re:publica´09 Eindrücke

republica21Wir waren die letzten beiden Tagen bei der „Blogger-Konferenz“ in Berlin und konnten bei schönstem Wetter den Beiträgen der digitalen Avantgarde lauschen. Insgesamt war es ein lohnenswerter Ausflug, was nicht zuletzt an die günstigen Tickets und dem mit Berlin günstigen Ort der Konferenz lag.

Als absolute Barcamp-Fans benchmarken wir natürlich jede Veranstaltung mit dem Barcamp Hamburg 2008. Das ist nicht ganz fair, weil Frontalvorträge (=Konferenz) natürlich nicht den Input wie Peergroup Diskussionen (=Barcamp) liefern können, aber fair ist doch was für alte Medien. Dieses alte Medien vs. Neue Medien Dings hat sich am ersten Tag auch durch viele Diskussionen gezogen, wobei nicht immer ganz klar wurde was die Teilnehmer sagen wollten. Eigentlich wollen alle das Gleiche, aber naturgemäß fällt den „Digital Natives“ der Umgang (Shift) mit Neuen Medien leichter als den „Digital Imigrants“. Es scheint wohl nur eine Frage der Zeit bis man über diese Art der Diskussionen nur noch rückblickend lachen kann. So sieht es auch die Zeit. Ab zur Bewertung:

Location:
Die Locations waren mit dem Friedrichstadtpalast und der Kalkscheune sehr gut gewählt. Der Saal im Friedrichstadtpalast war zwar sehr dunkel, aber die vielen Besucher sind dort bequem untergekommen und es haben sich genügend Ecken zur Entspannung und zum Networken gefunden. Leider stand der Palast nur bis Dienstag 15.00 Uhr zur Verfügung, so dass es danach in der Kalkscheune doch sehr eng wurde. Dank der Berliner Sonne konnte man sich aber auch außerhalb der Kalkscheune gut entspannen.

Kurz vor der Keynote

Kurz vor der Keynote

Infrastruktur/Orga:
Das der Palast um 15.00 geschlossen wurde, war für viele Besucher überraschend. Die Garderobe wurden dort auch eingeschlossen, so dass sich die ein oder andere Abreise etwas verzögerte. Das Krisenmanagement des Orgateams hat aber gut funktioniert. Trotz Amiandotickets war die Anmeldung listenbasiert und damit naturgemäß chaotisch. Gab es keine Barcodescanner mehr bei Amiando? Insgesamt war die Location gut und die Orga, Verpflegung immer auf der Höhe. Ein dickes Minus gibt es allerdings für die technische Planung. W-Lan stand nur extrem unzuverlässig zur Verfügung und das kann bei einer Webkonferenz im Jahr 2009 einfach nicht mehr sein. Hier muss der Vergleich mit Barcamps zugelassen sein, die es auch schaffen ein halbwegs stabiles W-Lan zur Verfügung zu stellen. Das ist umso ärgerlicher, weil viele Präsentationen bzw. Workshops auf W-Lan angewiesen waren.

Inhalte:
Der erste Tag war aufgrund weniger Parallelsessions inhaltlich etwas dünn. Es gab Highlights (zumindest für mich) wie die Innovation-Jam Infos von IBM, aber insgesamt konnte man sich eher um das Networking kümmern und abends die Party mit Fettes Brot genießen. Wir haben aber auch nicht alle Sessions besuchen können. Vielleicht haben wir etwas Spannendes verpasst.
Tag zwei war umso besser. Vom interessanten Vortrag des Bundesdatenschutzbeauftragten, über einen Twitterworkshop mit @byciclemarc und einem Abstecher bei bloggen und Recht bis hin zum Remix von Lawrence Lessing waren einige Highlights dabei.  Die Sessionvielfalt bei gleichzeitiger Begrenzung der Location war zwar nicht hilfreich, aber so kam ein wenig Barcamp-Feeling auf.

Fazit:
Es gibt noch Potenzial nach oben, aber es hat auch in diesem Jahr viel Spass gemacht. Die Mischung aus Duz-Kultur und guten Vorträgen gemischt mit seriösen Konferenzbausteinen gefällt. Viele Grüße an das gesamte Orgateam und noch viel Spass morgen am Abschlusstag. Eines haben wir auf jeden Fall mitgenommen. „Twitter ist jetzt Mainstream.“

Weitere Meinungen gibt es u.a. bei Handelsblatt, Jeriko, Weser-Blog, radio-g, projectwizards und ein wenig Contra bei Fefe.

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