"Blogger sind Sch…" – Fortsetzung von "Blogs sind ungeeignet"

Alexander Graf

Alexander Graf, 35, E-Commerce Unternehmer & Autor, Gelernt und erste M&A-Tätigkeit bei der Otto Group, danach über 10 Unternehmen gegründet, heute u.a. Gründer Geschäftsführer des führenden Shop Technologieanbieters Spryker Systems. Im Juni 2015 hat er das E-Commerce Buch veröffentlicht, das seitdem die E-Commerce Rankings anführt. Weitere Infos hier, oder direkt kontaktieren unter: alexander.graf@etribes.de || Tel: +49 (40) 3289 29690

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17 Antworten

  1. Lars sagt:

    Das Thema ist wirklich schwierig, ich kann die Idee eines Verbotes von Bloglinks bei der Wikipedia als Reaktion auf dutzende „Eigenlinks“ in Artikeln schon verstehen, aber ein kategorisches Verbot widerspricht in meinen Augen einfach dem Sinn hinter der Wikipedia. Zudem glaube ich einfach, dass Blogs nunmal einfach eine modernere Form der „privaten Homepage“ sind und bei denen findet man mit Sicherheit zahllose ohne jeden Nennenswerten Inhalt, aber dafür gibt es eben ein paar mit excellenten Artikeln und genauso ist es bei Blogs m.e. auch.

  2. wenn ich mir mal vorstelle, dass ich null plan von social commerce hätte und bei wikipedia nachgucken würde, dann fänd ich das ziemlich krass, wenn mir die wichtigste quelle für aktuelle berichterstattung vorenthalten werden würde. dass nur „alte“ (und schon fast veraltete) beiträge verlinkt werden, spricht doch eigentlich nicht grad für ein modernen lexikon, oder?

  3. Guido sagt:

    Ich hab schon mehr als einmal an der Englischen Wikipedia mitgearbeitet. Bei der Deutschen hab ich das auch versucht, bin da aber sofort auf enorme Engstirnigkeit gestossen und hab mich eines Besseren besinnt. Ich habe es nicht nötig, mich mit Paragraphenreitern rumzuschlagen, wenn ich Wissen teilen möchte.

    Die Deutsche Wikipedia benutze ich denn auch eher als Inspiration denn wirklich als Quelle. In wissenschaftlichen Arbeiten zitiere ich auch die Englische nicht, aber bei der Deutschen käme mir das gar nicht in den Sinn; ich weiss, dass da um jedes Wort aus nicht sachlicher, sondern formeller Perspektive gekämpft wird, und dass sinnvolle Beiträge an Engstirnigkeit scheitern können. Entsprechend habe ich ein recht niedriges Vertrauen in die Qualität der Beiträge.

    Das Paradoxe ist, dass die Qualität so niedrig ist eben gerade weil es Fanatiker gibt, die unter der Berufung auf „Qualitätssicherung“ obskure, selbst erstellte Regeln durchsetzen zu müssen glauben. Lustig, eigentlich.

  4. @Lars: Ich stimme dir 100ig zu!
    @Silke: Dieser Zustand lässt mich in Zukunft etwas kritischer auf Artikel blicken 🙁
    @Guido: Interessanter Gedanke: Übermäßige Qualitätssicherung führt zu schlechter Qualität. Muss ich mal drüber schlafen. Wahrscheinlich gibt es da Parallelen zu anderen Industrien.

    Am besten die Wiki Admins lesen sich mal den Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Innovation durch. Da steht es doch eigentlich drin wie es geht. Gibt es keinen Wiki-Admin der auch bloggt und mich aufklären kann?

  5. klingt fast nach einem kulturproblem, unter dem wir deutschen leiden 😉

  6. frank sagt:

    Ich kenne sowas allenfalls von meinem vor 20 Jahren abgeleisteten Ersatzdienst beim Technischen Hilfswerk. Damals gabe es einen hauptberuflichen Straßenbahnschaffner in leitender Position, der sich in diesen Gefilden mal richtig austoben und zeigen konnte welche Authorität er besitzt.
    Heute gibt es Gott sei Dank die Wikipedia, bei der man ja zumindest keine lebensbedrohlichen Fehler machen kann (?), und somit einen Spielplatz für die Straßenbahnschaffner dieser Welt.

  7. Da gebe ich dir Recht Stefan. Die Ergebnisse drücken sicherlich nicht die Massenmeinung aus, aber ich muss ja irgendwo anfangen. Ich würde auch gerne direkt bei Wikipedia diskutieren, aber wie du oben lesen kannst ist das bisher sehr schwierig. Ich lasse mich gerne von Argumenten überzeugen, aber außer dem „Es gibt auch böse Blogger“ Argument habe ich noch nichts Sinnvolles gelesen. Wahrscheinlich sind die bestehenden Wikipedia Regeln sogar ok, aber wenn deine eigene Stimme gegenüber einer Adminstimme nichts zählt und du keine Zeit hast jeden Tag zu editieren, dann hast du in dem System verloren. Wer hat denn dann noch Lust spontan zur Wikipedia beizutragen. Links sind doch nur ein Problem. Textstellen werden genauso verbissen administriert. Das ist doch albern!

  8. Nicole Simon sagt:

    Gibt es Link-Spam-Versuche? Absolut.
    Gibt es valide Quellen die als must haves eingehen müßten? Ebenso.

    Ich glaube das viele von uns aus genau dem Grund Wikipedia ignorieren – weil eben die relevanten Quellen ähnlich behandelt werden wie Linkspam. Ein vernünftiger Editor sollte in der Lage sein, andere Quellen und Verweise zu checken und dann am Beispiel von Jochen Blogs merken, daß hier eine andere Situation als Linkspam vorliegt. Oder, was sinnvoller ist, sich ein Netzwerk von Beziehungen außerhalb aufbauen um andere Menschen fragen zu können.

    Aber zum Glück gibt es ja Alternativen, dafür hat man u.a. ein eigenes Blog damit man seine Meinung loswerden kann. Wie Du schon so schön sagtest – fast alles wird so verbissen „administriert“. Na, dann gehen wir eben woanders hin.

  9. Stefan sagt:

    Eine Umfrage auf einem Blog über einem Blog?
    Das sehe ich etwas kritisch, zumal man sich die Frage stellen muss: wer liest Blogs? Da es meist selbst Blogger sind ist es naheliegend, dass eine Umfrage pro Blogs ausfallen wird.

  10. Martin sagt:

    http://www.mundipedia.com startet gerade ein neue Online Enzyclopädie um Alternativen zu wikipedia zu schaffen. Ist sowas zu schaffen?

  11. @Martin: Bis vor wenigen Tagen hätte ich gedacht so ein Projekt wie mundipedia kann niemals funktionieren, aber mittlerweile kann ich es mir fast vorstellen.

  12. Martin sagt:

    D… Depp… Deppenleerzeichen.

  13. ich nochmal…ist irgendwie biedemannesk – ich finde „guido“ und „frank“ haben eigentlich schon alles gesagt.

    gib einem menschen irgendwo ein bischen macht und kontrolliere diese nicht mehr – dann kommt sowas dabei heraus – und mundipedia (kommt das von „mündiger bürger jenseits von wikipedia“?) könnte in der tat eine alternative sein, die ich in jedem fall ab sofort lieber nutzen werde als klugscheißerpedia.

    schönen abend noch

  14. hi dreckschleuder (das klingt irgendwie beleidigend), ich gebe dir Recht – der Status Quo ist sehr unbefriedigend. Ich würde es aber gerne ändern und nicht nur darüber klagen. Ich weiß nur nicht wie…

  1. 30. Oktober 2008

    […] zu erwarten drehen sich solche Diskussionen im Kreis, wenn es um die Klärung der Frage geht, ob die Wikipedia Bloglinks zulassen sollte […]

  2. 30. Oktober 2008

    […] Drüben bei Alexander und Florian gehts um den nicht mehr ganz frischen Disput zwischen Bloggern und Wikipedia-Editoren und -Admins. Ich will meine Meinung zu dem ganzen Theater an dieser Stelle nicht kundtun, sondern nur darauf aufmerksmam machen, dass da gewaltig was nicht stimmt. Nur falls es irgendwer noch nicht mitbekommen hat. […]

  3. 30. Oktober 2008

    […] das ein Kommentator in einem weiteren Artikel von Alexander Graf zum Thema Blog-Links in Wikipedia vorgeschlagen hat, das Erschaffen von Alternativen zur […]