Ist Tirendo wirklich ein Desaster?

Alexander Graf

Alexander Graf, 35, E-Commerce Unternehmer & Autor, Gelernt und erste M&A-Tätigkeit bei der Otto Group, danach über 10 Unternehmen gegründet, heute u.a. Gründer Geschäftsführer des führenden Shop Technologieanbieters Spryker Systems. Im Juni 2015 hat er das E-Commerce Buch veröffentlicht, das seitdem die E-Commerce Rankings anführt. Weitere Infos hier, oder direkt kontaktieren unter: alexander.graf@etribes.de || Tel: +49 (40) 3289 29690

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6 Antworten

  1. Björn Frank Michael sagt:

    Die Antwort auf Deine Frage ist: JA! Tirendo ist ein Desaster für 113 Mitarbeiter, die sich nicht die Taschen voll machen konnten und jetzt einen neuen Job suchen müssen. Tirendo ist ein Desaster für andere Gründungen und Gründer, weil auf hässliche Weise deutlich wurde, dass es hier nicht um einen nachhaltigen Geschäftsaufbau, sondern nur um einen schnellen Exit ging. Tirendo war ein Desaster für alle Online-Reifenhändler, weil Tirendo den Preisverfall in der ohnehin nicht mit üppigen Margen gesegneten Branche weiter vorangetrieben hat – was mit einer hohen Kapitalausstattung keine Kunst, aber null nachhaltig ist…und das mit Null-Innovationskraft, oder wo siehst Du bei Tirendo echte Innovationen? Dass Delticom die Nerven verloren hat und Tirendo gekauft hat ist jetzt temporär auch ein Desaster für Delticom (siehe Börsenkurs), für die Preispolitik in der Reifenbranche insgesamt aber enorm hilfreich.

    • Oliver sagt:

      Bist Du Matthies-Kunde oder arbeitest dort? Es ist so, wie Du es beschreibst. Diese Problematik (mit anderen, auch kleineren Akteuren) besteht so im gesamten Auto-/Motorrad-Ersatzteilhandel. Selbst Louis hatte 2013 ordenliche Einbußen in verschiedenen Teilekategorien (Verschleißteile).

      • Björn Frank Michael sagt:

        Hallo Oliver, nein, ich bin weder Matthies-Kunde noch arbeite ich dort. Und aus meiner Sicht besteht die Problematik leider nicht nur in der Auto-/Motorrad-Branche, sondern in sehr vielen Branchen: Fremdfinanzierte Startups machen die Preise und damit ganze Märkte dauerhaft kaputt, um letztlich selber kaputt zu gehen…viele, viele Pyrrhussiege. Und das ist irgenwie blöd!

  2. Richard sagt:

    Inr denkt zu kompliziert. Prüfer wollte Tirendo loswerden. Und statt sie mit 40 Mio bei Google zu überbieten, hat er sie gekauft und platt gemacht. Delti verkauft wwltweit. Die Kohle haben sie schnell wieder drin. Ob die IT fur die Shops taugt, ist unwahrscheinlich. Alle Shops weltweit laufen auf dem selben PHP-Kern. Die eigene Logistik ist neu und selbst gebaut. Diw restliche Logistik ist Streckengeschäft. Lieferant X liefert direkt an Kunde Y. Über Delti läuft nur die Kohle. Wofür Tirendo? Braucht keiner.

  3. Tim sagt:

    Aufkaufen und Ausschalten.
    Der Kuchen wird nicht grösser, aber die davon abgeschnittenen Stücke und sei es noch so klein.

  4. In der Tat ein interessanter Markt: Reifen und damit zusammenhängende Services zu verkaufen. Letztere bringen meist deutlich höhere Margen als die Reifen / Räder selbst.

    Bei alle den Zahlen darf man nicht vergessen:
    Reifen / Räder zu verkaufen, das ist Saisongeschäft pur.
    Wetterabhängig. Bekommen wir früher und lange Winter, dann brummt das Geschäft und die Zahlen stimmen. Schneit es noch mal im April, dann vergessen viele ihre Winterreifen abzuziehen und fahren die im Sommer einfach weiter.

    Das Wetter ist der entscheidende Treiber für die Zahlen in diesem Business. Das sieht man auch sehr schön an den Zahlen von Delticom in den letzten Jahren.

    Ich fürchte auch, dass der Kauf nicht zwingend das Ziel hatte aus 1+1=3 zu machen. Denke aber, dass sie sich die Sache bei Delticom gut überlegt haben und einen plan für die Zukunft haben. Der wird dann auch sicher vorsehen noch mehr Cross-Selling zu machen und Produkte auch anzubieten, die Kunden zum regelmäßige Besuch der Online-Shops bewegen wird.

    Wir dürfen, da bin ich mir sicher, auch in den kommenden Jahren einen spannenden Markt und viel Neues bei Delticom bestaunen.