Warum Amazon von notebooksbilliger.de lernen kann | Interview mit Arnd von Wedemeyer

Alexander Graf

Alexander Graf, 35, E-Commerce Unternehmer & Autor, Gelernt und erste M&A-Tätigkeit bei der Otto Group, danach über 10 Unternehmen gegründet, heute u.a. Gründer Geschäftsführer des führenden Shop Technologieanbieters Spryker Systems. Im Juni 2015 hat er das E-Commerce Buch veröffentlicht, das seitdem die E-Commerce Rankings anführt. Weitere Infos hier, oder direkt kontaktieren unter: alexander.graf@etribes.de || Tel: +49 (40) 3289 29690

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8 Antworten

  1. Hm, fein, klingt alles plausibel. Meine akute Erfahrung war (aber): Notebook gesucht, bei Notebooksbilliger für 10Euro mehr als bei AMZ gefunden, wollte es dann trotzdem bei NB bestellen. Als ich dann aber noch mit € 6.95 Versandkosten konfrontiert wurde, mochte ich den local hero NB nicht mehr unterstützten. Allerdings ist die Usability in diesem Segment in der Tat 1000mal besser als bei AMZ. Gekauft habe ich dann aber trotzdem bei AMZ… verstehe diese Versandkostenregelung nicht, wo dass doch so ein bekannter Conversionratekiller ist? Oder klappt es dann mit der Marge gar nicht mehr?

  2. dadampa sagt:

    Habe mein Macbook retina dort gekauft und 3 Monate später erhalten. Ausserdem noch eine Kreditkarte die ich nie wollte erhalten.
    Ok, es war ein Hammer Angebot und ich habe zähneknirschend abgewartet und die Karte nach 10 Monaten wieder storniert. Jede KK ist bei der Schufa ein Negativpunkt. Mann kann nie wissen ob man es nicht irgendwann mal braucht.

    Deshalb kauf ich jetzt wieder by cbrprt.

    • Hey dadampa,

      die lange Wartezeit ist natürlich ärgerlich, sorry dafür. Die Kreditkarte unseres Finanzierungspartners ist derzeit gängige Praxis bei Online-Finanzierungen und wird auch bei anderen Kreditinstituten eigentlich immer mit ausgestellt. Aber wie Du ja selbst bereits festgestellt hast, kannst Du die Karte jederzeit auch abbestellen und solange Du die nicht benutzt entstehen auch keine Kosten.

      LG

  3. Hab mir kurz vor Weihnachten das 2015 MacBook pro gekauft. Kurz WhatsApp Beratung gebraucht, was super geklappt hat. Versand lief auch super. Preis war auch top.

    Mal eine allgemeine Frage, wie viel Prozent der Arbeit entledigt scih AMZ durch sein Marktplatz-Modell?

    Soll heißen, die Seller kümmern sich um:

    Produktbeschreibung
    Produktbilder
    Kundenbewertungen
    Kundenservice

    Welche dann teilweise auch für eigene Angebote genutzt werden können, von notebooksbilliger.de (und auch vielen anderen Händlern) aber selber gemacht werden müssen.

    Grüße,

    Fabian

    • Produktbeschreibungen
      Produktbilder
      Kundenbewertungen

      kommen heute in guter Qualität vom Hersteller. Da dieser selbst ein Interesse hat das sein Produkt entsprechend abgebildet wird das es Verkaufsfördernd ist. Daher die ganzen Like & Win Konzepte auf Facebook und die Incentivierung für Bewertungen durch Hersteller.

      Dazu kommen genug Dienstleister im Bereich der Produktdaten insbesondere bei klassischer Handelsware die es wirklich einfach macht Filter und sonstige Inhalte aufzubereiten.

      Und am Ende sollte wohl jedem klar sein das wenn man nicht wenigstens einen Teil vom Mehrwert im SHop abbildet gibt es auch keinen Grund für den Kunden dort zu kaufen.

      Bei Amazon liegt der Mehrwert im Marktplatz auch eher darin das man dem Händler die Kundenbasis und die Reichweite zeigen kann die man sonst selber vermutlich nicht erreichen kann.

      Glaube also nicht das es Amazon hier besonders leicht gemacht wird sondern das es einfach ein normaler Prozess ist und auch andere durchaus Möglichkeiten mittlerweile haben. Am Ende hat sich Amazon die aktuelle Stellung auch schwer erarbeitet und profitiert nun von dem Marktplatz nachdem man aber die Kundenbasis wirklich teuer aufgebaut hat und durch Modelle wie Prime auch halten will.

  4. investigativi sagt:

    Ich für meinen Teil habe das Gefühl, dass die Kunden bei NBB es gewohnt sind „nachzurechnen“ und ob jetzt versandkostenfrei oder nicht, entscheidend ist der Endpreis (mit oder ohne Versandkosten) und ich persönlich hab da auch lieber einen „transparenten“ Ausweis als „gefakte“ Versandkostenfreiheit. Ich bestelle in der Tat auch (rein aus Bequemlichkeit) wesentlich mehr bei AMZ, aber wenn ich dann mal bei NBB schaue, bin ich immer wieder erstaunt, wie es AMZ dann doch immer wieder schafft mir ca. 10% (im Mittel) mehr abzuluchsen 😉

  5. Reic sagt:

    Amz ist wahrlich nicht einfach aus Bequemlichkeit für sehr viele Endkunden die bevorzugte Anlaufstelle.

    Zum Preis gehört eben auch die Leistung. Und Amazon ist bisher dabei geblieben, extrem kulant bei Rücksendungen und Reklamationen jeglicher Art zu sein. Wo man am deutschen Markt in der Regel als Kunde sonst eine extra „Garantieverlängerung“ kaufen müsste und ansonsten schon bei den meisten Händlern in den ersten 6 Monaten der Sachmängelhaftung vor Beweislastumkehr seinen gesetzlichen Rechten „hinterherlaufen muss“, da nimmt Amz auch noch 23 Monate später dort gekaufte Ware, die wegen Sachmängelhaftung reklamiert wird, gegen volle Erstattung des Kaufpreis zurück und stellt dem Kunde dafür sogar noch einen kostenfreien Retourenaufkleber zur Verfügung und entschuldigt sich für die Unannehmlichkeiten (so bereits selbst erlebt und übereinstimmend im Bekanntenkreis). Das ist eben amerikanische 100 % satisfaction guaranteed „just say yes“ Servicementalität. Die hat einen handfesten Mehrwert für Käufer, den die Preissuchmaschinen so natürlich nicht abbilden.

    Ich weiss nicht, wie NBB sich da verhält – weil ich dort noch nie eingekauft habe. Prime wird IMHO für die Kundenbindung bei Amz überschätzt, es ist schlicht und ergreifend diese für Deutschland außergewöhnliche Kulanz, die einem zum treuen Kunden werden lässt, sobald man sowas das erste Mal staunend erlebt hat – während man hierzulande doch, auch im eCommerce, eher „hamwa nich“-Mentalität gewohnt ist (im eCommerce wird dann eben mit einem Textbaustein aus der Rechtsabteilung auf AGB verwiesen und einem lediglich verklausulierter gesagt: „Hamwa nich“).

    Wie wenig die deutsche Krämerseele bis heute realisiert hat, worin wirklich das Erfolgsrezept von Amz besteht, sieht man daran, wie ständig gegen das Widerrufsrecht genörgelt wird, obwohl das mit die größte Triebfeder für den eCommerce in Deutschland überhaupt war und ist – im stationären Handel gilt nun einmal „gekauft ist gekauft“ und für alles andere ist man auf die Kulanz des Verkäufers angewiesen. Das Widerrufsrecht ist ein mächtiges Förderprogramm für den eCommerce und man könnte Diagramme anfertigen, mit dem Umsatz auf der X Achse und der Kundenfreundlichkeit auf der Y Achse, um einen proportionalen Zusammenhang zu illustrieren. Amz ist deswegen so explodiert, weil man in den Standardprozessen so kundenfreundlich ausgerichtet ist (siehe oben) und die zig kleinen Klitschen, die zB direkt nach der Änderung im Widerrufsrecht jegliche Rücksendekosten freudig in der Widerrufsbelehrung dem Käufer auferlegt haben, die sind eben genau das geblieben, kleine Klitschen.

    Der Preis ist eben nicht alles. Klar gewinnt derjenige u. U. in Nischen am Markt, der kundenfreundlich und günstig ist. Das wird aber nur über Größenvorteile finanzierbar sein und um erstmal so groß zu werden kann man sich getrost an Amz orientieren. Nicht der teuerste aber auch nicht der billigste Anbieter in der Preissuchmaschine, aber einer mit zusätzlichen Benefits, die das Geld wert sind.

  1. 20. März 2017

    […] entstehen bin ich immer sehr froh etwas mehr Einblicke zu gewinnen. Daher hat mich besonders das Kassenzonen Interview mit NBB Chef Arnd von Wedemeyer […]