Microservices & Einradfahren

Figur auf Einrad balancierend auf DrahtseilDie erste code.talks Konferenz diese Woche in Berlin hatte diverse Panel zum Thema Microservices im Programm. Nachdem der unsägliche NoSQL-Hype vor ca. zwei Jahren seinen Höhepunkt erreicht hatte “Warum machst du das denn noch mit relationalen Datenbanken?”, hat sich das Thema Microservices bei den Diskussionen um Backend-technologien ganz nach vorne geschoben. Die Frontendler haben dazu noch zusätzlich mit React, Node & Co. ein ganz eigenes Spielchen entwickelt, das scheinbar niemand mehr durchschaut. Seit nun fast zwei Jahren Spryker habe ich das Vergnügen diese technischen Diskussionen live verfolgen zu können. In meiner Zeit bei Otto gab es noch ein ganz klar definiertes technisches Feindbild, das sogenannte Host System, bzw. die AS400 Maschinen, die bei allen großen Händlern im Einsatz waren. Nicht wartbar, uralt, mega Codespaghetti, alles hing davon ab usw… Wenn die erst mal weg wären, dann wird alles gut – wurde mir gesagt. Auf der anderen Seite waren die Business Kasper, zu denen ich auch gehöre, für die Technologie nur Mittel zum Zweck war. Aus meiner damaligen Sicht waren die Leute in der IT die harten Arbeiter, ganz pragmatische Denker, nur dem System verpflichtet und immer mit dem Ziel eine hohe Wartungsfähigkeit zu erreichen. Bei den Businessleuten gab und gibt es die, die sich mit aus meiner Sicht unsinnigen Strategien beschäftigt haben und irgendeinen Quarck von Omnichannel, Multikanal, Zielgruppenshops & Co. gefaselt haben. Diese Strategien waren in den letzten acht Jahren Kassenzone immer mein erklärter Endgegener, sie zu widerlegen und neue Ansätze aufzuzeigen, das war mein Ziel. Weiterlesen

Shopsysteme & mehr bei der Code.Talks Commerce am 19. & 20. April in Berlin

CodeNachdem die große Code.Talks Konferenz in Hamburg sehr viel Anklang in der Entwicklerszene gesorgt hat, startet in diesem Jahr das erste Spezialformat der Code.Talks in Berlin (19./20. April) zum Thema Commerce. Zwar sind die meisten Vorträge an Entwickler gerichtet, aber ein wenig Basis Know How in dem Bereich schadet auch vielen Entscheidern nicht – insbesondere dann, wenn ihre Unternehmen technisch führend sein/werden sollen. So viele Gründer, Geschäftsführer und Chefentwickler von großen Shops und Shopsystemen waren weltweit mE noch nie an einem Ort versammelt. Entsprechend intensiv wird die Konferenz, wenn die einzelnen Entwicklungsdogmen auf der Bühne diskutiert werden. Weiterlesen

Das beste Shopsystem 2016 | endgame fallacy

oryx-sprykerVor vier Jahren habe ich meine erste Einschätzung zum Status Quo der Shopsysteme gegeben und vor zwei Jahren folgte dann ein Update, das Shopware als ganz klaren Gewinner im KMU Segment aufgezeigt hat. Das Update “Das beste Shopsystem 2014 – Anspruch und Wirklichkeit” wurde weit über 100.000x aufgerufen und nach nun zwei weiteren Jahren ist es an der Zeit für ein Update des Updates. “Damals” 2014 war ich selbst noch nicht aktiv im Shopsystem Markt und der Fokus lag bei Systemen für kleinere und mittlere Unternehmen. Mittlerweile habe ich fast zwei Jahre Erfahrungen als Gründer von Spryker gesammelt und kann die Leitfragen auf den Markt für Enterprise Kunden übertragen. Bevor ich aber damit anfange, schauen wir noch mal kurz auf die Erkenntnisse des alten Artikels und überprüfen, ob die Aussagen noch aktuell sind.
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heypaula Interview | Serviceprovider zwischen Plattformen und Marken

heypaula-modellPünktlich zum Start der Seedmatch Kampagne von heypaula war Gründer und Geschäftsführer Marcel Brindöpke heute bei Kassenzone.de  zu Gast. Heypaula passt perfekt zu den letzten Kassenzone Artikeln, weil das Geschäftsmodell die Gegebenheiten der GAFA Ökonomie ausnutzt und außerdem erklärt wo die technischen und betriebswirtschaftlichen Limitationen von großen Plattformen wie Zalando (Interview mit Robert Gentz) heute und in Zukunft noch liegen. Jochen Krisch beschreibt heypaula als eine Art Zwischenhändler der zwischen Premiummarken und Markplätzen vermittelt. Ich finde, dass das Team aus dem Mangel an E-Commerce Kompetenz bei den Markenhersteller ein sehr solides Geschäftsmodell entwickelt hat. Weiterlesen

Vom Händler zur Plattform – Interview mit Robert Gentz (Zalando)

SchaufensterZalando ist seit Jahren ein ständiger Begleiter der Kassenzone Analysen. Umso mehr hat es mich gefreut, dass Gründer und Vorstand Robert Gentz sich die Zeit genommen hat ein paar Fragen zum Markt und zur Positionierung zu beantworten. Zalando spielt in der Spryker Welt eine sehr wichtige Rolle, weil es eines der Blue Prints für die Argumentation geworden ist, dass sich die Tech- und Plattformsicht in jeder Branche durchsetzen wird. Vor Zalando war der Fashionhandel, zumindest in Deutschland, ein von den Einkaufsabteilungen getriebenes Geschäft. Heute spielt diese nur noch eine nachrangige Rolle. Angefangen hat Zalando aber nicht als Plattform, sondern ursprünglich mal als Shop auf Basis von Tradoria mit der „damals“ klassischen Denke aus dem Performancemarketing: Weiterlesen

Wie teuer ist (sehr) gutes Onlinemarketing? Alpar & Heinemann

Kosten Marketing AnalyseAuf der diesjährigen DMEXCO gab es zum ersten Mal live Interviews für und von Kassenzone.de. Passend zur Messe, die scheinbar ihr infrastrukturelles Limit weit überschritten hat, konnte ich die beiden Onlinemarketing Legenden Florian Heinemann (Project A Ventures) und Andre Alpar (AKM3) für ein Interview gewinnen. Beide habe ich zum Status Quo der Onlinemarketing Szene befragt und sie haben meines Erachtens spannende Antworten geliefert. Florian hat vorgerechnet, dass man alleine für eine gute Onlinemarketing Infrastruktur (Personal, Lizenzen, IT…) pro Jahr gut 300.000€ oder mehr investieren muss. Das dürfte sich dann auch nur für Unternehmen lohnen, die im mindestens im hohen siebenstelligen Bereich Ad Spendings haben, um solche Kosten überhaupt durch eine bessere Performance wieder reinzuholen. Andre hat der „SEO ist tot“ These widersprochen und gezeigt, dass sich das Niveau nur deutlich verschoben hat. Weiterlesen

Kundenbindung bei kleinen Shops

LieblingVor einem Jahr habe ich den Artikel zum Thema „Fokus Bestandskunde: Retentionsysteme“ geschrieben und darüber nachgedacht, ob CRM/Retentionsysteme für kleinere Shops überhaupt Sinn machen. Wenn nur ein paar tausend Bestellungen im Shop ankommen, sollte man sich dann intensiv mit der Gestaltung von Newslettern und der Personalisierung von Gutscheinen für Bestandskunden auseinandersetzen. Im Rahmen dieses Beitrages hat der Softwareanbieter KRYD angeboten entsprechenden Interessenten sein Tool kostengünstig zur Verfügung zu stellen, wenn diese dafür ihre Erfahrungen damit offenlegen. Ein Jahr später ist es nun soweit. Im Rahmen der K5 Konferenz von Jochen Krisch hat mir der Gründer und Geschäftsführer von Lieblingstasche.de, Sven Wiechert, ein Interview zu seinen Erfahrungen gegeben. Lieblingstasche.de ist ein Onlineshop mit Fokus auf Umhängetaschen und Handtaschen. Weiterlesen

ONGR, Commercetools, Wombat & Spryker im Vergleich & Kassenzone Spezial auf der DMEXCO

e-commerce-frameworks-eaas-shopanbieterPeter Höschl (shopanbieter.de) hat zusammen mit der Agentur Cyberday ein sehr lesenswertes Paper rund um die neuen Technologien im E-Commerce geschrieben, die in den letzten 12 Monaten von sich reden gemacht haben. Nachdem ich von verschiedenen Seiten nur Positives über die Darstellung gehört habe („Das hat mir sehr geholfen den Ansatz von Spryker zu verstehen“), möchte ich gerne das Paper als Vorbereitung auf den Shoptechtalk diese Woche bei der K5 Konferenz und natürlich für die DMEXCO sehr empfehlen. Im Paper heißt es: Weiterlesen

Die lange Geschichte von der Auswahl eines PIM-Systems

StrichcodeVorwort Alexander Graf: Im Rahmen diverser Shopprojekte hatten wir in den letzten Jahren auch immer wieder mal das Vergnügen Herstellern bei der Auswahl und Einführung von PIM Systemen zu unterstützen, um die Produktdaten im Unternehmen beherrschbar zu machen. Meistens werden die Daten “heute” sehr chaotisch und vor allem dezentral gespeichert. In Zeiten halbjährlicher Prospektupdates war das vielleicht ok. Unser eTribes Junior Partner Henning Henningsen hat einige dieser Projekte begleitet und schreibt hier seine Erfahrungen auf, die sich ein wenig Anlehnen an die Auswahl des “besten” Shopsystems.

Online-Shop, Mobile-Shop, Social Media, Amazon, Google… die Liste an Abnehmern von Produktinformationen ist lang und in den letzten Jahren stetig gewachsen. Die Interaktion des Kunden mit den einzelnen Touchpoints und Herstellermarken ist komplexer geworden.

Hat man zur Verwaltung seiner Produktinformationen lange auf die bewährten Formate wie Excel, Access oder Word gesetzt, so wird bei genauem Hinsehen schnell deutlich, dass das Zusammentragen von Informationen aus unterschiedlichen Datenquellen und Formaten eine herausfordernde Aufgabe ist. Über die Konsistenz der Informationen ganz zu schweigen. Mir ist kaum ein Händler bekannt der sich nicht über die „grauenhafte“ Qualität der Produktinformation von Herstellern beschweren würde. Von der Lieferfähigkeit der Daten innerhalb akzeptabler Fristen mal ganz abgesehen. Weiterlesen

333 Tage Spryker

Spryker-AntilopeVor fast einem Jahr haben Nils Seebach und ich im Rahmen der K5 Konferenz 2014 zum ersten Mal über Spryker geredet. Damals hieß das Projekt noch Cryllo und hatte noch nicht einmal eine eigene Gesellschaft, sondern war in einem Stadium in dem wir die Nachfrage für das Produkt getestet haben. 333 Tage nach dem Softlaunch auf der K5 und kurz vor der nächsten K5 in ein paar Wochen ist es an der Zeit für ein Zwischenfazit. Was haben wir gelernt? Im November habe ich hier auf Kassenzone bereits darüber geschrieben, warum wir an das Produkt glauben und vor allem warum wir es jetzt auf den Markt bringen und es so etwas vor fünf Jahren noch nicht gab und sich auch nicht hätte etablieren können. Der Beitrag beginnt mit einem Zitat von unserem CTO Fabian, der in dutzenden E-Commerce Projekten bei Rocket Internet und Projekt A Ventures seine ganz eigene Sicht auf “Online Shop Software” entwickeln konnte. Weiterlesen