Ist eBay die bessere Alternative für Händler? Interview mit Mark Steier (Wortfilter)

drei_zwei_eins_meinsDer höchst unterhaltsame Mark Steier (www.wortfilter.de) hat sich mit mir über den Status Quo von eBay & Amazon unterhalten. Es ging um die Relevanz von eBay für Händler, neue Tools, schlechte Amazon Berater und die vielen Chancen die Händler aus seiner Sicht liegen lassen. Natürlich sprechen wir auch über den kommenden DCD im März. Nachdem das erste eBay Interview 2014 mit dem leider verstorbenen Axel Gronen die Spitze der Kassenzone Charts erstürmt hat, dürfte das Interview mit Mark in ähnliche Regionen vorstoßen. Wir sprechen außerdem über das neue Förderprogramm für Händler bei Amazon.

Ich bin aufgrund der sehr lahmen Weiterentwicklung von eBay in den letzten Jahren etwas skeptisch, die Pro-EBAY Argumente von Mark leuchten allerdings ein. Amazon macht es den Händlern und Herstellern zur Zeit sehr einfach, während die Einstiegshürden bei eBay teils gewaltig sind. Für ambitionierte Unternehmen sind das allerdings gute Nachrichten, weil sich die Wertschöpfung dann eben nicht auf das alte Angebot-Preis-Verfügbarkeit Spiel reduziert, sondern eben doch „alte“ Handelsqualitäten (z.B. Produktdatenpflege…) gefragt sind. Viel Spass beim Interview.

Passend zum Beitrag: So funktioniert eBay-SEO!

Unsere nächste eigene Konferenz, der Digital Commerce Day (DCD) mit dem Arbeitstitel „Was ist die Alternative?“, findet am 23. März 2017 in Hamburg statt. Die Tickets dort sind auf 450 Stück begrenzt und es wird eine noch strengere Auswahl geben als in diesem Jahr. Zielgruppe sind Menschen, die sich nicht mehr mit der Diskussion über verschiedenen Vertriebskanäle aufhalten (müssen). Der hier interviewte Mark Steier wird am zweiten DCD Tag wieder eine eBay Diskussionsrunde leiten für bis zu 20 Teilnehmer!

In den nächsten Tagen folgen hier noch Interviews mit Donkey Products (Warum auch der beste Onlineshop manchmal nix hilft) und Contorion (So sehen B2B Gewinner aus).

Alexander Graf, 35, E-Commerce Unternehmer & Autor, Gelernt und erste M&A-Tätigkeit bei der Otto Group, danach über 10 Unternehmen gegründet, heute u.a. Gründer Geschäftsführer des führenden Shop Technologieanbieters Spryker Systems. Im Juni 2015 hat er das E-Commerce Buch veröffentlicht, das seitdem die E-Commerce Rankings anführt. Weitere Infos hier, oder direkt kontaktieren unter: alexander.graf@etribes.de || Tel: +49 (40) 3289 29690

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15 Antworten

  1. jan sagt:

    Sorry, die Stimme von Alexander Graf erträgt man nicht sehr lange. Junge, mach mal ein Stimmtraining.

    • Danke für das Feedback. Bei sinkenden Abrufzahlen werde ich mir das auf jeden Fall überlegen.

    • W. R. sagt:

      Alexander, bleib wie Du bist! Es hat Ohriginalität und Witz. Der Kermit der Frosch des eCommerce wird von mir viel als Podcast beim Autofahren gehört und im Gegensatz zu den beiden Talkmastern von Exiting Commerce, bin ich dabei noch nie eingeschlafen.

  2. Kai sagt:

    Anbei mal meine subjektiven Günde und Meinung warum ich ein gleiches Kaufverhältnis von Ebay zu Amazon wie Alexander habe:

    – Ebay hat durch den primären Privatmann zu Privatmann-Verkauf von damals ein sehr staubiges Image. Ich wußte selbst bis vor Kurzem nicht, dass bei Ebay größtenteils nur noch gewerbliche Händler unterwegs sind
    – Kategorie- und Produktseiten sehen optisch auch sehr altbacken und wenig ansprechend aus. Allein die rechtlichen Informationen, die Widerrufsbelehrung und die gesponsorten Links auf Produktseiten lenken den Fokus viel zu sehr vom Produkt ab.
    – Keine Produktbewertungen in der Kategorieebene. Gerade bei Amazon kaufe ich wie sicher viele andere hauptsächlich Produkte, die gut und viel bewertet wurden. Das ist bei Ebay nicht möglich und daher entfällt das Stöbern dort für mich komplett
    – Der Einkauf bei Amazon ist viel bequemer. Drei bis vier Klicks, keine Nutzung der Tastatur und schon habe ich den Bestellvorgang samt Bezahlung abgeschlossen
    – Amazon bietet einen Rundum-Service durch zuverlässige und schnelle Lieferung, einfaches Retourenmanagement und gute Kontaktmöglichkeiten bei Nachfragen
    – Sehr gutes Cross- und Upselling bei Amazon im Gegensatz zu Ebay
    – Sehr hoher Zusaznutzen durch Amazon Prime (Filme, Musik etc kostenlos) und dadurch hervorragende Kundenbindung
    – Durch Targeting eine sehr hohe Personalisierung von Amazon gegenüber Ebay

    Was Amazon meiner Meinung nach nicht kann sind emotionale sowie erklärungsbedürfte Produkte. Da fehlt denen noch einiges, aber auch da ist Ebay nicht besser.

    Übrigens ein sehr schönes Interview mit einem sehr sympatischen und kompetenten Gast!

    • Mark Steier sagt:

      Kai, ich gehe einmal nach und nach deine Ideen durch:

      Wahrnehmung von eBay: Kreuzen sich da ggf. Branchenblindheit mit Realität? eBay ist einer der Reichweiten stärksten Seiten und Konsumenten kaufen und handeln auf der Plattform. Größter Plattformhändler auf eBay_de vereinnahmt 100 Mio. € pro Anno. Fazit: Bei eBay geht was! Aber ja, ich denke und da wirst du recht haben, das eBay noch etwas an der Wahrnehmung feilen muss. Da geht noch was.

      Kat.-Prod. Seiten: Ich habe nur bedingt Expertise hier zu bewerten, jedoch finde ich (subjektiv) eBays Seiten angenehmer als Amazons. Allerdings: Die wenigsten Händler auf eBay nutzen ihre Möglichkeiten die Produktdetailseite zu gestalten. Hier liegt viel Potential brach.

      Prod.Bew.: Ja, da hast du absolut recht. Die Frage die glaube ich bald beantwortet sein wird ist diese: ist da bei eBay schon das letzte Wort gesprochen?

      Bestellvorgang: Sofern du dein PayPal Konto mit deinem eBay Account verknüpft hast, benötigst du auch nicht mehr Klicks. Also genau 4 und das auch ohne Tastatur.

      Amazon Service: ich denke hier ist zu unterscheiden ob du von einem 3P mit oder ohne FBA kaufst. Bei Amazon selber ist der Service vorbildlich und harmonisiert. Absolut. Aber vergleichst du 3P und eBay Seller dann können auch dort schon einmal die Kauferfahrungen divergieren. Eine Aufgabe von eBay wäre es noch sich einmal intensiv mit dem Gedanken Fullfilment zu beschäftigen. Ein harmonisiertes Versanderlebnis würde Konsumenten beeindrucken.

      Deine letzten 3 Punkte: ich denke hier sollten wir uns einmal überraschen lassen wie eBay seine Zukäufe einbindet. Mit eBay Datalabs und eBay Trending gewährt eBay ja schon einmal ein wenig Einblick. Schaue einmal hier: http://www.wortfilter.de/news15Q1/5256-eBay-DataLabs-und-eBay-Trending-DE-online.php

      Und ganz lieben Dank für dein nettes Feedback. Das freut mich sehr.

  3. Bravo Herr Mark Steier! Endlich mal jemand der voll hinter eBay steht. Das ist unser erster Marktplatz gewesen und steht für mich immer noch vor Amazon. Sonst hört man nur etwas zu Amazon.
    Da komme ich doch gerne wieder zum DCD, um Sie zu hören.
    @Alexander: Bitte auch mal mehr Workshops zu eBay im DCDnet.

  4. Amazon oder eBay? An dieser Frage scheiden sich bei vielen Retailern die Geister. Tatsächlich sind beide Marktplätze schwer miteinander zu vergleichen, zu unterschiedlich sind die dahinterliegenden Konzepte.

    Wer schon einmal in nenneswertem Umfang über eBay verkauft hat, weiß von den hohen Integrationsaufwänden. Im Gegensatz zu Amazon reicht es bei eBay ganz und gar nicht, Produktdatendaten hochzuladen und Bestellungen herunterzuladen. Angefangen bei einem Mapping der eigenen Warengruppen auf die eBay-Kategorien, über die inhaltlich optimale Gestaltung der Angebote bis hin zu den vielen Einstellungsmöglichkeiten, die die Auffindbarkeit der Angebote beinflussen, ist eBay alles andere als ein leicht integrierbarer Verkaufskanal.

    Doch nach meiner Auffassung liegt für Händler in genau dieser Tatsache auch eine Chance: Die Einstiegshürden liegen im Vergleich zu Amazon deutlich höher, damit sinkt der Konnkurrenzdruck zwischen den Anbietern, Preisvergleiche fallen dem Kunden schwerer als bei Amazon, zudem hat der Händler sehr viel mehr Möglichkeiten, den Kunden an sich zu binden. Nicht zu unterschätzen ist auch der Umstand, dass Amazon regelmäßig als direkter Konkurrent zu seinen Marktplatzhändlern auftritt, eBay hingegen sieht sich in erster Linie tatsächlich als Marktplatz.

    Es bleibt eBay nur zu wünschen, dass es den Kampf um Reichweite und Relevanz bei den Kunden nicht gegen Amazon verliert. Für den Vertrieb über Marktplätze wäre das fatal.

  5. W. R. sagt:

    Danke für diesen interessanten Beitrag und eine Erinnerung an das gute, alte eBay. Wir hatten es mit unserem Shop vor 6-8 Jahren mal probiert und nach einigen Tests wieder abgebrochen, weil dort nur „Problemkunden“ mit der Einstellung „nichts zahlen“ und „alles bekommen wollen“ zu finden waren. Im Jahr 2016 ist dieser Kunde der Standard geworden und man könnte es sich ja noch mal anschauen.

    Ich fand es besonders interessant, dass Mark Steier aus dem Nähkästchen geplaudert hat und auch zu den „unbeliebten“ Abmahnungen von damals Stellung genommen hat. Respekt dafür! Es würde mich sehr freuen, wenn Mark hier oder in einem zweiten Interview mehr aus seiner aktiven Zeit berichtet und vor allem mal aufklärt, warum und wie er zum Privatier wurde.

    Bei der Menge der Transaktionen hört sich das immer nach einer Erfolgsstory an und so, als ob er kein Geld mehr verdienen müsste. Ist dem wirklich so? Ich habe mal etwas ge-googled und gesehen das die Firma von Mark Steier wohl in die Insolvenz geschickt wurde. Das ist ein sehr interessantes Thema und ich würde mich freuen, wenn Mark mehr dazu berichten könnte. Warum hat er diesen Schritt gewählt und nicht die koordinierte Liquidation? Hatte Mark Steier „ausgesorgt“ oder hat er damals eine Marktveränderung auf eBay, mit den Kuden, Lieferanten oder generell kommen sehen und den kontrollierten Absturz herbei geführt?

    Vor allem da sich viele KMU Leser hier wohl die Frage stellen, ob sich der gesamte Aufriss im eCommerce noch lohnt und ob man nicht lieber schliesst, ist das „smarte“ Schliessen einer Firma sicherlich ein interessantes Thema. wir wäre es mit einem Kassenzone Beitrag/Interview dazu? Frei nach Jack Welch (ehem. GE Manager) „Fix it, sell it, close it!“ – aber wie?

    • Mark Steier sagt:

      Moin,

      nö der Plan war einfach. Mit 45, also 2012, wollte ich aufhören. Bis dahin waren alle Immobilien weitestgehend schuldenfrei (-> Einkünfte V/V). 2012 Stecker gezogen & MA woanders untergebracht. Lager Abverkauf gestartet. Restliche Verbindlichkeiten gezahlt. Ein großer Logistiker ließ sich nicht drauf ein. Smart abgewickelt (So will es das HGB).

      Fazit: Mir geht’s prima.

      Ich glaube ich habe dir alle Fragen beantwortet. Den Plan mit 45 aufzuhören habe ich im Übrigen 1996 gefasst und darauf hin gearbeitet. Die Idee war es von Einkünften aus Vermietung und Verpachtung gut zu Leben. Das bedeutete wir haben Immobilien gekauft und zugesehen diese bis 2012 schuldenfrei zu bekommen. Also alles recht einfach, bewähert und bodenständig.

  6. Ich habe als SEO Kontakt zu einigen Händlern, die sowohl eBay als auch Amazon als Plattform für den Absatz nutzen. Durch die Bank weg sind sie sich einige, dass Amazon zwar interessant ist, aber sie sich einfach ein zu großes Stück vom Kuchen abschneiden und damit die Marge der Händler so stark einschränken, dass man quasi nur noch für Amazon arbeitet und selbst nichts mehr verdient.

    Das mag zwar sehr abhängig von der Nische sein, in der sich ein Händler bewegt, aber die Gebühren bei eBay sind in jedem Fall deutlich überschaubarer.

  1. 17. Oktober 2016

    […] für eBay hielt jedoch sicherlich Mark Steier, Betreiber von wortfilter.de, u.a. in seinem Podcast-Interview mit Kassenzone. Meines Erachtens ein Muss für jeden Marktbegleiter. Mit seinen Aussagen verblüffte er […]

  2. 18. Oktober 2016

    […] Thema und mittlerweile freut man sich schon richtig über lobende Artikel zu eBay („Ist eBay die bessere Alternative für Händler? Interview mit Mark Steier (Wortfilter)„), weil es in der Amazon dominierten Welt ein Lichtblick ist. Ich kann mir zwar noch immer […]