Büro für 165€ in Hamburg, Kiel und Darmstadt

Montag, 18. Juli 2011 10:30 | Autor:

165euro BürogemeinschaftWie alle neuen Startups haben wir in Kiel für moinchef.de und in Hamburg für eTribes Büros gesucht, die das Startupleben vereinfachen und sich unserer geschäftlichen Erfolg (oder Mißerfolg) flexibel anpassen. In Hamburg haben wir dafür eine Fläche (ca. 600m²) in der Nähe der U-Bahn Station Wartenau angemietet die wir an interessierte Startups untervermieten. Das funktioniert nun seit ein paar Monaten hervorragend. Es macht einfach Sinn, wenn Gründer mit ähnlicher Ausrichtung zusammenarbeiten und sich Ressourcen teilen. Das macht alles einfacher und wesentlich schneller. In Kiel gab es bis vor Kurzem noch keine Möglichkeit in so einem Umfeld zu arbeiten. Zwar gibt es mit ein paar städtisch geförderten Einrichtungen, wie z.b. dem KITZ, auch gründungsorientierte Büroumfelder, aber die Schnittmengen in solchen Gründerzentren sind in der Regel zu klein, so dass kein echtes Startupflair entsteht. Aus dieser “Not” haben wir mit 165euro.de ein kleines Bürovermietungsbusinessmodell gegründet und bieten dieses Umfeld direkt auf dem Unicampus in Kiel nun selber an. Das Konzept ist einfach erklärt:

165euro ist die Idee jungen Unternehmen und Geschäftsmodellen einen vollwertigen Arbeitsplatz für 165 Euro/Monat zu bieten – ohne Folgekosten und monatlich kündbar. Dazu bieten wir in Hamburg, Kiel und Darmstadt ein Umfeld in dem bereits sehr viele Unternehmen aus dem Internetumfeld sehr zufrieden sind. Mit dem Betrag können wir gut unsere Kosten decken, aber es ist nicht unser Ziel damit reich zu werden.

Nun kann man also in Kiel ein Büro mieten und braucht pro Arbeitsplatz inkl. WLAN, Kaffee & Co. nur 165€/Monat zu zahlen. Aufgrund der Nachfrage, haben wir unseren Konferenzraum in Kiel nun auch mietbar für Externe gemacht. Die genauen Anschriften findet ihr unter http://www.165euro.de/standorte/. Wir freuen uns auf Besuch und auch neue Untermieter die mit uns gemeinsam am Jokerz Flipperautomat oder an der Carrerabahn Online Wachstumsstrategien besprechen wollen.

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In eigener Sache

Freitag, 8. Juli 2011 16:39 | Autor:

In der letzten Zeit war es etwas ruhiger im Blog hier. Das wird sich zumindest teilweise ändern, wenn ich etwas mehr Zeit finde. Nach ca. vier Jahren und spannenden Aufgaben in der Otto Group bin ich wieder zu 100% auf die Unternehmerseite gewechselt und möchte das Internet noch mit der ein oder anderen Website bereichern. Im Auftrag der Otto Group habe ich viele spannende Online Konzepte kennengelernt, analysiert, gekauft (z.B. limango) und in ca. 90% der Fälle für ungeeignet befunden. Als “Analyst” kann man es sich da oft einfach machen. Man muss sich schließlich nicht mit dem anstrengenden Startup Alltag, wie z.B. SEM, MVT, HR & Co., rumschlagen. Das hat sich nun für mich geändert, indem ich parallel an zwei Projekten mitarbeite und versuche diese zum Erfolg zu führen. Obwohl man es erwarten könnte, sind beide Themen nicht im B2C E-Commerce Bereich angesiedelt. In dem kenne ich mich zwar sehr gut aus, allerdings finde ich diese Branche als Gründer momentan nicht attraktiv.

Projekt 1: eTribes

eTribes Logo

eTribes ist ein Unternehmensnetzwerk ausgerichtet auf den Aufbau von Online Geschäftsmodellen. Teilweise vergleichbar in der Strukturierung mit Rocket Internet, mit dem Unterschied, dass alle “Fachabteilungen” ihre Leistungen auch am Markt anbieten und damit eine Art institutioneller Co-Founder entsteht. Das Projekt läuft seit einigen Monaten und mittlerweile arbeiten ca. 60 Personen in dem Netzwerk in verschiedenen Agencies und diversen Geschäftsmodellen im Aufbau. Warum mache ich das? Ich möchte in der Lage sein meine Ideen effizient online umzusetzen, ohne jedes Mal von Neuem ein komplettes Team inkl. Developer, Vertrieb und Servicecenter aufbauen zu müssen. Das ist a) teuer und b) vergleichsweise langsam. Mit etribes schaffe ich mir selber die Möglichkeit meine eigenen Projekte schneller und günstiger umzusetzen. Das Netzwerk wird bereits von einigen großen Unternehmen genutzt, um deren Geschäftsmodellen in den ersten Monaten effizient aufbauen zu lassen. Auch wenn es im ersten Moment so aussieht, ist es kein Inkubator. Es  ist eher ein Dienstleisternetzwerk für große Unternehmen, VCs oder Inkubatoren die sich Ressourcen einkaufen müssen. eTribes.de ensteht gerade und wird in den nächsten Wochen noch mehr Hintergrundinfos bereitstellen. Meine Rolle in dem System liegt in den ersten Phasen, bei der Auswahl & Konzeption von Geschäftsmodellen. Wir sind bereits an drei Standorten aktiv (Hamburg, Kiel & Darmstadt). Jeder Interessierte ist gerne eingeladen vorbeizuschauen und die Leute bei und hinter etribes mal kennenzulernen. Dann wird relativ schnell klar warum das funktionieren kann.

Projekt 2: Moinchef

Moinchef LogoAn moinchef.de arbeite ich schon seit Mitte 2010. Seitdem mir in verschiedenen Firmen und Positionen der Fachkräftemangel sehr plastisch vor Augen geführt worden ist, glaube ich dass sich die Art und Weise von Recruitingmaßnahmen in den betroffenen Branchen verändern wird. Die Buchung von Anzeigenplätzen in verschiedenen Medien (Stellenbörsen, Tageszeitungen) ist in Arbeitnehmermärkten (Mehr Arbeitsplätze als Arbeitnehmer) immens ineffizient. Für kleine Unternehmen ist das sowieso sehr unattraktiv, weil auch teure Anzeigen auf bekannten Stellenbörsen oft zu keiner signifikanten Conversion (Bewerbungen) führen. Moinchef.de ist/wird ein System mit dem man sein Stellenanzeigenbudget effizienter einsetzen kann. So eine Art Perfomance Tool für Stellenanzeigen. Wir bauen ein eigenes Publishernetzwerk auf und binden diverse weitere Kanäle (Suchmaschinen, Vermarktungsnetzwerke, Social Networks…) ein, um die Stellenanzeige aktiv zu den dortigen Nutzern zu pushen. Natürlich auf Basis ausgebuffter semantischer und ortsbasierter Analysen, damit z.B. die Leser von Kassenzone.de nur relevante Stellenanzeigen sehen. Wir befinden uns in der Open Beta und es funktioniert bereits erstaunlich gut, auch wenn wir natürlich noch eine Menge zu tun haben. Insbesondere der Aufbau eines eigenen Publishernetzwerkes ist doch anstrengender als gedacht. Wenn ihr also coole Fachblogs und/oder Foren betreibt, dann werdet ihr noch von uns hören bzw. kommt selber zu uns, um am Fachkräftemangel zu verdienen. Wer gerade offene Stellen hat, kann mit dem Code “kassenjobs” bis zum Ende Juli die erste Stellenanzeige auf moinchef.de zum Preis von 25€ statt mind. 79€ einstellen. Zum Start rechnen wir noch nach Fixpreis ab. Mittelfristig könnt ihr aber ähnlich wie im Performance Bereich qualifizierte Ansichten eurer Stellenanzeige kaufen. Die Frage ist dann nur noch, welches Budget ihr dafür vorseht. Im Fall von moinchef nutze ich eTribes übrigens für die Themen Web-Development, Infrastruktur und Direktvertrieb. Bisher funktioniert das sehr gut.

 

Auch wenn die Zeit mit den beiden Projekten (+Nachwuchs) ziemlich knapp ist, werde ich Kassenzone auch zukünftig nutzen, um ein paar Analysen zu veröffentlichen und Geschäftsmodelle/Projekte zu bewerten. Das Thema E-Commerce hat mich nun vier Jahre geprägt. Das wird sicherlich auch in Zukunft einen großen Anteil an den Kassenzone Themen haben. Wer Zeit und Lust hat, kann mich gerne in unseren Büros in Kiel (Boschstraße 1 im Wissenschaftspark) besuchen. Kaffee, WLAN, Flipper & Carrerabahn (danke an die Ex-Kollegen von Otto) sind auch für Gäste nutzbar.

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Eindrücke vom Startupweekend Hamburg 2011

Montag, 30. Mai 2011 17:25 | Autor:

Seit dem ersten Hamburger Startupweekend 2007 bin ich ein großer Fan dieses Eventkonzeptes. Wir haben auf Kassenzone bereits diverse Artikel zu dem Thema verfasst, die es teilweise auch prominent auf techcrunch.com geschafft haben. Unser Startup Edelbild.de war 2007 zwar kein Dot Com Star, allerdings hat es super viel Spass gemacht daran mitzumachen und viele Leute kennenzulernen. Dank dem Einsatz vieler freiwilliger Helfer hat an diesem Wochenende nach zwei Jahren Pause wieder ein Startupweekend in Hamburg stattgefunden, allerdings hat sich das Konzept deutlich weiterentwickelt. Ich war am Samstag als Mentor eingeladen und konnte mein (hoffentlich) qualifiziertes Feedback zur ein oder anderen Idee loswerden. Außerdem habe ich ein paar B2B Leistungen an http://sgamblr.com/ gespendet. Das war eine der dort bearbeiteten Ideen. Ein paar Highlights aus meiner Sicht:

  • Teilweise internationale Teilnehmer
  • Gefühlt 50% der über 100 Teilnehmer haben selber mit einer Idee gepitcht (2007 waren es mE noch unter 10%)
  • Die Stimmung war großartig – BCHH like
  • Alle die ich getroffen haben, waren sehr ernsthaft bei der Sache

Es wäre schön, wenn das Konzept häufiger stattfindet und es so engagierte Organisatoren wie Yasha & Co. gibt. Einmal im Jahr ist fast schon zu wenig.

Startupweekend Präsentationsraum

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My Zappos Experience

Sonntag, 8. Mai 2011 3:54 | Autor:

Am Montag habe ich das Zappos.com Building in Las Vegas besucht. Sehr interessantes Büro, wahrscheinlich schwierig skalierbar bzw. internationalisierbar, aber es lohnt sich auf jeden Fall mal vorbeizuschauen. Pro Tag werden 4 geführte Touren angeboten. An dieser Stelle geht es aber mal nicht um die Zappos Strategie, sondern um meine persönliche Service Erfahrung anhand dieses Trips. Anbei das Mail Protokoll:

Ich habe 27.04. habe ich eine Mail an tony@zappos.com geschrieben, um einen Interviewtermin zu bekommen & eine Zappos Tour zu machen. Die Antwort am 28.04. von Valerie:

Hello Alexander,

Thank you for contacting Tony with your feedback. Tony receives around 2,000 emails a day! Even though he is in the process of training a herd of diligent dinosaurs  to use a keyboard, it may take a little while to respond. In the meantime, a small team was round-up to lend a helping hand. Tony does take a break from training the dinosaurs to read every email he receives. He did review this email and asked me to respond to you on his behalf so we could get a response to you in a timely manner.

I hope you are enjoying your time in the Bay area. I have never been there but I would love to visit sometime. I wish you all the best with your online strategy and ecommerce blog! I have included the information below for a tour of our headquarters.

Our headquarters are located right next to the airport. Tours take about an hour and are available Mondays through Thursdays, and we have a free Zapposshuttle service that can pick you up from the airport or your hotel and then drop you off afterward. To schedule a tour, feel free to follow this link:

http://tours.zappos.com

I have also forwarded on your information to the proper department. You should be receiving a response soon in regards to meeting with Tony.

If you’d like to learn more about how we manage our culture, customer service, marketing, training, hiring, and business in general, check out the ZapposInsights subscription service:

http://www.zapposinsights.com/

Zappos Insights members have access to “Culture Labs”, videos and much more to learn from us and use in their businesses.

It was wonderful hearing from you today! If you ever have any questions, comments or stones to throw, please email me back directly. I will make sure they are reviewed by Tony and myself during our daily discussions. You are also welcome to contact us at  1-800-927-7671 . We live in Las Vegas so the lights are always on!

Valerie Dickens
Tony’s Team
Zappos.com
http://www.zappos.com


Weitere Mail am gleichen Tag:

Hi Alex,

My name is Liz, and I assist Tony here at Zappos.  We would love to have you visit our office the next time you are in town.  Tony is traveling extensively through this summer, so I cannot guarantee he will be in the office. Which dates are you thinking you would like to come in?

I would suggest a day Monday through Thursday since Fridays tend to be on the quiet side around here. Our tours are Monday – Thursday at 9am, 11am, 1pnm and 3pm. Each tour takes an hour. I look forward to hearing back from you.

Liz Gregersen
Zappos.com, Inc.

Auf Basis dieser Einladung haben wir die Tour gebucht und gefragt wie man von unserem Hotel (Wynn) am besten zum Büro kommt. Die Antwort am gleichen Tag:

I have arranged for the shuttle to arrive at the Wynn at 8:30am PT.  It will be out front of guest check-in/registration (where you would go to find a taxi).

The shuttle will take you to the airport post tour, so you will have plenty of time to get checked in.

Thanks,
Liz Gregersen

Wie besprochen hat uns zur verabredeten Zeit ein Zappos Fuhrparkauto vom Hotel abgeholt und zur einstündigen Zappostour abgeholt.

Diese Art von Service ist mE sehr cool und ich möchte mich für den ca. 200$+ Aufwand (Vollkosten für Zappos) gerne mit diesem kleinen Artikel bedanken. Am Ende gab es noch die zwei Standardbücher (Happiness & Culturebook), einen 20% Gutschein, die Taxifahrt zum Flughafen und nette Abschiedsmails obendrauf. Bei Zappos geht man auch sehr transparent mit Umsatzzahlen um. Anbei die im Eingangsbereich aushängende, tägliche aktualisierte Umsatzinfo.

Zappos Umsatz 27. April

Zappos Umsatz 27. April

 


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airbnb vs. 9flats vs. wimdu – der Akquisewettbewerb

Mittwoch, 20. April 2011 20:54 | Autor:

Ich verbringe gerade ein paar Tage in San Francisco und nutze die Gelegenheit bei diversen Startups, Co-Working Spaces & Inkubatoren vorbeizuschauen, um zu verstehen was hinter dem ganzen Valley Hype steckt. (Nicht viel bisher, wenn man genau hinschaut.).

Vorgestern hat mich der Ausflug zu überaus netten Lisa (Sales &  Business Development bei airbnb.com) geführt. Mich hat interessiert, wie eines der hottest startups des Landes arbeitet und was man vor Ort von den deutschen Klonen 9flats und wimdu hält. Ohne zuviel zu verraten kann ich sagen, dass airbnb vom seinem Ansatz und Produkt ausreichend überzeugt ist, um den neuen Wettbewerbern nicht übermäßig viel Aufmerksamkeit zu schenken.

AirBnB Office

AirBnB Office - Blick in die Küchenecke

Für mich als eingefleischten Online Strategen stellt sich nun die Frage: Reicht für airbnb der fortgesetzte  Fokus auf die Produktentwicklung (=viral growth) aus, um das Spiel zu gewinnen, oder verändert 9flats & Co. den Wettbewerb. Dieser Frage möchte ich in diesem Beitrag nachgehen.

Das short term rental Geschäftsmodell:

Das Geschäftsmodell ist einfach erklärt. Bei airbnb kann man seine Wohnung/Zimmer einstellen, um Kurzzeitmieter zu finden. So lässt sich mit einem gut vermieteten Zimmer mitten in Hamburg die ganze Wohnung refinanzieren. Ist so ein Geschäftsmodell überhaupt attraktiv? Ich prüfe das in der Regel im Rahmen von drei Fragen:

Kann das Geschäftsmodell Geld verdienen?

AirBnB ist ein klassisches Marktplatzmodell, das sein Geld mit einer Transaktionsprämie verdient. Das Modell verdient auf jeden Fall Geld, wenn es groß genug ist – siehe eBay. Die Herausforderung ist es möglichst viel Nachfrage und Angebot auf der Plattform zu aggregieren. Der Nachteil bei dem airbnb Modell ist seine Neigung zum Monopolmarkt. Es wird sich pro Markt wahrscheinlich nur eine Plattform durchsetzen können, ggf. sogar nur eine weltweit, wenn eine sehr internationale Zielgruppe angesprochen wird. Fazit: Am Ende setzt sich wahrscheinlich nur ein Marktplatz durch.

Sind die Kunden zu ökonomisch sinnvollen Kosten zu akquirieren?

Bisher ist airbnb komplett organisch gewachsen. Das lag u.a. auch an der Abwesenheit relevanter Wettbewerber. Bei einem organischem Wachstum sind die Kundenakquisitionskosten natürlich immer gering genug. Durch das Auftreten von Wettbewerb über 9flats und wimdu verändert sich der Markt aber. Es muss intensiv in die Akquisition von Wohnungen investiert werden und zudem wird ein Zugang zu Kunden benötigt. Ein klassisches Henne-Ei Problem also. Die Akquisition von Wohnungen ist gut kalkulierbar: Bei ca. 20min/Wohnung/Callcenteragent bei 30€ Vollkosten/Stunde/Agent = 10€ pro akquirierter Wohnung. Das ist mE die Untergrenze. Bei den Kunden sieht es schon anders aus. Der Reisemarkt ist hart umkämpft, dementsprechend schwierig ist die Akquise per Performancemarketing oder SEO. Auch TV Werbung ist schwierig, weil die Streuverluste extrem sind – viel größer als bei Zalando z.B.. Schuhe braucht man immer – günstige Unterkünfte eher selten. Bleiben also noch Randakquisekanäle wie z.B. Kooperationen mit relevanten Portalen (mitfahrgelegenheit.de, usw.), wobei da die Skalierbarkeit aus VC Sicht begrenzt ist. Fazit: Die Wohnungen lassen sich recht gut akquirieren, die Nutzer müssen aber (zu?) teuer erkauft werden.

Ist das Modell wettbewerbsresistent?

Dazu hatte ich mich bereits kurz bei der ersten Frage geäußert. Das Modell ist extrem simple und daher leicht kopierbar. In neuen Märkten bestehen für airbnBbnur kleine Wettbewerbsvorteile durch die vorhandenen Nutzer, die ggf. Wohnungen in neuen Märkten buchen wollen. Am Ende wird sich der relevanteste (größte) Marktplatz durchsetzen. Ich bin mir nicht sicher, ob das Produkt viel besser werden kann, um ggf. darüber einzigartige USPs zu erreichen. Fazit: Das Modell ist dann wettbewerbsresistent, wenn man bereits der größte Marktplatz ist. In den USA muss sich airbnb daher kaum Sorgen machen. In allen anderen Märkten allerding schon.

Die Wettbewerber:

Website www.airbnb.com www.9flats.com www.wimdu.com
Gründungsdatum 2008 2011 2011
Gründer Nathan, Brian, Joe Stephan Uhrenbacher Rocket Internet
Anzahl Property 44.500 (100+ Länder) 5.000-10.000 k.A. (mE unter 5.000)
Anzahl Nutzer 500.000+ k.A. k.A.
Besonderheit Ursprung des Geschäftsmodells keine keine

AirBnB ist mit Abstand der größte Anbieter in dem Segment. Es wäre auch verwunderlich, wenn das durch die Folger bereits aufgeholt wäre. Ich bin gespannt wie sich die Wettbewerber weiterentwickeln und ggf. Differenzierungsmerkmale aufbauen. Bisher scheint das nur im Bereich der Fokusmärkte der Fall zu sein. Das reicht natürlich langfristig nicht aus.

Wahrscheinliche Szenarien:

Ich halte das Geschäftsmodell durch den nun eintretenden Geschwindigkeitswettbewerb für betriebswirtschaftlich wenig attraktiv. Als Investor wird man erhebliche Geduld haben müssen, bis der Payback eintritt. Dieser wird sich bei steigenden Finanzierungsvolumina stark nach hinten verschieben. Das muss nicht Sorge der teilnehmenden VCs sein, allerdings sinkt damit die Attraktivität für zukünftige Exitpartner. Wenn diese Vermutung zutrifft, könnten sich die Samwers wieder zügig vom Markt verabschieden. Bis dahin werden aber noch einige Millionen aller drei Marktteilnehmer in den Aufbau von weiteren Wohnungen fließen. Spannend wird es dann erst bei der Kundenakquisitionsstrategie. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen AirBnB könnte mit seinem beeindruckenden Produktfokus und der Liebe zum Nutzer das Spiel für sich entscheiden. Bis dahin müssen sie allerdings noch ein paar Wohnungen in Europa sourcen :-) .

Wer jetzt Lust auf das Geschäftsmodell bekommen hat und seine Wohnung noch nicht online gelistet hat, der sollte das dringend testen und ein paar Bilder seiner (aufgräumten) Wohnung bei AirBnB einstellen. Ich bekomme ca. eine Anfrage pro Woche für meine Wohnung in Hamburg. Das finde ich schon recht beeindruckend für die noch recht jungen Internationalisierungsbemühungen Richtung Deutschland. Alternativ kann man seine Wohnung auch bei 9flats einstellen. Der Einstellungsprozess ist (auch optisch) identisch.

Thema: Strategie | Kommentare (2)