Die Top100 Onlinehändler: 20% noch immer ohne Mobile Shop

Florian Hermsdorf

Florian Hermsdorf beschäftigt sich seit 10 Jahren intensiv mit allen Themen im Bereich Mobile Commerce. Er verantwortete die M-Commerce Aktivitäten (inkl. Betrieb, Marketing, Produktmanagement) von otto.de. Anschließend war er mehrere Jahre im Otto Group Konzern in den Bereichen Business Development und Corporate Development E-Commerce tätig. Dort beschäftigte er sich mit strategischen Themen und der Planung sowie Bewertung von M-Commerce und E-Commerce Geschäftsmodellen. Er gründete und leitete 2,5 Jahre für die Otto Group als Geschäftsführer das Startup VitaBote. Darüber hinaus hält er Fachvorträge im M-Commerce Umfeld und als Gastdozent an der FH Wedel die M-Commerce Vorlesung. (Xing)

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15 Antworten

  1. Christof sagt:

    Ich stelle bei Gesprächen mit Händlern immer wieder fest: Es wird in gewisser Weise mechanisch gefragt, ob „der Shop auch responsive“ sei. Das gehört jetzt irgendwie dazu (so wie: „SEO-optimiert“). Nachfragen zu mobilen Zielgruppen, Sortimenten oder gar Konzepten lösen dann oft Unruhe aus, denn die Händler haben keine Antworten – und wollen vor allem auch kein zusätzliches Geld in die Hand nehmen, um den mobilen Kanal zu bespielen. Die meisten lesen aus den positiven m-Commerce-Statistiken heraus, dass ihnen hier ein weiterer Vertriebskanal quasi „umsonst“ oder als „Abfallprodukt des Web-Shops“ zur Verfügung steht.

  2. Glaubt man Thomas Husson, haben 57% der kürzlich von Forrester Research befragten Marketing-Verantwortlichen noch keine klaren und messbaren Ziele für den mobilen Kanal definiert. Wenig überraschend sind daher auch lediglich bei 38% der befragten Marketer spezielle Mobile Analytics-Lösungen im Einsatz (Forrester, Sept. 2014).

    Das ist umso erstaunlicher, als heute im Durchschnitt bereits mehr als 20% des gesamten Traffic auf Webseiten in Europa und den USA von mobilen Geräten kommt. Auch in Deutschland kann dieser Anteil, insbesondere bei Marken aus der Medienbranche, bereits heute schon bei mehr als 50% liegen.

    Mich verwundert es daher schon, wenn das Thema Mobile Analytics von vielen führenden Unternehmen und Marken in Deutschland immer noch stiefmütterlich behandelt wird. Man gibt sich zufrieden mit dem, was Google, Adobe, WebTrekk & Co. liefern, und verspielt damit die Chance, sich jetzt einen Wettbewerbsvorteil durch den Einsatz innovativer Lösungen zu erarbeiten, der sich durch das rasante Wachstum des Web-Traffic Shares von mobilen Geräten in kürzester Zeit exponentiell auswirken wird.

  3. Sehr informativer Beitrag – und spiegelt genau das wieder, was wir als Agentur in der Praxis immer wieder erleben (genau das, was auch Christof sagt): In den Medien ist das Thema mobile/respinsive gefühlt schon zu 100% angekommen – jeder propagiert das Thema, es ist klar, dass kaum ein Onlineshop ohne mobile Version langfristig erfolgreich sein kann, doch schaut man sich in der Praxis um, gibt es kaum Beispiele für (gelungene) mobile Versionen.

    Das widerum ist der Tatsache geschuldet, dass eine wirklich saubere responsive Umsetzung nicht „mal eben“ gemacht ist – da stecken umfassende konzeptionelle Überlegungen angefangen beim Wireframing, übers Design bis hin zur technischen Umsetzung drin (wir haben uns dem Thema selbst auch mal in einem Blogbeitrag gewidmet: http://www.netshops.de/responsive-webdesign-made-by-netshops/).

    Spricht man dann mit Shopbetreibern im Rahmen von Neuprojekten, ist auch allen klar, dass es im Rahmen einer Launches oder Relaunches NATÜRLICH eine responsive Umsetzung sein muss – ist ja schließlich vom „Hörensagen“ absolut State-of-the-Art. Wenn man aber dann dem Kunden vorrechnet, wieviel extra-Aufwand die Umsetzung erfordert, wird aus dem „natürlich“ ganz schnell ein „ach, das sparen wir uns noch – vielleicht bis zum nächsten Relaunch 2017“ oder noch besser: „Das ist doch Standard, das kann doch nicht so aufwändig sein“…

    Daher: Vielen Dank für den Beitrag 😉 Spricht uns aus der Seele!

  4. Alexander sagt:

    Sehr gute Übersicht! Den Aufwand sollte man zunächst einmal würdigen!

    Was sich hier in den Ergebnissen zeigt, können wir aus Shopsystem-Analyse-Sicht (wenn auch nicht auf Enterprise-Shop-Ebene) bestätigen.

    Unsere Daten über die mobile Umsetzungen der verschiedenen E-Commerce Lösungen zeigen, dass die überwiegende Mehrheit der Shopsysteme eine mobile optimierte Version des Shops darstellen (Mobile Templates und Responsive Webdesign hält sich hier die Waage) und teilweise als Inklusiv-Leistung anbieten. Die mobile nicht angepassten E-Commerce Shopsoftware Lösungen konzentrieren sich hier v.a. bei Shopsystemen mit der Zielgruppe „kleine“ Onlineshops, bzw. Open Source Lösungen.

    Einige Shopsysteme setzen beim Thema „Mobile Shopumsetzung“ auch auf Partner wie shopgate, um sich u.a. den Aufwand der mobilen Darstellung/ Optimierung und Weiterentwicklung nicht ins Haus zu holen, zumal die best practises noch nicht klar zu erkennen sind. Durch diese Modularisierung der E-Commerce Projekte wird Mobile (und damit das eingesetzte Shopsystem) ein stückweit zukunftssicherer und flexibler, natürlich ein gewisses Budget bzw. eine gewisse Zahlungsbereitschaft (bei Provisionsmodellen) vorausgesetzt.

    In diesem Zusammenhang sollten aber auch die Web-APP Ansätze von Couchcommerce (spannendes hierzu: http://shoptechblog.de/2014/07/14/shoptechtalks-2-mobile-commerce/ ) zum Thema Reduzierung der Client-Server Anfragen zur Performance- und damit Usability Optimierung, erwähnt werden.

    Aus meiner Sicht gehört zur jeder mobilen Umsetzung das entsprechende Controlling (ROI Analyse) der mobilen Strategie. Gerade weil hinsichtlich der noch „jungen“ Geschäftsfeldentwicklung die mobilen Zusatzkosten je E-Commerce Projekt einer große Streuung je nach E-Commerce Lösung und Technologie unterliegen.

  5. Frank sagt:

    Sehr interessante Aufstellung und 20% gänzlich ohne Berücksichtigung von „Mobile“ ist erstaunlich. Was mich aber noch mehr wundert: Warum gibt es so viele dedizierte Mobile Sites und so wenige Responsive Shops bei den großen Händlern? Ist es so schwierig umzusetzen bei Seiten mit großen Katalogen oder ist das eher „historisch gewachsen“?

    • Meiner Erfahrung nach ist der Grund in der Wahl von speziellen Mobile Templates (vs. Responsive) meist der technische und prozessuale Aufwand. Die Umstellung auf Responsive Sites ist meist mit sehr hohem Anfangs-/Umsetzungsaufwand verbunden. Darüber hinaus müssen zum Betrieb eines Responsive Shops viele der Arbeitsabläufe angepasst und Mitarbeiter geschult werden etc.. Vor diesem Hintergrund wählen viele Händler meist noch die Variante, den Mobile Shop „einfach“ (extern von einem Dienstleister) als unabhängigen Shop zu betreiben.

  6. Sehr interessante Daten, vielen Dank für die umfangreiche Aufstellung und Analyse! Die Bedeutung und die Alarmbereitschaft der Branche kann ich nur unterstreichen.
    Bei uns kommt kein Projekt (Usability-Test oder auch Online-/Onsite-Befragung mehr ohne die Berücksichtigung mobiler Endgeräte aus.
    Und der Trend ist ungebrochen – ich bin sehr gespannt, was die nächsten Jahre auf uns zukommt, wenn (falls!) die SmartWatches sich durchsetzen.
    Wir haben gerade fürs Labor eine neue Dokumentenkamera angeschafft, die nun auch HD-Qualität bietet, um das Bild schärfer zu übertragen in den Beobachtungsraum bzw. per Video aufzuzeichnen – das sollten auch für die kleineren Bildschirme der SmartWatches reichen! Freue mich schon auf den ersten Test – vermutlich wird der dann aber doch im Feld stattfinden und nicht im Usability-Labor!

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