5min mit „Happy Coffee“

Wer seid ihr und was macht ihr?

Hallo. Ich bin Christian Häfner und Gründer des Projektes „Happy Coffee“. Happy Coffee ist eine Initiative zur Unterstützung des fairen Kaffeehandels in Deutschland und soll durch Qualität und Vertrauen mehr Aufmerksamkeit auf dieses wichtige Thema lenken. Gerade die letzten Jahre haben gezeigt, wie wichtig der faire Handel ist um den Kleinbauern ein Existenzminimum gewährleisten zu können. Mit der Kampagne wollen wir einerseits den fairen Handel unterstützen, auf der anderen Seite Unternehmen aber auch die Möglichkeit geben, sich aktiv am fairen Handel zu beteiligen.

Wie können sich die Unternehmen denn einbringen?

Neben dem Versand an Endkunden bieten wir Unternehmen auch die Möglichkeit einer Kooperationspartnerschaft an. Das bedeutet, dass jede Kaffeeverbrauchende Firma bei Umstellung ihres Kaffees auf Happy Coffee auch etwas zurück bekommt. Aktuell bieten wir kostenlose Werbung (Logoplatzierung inkl. Verlinkung) auf happycoffee.org an, sowie die Erwähnung auf Facebook und Twitter. Das Netzwerk und die Reichweite wächst auch durch viele Offline-Aktionen (Flyer, Proben, etc.) täglich. Dadurch erhalten Firmen einen Möglichkeit zu zeigen, dass sie nachhaltigen denken und handeln, und zwar direkt!

Wer ist Eure Zielgruppe?

Die Zielgruppe sind in erster Linie natürlich Kaffeetrinker. Speziell diese, die viel Wert auf  Qualität und fairen Handel legen. Die Grundidee von Happy Coffee ist aber auch, mehr Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken. Das wollen wir hauptsächlich über ein unschlagbar günstiges Angebot, aber vor allem auch über die Qualität erreichen. Alle Besitzer eines Vollautomaten oder einer Kaffeemühle sind damit potentielle Kunden.

Fairtrade Kaffee bietet doch mittlerweile auch jeder große Hersteller an. Warum sollen die Kunden auf einmal Happy Coffee trinken?

Das ist ganz richtig und prinzipiell auch eine positive Entwicklung des Trends. Was jedoch bei den meisten Hersteller fehlt, ist der Bezug zum Ursprung des Kaffees. Wir können genau sagen, wo unser Kaffee angebaut wurde, wie er von wem verarbeitet wurde und letztlich zum Kunden gelangt. Dank des Fairtrade Siegels sind alle Stufen für den Kunden transparent und nachvollziehbar. Daneben steht der Faktor Qualität. Die meisten großen Kaffeemarken bieten z.B. Bohnenmischung an, um den Preis gering zu halten. Der Kunde vertraut häufig der Marke, kontrolliert oder hinterfragt aber selten den Inhalt der Packung. Den Mehrpreis zahlt der Kunde letztlich nicht für die Qualität, sondern für die Marke. Wir bieten echte Qualität zu günstigen Preisen und machen das sichtbar, wo andere sich zurück halten. Als Marke wollen wir den Kunden nicht nur das Gefühl geben etwas Gutes zu tun, sondern lassen sie aktiv teilhaben. Ein weiteres Argument ist der Preis: Bei aktuell 15,50€ inkl. Versand kommt kein vergleichbares Produkt (weder im Online-, noch im Offline-Handel) mit!

Wie löst ihr das Problem der Kundenaquisition?

Aller Anfang ist schwer, das gilt auch für Happy Coffee! Mit Mundpropaganda, Flyern und Adwords haben wir in den ersten Tagen bereits über 40kg verkauft. Das ist schon eine gute Bilanz, allerdings sind wir noch lange nicht am Ziel. Das Gute ist, dass viele das Projekt gut finden und gerne darüber reden. Auf dieses Vertrauen sind wir angewiesen und freuen uns – gerade am Anfang – auch über jede Unterstützung wie Bannerwerbung, Retweets, Blogeinträge, Flyer auslegen im Geschäft, etc.

Plant ihr auch einen B2B Vertriebspartner einzubinden, oder ist es schwer bei den aktuellen Mengen jemanden zu finden?

Aktuelle machen wir das B2B  Geschäft noch selbst. Für die Zukunft ist aber vieles denkbar. Es wäre schön, wenn wir z.B. auch große Supermarktketten oder Konzerne von dem Projekt und dem Produkt überzeugen können. Nach  2 Wochen haben wir weder das eine, noch das andere. Der B2B Vertrieb geschieht momentan noch persönlich über ein enges Netzwerk aus Freunden mit Schwerpunkt in Bonn/Köln und Hamburg.

Ihr macht das also auch Vollzeit?

Nein, aktuell gibt es nur mich als offiziellen Ansprechpartner und Geschäftsführer. Alle weiteren Unterstützer arbeiten „ehrenamtlich“. Das Projekt ist nicht aus der Motivation heraus entstanden kurzfristig viel Geld zu verdienen.

Vielmehr gab es zwei Hauptgründe:

  1. Als Kaffeetrinker ist mir ist das Thema Kaffeehandel tatsächlich sehr wichtig und ich wollte eine Basis schaffen, auch anderen eine Möglichkeit zur Unterstützung zu geben.
  2. Wer das Buch „Die vier-Stunden-Woche“ von Tim Ferris gelesen hat weiss, dass heute nahezu allen Stufen im Wertschöpfungsprozess ausgegliedert werden können. Diese Herausforderungen habe ich angenommen und begann letztes Jahr nach Importeuren, Röstern und Logistikern zu suchen. So ist Happy Coffee entstanden.

Ihr bietet nur ein Produkt in einer Variante an, warum?

Prinzipiell will ein Kunde ja Vielfalt. Im Vordergrund von Happy Coffee steht jedoch nicht, die Palette eines Supermarktes online abzubilden, sondern den fairen Handel zu unterstützen. Der aktuelle Hochland Kaffee wurde sehr sorgsam nach umfangreichen Verkostungen ausgewählt und ist schlichtweg der beste Kaffee, der für den Preis zu finden ist. Eine Erweiterung der Produktpalette ist nur in kleinem Umfang geplant. So wollen wir z.B. perspektivisch noch eine Espressobohne und ggf. eine gemahlene Variante anbieten. Mehr erst mal nicht.

Wie wichtig sind neue Verkaufsmechanismen für Happy Coffee? Geht es auch ohne Facebook und Twitter?

Facebook ist eine wirklich gute Sache, da wir auch an Menschen heran kommen, die das Projekt und die Idee zwar gut finden, aber keinen Vollautomaten besitzen. Das ist wichtig und zeigt Präsenz! Viele der aktuellen Kunden kamen auch über Facebook. Daher ist dieser Kanal extrem wichtig für die Entwicklung des Projektes.

Was können wir 2010 von Happy Coffee erwarten?

Zunächst muss das Geschäft erst einmal richtig starten. Im weiteren Verlauf wollen wir – wie bereits erwähnt – die Produktpalette erweitern und möglichst viele Kooperationspartnerschaften abschließen um das Geschäft zu stabilisieren. Für die Zukunft planen wir darüber hinaus uns selbst an der Quelle des Kaffees für Projekte einzusetzen und z.B. eine Berichterstattung über Mindestpreise finanzierte Projekte nach Deutschland zu bringen. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass Happy Coffee selbst Projekte finanzieren wird, das hängt jedoch auch maßgeblich von der Entwicklung der Umsätze und Gewinne ab.

Möchtest du noch irgendetwas an die kassenzone-Leserschaft richten? Irgendwelche Investoren gesucht? Oder sonstige Hilfe, dann hast du jetzt die Möglichkeit dazu!

Wir suchen aktuell keine Investoren, aber große Firmen, die bereit sind mit uns eine Kooperationspartnerschaft einzugehen. Das würde unser Geschäft gerade zu Beginn recht schnell stabilisieren und ermöglicht uns mehr Flexibilität beim Aufbau weiterer Vertriebskanäle. Ansonsten freuen wir uns natürlich über jeden Kunden und jedes Feedback zum Projekt und zum Produkt. Feedback jederzeit gerne an info(at)happycoffee.org

Super. Dann wünschen wir von kassenzone Euch viel Erfolg! Wir finden die Idee sehr gut und unterstützen gerne mit!

Vielen Dank an Fair Trade Kaffee für die Unterstützung und das Gespräch!

7 Gedanken zu “5min mit „Happy Coffee“

  1. Pingback: Kaffee-Espresso-trinken - Blog: Rund um das schwarze Gold - Senseo, Nespresso, Tassimo, Dolce Gusto und Vollautomaten

  2. Fairtrade durch und durch mit “Happy Coffee”…

    Guter Fairtrade Kaffee ist heute zwar keine Mangelware mehr, aber guter Fairtrade Kaffee hat auch seinen Preis. Mit Happy Coffee soll das anders werden, denn hier wird knallhart kalkuliert und ein Kilo Fairtrade Kaffee kostet bei Happy Coffee 15,50 €…

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  3. Interessanter Artikel. Ich wollte das Produkt mal testen, aber dann:

    – Betreiber ist eine Limited!
    – Die Rufnummer ist nur eine anonyme 0700 (nein, nicht DIESE 0700 Nummer. ich meine ALLE 0700, 0180, 0137 Nummern die nicht über eine Festnetzflatrate erreichbar sind) mit Abzockpreisen, vor allem aus dem Handynetz.

    Für mich ein No-Go, auch wenn heutzutage eine Limited auch von seriösen Geschäftsleuten in D verwendet wird. Ich bin seit 30 Jahren Freelancer und habe schon so einiges erlebt. Unter anderem aus diesem Grund würde ich für Finanzgeschäfte (und Rechnungs- bzw. Forderungsmanagement ist im Grunde nichts anderes) niemals einen nicht-deutschen Partner wählen. Die kriegt man im Problemfall wenigstens (wenn mitunter auch mit viel Aufwand) vor den Richter.

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  4. Hallo Richard, du hast zwei interessante Punkte angesprochen, an denen wir auch schon arbeiten:

    Als wir FastBill 2007 gegründet haben, war diese Rechtsform ein recht unkomplizierte Wahl und wir konnten auf diese Weise schnell starten. Heute besteht das FastBill Team aus knapp 10 Mitarbeitern und wir sind “erwachsen” geworden. Unseren Kunden gegenüber möchten wir das auch zeigen und so sind wir gerade im Umwandlungsprozess zur GmbH. Also diese berechtigte Kritik wird in Kürze aus der Welt geschafft sein.

    Zur Telefonnummer: Man kann uns auch problemlos unter 0201 – 47091505 anrufen. Wir können diese Nummer im Grunde auch direkt kommunizieren, das wäre sicher besser.

    Ich hoffe, dass jetzt die Bedenken vor einem Test aus dem Weg geräumt sind. Gerne stehe ich für weiter Fragen zur Verfügung – und natürlich auch für Feedback.

    Gruß,
    René

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