Vor einigen Monaten habe ich einen Kommentar von Marcel Weiß gelesen, der die Effekte des Internets mit der Industrialisierung gleichsetzt. Dazu hatte er schon vor 2 Jahren einen Artikel verfasst. Mir schwirrt der Gedanke seitdem im Kopf umher und aufgrund der Entwicklungen in den letzten Monaten und Jahren muss ich sagen: Das stimmt! Der folgende Vergleich macht es etwas deutlicher:
…Die Industrialisierung wird heutzutage auch als Sinnbild für die Standardisierung/Automatisierung von Verfahren/Prozessen verwendet. Man möchte damit den Wechsel von einer individuellen handwerklichen Tätigkeit hin zu einer standardisierten industrialisierten Tätigkeit kennzeichnen….
Wichtiger als die Definition der Industrialisierung sind ihre Auswirkungen auf die Industrie. Vom Segelschiff zum Dampfschiff. Vom Pflug zum Traktor. Alle bestehenden Regeln wurden weitestgehend verändert, ausgelöscht und/oder ad abusrdum geführt.
Genau das Gleiche passiert nun wieder durch das Internet, nur dass die Auswirkungen sich nicht Arbeitsprozesse beschränken, sondern alle zentralen Lebensbereiche berührt. Regeln werden neu definiert (Medien, Handel, Soziales…) und schon lang bestehende Unternehmen sehen sich einem enormen Druck ausgesetzt. Ich suche nun ein Wort [gesuchtes Wort] dafür, was ähnlich wie “Industrialisierung”, diesen Prozess griffig beschreibt.Â
Vor 6 Monaten habe ich einmal intensiver die Entwicklung der bisherigen Startup Weekends unter die Lupe genommen. Es zeigte sich, dass das Ergebnis sehr durchwachsen war und nur noch 4 von 48 Startups als aktiv bezeichnet werden konnten.
Der damalige Beitrag hat zu einigen Diskussionengeführt in welcher Form zukünftige Startup Weekends Sinn machen. Klar schien, dass die Idee ein Startup in nur 48 Stunden zu gründen & umzusetzen für die Meisten weiterhin von Interesse war. Das Ergebnis von Cems Meinungsumfrage war mit 58% für ein weiteres Startup Weekend nur in einem anderen Format somit recht deutlich.
Erfreulicherweise wurde für dieses Jahr ein Startup Weekend in Deutschland bereits angekündigt. Esfindet vom 18. bis 20. September in Nürnburgstatt. Die Anmeldung ist geöffnet und 44 Interessierte haben sich bereits gefunden.
Schaut man Richtung USA so gibt es bei uns noch Einiges aufzuholen. Ich habe einmal die vergangene Startupliste aktualisiert, neue Startups ergänzt und die Aktivität der einzelnen Projekte bewertet. Insgesamt kann man inzwischen über 100 Projekte zählen.
Wesentliche Unterschiede zu letztem Jahr sind aus meiner Sicht:
Es werden kleinere Projekte umgesetzt
Die Anzahl der während eines Wochenendes umgesetzten Projekte ist stark gestiegen (z.B. über 20 beim SUW LA2!)
Manche Startup-Ideen werden mehrfach aufgegriffen und an mehreren Wochenenden bearbeitet
Hier nun die aktualisierte Liste, welche ich zukünftig einmal pro Quartal aktualisieren werde:
Nachdem Florian vor ein paar Monaten schon die Entwicklungen der weltweit stattgefundenen Startupweekendszusammengefasst hat und mit Erschrecken feststellen musste, dass gerade mal 5% der Ideen noch gerade so im Online Modus sind, hat Cem in seinem Blog darüber berichtet und nach Meinungen zu zukünftigen Startupweekend gefragt. Es scheint nach außen nichts Nachhaltiges dabei rauszukommen. Trotzdem bleiben dieses Events faszinierend. Irgendwie ist die Mischung aus Neugier, Unbekannten, Hoffnung und Networking doch vielen Teilnehmern etwas wert. Man sollte nur nicht mit dem Anspruch teilnehmen damit schnell reich zu werden, nur weil man sich schnell genug angemeldet hat. Die Diskussionen in den diversen Blogs sind eindeutig. Weitermachen!
Einer der vielen Verbesserungsvorschläge ist es den Auswahlprozess der Ideen zu verbessern. Der war beim ersten Startupweekend suboptimal und hat dazu geführt eine aus Marktsicht absurde Idee umzusetzen zu bearbeiten. Ich glaube nicht, dass man auf einem Startupweekend eine nachhaltiges/großes Unternehmen erschaffen kann, aber irgendetwas wie ein Feature das den Teilnehmern helfen kann hat schon mehr Aussicht auf Erfolg. Deshalb pitche ich hiermit noch mal ins Blaue unsere Idee vom ersten Startupweekend 2007 (damals Pitch #10). Vielleicht sind die Chancen so besser für ein hoffentlich stattfindendes Startupweekend 2009.
Idee: Ein Eventempfehlungssystem/-feature
Konferenzen, Events, Barcamps, Stammtische… – Die Welt der Wissensaustauschs unterliegt den Gesetzen des Long Tail. “Wer um Gottes Willen soll da die Übersicht behalten?”, dachten sich Florian und ich vor ca. 1,5 Jahren vor dem Startupweekend 2007. Wir haben eine Art Eventempfehlungssystem vorgeschlagen. Ein System das automatisch über Barcamps in meiner Nähe informiert oder sagen kann, ob die next09 einen Besuch wert ist. Da standen wir ggf. noch stark unter dem Einfluss von Tasterati.
Nachhaltigkeit & Umsetzungsmöglichkeit: Es sollte nicht das x-te Social Network sein bei dem man sich anmelden muss und alle möglichen Daten pflegt, sondern einfach nur eine Metaplattform die sich aus bestehenden Informationen bedient und auf verschiedenen Plattformen durch eine einfache API eingebunden werden kann. Ich habe versucht das in der Abbildung unten zu skizzieren. Damit kommen wir auch gleich zu den Umsetzungsmöglichkeiten. Eine simple Plattform die gut zu den Schnittstellen von Facebook passt wäre klasse (gewesen). Auf dem Startupweekend hatten ohnehin alle Teilnehmer einen Account auf diesem Übernetzwerk.
Auch die Interessen der Teilnehmer haben sich wahrscheinlich in vielen Bereichen überschnitten. Sonst hätte man sich wohl nicht auf diesem Event getroffen. Eine kritische Web 2.0 Masse wäre also auch vorhanden gewesen
Die Idee hatte es beim ersten Startupweekend leider nicht in die nähere Auswahl geschafft. Das lag am fehlenden Networken vorher, einem schlechten Pitch und viel zu viel Infos in den zugestandenen 120 Sekunden. Wir hatten sogar etwas von Geschäftsmodell erzählt. Das hat es wohl unglaubwürdig gemacht. In den Geschäftsmodell war die Rede von der Ausweitung auf viele Branchen und Dienstleistungen für die großen Konferenzveranstalter. Die hätten damit auf einen einfachen Verteiler zugreifen können und ggf. ihre Konferenzunterlagen (Präsentationen, Studien) drittvermarkten können.
Weil aber bestehende Systeme wie wevento, amiando…. immer noch nicht diese simple Funktion bieten und noch niemand die Blogwert.com Idee verwenden wollte, werfe ich diese Idee noch einmal in den Topf für das nächste Startupweekend. Hinweis: Jeder Interessierte kann das Thema weiterentwicklen, für sich claimen oder an einen Investor verkaufen.
Ich habe hier vor ein paar Tagen von einer Idee berichtet eine Blogbewertungsseite zu bauen, die ähnlich wie seitwert.de auf verschiedenste Blogspezifische Merkmale aufbaut. Der Einfachheit halber habe ich das Projekt mal blogwert.com genannt. Seit der Ankündigung des Verkaufs von basicthinking ist diese Idee sogar noch interessanter geworden. Bisher hat sich leider nur eine Agentur gemeldet, die ihr Engagement aber auch noch nicht konkretisieren wollte. Blogwert.com steht also noch immer ohne Programmierer da. Dabei ist die Idee für Agenturen doch super. Man bekommt die Domain und die Idee geschenkt und kann Traffic über ein paar Banner generieren. Bei Seitwert.de ist die Agentur active-value.de verlinkt und bei twitter.grader.com wird hubspot mehrfach verlinkt. Das scheint mir ein einfacher & lukrativer  Deal zu sein. Eine Seite wie Blogwert.com lässt sich wahrscheinlich in 10-20 Manntagen sehr hübsch zweinullig programmieren, um dann ordentlich Traffic zu bekommen. Die Zielgruppefindetes gut! In Zeiten sinkender Aufträge könnte man das gut als Lückenfüller nutzen. Alexa zeigt gut, wie einfach man mit so etwas Traffic bekommt:
Seitwert.de vs. Bildblog.de
Eine Idee am Rande: Nachdem wir hier auf der Suche nach Gastautoren sind, biete ich selbstverständlich auch meinen Twitteraccount für Gastbeiträge an. Ein Fachtweetfeed sozusagen.
Da ist man mal einen Tag nicht da, schon gibt es den ersten Besucherrekord auf Kassenzone in 2009, unn das obwohl Herr Basic den Bericht gar nicht verlinkt hatte
Dank der liebenswertenBerichterstattungüber die Idee einer Blogbewertungsplattform in vielen anderen Blogs, haben viele hundert Leser von der IdeeBlowert.com gehört und in der entsprechenden Umfrage zu 51% auf “Das ist eine super Idee” geklickt. Uwe hat sich auf alles2null schon weiterführende Gedanken gemacht und ein paar Kriterien spezifiziert.Wahrscheinlich kann man 10-20 sinnvolle Kriterien finden die so ein Dienst messen könnte.
Das Feedback ist positiv, der technische Rahmen ist skizziert und ein paar hunderttausend Pageimpressions sind quasi garantiert. Jetzt fehlt nur noch ein begeistertert Programmierer oder eine interessierte Agentur die es umsetzt. Niemand da?
Nicht, dass es am Ende am Innovationsinteresse fehlt, was 2008 gem. Jochen im E-Commerce wohl der Fall war. (sehr lesenswert übrigens)
Oder sollte man sowas bei getacoder.com bzw. ähnlichen Plattformen einstellen?