Vom Händler zur Plattform – Interview mit Robert Gentz (Zalando)

SchaufensterZalando ist seit Jahren ein ständiger Begleiter der Kassenzone Analysen. Umso mehr hat es mich gefreut, dass Gründer und Vorstand Robert Gentz sich die Zeit genommen hat ein paar Fragen zum Markt und zur Positionierung zu beantworten. Zalando spielt in der Spryker Welt eine sehr wichtige Rolle, weil es eines der Blue Prints für die Argumentation geworden ist, dass sich die Tech- und Plattformsicht in jeder Branche durchsetzen wird. Vor Zalando war der Fashionhandel, zumindest in Deutschland, ein von den Einkaufsabteilungen getriebenes Geschäft. Heute spielt diese nur noch eine nachrangige Rolle. Angefangen hat Zalando aber nicht als Plattform, sondern ursprünglich mal als Shop auf Basis von Tradoria mit der „damals“ klassischen Denke aus dem Performancemarketing: Weiterlesen

99chairs Interview mit Gründer Frank Stegert

Sofa BildIm Möbelbereich wird es online dieses Jahr noch mal spannend. Nach einigen verschenkten E-Commerce Jahren, in denen im Wesentlichen nur die „alten“ Katalogkunden online bedient wurden, gibt es nun unzählige Konzepte die etwas „moderner“ an die Sache rangehen. Westwing ist in Deutschland quasi schon der Opa des inspirativen Möbelverkaufens während Home24 noch eher in der klassischen Ecke unterwegs ist, und ausnutzt, dass sich IKEA, LutzXXL und die Krieger Gruppe im Zeitlupentempo bewegen. Dazu hatte Pierre Haarfeld im vielbeachteten White Paper „Knut bleibt sitzen“ die relevanten Erkenntnisse zusammengetragen. In dieser Woche hatte ich die Gelegenheit Frank Stegert von 99chairs zu seinen Erfahrungen zu befragen. 99chairs ist eine Art moderner Intermediär.  Weiterlesen

GAFA Ökonomie

GAFA-EconomyDas Jahr 2014 habe ich mit dem Artikel „Die Amazon Economy“ bei kassenzone.de begonnen und dieses Thema hat mich und damit die Kassenzone Texte geprägt wie kein anderes. In den letzten Monaten hat sich dieser Gedanke weiterentwickelt und an allen Ecken des Internets stößt man nun auf die Begrifflichkeit Gafa Ökonomie, die mir zum ersten Mal im Interview mit Matthias Schrader („Ohne Plan in die GAFA Ökonomie“) begegnet ist. In Kürze geht es darum, dass die großen Vier des Internets (Google, Amazon, Facebook & Apple) immer mehr Macht akkumulieren, weil sie den Zugang zum Kunden kontrollieren. Das führt zu ganz anderen Regeln beim Aufbau von Geschäften, die mit den Interessen der GAFAs kollidieren. Das Thema halte ich für so grundsätzlich, dass ich diesem gerne den Jahresstart 2016 bei kassenzone.de widme. Ich glaube damit lassen sich auch viele grundsätzliche Diskussionen in unserem Kommentarbereich besser lösen. Was bedeutet eigentlich GAFA Ökonomie? Weiterlesen

Anorganisches Umsatzwachstum

SinusSeitdem Zalando nachgewiesen hat, dass man scheinbar auch profitabel E-Commerce Modelle betreiben kann („Zalando wächst um 740m„), gibt es wieder vermehrt die Diskussion darüber wie man ähnlich erfolgreich sein kann. In meinem Artikel vom September 2014 zur Nachhaltigkeit von Zalando war die große Frage, ob sie es ohne massive Marketinginvestments (insbs. TV) schaffen weiter zu wachsen, oder ob das vermeintliche Kartenhaus wieder zusammenfällt. Bisher haben sie klar bewiesen, dass sie profitabel wachsen können. Sehr cool! Je nach Quelle haben sie bis zum Börsengang einen hohen neunstelligen Betrag („Was kostet Umsatz?„) investiert und nun wird die Frage spannend, was Herausforderer oder ähnliche Konzepte in anderen Branchen investieren müssen. In ein paar Diskussion der letzten Wochen habe ich das folgende Modell vorgeschlagen: Weiterlesen

Kaufen per Whatsapp

chatshopperKurz vor Weihnachten hatte ich noch die Möglichkeit Antonia Ermacora zu interviewen. Sie hat die Plattform chatshopper gegründet, eine Art whatsapp Einkaufsberatung, und im Interview einige Details dazu verraten. Grundsätzlich funktioniert es so, dass sich interessierte Kunden über whatsapp Produkttipps im Bereich Fashion holen können und über chatshopper einkaufen. Es wird also kein Link versendet wie im klassischen Affiliatemodell, sondern direkt über die Plattform konvertiert und die Conversionraten sind bereits beachtlich. Im Interview verrät Antonia ein paar Details dazu warum sie sich auf nur wenige Produktnischen konzentrieren müssen, welche Partner mit chatshopper zusammenarbeiten und warum man keine Angst vor GoButler haben muss, Weiterlesen

Die Schweiz und das Internet

Seniorin

Passend zu diesen Beitrag kommen die Nachrichten, dass in Folge des (E-Commerce) Strukturwandels in Deutschland jedes zehnte stationäre Geschäft (50.000 in Summe) in den nächsten Jahren verschwindet. Außerdem häufen sich die Meldungen zu den Schwierigkeiten Schweizer Händler, die nun irgendwie doch von der Zalando/Amazon Welle betroffen zu sein scheinen. Ich wiederum frage mich, was die verbleibenden neun von zehn Geschäften neben Amazon & Co. noch sinnvoll verkaufen können und warum die Marktbereinigung in der Schweiz nicht schon früher stattgefunden hat. Wenn man sich ein wenig zum Schweizer Markt umhört, erfährt man von einer gewissen Entkoppelung, die durch die Verwendung einer eigenen Währung und der restriktiven Zoll Gesetze zustande kommt. Der Schweizer wird somit künstlich gezwungen für identische Produkte & Leistungen einen deutlichen Aufschlag im Vergleich zu seinen (meist deutschen) Nachbarn zu zahlen. Das führt zu sehr skurrilen Szenen, z.B. in Konstanz, wo der stationäre Einkauf an bestimmten Wochentagen durch die vielen Schweizer Einkaufstouristen erschwert wird. Weiterlesen

Ohne Plan in der GAFA Ökonomie

Vratlosor einigen Wochen habe ich mich im eye2eye Interview zusammen mit Olaf Kolbrück und Dwight Cribb zum Thema digitale Transformation ausgetauscht. Dwight vertritt darin u.a. die These, dass man mit der Integration von Chief Digital Officers in Führungsstrukturen alter Organisationen sinnvolle Impulse für die Digitalisierung setzen kann. Das könnte z.B. der Aufbau von Digitalunits sein oder Investitionen in Startups. In Summe geht es im Gespräch darum, wie eine sinnvolle Roadmap für die Digitalisierung aussehen kann. Ich vertrete in dem Gespräch die These, dass eine Schritt für Schritt Digitalisierung nicht funktionieren wird und dass Unternehmen mit wenig konkreten USPs in der Gafa Ökonomie nicht überleben können. Dann sollten sie lieber analog bleiben und langsam sterben ihre Ausrichtung kritisch prüfen. Weiterlesen

MyDealz – Fluch oder Segen für den Handel?

Aktion! Button, IconBis zur K5 Konferenz in diesem Jahr in München dachte ich noch, dass MyDealz a) ein große Dealseite mit täglichen Preisfehlermeldungen ist und b) das dahinter ggf. ein paar hundert Leute als Community stehen. Der MyDealz Gründer Fabian Spielberger konnte diese Sicht in einem Vortrag bei der K5 sehr deutlich zurechtrücken. Zum einen sprechen die Zahlen mit über 500 Millionen Page Impressions pro Monat (komplettes Pepper Netzwerk) eine sehr deutliche Sprache. Hinter Amazon, ebay, Zalando und idealo.de ist mydealz nun die am häufigsten aufgerufene E-Commerce Seite in Deutschland. Zum anderen hat sich bei der K5 ein gestandener E-Commerce Manager beim Dinner als Superuser geoutet, der tausende Kommentare bei mydealz geschrieben und hunderte Deals eingestellt hat. Nix also mit kleiner Nischenseite von ein paar Freaks. Weiterlesen

DCD & Code.Talks Commerce 2016

Surprised man pointing with finger at someone, somethingWenn sich das Amazonmonopol nur ansatzweise so weiterentwickelt wie es sich in 2015 schon angedeutet hat und dadurch noch mehr Unternehmen ihre Rettung im Upgrade ihrer Technologielandschaft suchen (müssen), dann wird es sicherlich mehr als unterhaltsam auf unseren beiden Spezialkonferenzen in Hamburg & Berlin im April 2016. Weiterlesen

Knut rechnet nach

Cover-BilderIn diesem Jahr gab es über Kassenzone einige White Paper und mit dem E-Commerce Buch nun auch ein „richtiges“ Buch zum Thema E-Commerce. Die meisten dieser Paper haben ihren Ursprung schon in 2014 und pünktlich zu Weihnachten ist es an der Zeit nachzurechnen, ob sich diese ganze Arbeit gelohnt hat. Angefangen hat übrigens meine Karriere als „White Paper Verleger“ mit der fast drei Jahre alten Slidesammlung zum Online Möbelhandel 2013. Diese wurde bei Slideshare ca. 9.000x angeklickt. In 2014 habe ich dann mit Holger Schneider das erste richtige White Paper erstellt und unter dem Namen „Evil Commerce“ online gebracht. Es wurde ca. 2.000-4.000x runtergeladen (.pdf). Den Erfolg der Paper würde ich übrigens nicht zwingend in Downloads berechnen, sondern in Anfragen für eTribes & Spryker. Wie hoch dieser Umsatzeffekt pro Studie ist, lässt sich nicht seriös nachvollziehen, aber in Summe dürfte der Effekt allein in 2015 ausreichen, um ein (großes) Team an White Paper Redakteuren zu rechtfertigen. Weiterlesen