The Homer

Aufgrund der sich häufenden Debatten um sinnvolle Online Geschäftsmodelle im E-Commerce, möchte ich hiermit gerne einen neuen Fachterminus einführen, den ich mit meinen ehemaligen Kollegen von Otto und einigen anderen Fachleuten schon seit einigen Jahren nutze. Dieser Terminus kürzt komplexe Erklärungsansätze deutlich ab und vereinfacht so die Kommunikation. Der Terminus ist:

The Homer

Fans der Simpons werden sich sicherlich noch an die legendäre Folge erinnern, in der Homer Simpson ein neues Auto für seinen reichen Bruder Herb entwickeln sollte.

Thanks to Homer’s dislike of the cars Herb’s company was creating, Herb decided his company needed a new car that would appeal to the „average“ American. Despite the many objections of Herb’s employees, Herb encouraged Homer to follow his instincts in creating a car that American consumers would want to buy. Homer took charge of the project after Herb encouraged him to obey his gut when it came to what kind of car he wanted. Unfortunately, Homer’s creation was such a monstrously strange car, it cost so much to develop, and had such a high price tag, that Herb’s car company went out of business shortly after, with its building purchased by Komatsu Motors.

Dieses Auto war mit Funktionen und Bling Bling bis zum Rand vollgeladen und hatte so am Ende kein sinnvolles Profil mehr für potentielle Endkunden. Etwas ähnliches passiert seit ca. fünf Jahren im E-Commerce. Es werden Online Shops eröffnet, die zwar mit Funktionen glänzen, aber grundsätzlich gar keinen Kundennutzen stiften. Die Shopbetreiber glauben anhand sogenannter „Best-in-Class“ Analysen alles richtig zu machen. Gute Usability, toller Check Out, ein Badge System für Bestandskunden, Facebook……. Dabei bringt das alles rein gar nichts, wenn das Shop Modell dahinter keinen Nutzen für Endkunden stiftet. Immer dann, wenn ich bei Konferenzen oder Gesprächen mehr über Funktionen und Features höre als über den Nutzen eines Online Shops, drängt sich bei uns der Begriff „The Homer“ auf. Das Badge System heute ist der Riesenspoiler des Homers.

In zukünftigen Beiträge referenziere ich sicherlich öfter mal auf diesen Post. Regelmäßige Kassenzone Leser sollten sich also den Terminus merken! Echte Fans können zur Zeit ein Modell bei eBay ersteigern.

Update: 

Gibt es Interesse an einem Homer Award? Also mit echten Vorschlägen, Voting & Preisverleihung auf einer relevanten Online Konferenz? Einen Vorgeschmack gab es ja schon mal hier.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Kassenzone von Alexander Graf. Permanenter Link des Eintrags.

Über Alexander Graf

Alexander Graf ist Geschäftsführer von Spryker Systems, einem Joint Venture, das er im November 2014 zusammen mit Nils Seebach und Project A Ventures gegründet hat. Er verantwortet das Business Development und die Strategie des Technologie-Anbieters mit Sitz in Hamburg. Er ist zudem Gründer des größten europäischen Netzwerkes für digitale Unternehmer eTribes. Sein neues E-Commerce Buch wurde schon über 2.000x verkauft. Auf über 300 Seiten erklären Alexander Graf und Holger Schneider darin alle wichtigen Zusammenhänge zu Marktanalysen, Geschäftsmodellen und Strategien im E-Commerce. Er kann als Speaker und/oder Pausenclown gebucht werden. alexander.graf@etribes.de || Tel: +49 (40) 3289 29690

10 Gedanken zu “The Homer

  1. Spitze, ich hätte da auch einige 100 Anwärter.

    Zusätzlich schlage ich noch den „Steve“ vor: Preis für StartUp’s und Consulter die auf Ihre Unternehmenspräsenz mit drei Mac Screenshots ganzheitlich (sehr wichtig!!!) ihr Geschäftsmodell erklären…… Da hätte ich dann ein Paar tausend Anwärter.

  2. @Andreas: Chapeau, das trifft ja dann auch Netimpact. Finde ich auch albern, aber es sieht gut aus. Das muss man den Konzeptern schon lassen. Obwohl ich die Präsentation von Geschäftsmodellen auf Basis von iPhone Screenshots noch interessanter finde.

  3. Oder iPad….
    Und da Geschmäcker ja verschieden seien dürfen:
    Ich find eure Seite nicht so prall: Gerade Ihr Consulter solltet doch wissen wie das heute aus zusehen hat: Serifenlose Schrift auf 80% schwarzen Balken, großflächige Bilder und gaaaanz wichtig: Mobile First mit Responsiv Modules ready for M-Commerce. Umsetzung 1 Tag!

  4. Das stimmt, wenn wir Consulter wären. Zu 95% machen wir aber „nur“ Umsetzung. Da hat man für die eigene Seite keine Zeit mehr. Ich bringe das aber mal in die entsprechenden Gremien ein :-). Ich finde es frech, dass wir noch keine Android App haben. man man man

  5. Pingback: shopanbieter.de unterstützt den Homer-Award » Blog für den Onlinehandel

  6. Der „Homer“ ist eine charmante Idee! Dafür gäbe es sicherlich einige Kandidaten. Ich bin auf die Bekanntgabe des ersten Preisträgers gespannt.

    Ihr sollte zusätzlich noch die „Dolly“ als Preis vergeben. Benannt nach dem ersten geklonten Schaf.

    Man denke nur an die ganzen Shops, die aussehen wie Amazon oder Apple.

    Heiße Kandidaten für die „Dolly“ wären auch die Läden, die neben Design gleich noch das Geschäftsmodell mitkopieren. Ich denke zum Beispiel an einen Münchner Windel-Verkauf und auch an den ausgewiesenen Profi von der K5, der sich Layout, Vorgehensweisen und Anspruch des bekannten Schuhverkäufers „ausgeborgt“ hat.

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  9. LoLz – ein bisschen mehr Homer wuerde meinem Shop sicher nicht schaden – allerdings ist mir der Aufwand fuer ein bisschen unnoetigen SchnickSchnack einfach zu viel ; ))

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