Wann sind wir endlich für M-Commerce bereit?

Sonntag, 1. August 2010 20:30 | Autor: Florian Hermsdorf

Erst kürzlich wurde in der umfangreichen Mobile-Studie GO SMART 2012 erneut die zunehmende Relevanz des Mobile Internets attestiert:

“Momentan nutzen 11 Prozent der Deutschen ein Smartphone, das entspricht rund 9 Millionen deutschen Smartphone-Besitzern. 23 Prozent, also fast 2 Millionen von ihnen, surfen damit bereits täglich mobil im Internet.”

Bis 2012 soll sich die Nutzerzahl noch einmal verdoppeln und zudem wird die Nutzungsintensität zunehmen. Bei pessimistischer Schätzung kann man also in knapp 2 Jahren mit 4 – 6 Mio. mobiler Intensivnutzer rechnen.

Man müsste meinen, dass dies genug Gründe sind um sich aus Handels-Sicht mindestens mit M-Commerce auseinander zu setzen. Umso erstaunlicher ist es, dass dieses Feld von den meisten Unternehmen noch immer kaum Beachtung findet. Seit der letzten umfangreicheren Analyse des deutschen M-Commerce Marktes (Das deutsche M-Commerce-Desaster: Wo bleiben die Mobile-Shops?) hat sich kaum etwas verändert.

Dabei gibt es bereits einige interessante und erfolgreiche M-Commerce Ansätze. So hat Vente Privée erst gerade von 500.000 Euro Umsatz über die gerade gelaunchte iPhone App berichtet, auch wenn sie noch einige Schwächen aufweist. Amazon gab bekannt, dass mittlerweile 1 Mrd. Dollar Nachfrage mobil generiert wird.

Was derzeit den meisten M-Commerce Ansätzen noch fehlt sind echte Mehrwerte ggü. den bestehenden Aktivitäten. Denn die wirklichen Vorteile ergeben sich erst durch eine sinnvolle Vernetzung der unterschiedlichen Kanäle oder der Nutzer / Kunden.

Im ersten Schritt ist jedoch zu empfehlen erst einmal das bestehende Angebot (insb. Services) mobil verfügbar zu machen. Ob dies via Mobile App oder mobiler Website erfolgt ist vom konkreten Anwendungsszenario abhängig.

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Sind Apps nur eine Modeerscheinung?

Freitag, 30. Juli 2010 14:22 | Autor: Alexander Graf

Diese interessante Frage versucht Joachim Graf gerade auf DS zu beantworten:

Letztlich kann man natürlich nicht gegen eine Religion an-argumentieren. Gegen Menschen, für die es cool ist, für nutzlose Anwendungen zu bezahlen (ja ich weiß: für nützliche Anwendungen auch). Und die dann auch noch mit der Coolness argumentieren. Ich weiß, wovon ich spreche: Ich habe solche Menschen in der Familie. Aber für alle anderen von uns, für uns Unapflige, entspricht das nicht dem Lebensalltag. Schon seit Monaten schwimmt iBusiness gegen den Meinungsstrom (”Schnell reich und berühmt werden in der Appconomy”). Mein vorsichtiger Einwand. Leider wird es das nicht geben. Genauso wenig, wie ein Strohfeuer warm macht.

Zusammengefasst sagt er Folgendes:

  • Anwendungen deren Inhalt ohne weiteres auch auf Websites, ggf. dank HTML5, dargestellt werden können, benötigt niemand
  • Der App Markt aufgrund der wachsenden Anzahl von Betriebssystemen und Ausgabegeräten sehr komplex – die Betreuung von Apps (Updates, Anpassungen….) wird zunehmend teurer
  • HTML5 kann zunehmend die Dinge abbilden die bisher nur im nativen Umfeld funktioniert haben
  • Apps sind eher eine Modeerscheinung, weil es irgendwie cool ist solche (ggf. sinnlosen) Dinge zu haben

Insgesamt stimme ich Joachim zu. Der Markt wird gerade sehr gehyped und es schießen unzählige App-Agenturen aus dem Boden. Eine Konsolidierung des Marktes werden wir aber so schnell nicht sehen. Dafür ist mE noch zu viel Hype Potential vorhanden. Allerdings gibt es Anwendungen die stark auf die nativen Eigenschaften eines mobilen Gerätes angewiesen sind und deshalb zu Recht gehyped werden und auch mittelfristig keinen Ersatz in optimierten HTML5 Websites finden werden. Dazu gehören z.B. aufwändige Spiele. Die APP zur Taxibestellung wird es sicher bald als “normale” Website geben. Vielleicht wird es mit den nächsten Browsern bei Android & Co. etwas einfacher den “Favoritenlink” auf den Startbildschirm zu speichern. Dann könnten viele Apps schon einpacken.

Als Minientscheidungsmatrix stellt sich das aus meiner Sicht wie folgt dar:

App Entscheidungsbaum

Brauche ich eine App?

Ich bin gespannt, wie sich dieser Markt weiter entwickelt und was HTML5 wirklich bringt. Auf jeden Fall werden HTC und Apple dieser Entwicklung mit neuen nativen Eigenschaften der Telefone entgegensteuern. Gut für die User.

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Impulskauf vs. Personalisierung (Beispiel Groupon)

Donnerstag, 29. Juli 2010 9:34 | Autor: Alexander Graf

Vor ca. einem Jahr hatten wir den CEO von Vente Privée zum Club Shopping Geschäftsmodell interviewt. In einer Frage ging es um das Thema Personalisierung von Newslettern. Meine These war, dass die steigende Anzahl von Club Shopping Anbietern und die zunehmende Frequenz der Newsletter zu einer sinkenden Conversion führt, weil die Leute einfach keine Lust und Zeit mehr haben so viele Newsletter zu lesen. Ich hätte als nächsten Schritt eine Newsletter-Personalisierung erwartet (z.B. nur Sport & Küche Aktionen…).

Granjon hatte daraufhin geantwortet, dass sie 1) immer noch eine steigende Conversion bei den Newslettern beobachten können (mehr Aktionen pro Newsletter = mehr Umsatz) und 2) eine Personalisierung das Impulsshoppingmodell konterkariert. Wenn ich z.B. nur Sportaktionen bekommen möchte, sinkt meine Impulskaufwahrscheinlichkeit für z.B. eine Kaffeemaschine auf fast Null. Das ist nachvollziehbar und stimmt wahrscheinlich für die meisten Nutzer, die begeistert die Newsletter lesen. Ich empfange mittlerweile keinen dieser Newsletter mehr.

Wichtig: Das Impulskaufargument von Granjon hat für mich Gewicht. Diese Art von Geschäftsmodell zeichnet aus, dass die Kunden ohne konkretes Kaufinteresse bzw. Produktbedarf auf die Plattform kommen und dann trotzdem etwas kaufen. Der Echtzeit-Impuls ist also überlebenswichtig für das Geschäftsmodell.

Umso interessanter finde ich die Meldung von Techcrunch, das die Personalisierung von Groupon Newslettern/Deals verkündegt. Damit ist es nun möglich dem Nutzer individuelle Deals zukommen zu lassen und z.B. nur mit Restaurantgutscheinen zu versorgen, wenn er vorher als Interesse “Essen” eingegeben hat. Außerdem könnte nun mehr als ein Deal (+ Sidedeal) pro Stadt vermarktet werden. Das ist natürlich ein nachvollziehbarer Schritt, wenn Groupon wie vermutet mehrere hundert Deals in der Warteschleife bei großen Städten hat. Groupon CEO Mason sieht darin einen Wettbewerbsvorteil:

CEO Andrew Mason says that one reason why there are so many Groupon clones is that the site simply hasn’t been able to accommodate all of the businesses looking to serve up a local deal, leading the businesses to turn a competitor. Deal personalization changes this, because Groupon can now distribute multiple deals in the same city on a given day. Where Groupon was previously limited to one deal (and maybe a second so-called “side deal”) per day, it can now offer as many deals as it has eager businesses.

So sieht Groupon also die zweite Evolutionsstufe seines Geschäftsmodells. Mir fallen bei einer linear fortgeschriebenen Entwicklung noch ein paar weitere Stufen ein. Im Gegensatz zu Mason betrachte ich diese Entwicklung aber eher als kritisch. Folgende Punkte fallen mir dazu ein.

  • Die Personalisierung ist gem. Zitat maßgeblich über eine bessere Monetarisierung des Dealpotentials und des Traffics auf der Website getrieben. Das Nutzererlebnis kommt erst an zweiter Stelle, auch wenn es hier kommunikativ in den Vordergrund gestellt wird.
  • Der Impulscharakter der Plattform wird maßgeblich geschwächt. Es ist vollkommen unklar wie dieses Konzept auf neue Nutzer wirkt, wenn sie die Plattform zum ersten Mal besuchen und 10 Deals finden. Das sieht dann eher so aus wie eine spammige Gutscheinseite.
  • Es wirkt aus meiner Sicht nicht wettbewerbsdifferenzierend. Jeder Klon mit ausreichend “Dealflow” kann das Konzept ohne weiteres nachbauen.
  • Bestehende Nutzer werden diesen Schritt ggf. begrüßen (siehe TC Kommentare), aber diese denken aus einer eher isolierten Perspektive und wollen nun mal einfach einen geringen Aufwand zur Dealsuche. Diese Perspektive ist mE aus Groupon Sicht falsch.
  • Ein USP zur Händlerakquise geht verloren. Während man im “One Deal a Day” Konstrukt den Anbietern von Deals noch tolle Brandingaspekte (“x Millionen Nutzer lesen über dein Restaurant”) verkaufen konnte, geht das im neuen Groupon-Shop Konstrukt etwas unter.

Was meint ihr?

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Ein schönes Bild

Montag, 26. Juli 2010 22:18 | Autor: Alexander Graf

Als alter Kieler muss ich dieses Event einfach bewerben. Außerdem ist das Bild nur 10 Gehminuten von meiner Haustür entfernt aufgenommen. Gute Unterkünfte und Ferienwohnungen findet man in Kiel direkt an der Ostsee z.B. in Strande. Ca. 45min bis zum Barcamp.

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Es sind nur noch ca. 20 Plätze verfügbar. Es lohnt sich bestimmt.

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Wie ticken Gründer? – Umfrage

Donnerstag, 22. Juli 2010 22:59 | Autor: Alexander Graf

Hiermit rufe ich zur breiten Unterstützung von Jannes Fragebogen auf. Er untersucht für seine Bachelorarbeit die Eigenschaften von Gründern. Wenn etwas interessantes dabei rauskommt, werden die Ergebnisse hier natürlich auch gepostet.

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1. Lassen Sie sich bei der Entscheidungsfindung durch die Meinung anderer leicht beeinflussen?……

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