zu verfolgen ist gerade die naheliegende Diskussion zum Thema Datenschutz bei diesem Analyseansatz. Das hat angeblich die Euclid Kunden Home Depot (Heimwerkerkette) und das Warenhaus Nordstrom zur Kündigung ihrer Euclid Konten bewogen. In einem kürzlich erschienen Artikel in der New York Times wurde aber bereits eine Lösung für dieses Thema skizziert.

If these methods seem intrusive, at least some consumers seem happy to trade privacy for deals. Placed, a company based in Seattle, has an app that asks consumers where they are in a store in exchange for cash and prepaid gift cards from Amazon and Google Play, among others. More than 500,000 people have downloaded the app since last August, said a company spokeswoman, Sarah Radwanick, providing information like gender, age and income, and agreeing to be tracked over GPS, Wi-Fi and cellular networks. Placed then sells the data to store owners, online retailers and app developers

Die Nutzerkommentare unter den diversen Artikeln zu dem Thema sprechen aber eine recht eindeutige Sprache. So richtig wohl fühlt sich scheinbar niemand, wenn seine MAC Adresse ungefragt für die Optimierung von stationären Einkaufserlebnissen genutzt werden soll. Was online Standard ist, scheint offline noch lange nicht selbstverständlich zu sein. Christian nimmt zu diesen und weiteren Punkten im Interview Stellung.

4 Gedanken zu “Offline Analytics – Humbug oder Chance?

  1. nicht jeder Kunde verfügt über ein smartphone, sodass og. nur eine ganze grobe Auswertung zulässt, wenn überhaupt.
    Es kann durchaus sein, dass bspw. Abends mehr Smartphone-Käufer unterwegs sind, als bspw. morgens – der Laden jedoch morgens voller ist.

    Der andere Punkt bzgl. Anonymisierung:
    a.) bei Homepages gibt es ja die Möglichkeit der Opt-Out-Funktion, was bei o.g. Protokollierung nicht möglich ist und somit evtl. gegen Datenschutz verstößt.
    b.) ein Widerspruch ergibt sich bzgl. der Nachverfolgung, angeblich bei shops bzw. inhouse möglich, aber nicht bezogen auf die City als Verlaufsprotokoll. Dh. technisch wäre es möglich es wird aktuell nur nicht umgesetzt, um den „Aufschrei der Überwachung“ zu vermeiden.

    Ich muss dazu sagen, dass ich gegen die Auswertung usw. nichts habe, denn mir steht es ja frei bspw. eigene Vorkehrungen wie WLAN zu deaktivieren, auf der anderen Seite sollte man die Angelegenheit nicht herunter spielen. Denn nicht umsonst hat google bspw. die „Hot-Spot-Daten“ gelöscht.

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