Wenn vom Handel nichts mehr übrig bleibt

Wettbewerbsdruck, technische Komplexität und rechtliche Fallstricke machen E-Commerce heute nicht mehr so einfach wie es mal war. Einen Shop bringt man schnell online, aber damit Geld verdienen…. das gelingt nur den wenigsten. Entweder sind es die Marktteilnehmer die versuchen alle Wertschöpfungsstufen auszulagern, oder Marktteilnehmer mit Mut zur Innovation. Letztere finden sich eher selten.

Wer die Marktforschung Google Trends überlässt, statt eigenem Sourcing und Warenbewirtschaftung alles über Dropshopping regelt und den Vertrieb über möglichst dritte Plattformen erledigt, der freut sich über eine 2% Umsatzrendite. Das sind auch die potentiellen Kunden für den neuen Amazon Webstore. Eine feine Sache, wenn man nur noch Handelsmanagement betreiben möchte und sein eigenes Risiko klein halten will:

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Diese Marktteilnehmer sollten sich aber später nicht beschweren, dass es immer schwerer wird damit Geld zu verdienen. Kaum verwunderlich eigentlich, wenn man sich in ein Wettbewerbsumfeld begibt in dem jeder mit „1-Click-Onlinshop“ erfolgreich sein möchte und das sogar kann. In diesen Fällen kann man mE nicht mehr von Händlern sprechen, sondern nur noch von LongTail Projektmanagern.

Wie muss ich mir das vorstellen? Nische egal, USP egal, Hauptsache irgendein Sortiment, dass kurz- bis mittelfristig Profit abwirft und danach wird weitergeschaut?

So wie sich die Technologie hinter dem Handel entwickelt, wird auch diese Strategie langsam versanden, weil die ROI zu klein werden. Dann wird es langsam interessant für uns, weil man sich über Handelsmechanismen Gedanken machen muss. Also: Wie verkaufe ich zum maximalen/optimalen Preis oder wie erreiche ich den richtigen Kunden im richtigen Zeitpunkt. Diese Fragen lassen sich dann leider nicht mehr mit WHU-like SWOT Analysen beantworten.

13 Gedanken zu „Wenn vom Handel nichts mehr übrig bleibt

  1. „Eine feine Sache, wenn man nur noch Handelsmanagement betreiben möchte und sein eigenes Risiko klein halten will: Selling online does not have to be“ – exzellent! 😉

  2. Schön gesagt. In der Kombination der Zutaten (Dropshipping + Plattform + Google Trends + …) auch richtig. Einzelne Komponenten rauszubrechen kann aber auf jeden Fall Sinn machen.

    eBags in den USA setzt ausschließlich auf Dropshipping – aber ist trotzdem stark im „Sourcing und Merchandising“. Google Trends clever einsetzen hat niemandem geschadet. Ein Amazon Store oder auch der Einsatz von Amazons Webstore kann eine gute Lösung für den Start sein – solange man dahinter auch das mühsame Handelsgeschäft weitertreibt.

    Was ich für fatal halte, ist die Darstellung, dass ein erfolgreicher Handel aus fünf günstigen Modulen zusammengebastelt werden könnte. „Ready made“ geht eben nicht.

  3. Schön gesagt. In der Kombination der Zutaten (Dropshipping + Plattform + Google Trends + …) auch richtig. Einzelne Komponenten rauszubrechen kann aber auf jeden Fall Sinn machen.

    eBags in den USA setzt ausschließlich auf Dropshipping – aber ist trotzdem stark im “Sourcing und Merchandising”. Google Trends clever einsetzen hat niemandem geschadet. Ein Amazon Store oder auch der Einsatz von Amazons Webstore kann eine gute Lösung für den Start sein – solange man dahinter auch das mühsame Handelsgeschäft weitertreibt.

    Was ich für fatal halte, ist die Darstellung, dass ein erfolgreicher Handel aus fünf günstigen Modulen zusammengebastelt werden könnte. “Ready made” geht eben nicht.

    This comment was originally posted onKassenzone – Commerce, Mobile, Technologie

  4. Ready made geht eben doch – aber mE nur kurzfristig. Das sich Handel durch E-Commerce verändert hat, dass ist wohl jedem klar. Die potentiellen Differenzierungsfaktoren werden aber mit zunehmender Standardisierung der Infrastruktur geringer (Sicherheit, Performance, ggf. Service…), so dass sich der Wettbewerbsfokus auf andere Faktoren (Preisfindungsmechanismen, Reichweitenwettbewerb…) verlagert. Das muss nicht schlecht sein, aber ich finde es trotzdem sehr interessant.

  5. Ready made geht eben doch – aber mE nur kurzfristig. Das sich Handel durch E-Commerce verändert hat, dass ist wohl jedem klar. Die potentiellen Differenzierungsfaktoren werden aber mit zunehmender Standardisierung der Infrastruktur geringer (Sicherheit, Performance, ggf. Service…), so dass sich der Wettbewerbsfokus auf andere Faktoren (Preisfindungsmechanismen, Reichweitenwettbewerb…) verlagert. Das muss nicht schlecht sein, aber ich finde es trotzdem sehr interessant.

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  7. „Wer die Marktforschung Google Trends überlässt, statt eigenem Sourcing und Warenbewirtschaftung alles über Dropshopping regelt und den Vertrieb über möglichst dritte Plattformen erledigt, der freut sich über eine 2% Umsatzrendite“

    Selbst die Freude wird ihm noch genommen werden, wenn Großhändler erstmal verstehen, dass sie sich damit ihr eigenes Geschäft zerstören… 🙂

  8. “Wer die Marktforschung Google Trends überlässt, statt eigenem Sourcing und Warenbewirtschaftung alles über Dropshopping regelt und den Vertrieb über möglichst dritte Plattformen erledigt, der freut sich über eine 2% Umsatzrendite”

    Selbst die Freude wird ihm noch genommen werden, wenn Großhändler erstmal verstehen, dass sie sich damit ihr eigenes Geschäft zerstören…

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