Amazon 2016 [reißerischen Titel nach Wahl einsetzen]

MeerschweinZahlen wie aus einer anderen Welt. Zumindest sieht der Geschäftsbericht von Amazon auf den ersten Blick so aus. 27% Wachstum und 136 Mrd. erreichter Umsatz sind zu außergewöhnlich für alle Unternehmen die sich bisher mit Amazon verglichen haben und der tatsächliche GMV dürfte eher im Bereich 200-250 Mrd. liegen, wie die Detailanalyse später im Text verrät. Das Unternehmen wächst in Bereiche vor die vor ein paar Jahren noch nicht im Fokus standen und es kann bei Bedarf auch Geld verdienen, wie die jüngsten Zahlen beweisen. Das sind keine guten Zeiten für den Handel („Welcher Handel?“) und auch die meisten Markenhersteller sind mittlerweile auf der Suche nach neuen Strategien. Dazu mehr in Abschnitt #3. Dieser Beitrag ist mal wieder etwas länger und zur besseren Lesbarkeit habe ich ihn in vier Abschnitte unterteilt. Zuerst schaue ich auf die aktuelle Berichterstattung und danach geht es in die Details des Geschäftsberichts. Zum Abschluss gibt es eine kleine „Was nun“ Prognose und natürlich Antworten zu den Fragen aus dem Kassenzone Whatsapp Kanal. Weiterlesen

Knut im Stau: Amazon vs. Mercedes vs. Volkswagen usw.

Knut-Stau CoverDie bekannten KNUT Studien werden in 2017 mit neuer Energie fortgesetzt, und „Knut im Stau“ macht den Anfang. In der letzten Knut Ausgabe ging es vor allem um diverse Amazon Strategien und Konzepte. In der aktuellen Ausgabe dreht sich alles um den Bereich Automotive und die Frage was die Automobilindustrie von Amazon & Co. zu befürchten hat. Ich höre und lese auch in dieser Branche die üblichen Märchen in denen das bisher geleistete als ultimativer Maßstab beschrieben wird, an dem sich Amazon & vor allem Tesla ja wohl zu messen hätten. Viel falscher kann man die eigene Lage gar nicht einschätzen. Auf der einen Seite bauen Hardware Ingenieure sicherlich gute Produkte. Auf der anderen Seite konzentrieren sich Software Ingenieure darauf um moderne Sensoren herum eine „automobile Dienstleistung“ zu entwickeln, die es so nur in einer Plattformökonomie geben kann. Genau darüber klärt die Knut Studie auf. Die klassische Herangehensweise ist einfach falsch. Weiterlesen

Das Einmaleins der Plattformökonomie

1x1Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich mich schon einmal an dem Thema GAFA Ökonomie versucht. Bewusst oder unbewusst haben sich die Gedanken dazu allerdings weiterentwickelt und in kaum einem Gespräch komme ich ohne den Hinweis auf die veränderten Regeln dieser neuen Ökonomie aus, die ich nun bewusst Plattformökonomie nenne, weil Google, Amazon, Facebook und Apple nur die bekanntesten Beispiele dieser „Wirtschaft“ sind. Aufgrund meines Artikels zur Butlers Insolvenz („Butlers: Was können Depot, Christ, P&C und Co. daraus lernen?“), durfte ich im WDR5 Podcast ein paar Minuten die grundlegenden Fragen zu dem Thema beantworten. Im neuen Kassenzone.de Whatsapp Kanal wurden auch über 20 Fragen zu dem Thema gestellt und vielleicht schafft es dieser Beitrag ein paar Denkpfeiler zu etablieren, die dabei helfen den Markt besser zu verstehen. Weiterlesen

Butlers: Was können Depot, Christ, P&C und Co. daraus lernen?

Vintage tea kettleEs ist schon einige Jahre her, dass Butlers auf kassenzone.de erwähnt wurde. Vor mittlerweile vier Jahren hatte ich im Beitrag „Das letzte Zucken“  beschrieben, warum der klassische stationäre Handel in der digitalen Welt aus meiner Sicht chancenlos ist. Butlers war in diesem Artikel sogar noch ein Positivbeispiel, weil das Unternehmen selbst als Hersteller aufgetreten ist bzw. bei den angebotenen Produkten nicht in einem transparenten Preiswettbewerb war. „Bei vertikal integrierten Händlern wie z. B. Butlers scheint sich aber durchaus ein sinnvolles stationäres Szenario zu etablieren, das auch in Zeiten des Online-Handels überleben kann.“ Die diversen Butlers Multichannelkonzepte (Videoshopping usw.) habe ich in den letzten Jahren bewusst ignoriert, weil mich das ehrlich gesagt nicht angesprochen hatte und ich selbst nicht nachvollziehen konnte wie dadurch die Handelsprobleme gelöst werden sollten. Weiterlesen

Gewinner & Verlierer 2017

Erstaunte KatzeAn Scott Galloway scheiden sich oft die Geister, aber er ist sich nie zu schade seine Thesen zur Marktentwicklung zu veröffentlichen. Im letzten Jahr hat ihm das im Rahmen seines DLD Vortrages zurecht etwas Schelte eingebracht (siehe Meedia.de), aber zwischen den Zeilen stecken oft spannende Hinweise. In diesem Jahr durfte er wieder beim DLD auftreten und hat sich dort mit seinem Standardvortrag „Winners a Loosers“ den gängigen Plattformen gewidmet und erklärt, warum Amazon aus seiner Sicht noch viel stärker wird in 2017. Ganz nebenbei erklärt er auch, warum Snapchat verlieren wird und wework mit Phantasiepreisen bewertet ist (400.000$ pro Nutzer).  Weiterlesen

Pure Play vs. Omnichannel

Ja ja, jetzt teilt Alex wieder gegen den Omnichannel Handel aus. Immer so pauschal und wenig differenzierend, dabei gibt es doch noch so so viel Hoffnung. Das macht er doch nur, um Spryker zu promoten.“ Ich würde sehr gerne mal über erfolgreiche Omni- und Multichanncel Modelle schreiben, aber davon gibt es nicht sehr viele, egal, mit welcher Software sie umgesetzt wurden. Meine Große Hoffnung liegt nun auf Breuninger, die in dem Bereich scheinbar einen sehr guten Job machen und für ihre Kunden sinnvolle Lösungen anbieten können. Näheres finde ich am 16.02. heraus, vor Ort in Stuttgart beim Tomorrow Ländle. Das ist eine sehr coolen Eventreihe, die von Breuninger in Leben gerufen wurde. Im letzten Jahr habe ich einen Artikel über drei Multichannel Geschäftsmodelle geschrieben („Aber bei Williams-Sonoma und Nordstrom geht es doch auch?!„), die immer wieder als Erfolgscases genannt werden. In Wahrheit zerbrechen diese Unternehmen gerade an der gewählten Strategie die Kanäle hart zu verdrahten, ohne sich genau anzuschauen was für Kunden in Zukunft relevant sein könnte. („Handel 2025, welcher Handel„). Nun treffen täglich neue Meldungen über verfehlte „Departmentstore + schlechter Onlineshop“ Konzepte ein, die zumindest zu denken geben. Weiterlesen

Wir stehen ohne Wenn und Aber zum dreistufigen Vertriebsweg!

waschbeckenFrohes Neues Jahr allerseits! Den Satz “ Wir stehen zum dreistufigen Vertriebsweg“ hört man sehr oft in der mittelständischen geprägten Handwerksbranche, aber es ist sehr selten, dass jemand mit diesem Satz seine LKWs verziert. (Fotobeweis). Dieser Vertriebsweg ist es, der im ersten Schritt durch die Effekte der Digitalisierung nicht mehr durchhaltbar ist und das zeigt sich sehr deutlich in den Diskussionen zwischen klassisch aufgestelltem Handwerk und Onlinehandel. Ein Streitgespräch zwischen dem König der Sanitäronlinehändler (Bernd Reuter) und einem traditionellen Handwerksbetrieb in der RP Online („Sie tun so als wären Handwerker Trottel„) nimmt sich Lennart Paul zum Anlass in seinem Blog die Aussagen zu hinterfragen („The Great Denial„). Erneut ein B2B Lesetipp, nachdem Lennart beim Thema Procato schon sehr wichtige Zusammenhänge aufgedeckt hat. Die Diskussion ist nicht so einfach in schwarz/weiss zu unterteilen wie es die Titel versprechen.  Weiterlesen

Handel 2025: Welcher Handel?

HellseherDas Jahr neigt sich dem Ende zu, und da ist es wie immer an der Zeit die Glaskugel rauszuholen. Was passiert mit den vielen Händlern & Marken in den nächsten Jahren. Was ist das große nächste Ding nach Amazon SEO und TMALL? Wo kann man in Zukunft im Handel noch Geld verdienen? Es gibt zu dieser Frage leider sehr wenige Denkanstöße. Jochen Krisch spielt zurzeit mit einem Modell herum, dass vier mögliche Stoßrichtungen zeigt (Plattform, Marktplatz, Erlebnis, Vertikalisierung). Die Einführung von Amazon Echo und weitere „screenfreie“ Devices machen die Prognose allerdings zunehmend schwieriger. Leider finde ich in den meisten aktuellen Handelstrategieunterlagen noch immer sehr oft das Thema Omnichannel, der Rettungsanker der Kutschfahrer. Wenn sich das Übelkeitsgefühl gelegt hat, frage ich mich ob die Autoren oder die Leser der Studien wirklich an diesen Rettungsanker glauben. Es scheint so zu sein, dass viele Entscheider nicht nur auf der falschen Seite der Gleise wohnen, sondern mangels Alternative bewusst in die falsche Richtung laufen (wollen). Weiterlesen

Amazon zerstört die Kassenzone

Alte KasseSorry, diesen Titel konnte ich mir leider nicht verkneifen. Die Berichterstattung zum kassenfreien Demostore in Seattle diese Woche konnte man ja nicht überlesen. Es war ja fast so, als hätte Amazon beschlossen weltweit in den stationären Lebensmittelhandel einzusteigen und nun jeder die Auswirkungen dazu kommentieren musste. Wirklich alle… Zeitungen, Radio, Fernsehen, Blogs. Jetzt muss ich mir wieder überall anhören, dass Amazon doch an den stationären Handel glaubt und es deshalb für diesen eine Zukunft geben muss. Dabei hat Amazon nichts anderes gemacht als einen kleinen stationären Shopping Testcase zu veröffentlichen, der zur Abwechslung mal nicht mit RFID Technologie funktioniert und der sich vorerst an die eigenen Mitarbeiter richtet. Mehr nicht. Ich teile Jochens Meinung, dass es sich hierbei keinesfalls um den ersten Schritt in den stationären Handel handelt, sondern um eine weitere (mögliche) Technologie, um noch mehr Zugänge zum Kunden zu schaffen. Genau die gleiche Strategie übrigens, die hinter dem Dash Button (Der Button ist nur ein Zwischenschritt) steckt. Devicekontrolle + Plattformkontrolle = mehr Daten = bessere Services = eine mächtigere Plattform, an der sich dann ggf. auch der LEH andocken muss.  Weiterlesen

Westwing und Home24 auf dem Weg ins…

Alter Sessel…weiß keiner so genau. Die aktuellen Rocket Internet Zahlen wurden gerade veröffentlicht, und in diesen werden routinemäßig die „Proven Winners“ im Detail beleuchtet, also die Unternehmen bei denen es aufgrund der Planungen und Zahlen von Rocket eigentlich am besten laufen müsste. Jochen Krisch, der Silberrücken unter den Deutschen E-Commerce Analysten, hat diese Zahlen wie üblich publiziert und in den Kommentaren ist dazu eine sehr spannende Diskussion entstanden. Ich ignoriere dabei mal den Teil, dass die Otto Group angeblich immer etwas schlecht wegkommt und Rocket Internet etwas besser. A) ist das wirklich egal und B) müssen beide Akteure doch glücklich sein überhaupt beachtet zu werden. Was soll den erst Quelle sagen, oder Weltbild oder Deichmann oder oder oder oder. 🙂 Den Auftakt in der Diskussion macht Tarek Müller mit dem folgenden Absatz: Weiterlesen