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Magento Workshop Teil III – System kennenlernen & Plugins installieren

Freitag, 31. Juli 2009 16:31

Nachdem ich in Teil I den Shop aufgesetzt habe und in Teil II mein Vorgehen zur Domainfindung erläutert habe, wollte ich in Teil III ein paar Inhalte anlegen. Davor musste ich aber noch die Erfahrung machen, dass es doch nicht von jetzt auf gleich mit dem Shop funktioniert und man sich etwas mit dem System auseinandersetzen muss.

Magento wird immer mit einer ganz starken (nicht immer zufriedenen)  Community in Verbindung gebracht die viele Erweiterungen für das System erstellen. Das ist teilweise richtig, und das lässt sich auch in Teilen an der Menger verfügbarer Plugins auf der Magento Connect Seite ablesen. Die Installation dieser Plugins ist (bei entsprechenden ftp Rechten) auch sehr einfach. Der Plugin-Key wird per im eigenen Shop-Backend eingetragen und schon startet die Installation. Bis hier:  Super System!

Über 1000 Plugins bei Magento Connect

Über 1000 Plugins bei Magento Connect

 

Einfache Installation per Backend Maske

Einfache Installation per Backend Maske

Ich habe mir mit dem Downloader das deutsche Sprachpaket und ein paar Shopthemes heruntergeladen. Google Analytics ist schon fest im System verankert, so dass man im Admin Bereich nur noch seine Kundennummer von Google eintragen muss.

Die Anzahl der Plugins ist mE nicht so aussagekräftig. Wichtiger finde ich eine aktive Community mit der ich über Probleme, neue Funktionen und Topbeispiele diskutieren kann. Das habe ich bisher nur zum Teil gefunden. Ggf. war ich auch in den falschen Foren unterwegs. Aus dem wordpress und phpbb Umfeld bin ich allerdings eine andere Support Qualität gewohnt. Auch Top Plugins haben bei Magento Connect nur 10-50 Bewertungen und 1-5 Reviews, was viel zu wenig ist. Im Vergleich zu bestehenden Shopsystemen mag das herausragend sein, ein Vergleich mit bestehenden Open Source Communities verliert Magento das Rennen aber bereits nach der ersten Kurve. Gute Voraussetzungen also für die Herausforderer.

Bei der Anpassung der Themes (ich habe wieder das default Theme eingestellt) ist eine stärkere Auseinandersetzung mit dem System erforderlich. Da sind neben html und css Kenntnissen auch einschlägige Erfahrungen in der xml Ausgabelogik für das Frontend erforderlich. Dass wäre für unseren Test etwas abgehoben und möchte ich deshalb überspringen. Die Pflege der statischen Seiten (Über uns, AGB….) ist aber relativ einfach und kann ggf. auch mit einem Editor vorgenommen werden. Dieser Editor muss allerdings als PlugIn nachinstalliert werden. Hier hat Magento noch einiges nachzuholen. Ggf. wird in einer der nächsten Versionen auch ein Standardeditor vergleichbar mit wordpress oder confluence eingesetzt.

Ein Problem konnte ich bisher leider noch nicht lösen. Ich habe die Domain www.kleid-schwarz.de bei united-domains gehostet und leite diese auf meinen Magento Webspace weiter (hidden redirect). Das mod_rewrite Tool von Magento kann den Shop richtig darstellen, so dass man die Kategorien in der gewünschten Logik sieht (www.kleid-schwarz.de/schuhe/stiefel…/). Leider funktionieren die Cookies dann aber nicht mehr, so dass der Bestellprozess unterbunden wird. Deshalb folgender Aufruf:

Wenn ihr jemanden kennt, der bei diesem Test mitmachen möchte, dann ist er/sie herzlich eingeladen seine/ihre Magento Kenntnisse bei www.kleid-schwarz.de anzubringen. Ich brauche etwas Hilfe im Layout Bereich (Themevermarktung?) und bei ein paar technischen Fragen (s.o.).  Ich würde mich sehr über Mithilfe freuen. Die Mitwirkenden werden in den nächsten Workshopssteps natürlich prominent vermarktet!

Beim nächsten Mal geht es um die Kategorien und Produkte im Shop, um danach in die SEO/SEM Tätigkeiten einzusteigen. Dafür dürfen sich auch noch gerne Freiwillige melden. Es geht übrigens nicht darum schwarze Kleider zu verkaufen, sondern nur ein das System zu optimieren und möglichst viele Kunden zum Check Out zu locken. Danach hört der Test (leider) auf.

Thema: Commerce | Kommentare (2) | Autor:

Magento Workshop Teil II – Domain finden

Freitag, 24. Juli 2009 15:26

Nachdem die Installation unseres Shops (Teil I) sehr einfach war, habe ich das komplette System noch einmal gelöscht und mit den Beispieldaten von Magento neu aufgesetzt. Das macht den Test etwas einfacher.

Nun geht es darum eine Domain für unseren Shop zu finden. Im Regelfall werden die Shopbetreiber schon ein Business bzw. eine Domain haben und diese für den Shop verwenden. Wir können aber bei Null anfangen und deshalb eine Domain suchen die uns möglichst viel organischen Suchmaschinen-Traffic bringt. Das ist wichtig, weil wir ungern mit den großen Firmen konkurrieren wollen, die viel Geld für SEM Maßnahmen ausgeben.  Ein Klick in halbwegs interessanten Sortimenten kostet dann schnell 50-90 Cent und das kann sich für einen neuen kleinen Shop niemals lohnen. Die Konvertierung des Traffic ist dann aber  noch ein Thema für sich. Wir müssen also versuchen in unserer Nische mit den wichtigsten Suchbegriffen im oberen Teil der ersten Ergebnisseite bei Google zu sein, um dort die Clicks (quasi) gratis zu bekommen.

Diese Überlegung ist hinfällig, wenn der Shop eine Marke repräsentieren soll und auf langfristiges Engagement angelegt ist. Wir spielen hier aber eher die kleine Arbitrage-Strategie und wollen erst einmal Traffic, Traffic und am besten noch mehr Traffic.

Wir können hier keinen SEO Workshop anbieten. Das können andere viel viel besser, und am besten sucht man sich in dem Bereich ein paar Spezialisten die ihr Geld wert sind. Bis dahin reicht es erst einmal die bekannten Grundregeln zu verfolgen (klare Struktur, sprechende Links, eindeutige Texte,…….).  Zu dem Thema kann ich auch das Online Marketing Buch von Thomas Promny empfehlen.

So könnte man vorgehen:

  1. Nische definieren (dazu verwenden wir unsere unternehmerische Intuition)
    • hohe Kauffrequenz: “Mode” = gut, “Hausbau” = schlecht
    • hohe Warenkorbwerte: “Navigantionssystem” = gut, “Schal” = schlecht
    • moderater Wettbewerb:  “Luftdruckmesser” =gut, “Krankenversicherung” =schlecht
  2. Suchbegriffe analysieren (dazu verwenden wir das Keyword Tool von Google)
    • hohe monatliche Suchfrequenz:  z.b. >100.000 Suchanfragen pro Monat
    • hohe vermutete Klickrate bzw. Conversionrate:  Wenn jemand eine “rote Jacke” sucht, dann ist er eher an einem Mode Online Shop interessiert, als jemand der nach “rot weiß” sucht
    • Konkurrenzsituation auf der Google Ergebnisseite analysieren: Wenn nur große Player auf den ersten beiden Seiten sind, dann wird es schwierig. Wenn aber auf  S.1 bereits Kleinanzeigen oder Forenergebnisse zu finden sind, dann stehen die Chancen gut auch dort zu landen.
  3. Strategischen Fit prüfen (dazu ist etwas Verstand notwendig)
    • Lässt der Name eine Sortimentsausweitung zu? Bei buch.de hat das z.B. nicht funktioniert.
    • Lässt sich die Nische langfristig lukrativ betreiben? Rechtliche Problematik bedenken!
    • ….
  4. Domain buchen (einfach mit dem Webspace zusammen buchen, oder bei einem empfohlenen Reseller)
    • .de Domains sind aus meiner Erfahrung geeigneter als .com, .net oder .org
    • ALLE GUTEN DOMAINS sind bereits (meist durch Domaingrabber) registriert. Man wird also keine Domain á la “Brautmode.de” gratis finden, sondern muss diese meist teuer erkaufen. Die “Grabber” sind sich der o.g. Systematik bewusst und verlangen entsprechend hohe Preise. Für den preisbewussten Shopbetreiber bleibt also nur die Wiederholung der Schritte 1-5 bzw. parallel zu Schritt 2 die Prüfung entsprechender Domains.

Was ist bei uns rausgekommen? Leider habe ich den Kommentar von Matthias (letzter Beitrag) zu spät gelesen. Er hat uns eine interessante Nische vorgeschlagen. Mit einer Stunde Suchaufwand sind aber die folgenden Domains bei uns übrig geblieben (babyautositze.de, kinder-kleid.de und kleid-schwarz.de). Wir haben uns für www.kleid-schwarz.de entschieden, weil es die o.g. Checkliste am besten durchläuft. Mit ~100.000 monatlichen Suchanfragen nach  “Kleid Schwarz” bei Google ist auch einiges an organischem Traffic möglich.

Keyword Tool von Google

Keyword Tool von Google

Im nächsten Schritt kümmern wir uns um ein paar Inhalte im Shop (Artikel, Design, Funktionen) und bloggen dann über die Erfahrungswerte. Für Tipps sind wir natürlich dankbar!

Thema: Commerce | Kommentare (5) | Autor:

Magento Workshop Teil I – Shop aufsetzen

Donnerstag, 23. Juli 2009 7:17

In den letzten Monaten wurde sehr intensiv über die Zukunft von Shopsystemen diskutiert. Unabhängig vom Ausgang der Diskussion führt momentan kein Weg an einem Test von Magento oder Oxid vorbei. Ich selber habe seit 2-3 Jahren nicht mehr hinter die Kulissen geschaut und will deshalb mit Magento (und später ggf. Oxid) testen wie leicht/schwer es tatsächlich ist einen Shop aufzusetzen und erst einmal an den Markt zu kommen. Nach unserem unterhaltsamen Zlio Experiment also der zweite “Anwendungsfall”.  Das soll kein Handbuch für Magento werden. Ich nutze als Wissensbasis die außerordentlich gute KnowledgeBase von Magento und das Buch “Webshops mit Magento” von Steireif/Riecker.

Ziele des Workshops sind:

  • Ein Gefühl dafür bekommen wie schwierig die technische Seite des E-Commerce ist
  • Rausfinden wie hoch die Barrieren für einen Markteintritt für kleine/mittlere Händler sind
  • Ein paar Basics bezüglich SEO/SEM testen
  • Magento kennenlernen

Es geht nicht darum den perfekten Shop aufzusetzen (lokal testen, Architekturdiskussion….), Shopsysteme zu vergleichen (xtCommerce, osCommerce, intershop…) und schon gar nicht um die Herausforderungen bei der Skalierung (Warenwirtschaft, Fakturierung…).

Dafür möchte ich gerne mit Hilfe der Kassenzone.de Leser die folgenden Teilgebiete behandeln:

  • Webshop aufsetzen
  • Domain für seine Nische finden
  • Den Webshop einrichten
  • Ein wenig SEM/SEO
  • ggf. ein paar Plugins & Themes testen

Mein alter Hosting Anbieter unterstützt leider nicht alle Magento-Anforderungen. Deshalb habe ich gegen Mittag bei der Hosting-Agency ein kleines Webpaket bestellt. Das reicht zwar nicht für einen operativen Betrieb, aber für den Test reicht es allemal. Nach ca. 2 Stunden hatte ich den ftp Zugang und konnte dank 700kb großem Installer für Magento sofort starten und nach 20min stand der Shop :-) Anbei ein paar Eindrücke.

Installer Datei im Browser aufrufen

Installer Datei im Browser aufrufen

 

Der Installer lädt alles auf dem Webspace

Der Installer lädt alles auf dem Webspace

 

Datenbankdaten eingeben und... der Shop ist aufgesetzt

Datenbankdaten eingeben und... der Shop ist aufgesetzt

 

Der Admin Bereich ist nat. auch aufgesetzt

Der Admin Bereich ist nat. auch aufgesetzt

Bis hier hat es 20min gedauert und es war sehr einfach. Wer einen produktiven Shop betreiben möchte, darf natürlich keinen Shared Webspace nutzen, aber ein leistungsfähiger Server verlangt ca. 99€/Monat und das wäre für unseren Test etwas übertrieben.  Im nächsten Schritt geht es um die Identifizierung der richtigen Domain für meine Shopnische. Ich weiß allerdings noch nicht, ob es ein Shop für digitale Güter oder eine Modenische wird. Habt ihr Tipps für mich?

Thema: Commerce, Technologie | Kommentare (10) | Autor:

Shopping Clubs für Alle

Dienstag, 7. April 2009 9:38

Wie ich gerade in einem Kommentar von Roy Rubin (Magento CEO) bei Techcrunch lese, wird das Magento Shopsystem in der nächsten Version Private Sales als eigene Funktion anbieten.

Magento, our enterprise open source eCommerce platform, will natively support private sales in the enterprise edition (availability announced mid-April). This will bring private sales via our multi-store-retailing functionality to online merchants at a very low, competative price point.

I expect proliferation of private sale sites as a result – its a great model and the companies mentioned in the article have been highly successful. Congrats!

Magento ist das Shopsystem der Stunde und wird von vielen kleineren und mittleren Onlineshops eingesetzt. Das wird die ohnehin inflationäre Verbreitung von Shopping Clubs weiter beflügeln. Hoffen wir, dass es nicht so langweilig wird wie bei den Live Shopping Anbietern in Deutschland. Ich wünsche mir tolle Nischen und gut gemachte Konzepte und nicht reine Adressensammeltools von etablierten Marktteilnehmern.

Thema: Commerce | Kommentare (4) | Autor: