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Vijusto – Erfolgsversprechende Nischenstrategie?

Montag, 18. Oktober 2010 22:55

Das Team von Vijusto.com hatte sich schon vor einigen Monaten bei uns im Rahmen der “Ein Herz für Startups” Aktion beworben. Mittlerweile konnte ich die Geschäftsidee etwas testen und mir eine Meinung über die Idee bilden.

Vijusto verkauft individuell zusammengestellte Multivitaminprodukte. Im Rahmen einer Kurzanalyse kann man sich ein individuelles Profil erstellen und Schwerpunkte in den Anforderungen an das Produkt festlegen. Auf Basis dieser Daten stellt Vijusto ein individuelles Produkt her, dass dem Käufer für ca. 30 Tage die tägliche Vitamindosis aufpeppt. (Hinweis: Momentan scheint der Konfigurator nicht zu funktionieren)

Ich bin leider nicht der allerbeste Kunde für Vijusto, weil ich mich zu 99,9% im Jahr superfit fühle und die restlichen 0,1% auf maßlose Weihnachtsfressereien und Barcamp Eröffnungspartys zurückführen kann. Da helfen auch die besten Vitamine nichts. Trotzdem finde ich die Idee aus den folgenden Gründen smart:

  • Individuelle Produkte die mit Standardprozessen hergestellt werden können, haben in der Regel ordentliche Margen. Bei einem Gesundheitsprodukt wie vijusto gesellt ich dazu noch eine höhere Zahlungsbereitschaft.
  • Wenn man sich etwas Mühe bei der Herstellung des Produktes gibt und wirklich ein gutes Produkt herstellt, sind die Eintrittsbarrieren für den Wettbewerb respektabel. Das schützt die Margen.
  • Ähnlich wie bei mymuesli dürfte die Kundenbindung bei so einem Konzept sehr hoch sein. Das resultiert in einem hohem CLV.
  • Ich kann mir gut vorstellen die Produktpalette noch um weitere Gesundheitsprodukte zu erweitern, die sich in ähnlichen Prozessen darstellen lassen.

Ich kann trotzdem leider nicht valide bewerten, ob mit der Idee wirklich viel Geld zu verdienen ist. Legt man das Angebot an Multivitaminprodukten in Apotheken und Supermärkten zugrunde, dürfte das Potential aber enorm sein. Der Trick bei dem Modell ist die Bearbeitung des enorm fragmentierten Marktes. Ein PR Coup wie mymuesli dürfte sich nur schwer wiederholen lassen und die Bewerbung in speziellen Foren, per SEM und anderen Online Kanälen ist zumindest nicht einfach. Vijusto ist auf den ersten Blick ein Lifestyle Produkt und löst kein offensichtliches Problem. Die klassische Skalierung über transaktionsorientierte Mechanismen dürfte demnach schwerfallen.

Sollte Vijusto eine clevere Lösung für das Vertriebsproblem haben, dann steht der Idee aus meiner Sicht nichts im Wege. Ich lasse mich aber gerne von Lesern korrigieren die regelmäßig solche Produkte verwenden. Ich fühle mich ein wenig wie ein Führerscheinloser Autotester bei diesem Startup :-) . Das Team um vijusto freut sich sicher auch über gute Vertriebstipps.

Vijusto Produkte

Vijusto Produkte

Momentan rate ich Startups eher ab in dem aggressiven B2C E-Commerce Umfeld aktiv am Marktgeschehen teilzunehmen. Bei intelligenten Nischen wie Vijusto würde ich aber eine Ausnahme machen.

Bewerbe dich jetzt bei Ein Herz für Startups. Wenn du ein innovatives Startup im Bereich E-Commerce, Mobile oder Technologie betreibst und bisher nicht ausreichend Beachtung in den Blogs gefunden hast, dann schicke eine Mail an info@kassenzone.de mit den folgenden Infos:

  1. Link zu eurer Website
  2. Was macht ihr genau? Wer ist euer Wettbewerber?
  3. Keyfacts inkl. Gründerteam und Startdatum des Startups
  4. Warum seid ihr innovativ?
  5. Keine Businesspläne anhängen! (die sind meistens total langweilig)
  6. Wenn ihr länger als 5 Minuten braucht diese Mail zu schreiben, dann trifft Punkt Nr. 4. wahrscheinlich nicht zu.

Danach schauen wir uns das Startup an und schreiben vielleicht ein ausführliches Review über euer Projekt bei Kassenzone.de.

Thema: Commerce | Kommentare (12) | Autor:

Cashbits – gute Idee, oder Henne/Ei Dilemma?

Dienstag, 20. Juli 2010 18:05

Cashbits LogoSchon vor einigen Monaten habe ich mit Lena von Cashbits über ihr Geschäftsmodell gesprochen und war etwas skeptisch bezüglich der Kunden- und Händlerakzeptanz. Ein neues Bonussystem muss beide Seiten gleichzeitig überzeugen und steht damit natürlich vor einer hohen Hürde. Da ich selber keinen Shop betreibe wäre ich sehr gespannt auf die Kommentare von echten Shopbetreibern was das Cashbit Modell angeht und ob sie die Einschätzungen aus dem Interview teilen.

Wer seid ihr und was macht ihr?

CashBits ist das erste Bonusprogramm für unabhängige Online-Händler – also kleine und mittelständische Shops, die bei Payback & Co. verloren gehen würden, auf professionelle Kundenbindung aber trotzdem nicht verzichten möchten. Dieser Zielgruppe bietet CashBits erstmalig Zugang zu einem rein internetbasierten Bonus- und Analysetool. Weiteres Plus: Wir verstehen uns als erstes „Web 2.0-Bonusprogramm“, bieten den angeschlossenen Händlern also automatisch neue Vetriebskanäle, die sie alleine nicht in dem Umfang bespielen können. Und hinter CashBits stehen wir als Gründer-Duo. Moritz Corbelin und ich, Lena Sönnichsen.

Warum habt ihr gerade dieses Geschäftsmodell gewählt?

Aus vielen, vielen Gesprächen mit Händlern wissen wir, dass der Bedarf da ist. Dass der E-Commerce-Markt wächst, dass es Vergleichbares nicht gibt und dass unser Geschäft gut skaliert. Das reicht, um mit viel Spaß und Ehrgeiz bei der Sache zu sein.

Löst ihr damit ein bestehendes Problem eurer Kunden?

Klar. Wie gesagt: aus vielen Gesprächen wissen wir, dass kleine und mittelständische Online-Händler sehr professionell agieren, was Sortiment und Verkauf angeht, passende Lösungen für Kundenbindung aus einer Hand aber vermissen. Und für Social Media fehlt vielen die Zeit oder der Nerv. In Kombination mit intuitiver Analysefunktion haben wir aus diesen drei Komponenten mit CashBits ein rundes Paket geschnürt.

Was ist kritisch für den erfolgreichen Aufbau des Businesses?

Eine kritische Masse an Händlern und Endkunden – bevor eine von beiden Zielgruppen die Lust oder die Geduld mit CashBits verliert. Und Glaubwürdigkeit.

Wie hoch schätzt ihr eure Erfolgschancen ein?

Seit Markteintritt mehr denn je: als sehr hoch. Erstens sprechen alle Marktbedingungen für uns – und außerdem gibt es die ersten positiven Rückmeldungen.

Wie war das bisherige Feedback der Händler und der Kunden?

Das Feedback ist bislang sehr gut und das freut uns natürlich. Wir sind seit zwei Wochen live und haben den Vertrieb erst vor zehn Tagen gestartet. Das Shopverzeichnis von www.cashbits.de füllt sich stetig und entspricht ziemlich genau unseren Planungen.

Was können wir bis Ende des Jahres noch von euch erwarten?

Uns wird es in den nächsten Monaten vor allem um die Weiterentwicklung des Systems gehen – natürlich spielt der Vertrieb weiterhin eine große Rolle, aber den erleichtern wir uns natürlich, wenn das Produkt kontinuierlich attraktiver wird. Da wir CashBits agil entwickeln, kommen ständig neue Features dazu. Außerdem soll die Shopanbindung für Händler so einfach wie möglich sein – das heißt, dass wir neben dem Magento-PlugIn, das wir aktuell anbieten, weitere Extensions entwickeln werden und auch Kooperationen anstreben, um noch mehr Händler zu erreichen.

Sucht ihr noch Kapital?

Die Anschubfinanzierung von CashBits ist durch Business Angels gesichert. Das heißt, wir sind momentan sehr dankbar, uns über Finanzierung keine Gedanken machen zu müssen – freuen uns aber natürlich trotzdem immer über interessante Gespräche. 

Bewerbe dich jetzt bei Ein Herz für Startups. Wenn du ein innovatives Startup im Bereich E-Commerce, Mobile oder Technologie betreibst und bisher nicht ausreichend Beachtung in den Blogs gefunden hast, dann schicke eine Mail an info@kassenzone.de mit den folgenden Infos:

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  2. Was macht ihr genau? Wer ist euer Wettbewerber?
  3. Keyfacts inkl. Gründerteam und Startdatum des Startups
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5min mit “Fastbill” – Rechnungsworkflow automatisieren

Mittwoch, 30. Juni 2010 10:44

Wer seid ihr und was macht ihr?

Hallo, ich bin René Maudrich und Gründer von FastBill. FastBill ist ein einfaches, webbasiertes Tool und bietet die Möglichkeit, Kunden, Angebote, Rechnungen sowie Arbeitszeiten zu verwalten – eben die digitale Auftragsabwicklung und Faktura im Internet.

Die Idee hinter FastBill entstand als wir festgestellten, dass sich viele Produkte und Dienstleistungen auf dieselbe Art und Weise erfassen und abrechnen lassen. Dazu kommt, dass sich viele kleine Unternehmen und Freelancer mit der täglichen Büroarbeit rumschlagen müssen und oft nicht zum eigentlichen Kerngeschäft kommen.

Was kann FastBill eigentlich genau?

FastBill kann Arbeitszeiten und Belege erfassen, Angebote und Rechnungen schreiben bzw. versenden, Zahlungseingänge und Mahnungen im Blick behalten: Die Arbeit, die mit diesem “Papierkram” einhergeht, kennen viele Selbstständige, kleine Agenturen oder Freelancer zur Genüge. Faktura- und CRM-Systeme gibt es mehr als genug, doch bei der Fülle an Features, die dort angeboten werden verkomplizieren diese Systeme oft mehr als sie erleichtern. Ebenso kann FastBill schnell und einfach Rechnungen digital signieren und online verschicken! Das ist gesetzlich korrekt und spart unseren Kunden Zeit und Geld.

Rechnung schreiben mit FastBil

Fastbill Rechnungsverwaltung

Wieviele Leute nutzen FastBill schon?

Über die genaue Anzahl der Kunden kann ich leider nichts sagen, aber es wird bereits ein hoher 6-stelliger Rechnungsbetrag pro Monat über die Plattform abgewickelt.

Wer ist die Zielgruppe von FastBill?

Die Produktentwicklung von FastBill läuft bereits über zwei Jahre. Dabei haben wir uns im ständigen Austausch mit kleinen Unternehmen und Freelancern auf das Abbilden der Prozesse konzentriert, die vor allem bei diesen Zielgruppen immer wieder anfallen und ohne FastBill viel Zeit in Anspruch nehmen. Die Größe der Zielgruppe liegt wohl im niedrigen 6-stelligen Bereich – also Klein- und Kleinstfirmen mit entsprechender Webaffinität.

FastBill soll den wiederkehrenden „Bürokram“ automatisieren und vereinfachen. Unsere Kunden müssen sich nicht im Detail mit den steuerlichen und gesetzlichen Anforderungen an ordentliche Rechnungsstellung usw. auskennen oder beschäftigen und sparen somit wertvolle Arbeitsstunden. Vor allem viele Existenzgründer wissen dies zu schätzen, da sie sich in viele Themen gleichzeitig einarbeiten müssen.

Zahlenverkehr  ist ein sensibles Thema. Wie garantieren Sie Sicherheit bei der Datenabwicklung und für die Kundendaten?

FastBill wurde von einem Team ins Leben gerufen, das im hochprofessionellen Hosting zu Hause ist. Mit der  ADACOR Hosting GmbH haben wir einen Partner, deren Hauptgeschäft die sichere Speicherung und Verarbeitung von Daten von Großkonzernen ist. Konkret heißt das: Für die Datenübertragung nutzen wir eine 256-Bit-SSL-Verschlüsselung, die auch als Standard bei Online-Banking gilt. Darüber hinaus sichern wir unsere Server mit einem umfassenden Firewall-System ab, welches rund um die Uhr von den Sicherheitsexperten der ADACOR überwacht wird. Zusätzlich finden tägliche Daten-Backups und eine redundante Datenspeicherung statt. Fazit: Unsere Kunden können sich darauf verlassen, dass ihre Daten sicher verwahrt und nur ihnen zugänglich sind.

Man hört auch immer wieder von easybill, billomat und Co. Was macht FastBill besser als die Konkurrenz?

FastBill konzentriert sich besonders darauf, zusammenhängende Arbeiten auch in einem Tool abbilden zu können. Wir reden also vom Prozess der Kundenverwaltung, Leistungserfassung, Fakturierung bis hin zum gesetzlich korrekten Versand. Auch die Eingangsbelege werden erfasst und man kann leicht erkennen, ob man Gewinn oder Verluste schreibt. Alle diese Funktionen bekommt man bei uns aus einer Hand. Das bieten die meisten der Wettbewerber nicht.

Über unsere mobile App kann FastBill auch bald von unterwegs genutzt werden. Das Ziel ist es, den Kunden möglichst viel Arbeit abzunehmen. Da die Daten, die man bei FastBill erfasst. Für weitere Schritte in der Buchhaltung oder bei der Steuererklärungen bieten wir Schnittstellen und API Anbindungen zu anderen Systemen an. Daran arbeiten wir auch permanent weiter, so dass unser Service Teil der vollständig digitalen Buchhaltung ist.

Ein weiterer Vorteil: Dezentrale Datenerfassung. D.h. auch ein größeres Team kann über jeden Rechner von überall auf FastBill zugreifen – unabhängig von Standort und Zeit.

Was können wir 2010 und 2011 von FastBill erwarten?

Wir arbeiten engagiert an der Zusammenarbeit mit weiteren Anbietern, die passende webbasierte Tools für angrenzende Geschäftsprozesse entwickeln. So können wir in den kommenden Monaten weitere technische Anknüpfungspunkte realisieren, die dem Kunden weiterhelfen. Es wäre doch super, wenn man bald seine Kunden per Klick auf den Kontaktnamen im FastBill direkt anrufen oder seine komplette Belegverwaltung per Knopfdruck an den Steuerberater übergeben könnte. Dazu kommt eine Überarbeitung der Benutzeroberfläche. In den letzten Jahren haben wir viel gelernt und wissen, wie man die Abläufe und wiederkehrenden Arbeiten noch einfacher gestalten kann.

Braucht ihr noch Geld?

Wir sind noch gestützt durch private Investoren und erfassen kontinuierlich steigenden Umsatz. Jedoch sind wir offen und gesprächsbereit gegenüber weiteren interessierten Investoren

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  3. Keyfacts inkl. Gründerteam und Startdatum des Startups
  4. Warum seid ihr innovativ?
  5. Keine Businesspläne anhängen! (die sind meistens total langweilig)
  6. Wenn ihr länger als 5 Minuten braucht diese Mail zu schreiben, dann trifft Punkt Nr. 4. wahrscheinlich nicht zu.

Danach schauen wir uns das Startup an und schreiben vielleicht ein ausführliches Review über euer Projekt bei Kassenzone.de.

Thema: Technologie | Kommentare (6) | Autor:

5min mit “Happy Coffee”

Dienstag, 27. April 2010 8:02

Wer seid ihr und was macht ihr?

Hallo. Ich bin Christian Häfner und Gründer des Projektes „Happy Coffee“. Happy Coffee ist eine Initiative zur Unterstützung des fairen Kaffeehandels in Deutschland und soll durch Qualität und Vertrauen mehr Aufmerksamkeit auf dieses wichtige Thema lenken. Gerade die letzten Jahre haben gezeigt, wie wichtig der faire Handel ist um den Kleinbauern ein Existenzminimum gewährleisten zu können. Mit der Kampagne wollen wir einerseits den fairen Handel unterstützen, auf der anderen Seite Unternehmen aber auch die Möglichkeit geben, sich aktiv am fairen Handel zu beteiligen.

Wie können sich die Unternehmen denn einbringen?

Neben dem Versand an Endkunden bieten wir Unternehmen auch die Möglichkeit einer Kooperationspartnerschaft an. Das bedeutet, dass jede Kaffeeverbrauchende Firma bei Umstellung ihres Kaffees auf Happy Coffee auch etwas zurück bekommt. Aktuell bieten wir kostenlose Werbung (Logoplatzierung inkl. Verlinkung) auf happycoffee.org an, sowie die Erwähnung auf Facebook und Twitter. Das Netzwerk und die Reichweite wächst auch durch viele Offline-Aktionen (Flyer, Proben, etc.) täglich. Dadurch erhalten Firmen einen Möglichkeit zu zeigen, dass sie nachhaltigen denken und handeln, und zwar direkt!

Wer ist Eure Zielgruppe?

Die Zielgruppe sind in erster Linie natürlich Kaffeetrinker. Speziell diese, die viel Wert auf  Qualität und fairen Handel legen. Die Grundidee von Happy Coffee ist aber auch, mehr Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken. Das wollen wir hauptsächlich über ein unschlagbar günstiges Angebot, aber vor allem auch über die Qualität erreichen. Alle Besitzer eines Vollautomaten oder einer Kaffeemühle sind damit potentielle Kunden.

Fairtrade Kaffee bietet doch mittlerweile auch jeder große Hersteller an. Warum sollen die Kunden auf einmal Happy Coffee trinken?

Das ist ganz richtig und prinzipiell auch eine positive Entwicklung des Trends. Was jedoch bei den meisten Hersteller fehlt, ist der Bezug zum Ursprung des Kaffees. Wir können genau sagen, wo unser Kaffee angebaut wurde, wie er von wem verarbeitet wurde und letztlich zum Kunden gelangt. Dank des Fairtrade Siegels sind alle Stufen für den Kunden transparent und nachvollziehbar. Daneben steht der Faktor Qualität. Die meisten großen Kaffeemarken bieten z.B. Bohnenmischung an, um den Preis gering zu halten. Der Kunde vertraut häufig der Marke, kontrolliert oder hinterfragt aber selten den Inhalt der Packung. Den Mehrpreis zahlt der Kunde letztlich nicht für die Qualität, sondern für die Marke. Wir bieten echte Qualität zu günstigen Preisen und machen das sichtbar, wo andere sich zurück halten. Als Marke wollen wir den Kunden nicht nur das Gefühl geben etwas Gutes zu tun, sondern lassen sie aktiv teilhaben. Ein weiteres Argument ist der Preis: Bei aktuell 15,50€ inkl. Versand kommt kein vergleichbares Produkt (weder im Online-, noch im Offline-Handel) mit!

Wie löst ihr das Problem der Kundenaquisition?

Aller Anfang ist schwer, das gilt auch für Happy Coffee! Mit Mundpropaganda, Flyern und Adwords haben wir in den ersten Tagen bereits über 40kg verkauft. Das ist schon eine gute Bilanz, allerdings sind wir noch lange nicht am Ziel. Das Gute ist, dass viele das Projekt gut finden und gerne darüber reden. Auf dieses Vertrauen sind wir angewiesen und freuen uns – gerade am Anfang – auch über jede Unterstützung wie Bannerwerbung, Retweets, Blogeinträge, Flyer auslegen im Geschäft, etc.

Plant ihr auch einen B2B Vertriebspartner einzubinden, oder ist es schwer bei den aktuellen Mengen jemanden zu finden?

Aktuelle machen wir das B2B  Geschäft noch selbst. Für die Zukunft ist aber vieles denkbar. Es wäre schön, wenn wir z.B. auch große Supermarktketten oder Konzerne von dem Projekt und dem Produkt überzeugen können. Nach  2 Wochen haben wir weder das eine, noch das andere. Der B2B Vertrieb geschieht momentan noch persönlich über ein enges Netzwerk aus Freunden mit Schwerpunkt in Bonn/Köln und Hamburg.

Ihr macht das also auch Vollzeit?

Nein, aktuell gibt es nur mich als offiziellen Ansprechpartner und Geschäftsführer. Alle weiteren Unterstützer arbeiten „ehrenamtlich“. Das Projekt ist nicht aus der Motivation heraus entstanden kurzfristig viel Geld zu verdienen.

Vielmehr gab es zwei Hauptgründe:

  1. Als Kaffeetrinker ist mir ist das Thema Kaffeehandel tatsächlich sehr wichtig und ich wollte eine Basis schaffen, auch anderen eine Möglichkeit zur Unterstützung zu geben.
  2. Wer das Buch „Die vier-Stunden-Woche“ von Tim Ferris gelesen hat weiss, dass heute nahezu allen Stufen im Wertschöpfungsprozess ausgegliedert werden können. Diese Herausforderungen habe ich angenommen und begann letztes Jahr nach Importeuren, Röstern und Logistikern zu suchen. So ist Happy Coffee entstanden.

Ihr bietet nur ein Produkt in einer Variante an, warum?

Prinzipiell will ein Kunde ja Vielfalt. Im Vordergrund von Happy Coffee steht jedoch nicht, die Palette eines Supermarktes online abzubilden, sondern den fairen Handel zu unterstützen. Der aktuelle Hochland Kaffee wurde sehr sorgsam nach umfangreichen Verkostungen ausgewählt und ist schlichtweg der beste Kaffee, der für den Preis zu finden ist. Eine Erweiterung der Produktpalette ist nur in kleinem Umfang geplant. So wollen wir z.B. perspektivisch noch eine Espressobohne und ggf. eine gemahlene Variante anbieten. Mehr erst mal nicht.

Wie wichtig sind neue Verkaufsmechanismen für Happy Coffee? Geht es auch ohne Facebook und Twitter?

Facebook ist eine wirklich gute Sache, da wir auch an Menschen heran kommen, die das Projekt und die Idee zwar gut finden, aber keinen Vollautomaten besitzen. Das ist wichtig und zeigt Präsenz! Viele der aktuellen Kunden kamen auch über Facebook. Daher ist dieser Kanal extrem wichtig für die Entwicklung des Projektes.

Was können wir 2010 von Happy Coffee erwarten?

Zunächst muss das Geschäft erst einmal richtig starten. Im weiteren Verlauf wollen wir – wie bereits erwähnt – die Produktpalette erweitern und möglichst viele Kooperationspartnerschaften abschließen um das Geschäft zu stabilisieren. Für die Zukunft planen wir darüber hinaus uns selbst an der Quelle des Kaffees für Projekte einzusetzen und z.B. eine Berichterstattung über Mindestpreise finanzierte Projekte nach Deutschland zu bringen. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass Happy Coffee selbst Projekte finanzieren wird, das hängt jedoch auch maßgeblich von der Entwicklung der Umsätze und Gewinne ab.

Möchtest du noch irgendetwas an die kassenzone-Leserschaft richten? Irgendwelche Investoren gesucht? Oder sonstige Hilfe, dann hast du jetzt die Möglichkeit dazu!

Wir suchen aktuell keine Investoren, aber große Firmen, die bereit sind mit uns eine Kooperationspartnerschaft einzugehen. Das würde unser Geschäft gerade zu Beginn recht schnell stabilisieren und ermöglicht uns mehr Flexibilität beim Aufbau weiterer Vertriebskanäle. Ansonsten freuen wir uns natürlich über jeden Kunden und jedes Feedback zum Projekt und zum Produkt. Feedback jederzeit gerne an info(at)happycoffee.org

Super. Dann wünschen wir von kassenzone Euch viel Erfolg! Wir finden die Idee sehr gut und unterstützen gerne mit!

Vielen Dank an Fair Trade Kaffee für die Unterstützung und das Gespräch!

Thema: Commerce | Kommentare (7) | Autor:

“Viele Händler sind kaum auf E-Commerce vorbereitet” – 10min mit Matthias Schrader

Montag, 22. März 2010 7:17

Matthias Schrader von sinnerschrader stand uns für ein 2x5min Interview zum Thema “E-Commerce im Wandel” zur Verfügung und erzählt aus erster Hand wie er den Wandel bei Händlern erlebt und welche Geschäftsmodelle in Zukunft spannend werden können. Groupon Klone sind nicht dabei. Er bloggt auf fischmarkt.de (Lesetipp).

Nach meinen durchwachsenen Kameraerfahrungen bei den letzten Interviews musste diesmal die (Profi-) Kamera von Florian herhalten die zwar sehr gute Bilder mit gutem Ton macht, aber diesmal hat Youtube bei der Konvertierung gespart. Wir reichen bald ein Video mit besserem Bild nach.

Hallo Herr Schrader. Herzlich Willkommen zu den 5 Minuten auf Kassenzone zum Thema E-Commerce und Next-Commerce. Schön, dass Sie sich bereit erklärt haben ein paar Insides mit uns zu teilen und natürlich mit der Leserschaft von Kassenzone.

Dann geht’s auch schon direkt los. Was meinen Sie macht E-Commerce heute aus?

Also das was E-Commerce heute ausmacht, ist nichts anderes als das, was E-Commerce seit 14 Jahren eigentlich ausmacht. Die Spannungschancen von Marken und Händler, direkt halt mit den Konsumenten in Kontakt zu kommen. Zu spüren, was interessiert die Konsumenten. Wo sind die Bedürfnisse der Konsumenten. Und mit einem neuen Team zusammenzukommen.

Ok. Aber die letzten 12 Monate oder vielleicht die letzten 24 Monate hat sich ja schon einiges getan im Online-Markt. Was sind aus Ihrer Sicht die ganz zentralen Veränderungen?

Der große Treiber ist tatsächlich immer noch der interaktive Konsument. Und wir haben im letzten Jahr auch noch mal so eine Schallmauer durchbrochen, weil im stationären Handel die Umsätze rückläufig waren. Das einmal die Internet-Nutzer weiterhin gebucht haben; gekauft haben. Und dieser Schalter bei den Märkten und bei den Händlern ist einfach nochmal so richtig umgedreht worden. Und ich glaube, es gibt heute keine Marke und keinen Händler mehr, für den das Thema E-Commerce nicht relevant ist. 70% sind vielleicht online, 30% noch nicht.

Sind die Händler darauf vorbereitet?

Nein. Die wenigsten Händler sind halt darauf vorbereitet.

Wie drückt sich das aus, in Ihrer Erfahrung?

Es drückt sich so aus, dass sie im Grunde glauben, dass es damit halt getan ist, letztendlich halt die Prozesse einfach zu digitalisieren. Versandhandel-fähig zu werden. Aber sie arbeiten halt wenig am Sortiment, wenig am Marketing, wenig an ihrem USP. Und verkennen damit auch auf der einen Seite die Gefahr, dass sie im Internet total vergleichbar sind mit dem Sortiment. Von der Sortimentierung bis zur Preisgestaltung. Auf der anderen Seite nehmen sie sich aber auch Chancen, sich dort halt zu differenzieren. Insofern gibt es da noch viel zu erklären und zu beraten.

Ist es das, was Next-Commerce hauptsächlich für die Händler macht? Erklären und beraten?

Ja und dann halt auch umsetzen. Im Kern ist es tatsächlich so, dass Next-Commerce wie andere Service-E-Commerce Anbieter auch, den gesamten Service von Fulfillment über Logistik und Payment anbieten. Aber das ist eher eine Convenience Leistung. Der Pitch ist eher, dass wir Marken und Händlern versprechen, sehr schnell in eine Region von 7 bis 10% Online-Anteile ihrer Gesamtumsätze zu kommen. Also in eine Region zu kommen, wo ihr Geschäft Online sich selber trägt, profitabel ist, die Fixkosten einfährt. Und es letztendlich auch finanzierbar macht, Online-Marketing Investitionen zu tätigen. Die letztendlich auch einen positiven Effekt auf das Stationärgeschäft haben.  Und dann macht es eigentlich auch für Marken und Händler erst richtig Spaß.

Sie bringen sozusagen die Händler ins E-Commerce?

Ja. Und schneller von 3% auf 10%, als wenn sie es halt selber machen würden oder wenn sie da rein prozessorientierte Logistik- und Technologie-Dienstleister wählen.

Das heißt, wenn die Händler noch keine Erfahrungen im E-Commerce haben, dann verbleiben sie länger bei einer relativ niedrigen Umsatzanteilsquote im E-Commerce, als es mit Ihrer Hilfe zum Beispiel geht?

Ja.

Das kann ich verstehen. Aber, welche Rolle spielen dann die Händler, ob das nun die sind die Sie beraten, oder ob das nun Händler sind, die auf andere Dienstleistungen setzen. Was muss man dafür eigentlich tun? Muss man dafür überhaupt irgendwas tun, wenn sie eine Marke haben? Dann gibt es wahrscheinlich noch Dienstleister, die Sie online darin intensiv beraten beziehungsweise alles für sie machen.

Alles nicht. Also der Händler hat natürlich immer noch die Aufgabe, den entsprechenden Dienstleister zu steuern: wie ist mein Pricing, wann mache ich Sales, welche Kampagnen gibt es? Und er muss natürlich noch Know How aufbauen. Aber dieses Know-How heute aufzubauen ist gar nicht so einfach. Denn das Know-How wird überall gesucht. Und es ist ein Prozess, so glauben wir, von drei bis fünf Jahren. Dieses Know-How in den Unternehmen so aufzubauen, sodass man dann wieder es riskieren kann dieses Geschäft umzusourcen. Sofern verstehen wir uns auch als Partner für die ersten drei bis fünf Jahre, sozusagen zu einer Partnerschaft. Und danach steht es halt dem Unternehmen frei, den kompletten Bereich wieder zu integrieren und selber weiter zu betreiben.

Hat sich die Rolle von der Agenturen, ob es sich nun um Interactive Agenturen wie SinnerSchrader oder andere Agenturen geht, hat es sich verändert in diesem Prozess?

Also wenn wir jetzt nun noch mal diesen Blick auf Next-Commerce halten, lernt man natürlich als Agentur unglaublich viel davon. Weil wir uns als Fragestellungen uns beschäftigen mit Retourenvermeidung, Logistikproblemen. Mit denen man normalerweise als Agentur wenig am Hut hat. Das ist natürlich wirklich so ein Know How Beschleuniger. Insgesamt glaube ich, wandelt sich die Rolle der Agentur aber auch davon unabhängig, insofern, dass der gesamte Bereich digital wieder in der Aufmerksamkeit des Top-Managements der Marken, der Unternehmen an Bedeutung gewinnt. Die Unternehmen haben wieder die Hoffnung, dass „digital“ ein Thema ist, um sie im Wettbewerb stärker zu differenzieren und erfolgreicher zu machen. Und damit steigt natürlich auch die Bedeutung derjenigen Dienstleister, die diese Erwartung und Umsetzungsleistung anbieten können. Also wie es schon mal vor zehn Jahren der Fall war, steigt man so ein bisschen wieder in der Hierarchie  auf. Und wo jetzt auch wieder Lösungen entwickelt werden, die Umsetzungsprojekte sind. Davon haben die Agenturen die letzten acht Jahre gut gelebt und das auch gelernt aber sie müssen jetzt auch wieder ihren Kunden Innovationen liefern. Und das ist natürlich für alle Agenturen eine Riesenanstrengung. Aber natürlich auch eine Chance.

Und welche Innovation oder Geschäftsidee im E-Commerce begeistert Sie denn heute am meisten?

Also was mich momentan begeistert ist, dass auf der Sortimentsthematik das Thema fmtg und Food. Ich glaube, dass da einfach noch viel geht. Man hat sich in den Staaten alice.com aber auch P&G vorgenommen – fünf Milliarden Dollar in den nächsten drei Jahren online umzusetzen. Da sieht man, dass da relativ viel passiert. Und was mich auf der anderen Seite interessiert, auch bei bestehenden Geschäftsmodellen ist: „Was kann man eigentlich aus Daten machen“? Wie kann ich eigentlich Transaktionsdaten nutzen, zu einem langweiligen Thema wie Retouren-Verwaltung. Jüngst für ein Unternehmen einen Schuhshop gelauncht, wo wir genau dieses Thema genutzt haben. Wie kriegen wir sozusagen Millionen von Kaufakten aggregiert und können daraus Ableitungen machen für das zukünftige Retouren-Verhalten und können einen Mehrwert für den Nutzer darstellen und es hat für alle Seiten einen echten Mehrwert. Wie kann man letztendlich halt das Geschäft tatsächlich des Kunden mit Hilfe von Algorithmen, von Daten aber auch von echten nutzerrelevanten Mehrwert halt tatsächlich innovieren. Das ist natürlich auch wieder spannend. Das ist wirklich eine Innovation, in die Projekte halt einzubauen und die Konsumenten einfach begeistern und auf jeden Fall einfach weiter zu erzählen.

Ok. Also Innovationen auch in innovative Geschäftsmodelle sozusagen sie treiben?

Ja, ich glaube, dass man Innovationen in kleine Geschäftsmodelle halt machen kann, man kann auch total viele Innovationen in alte Geschäftsmodelle einbauen. Also wenn Sie sich TUIfly beispielsweise anschauen. Wird von uns seit sechs Jahren betreut. Fünfeinhalb Jahre von diesen sechs Jahren hatte TUIfly eine eigene Flotte. Heute haben sie keine eigene Flotte mehr. Zu großen Teilen haben sie ihre Flotte abgegeben an airberlin und trotzdem ist die TUIfly.com extrem erfolgreich halt unterwegs und verkauft extrem viele Flugtickets jeden Tag. Und hat das Geschäftsmodell quasi einmal gedreht. Und ich glaube, dass man bei Touristik, bei Banken, im Bereich aber auch natürlich Retail, wenn man mal genauer hinschaut, überall Dinge entdeckt, wo man auf bestehende Geschäftsmodelle noch mal natürlich mit diesem Connect zwischen Unternehmen, Konsument, Daten einfach nochmal neu strukturieren kann, nochmal neu erfinden kann. Das ist sowohl von der Umsetzung und natürlich intellektuell natürlich eine tolle Aufgabe.

Im Rahmen von innovativen Geschäftsmodellen und neuen Geschäftsmodellen wird in Deutschland momentan sehr viel von Coupon und beziehungsweise von den Klonen in Deutschland geredet. Glauben Sie, dass das funktioniert?

Also ich bin da ein bisschen skeptisch. Gar nicht weil ich sozusagen an das Thema Coupons denke. Also ich glaube Coupons sind total bewährte Mechanik. Was halt schwierig ist oder eine echte Herausforderung ist: „Wie kriege ich diesen manuellen und Sales-Prozess letztendlich auch in diese Fläche herausgebrochen. Also wenn ich mir diese ganzen Coupon-Plattformen mal heute anschaue und zähle mal diese ganzen Deals zusammen also das sind echt lausige Pennys die ich da sehe wenn ich sie zusammen addiere. Das fällt mir schwer sozusagen da ein Gefühl für Skalierungen zu bekommen. Ein Feature auf ein bestehendes Modell draufzusetzen, kann es glaube ich sehr gut funktionieren. Aber ich glaube als Solo-Geschäftsmodell —- eher skeptisch.

Was können wir, in drei Sätzen erklärt, in den nächsten 3 Jahren erwarten?

Hoffentlich Generationen-  von Bestandskunden, viele Generationen auch bei neuen Kunden und eine tolle iphone-Anwendung.

Vielen Dank.
Hinweis: Das Video wurde halbautomatisch vertextet. Ggf. sind einige Wörter & Sätze falsch abgebildet.

Thema: Commerce, Strategie | Kommentare (25) | Autor: