Was macht der hub:raum (Telekom) und funktioniert es?

Das Thema Corporate Venturing war schon einige Male im Fokus in unserem Podcast. Auch die Telekom, einer der Deutschen Megakonzerne, unterhält mit hub:raum in Berlin so ein Vehikel, allerdings ist der Fokus ein anderer als bei vielen anderen Inkubatoren. Die Telekom nutzt hub:raum wie eine Art Innovationsabteilung, die sehr fest mit den anderen Bereichen im Konzern verzahnt ist, und sie hat gute Gründe dafür. Welche, das verrät der MD Axel Menneking im Podcast. Das Gespräch war für mich deshalb spannend, weil ich vorab hub:raum in die Schublade der klassischen Innovationsvehikel in Berlin gesteckt habe, die gerade von vielen Unternehmen dort gegründet werden. Über dieses Stadium ist hub:raum aber schon lange hinaus und viele Telko Konzerne versuchen diesem Konzept nachzueifern. 

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Corporate Incubators mit Axel Menneking von hub:raum

Hub:raum ist ein 2012 gegründeter Corporate-Inkubator der Deutschen Telekom AG, der neben dem Hauptsitz in Berlin auch in Krakau und Tel-Aviv vertreten ist und mithilfe des Seed Investment Fund Start-ups in der Frühphase unterstützt. Im Gespräch mit dem Leiter des Inkubatoren und Geschäftsführer des Fonds, Axel Menneking, erfährt Alex, wie das Team von hub:raum an vorderster Marktfront eine Win-Win-Situation für Inkubator und Start-up generieren möchte und welche Wachstumschancen Axel für die Telekom und hub:raum sieht.

 „Nichts ist anziehender als Erfolg“

02:30

Alex: Würdest du mal zunächst zur Einordnung erklären, wie viele Venture Capital-Vehikel die Telekom unterhält, damit man versteht, welche Rolle hub:raum darin spielt?

Axel: Die Deutsche Telekom hat entsprechende Vehikel, um Start-ups über alle Phasen hinweg zu unterstützen. In der ganz frühen Phasen den hub:raum-Fonds, in der mittleren Phase den Telekom Innovation Pool und für die spätphasigen Unternehmen die TK Capital Partners aus Hamburg, die Spätphasen-Finanzierung machen. Hub:raum selbst ist aber nicht nur ein Investor, sondern wir machen auch eine ganze Menge Innovationsprogramme, und dementsprechend bieten wir beide Seiten an – einmal ohne und einmal mit Equity. Wir wurden 2012 als einer der ersten Corporate-Inkubatoren gegründet und haben insofern die ganze Geschichte der Corporate-Innovation bzw. -Start-ups mitgemacht.

Alex: Und wie habt ihr eure Anfänge erlebt? Gibt es wirklich adverse Selektion in dieser Art von Acceleratoren oder findet man doch ziemlich viele coole Unternehmen über so ein Vehikel?

Axel: Also, gleich mal zum Ausgangspunkt: Warum gibt es eigentlich hub:raum? Die Telekom ist ja schon allein aufgrund der Branche eines der Unternehmen, die als erste von der Digitalisierung wirklich voll erwischt worden sind – Stichwort Skype, WhatsApp und andere neue Wettbewerber mit Google an ihrer Seite. Auffällig war, dass die alle eine ganz andere Logik hatten, Innovation zu betreiben, als die Deutsche Telekom mit ihrer geschlossenen Pipeline. Also wurde umgeschwenkt auf die Idee „Wir orchestrieren ein Ökosystem“.

Dafür braucht man aber viele Partner, denn nur so kriegt man Kreativität, und das Beispiel des App-Stores hat ja gezeigt, dass selbst ein großes Unternehmen wie Apple Hunderttausende kreative Entwickler und Unternehmen an die eigene Produktwelt binden kann. Und so ein Ökosystem fehlte der Deutschen Telekom in den Jahren 2010, 2011, als sich alles um Innovationsstrategien drehte. So ist hub:raum entstanden.

06:20

Alex: Nun haben die neueren Plattform-Ökonomie-Anbieter ja teilweise ganz neue Märkte und Konsumwelten erschaffen, wie Apple mit der Software und den Anwendungen und Amazon mit einem ganz neuen Handelsmodell. Ist es auch bei der Deutschen Telekom so, dass man sich Gedanken machen muss, dass das Geschäftsmodell sich komplett dreht?

Axel: Ich glaube, wir sind mittendrin, denn früher haben wir ja für Sprache bezahlen lassen – analoge Sprache – und heute ist es ein reines Datenmodell. Doch das reicht als Geschäftsmodell nicht mehr aus. Stattdessen geht es geht um die Experience, auf Neudeutsch, die verkauft wird. Da müssen teilweise ganz andere Welten kreiert werden und das können wir als Deutsche Telekom eben nicht so gut selbst. Wir sind, glaube ich, ganz gut darin, Infrastruktur aufzubauen und zu managen, aber bei den Services on top, die durch die unterschiedlichen Anspruchsgruppen und Anbindungsfälle sehr komplex geworden sind, müssen wir uns öffnen.

Alex: Was hat bei der Heranführung von Geschäftspartnern an die Telekom in den sechs Jahren, die es euch jetzt gibt, gut funktioniert – und was vielleicht nicht so gut?

Axel: Aus der hub:raum-Perspektive heraus gesprochen ist es so, dass wir immer versuchen, im Rahmen der strategischen Prioritäten der Deutschen Telekom zu agieren. Zum Beispiel haben wir ein extrem gutes Unternehmen, blinkist, als Erster finanziert. Die sind mittlerweile international tätig und im dreistelligen Millionenbereich bewertet. Sie bieten Buchzusammenfassungen für das Smartphone an und da es somit um E-Learning und neue Lesemöglichkeiten ging, haben wir investiert. Diese Prioritäten gibt es heute bei der Deutschen Telekom nicht mehr. Auf der einen Seite steht da also ein klassisches Corporate-Venture-Dilemma – Personen, Strategien ändern sich – aber die Modelle dahinter sind trotzdem ganz gut. Insofern hat man immer beide Seiten der Medaille.

Ansonsten haben wir eine sehr große Anzahl an Teams, die mit uns zusammenarbeiten. Im letzten Jahr hatten wir 75 Teams in unserem Programm, davon haben 45 einen Produkttyp mit uns erstellt, und 16 dann mit uns und unseren Kunden einen Piloten durchgeführt.

10:20

Alex: Wie funktioniert das Programm genau? Wie so eine Art Summer School?

Axel: Unsere Programme finden immer je nach Bedarf der Geschäftseinheiten statt: Die Verantwortlichen stehen vor einer Herausforderung, die sie mithilfe von Start-ups lösen wollen, kommen auf uns zu und gemeinsam kreieren wir ein Programm. Die Einheiten müssen neben eigenen Ressourcen und Expertenwissen auch Budget mitbringen und eine Testinfrastruktur aufbauen. Dann suchen wir zusammen die Start-ups aus, die dazu passen könnten, denn immerhin können die Experten in den Fachabteilungen am besten bewerten, wie gut die Teams und die Technologien sind und wie gut wir mit denen zusammenarbeiten könnten.

Die ausgewählten Teams durchlaufen daraufhin ein sechs-bis-neun Monate dauerndes Programm, und gemeinsam und mit Zugang zu unseren Kunden werden dann auf Basis unserer Infrastruktur Lösungen gebaut, die idealerweise auch in unserem Portfolio enden.

Alex: Wie motiviert ihr denn eure Fachabteilungen? Da sitzt ja bei euch in Bonn jemand, der sich etwa um das Thema 5G kümmert. Aber eigentlich tut er sich schon damit schwer, sich mit anderen Abteilungen zusammenzutun… Wie schafft ihr es, dass er von sich aus auf euch zukommt?

Axel: Zum einen haben wir bewiesen, dass wir gute Ergebnisse erzielen, und nichts ist anziehender als Erfolg. So müssen wir eher Themenanregungen aus den Abteilung ablehnen, weil wir nicht die Ressourcen dafür haben. Zum anderen: Erfolge erzielt man vor allem gemeinsam. Durch die Einbindung der Kollegen empfinden sie das jeweilige Produkt auch als „ihr eigenes Baby“.

(Zudem treibe die schiere Notwendigkeit insbesondere bei neuen Technologien den Konzern dazu, Ideen außerhalb der eigenen Strukturen zu erproben. Die schnelle Entwicklung und Vertestung von Konzepten mit Kunden gehe nicht: Selbst wenn die Deutsche Telekom selber die Experten in ihren Reihen hat, bekommen man sie nicht zusammen.)

15:35

Alex: Und wie funktioniert die Team-Akquise? Gibt es Leute, die sich sowieso schon bei der Telekom gemeldet haben, sodass ihr nur noch auf einen Pool zugreifen müsst?

Axel: Zunächst einmal gibt es eine Innovationspipeline mit großen Initiativen der Deutschen Telekom. Die werden von einzelnen Personen geleitet, und mit denen besprechen wir die Anwendungsfälle, in denen wir als Deutsche Telekom unseres Erachtens eine besondere Berechtigung haben. Die reichen von Mobilität über Gaming und Virtual-Reality bis hin zu B2B-Campusnetzwerken. Und in diesen Feldern suchen wir dann ganz gezielt Teams, die zu den Anforderungen aus der Geschäftseinheit passen könnten.

Alex: Und wie findet ihr die?

Axel: Die suchen wir international. Teilweise finden wir sie natürlich auch über unser Netzwerk oder durch Desktop-Research, oder aber wir erhalten Empfehlungen aus dem eigenen Unternehmen. Dann treffen wir sie und besprechen mit ihnen ihre eigenen Produktlösungen, aber auch die Lösungen, die wir zusammen kreieren können, und aus diesem Prozess gehen dann die Teilnehmer für unser Programm hervor.

Alex: Und da entstehen dann Joint-Ventures oder beteiligt ihr euch an dem Unternehmen oder gründet ihr sogar selbst?

Axel: In der Phase, in der wir zusammenarbeiten, haben die Teams auf jeden Fall ein legales Vehikel, ein Produkt, das gelauncht ist und von Ende zu Ende funktioniert, in der Regel auch schon eine erste Finanzierung und sind damit in der Lage, wenn wir sie auf unsere Infrastruktur heben, eine Carrier-Grade-Lösung anbieten zu können. Die Teilnahme findet aber ohne Verbindlichkeiten statt, wir nehmen keine Anteile. Wir unterstützen die Teams mit allen Kosten, die in dem Programm aufkommen, teilweise auch mit Infrastruktur oder Hardware, und massiv durch unsere Experten, und am Schluss kommt eben eine gemeinsame Lösung zustande, die wir dann idealerweise auch mit Kunden testen oder in unser Portfolio überführen und so launchen.

(An dieser Stelle führt Axel ein erstes Beispiel ins Feld: Das polnische Unternehmen Abaro, das auf Grundlage eines neuen Netzstandards die Standorte von Industriekunden zugunsten einer vorausschauenden Instandhaltung der Anlagen vernetzt und dessen Lösung nun auch im Portfolio von T-Mobile Polen zu finden ist.)

20:10

Alex: Wie muss man sich das vorstellen, wenn die Lösung in eurem Portfolio mitverkauft wird?

Axel: Wenn wir mit den Geschäftseinheiten zusammenarbeiten, gehören dazu natürlich auch die Vertriebskollegen, die die Schnittstelle zu den Kunden darstellen, und gerade im B2B-Bereich ist dieses Know-how, was die Kunden wollen, unheimlich wertvoll. Und die stellen diese Lösung dann oft auch ihren Kunden vor, und darüber kommen dann Möglichkeiten zur Zusammenarbeit zustande.

Alex: Und wenn du jetzt auf die letzten sechs Jahre zurückblickst, wie gut hat diese Öffnung funktioniert? Ist es heute schwerer, auf sich aufmerksam zu machen? Und wie wichtig ist dieses Tool für die Deutsche Telekom im Bereich Innovation?

Axel: Für diese erste explorative Phase ist es ein sehr wichtiges Tool, und die Nachfrage aus Unternehmen zeigt, dass die Wichtigkeit eher steigt, als dass sie zurückgeht. Und was den Wettbewerb anbelangt: Die Zahl der Inkubatoren hat in den vergangenen fünf Jahren extrem zugenommen und der Kampf um die besten Teams, der ist wirklich intensiv. Vor allem wenn man so sehr gezielt sucht wie wir, muss man sein eigenes Angebot teilweise eher gegenüber den Teams pitchen, als die Teams ihre Ideen uns gegenüber, weil die sonst auch die Möglichkeit haben, mit zwei, drei anderen Unternehmen zusammenzuarbeiten. Und da hat sich der Markt auch wirklich komplett gedreht.

Alex: Ist der Wettbewerb denn schon an dem Punkt, an dem Inkubatoren sagen: „Komm, wir zahlen euch ein Grundgehalt, dann könnt ihr euch diesen Monat hier konzentrieren“?

Axel: Wir machen das zwar nicht, aber wir sehen ganz klar Anzeichen, dass das passiert. Auch weil natürlich immer mehr neue Spieler in den Markt kommen, die vermutlich nach anderen Regeln arbeiten. Es ist aber eh nie ausgeschlossen, dass der gesamte Markt später auch in diese Richtung geht.

Alex: Gibt es auch mal eine Anschlussfinanzierung, ein Investment in etwas, dass sich in den Tests als richtig gut erwiesen hat?

Axel: Ja, in speziellen Fällen sind wir auch bereit, zu investieren. Das sind vor allem die Fälle, in denen wir wissen, dass bereits ein Business-Sponsor vorhanden ist, für den die Technologie entweder aus Effizienz-, Innovations- oder Umsatzgründen interessant ist und der deshalb nicht nur einen rein kommerziellen Vertrag abschließen will, sondern auch einen Einblick in das Unternehmen, die Strategie und das Gründerteam haben will. Das ist sozusagen die Corporate-Logik. Aber selbstverständlich achten wir auch immer darauf, dass es einen Venture-Case gibt, denn trotz allem muss für uns natürlich auch ein finanzieller Gewinn möglich sein.

(Dabei ist es keine Vorbedingung, dass die Teams, in deren Lösung später investiert wird, an dem Programm teilgenommen haben. Für hub:raum ist es vor allem wichtig, dass die Lösung strategisch passt und ein neues Serviceerlebnis unterstützt, sodass eine „Symbiose“ entstehen kann – wie im Fall von Reperando, einem On-demand-Reperaturdienst für Smartphones.)

31:10

Alex: Sind das dann vor allem Leistungslösungen, die im B2B-Bereich angewendet werden, damit man Kunden mit Mehrwertservices reizen kann?

Axel: Ja, die Mehrzahl der Modelle, mit denen wir zusammenarbeiten, sind B2B. Das hat auch damit zu tun, dass die B2C-Modelle mittlerweile alle global skaliert ausgerollt sind. Für eine Deutsche Telekom, die eben auch nur in einer gewissen Anzahl an Ländern tätig ist, ist es wenig attraktiv, ein weltweites Servicemodell zu betreiben, auch wenn eine Mitarbeit nicht ausgeschlossen ist.

Alex: Also, wenn ich so darüber nachdenke: Es wäre ja eigentlich relativ spannend, wenn man eine B2C-Lösung inkubieren könnte in den Märkten, in denen die Telekom stark ist, und das sind ja auch nicht gerade wenige! Das wäre ja der Königsweg hin zum Neuerfinden des eigenen Geschäftsmodells. Dann ist man quasi der App Store-Anbieter, eben nur in einer etwas anderen Art und Weise.

Axel: Bei netznahen Themen kann ich mir das in der Tat auch vorstellen, vor allem im Bereich Immersive Reality/Virtual Reality, in denen ja auch eine starke Verbindung zu den Netzkapazitäten besteht. In den Bereichen Gaming oder Video, in denen diese globalen, riesigen Plattformen am Start sind, ist der Zug aber eigentlich abgefahren.

Alex: Sind es denn wirklich die Datenraten oder auch die Sicherheitsmechanismen, die euch reizen? Also, sind denn zum Beispiel mit 5G wirklich so viele neue Anwendungen möglich?

Axel: Der Sprung von 3G auf 4G/LTE war zwar schon eine Evolution, aber ich glaube, dass 5G wirklich eine ganz neue Welt erschließen wird. Insbesondere im Hinblick auf das Internet der Dinge. Da werden massig mehr Objekte über die gleiche Zelle vernetzt werden können. Und wenn in Zukunft sehr viel, wenn nicht sogar alles, in intelligenten Systemen miteinander vernetzt ist, werden ganz viele neue Anwendungsfälle entstehen, die heute so noch gar nicht denkbar sind.

Alex: Ist es wirklich so, wie es momentan medial gespielt wird, dass bei euch jetzt jeden Tag das Telefon klingelt und sich jemand über Autonomes Fahren erkundigt?

Axel: Das kann ich persönlich nicht beurteilen. Ich weiß aber, dass in ganz vielen Bereichen, in denen wir als Telekom mit Partnern schon an dieser Generation von Services gearbeitet haben – sei es das Autonome Fahren, die Vernetzung des Hamburger Hafens oder eben Gaming und Virtual Reality – es eben nicht das eine Telekommunikationsunternehmen geben wird, das eine komplette Lösung allein erstellt. Stattdessen werden die Lösungen in einer ganz anderen Logik schon viel früher und mit viel mehr Partnern gemeinsam erstellt und dann auch schon viel früher in den Markt gebracht.

39:20

Alex:  Lass uns jetzt mal einen Blick in die Zukunft – sagen wir mal in einem Zeitraum von fünf Jahren – wagen: Wo geht die Reise hin mit hub:raum? Ist es das Ziel, dass die Telekom so ein bisschen hub:raum wird – oder wird hub:raum noch größer?

Axel: Ich glaube beides. Einerseits muss berücksichtigt werden, dass Digitalisierung auch eine kulturelle Frage ist und die Deutsche Telekom hat da eine ganze Menge gemacht, insbesondere auch was das organisatorische Setup anbelangt. Gleichzeitig ist schon eine ganze Menge hub:raum-Aktionslogik im Unternehmen angekommen, nicht nur weil es hub:raum gibt, sondern weil generell die Notwendigkeit besteht, und ich glaube, dass sich hub:raum – die Offenheit, mit Start-ups zusammenzuarbeiten – im Konzern immer mehr etablieren wird. Das wird andererseits dazu führen, dass die Nachfrage nach den Leistungen, die hub:raum bietet, immer mehr steigen wird, sodass am Ende auch dieser Erfolgsfall eintritt. Und Erfolgsfall heißt für uns, dass auf beiden Seiten ein Erfolg entsteht und nicht nur für uns, einseitig.

(Vielleicht wäre es im Interesse des Wachstums auch gut, weitere Standorte in Europa zu eröffnen, schlägt Alex vor. Und obwohl die Telekom auch schon mit einigen Einheiten im Silicon Valley vertreten ist, sieht Axel vor allem darin Potenzial, dass sie Kunden wie Märkte derzeit direkt vor der Nase hat. Bevor man sich ausbreitet, sagt er sinngemäß, würde man eher tiefere Wurzeln schlagen wollen.)

44:35

Alex: Dann habe ich noch eine letzte Frage: Ist das hub:raum-Konzept auch schon von anderen Telekommunikationsanbietern kopiert worden? Denn so, wie du es beschreibst, ergibt es ja ausgesprochen viel Sinn.

Axel: Ich glaube, so ein Vehikel sollte jeder für sich speziell nach der eigenen Unternehmenskultur designen. Aber wir beobachten Trends. So zum Beispiel, dass nicht mehr nach starren Plänen gearbeitet wird, sondern stärker nach Bedarf, und auch, dass Innovation an dem gemessen wird, was am Ende zustande kommt, wie in Form der Piloten-Kunden-Interaktion oder der Einbindung ins Portfolio. Außerdem hat sich gezeigt, dass Corporate Venturing in der frühen Phase vielmehr ein unterstützender, strategischer Faktor ist als ein finanzieller Faktor. Und das ist eher ein Trend, an dessen Ausprägung wir teilhaben, als dass wir eine ganz singuläre Macht hätten.

Alex: Wenn du dir jetzt zum Abschluss etwas wünschen könntest, was wäre das? Dass sich mehr Teams bei euch bewerben?

Axel: Am spannendsten sind für uns letztendlich tolle Teams. Wir haben immer wieder Kapazitäten frei, nicht nur in Berlin – und die Arbeitsplätze stehen umsonst zur Verfügung. Und wenn Teams spannende Modelle haben, in die wir investieren können, dann freuen wir uns natürlich auch, wenn sie uns kontaktieren, und können bis zu einer Million Euro in diese Teams investieren, wobei die Deutsche Telekom in der Lage ist, über die nächsten Phasen hinaus bis zu zweistellige Millionenbeträge in Start-ups zu investieren.

Alex: Gibt es einen dedizierten Fonds für diese erste Investitionsphase oder ist das Geld auf Abruf da?

Axel: Das ist auf Abruf da. Wir sind sozusagen Teil des Cash-Pools der Deutschen Telekom und haben keine Festbeträge vorgegeben, aber wir disziplinieren uns, vor allem indem wir immer in Phasen investieren.

(Bevor er die bei hub:raum herumliegende technischen Geräte unter die Lupe nimmt, beendet Alex das Gespräch und wünscht noch weiterhin viel Erfolg beim Ausrollen des 5G-Standards.)

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Alexander Graf, 38, E-Commerce Unternehmer & Analyst, Gelernt bei der Otto Group, danach über 10 Unternehmen gegründet, heute u.a. Gründer Geschäftsführer des führenden Commerce Technologieanbieters Spryker Systems. Im Juni 2015 hat er das E-Commerce Buch veröffentlicht, das seitdem die E-Commerce Rankings anführt. Weitere Infos hier, oder direkt kontaktieren unter: [email protected] || Tel: +49 (40) 3289 29690

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