Wie B2B Vordenker igus aus Köln mit Kunststoff-Lagern die Milliarde knackt – mit CEO Artur Peplinski

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igus-CEO Artur Peplinski über Online-Konfiguratoren, Vertrieb ohne Mindestbestellmenge, US-Zölle, das neue Werk in Shanghai und die Frage, ob sich Industrie in Deutschland noch lohnt.

Wer schon mal durch eine Waschstraße gefahren ist, hat igus-Technik gesehen: Die Energiekette oben am Rand, die Kabel und Wasserschläuche führt, kommt aus Köln. igus stellt „Motion Plastics“ her. Das sind Gleitlager, Energieketten und Leitungen aus Kunststoff für alles, was sich bewegt, und zwar ohne Schmierung. Damit macht das Unternehmen 1,1 Milliarden Euro Umsatz, mit 5.800 Mitarbeitenden in 38 Ländergesellschaften.

Ich hatte CEO Artur Peplinski auf der DMEXCO 2026 bei mir im Podcast-Bus. Für ein deutsches Industrieunternehmen ist seine Vertriebsstrategie erstaunlich modern. Bei igus ist ein Produkt nur dann ein Produkt, wenn es drei Bedingungen erfüllt: Es verbessert die Technik oder senkt die Kosten, es ist online konfigurierbar und es ist ab Lager lieferbar. Die ersten Konfiguratoren gab es schon in den 90ern auf Diskette und CD-ROM. Heute sind über 40 online, und sie berechnen sogar die Lebensdauer, gestützt auf 6.000 Tests pro Jahr im eigenen Labor. Eine Mindestbestellmenge gibt es nicht. Wer zwei Gleitlager braucht, bestellt zwei. Trotzdem stellt igus gerade weltweit 120 zusätzliche Leute im Außendienst ein, dazu Content Creators.

Wir sprechen außerdem über:

  • 350 Mio. € Investitionen am Standort Köln und warum Arthur trotzdem ambivalent auf Deutschland schaut
  • 800 Spritzgussmaschinen, Energiekosten und warum neue Maschinen 40–50 % weniger Strom brauchen
  • US-Zölle zwischen 15 und 50 % und warum die USA viele Präzisionsteile gar nicht selbst fertigen können
  • China als größten igus-Markt: neues Werk in Shanghai mit 75.000 m², hunderte Nachahmer und Vertrieb über WeChat
  • Warum Artur „absolut begeistert“ aus China zurückkommt
  • Kunststoff und Nachhaltigkeit: Was die „gute Seite der Kunststoffe“ sein soll
  • Ein schmierfreies Lager gegen die Enten auf meinem Badesteg

Am Ende stelle ich die Frage, ob der nächste igus-CEO aus China kommen könnte. Arturs Antwort: „Ich würde es nicht ausschließen.“

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