Beitrags-Archiv für die Kategory 'Ideen'

Bürgermeister gesucht

Montag, 6. September 2010 9:39

Beim Kaffeeklatsch in Kiel mit Steffen von Kaffeeringe habe ich ein interessante Infos über das Wahlsystem in Deutschland erhalten. Bisher bin ich nur in der Wahlkabine damit in Berührung gekommen, aber nun weiß ich: Jeder Bürger kann/darf Bürgermeister werden.

Bürgermeister….. das klingt irgendwie wichtig. Das hat Aura. Das hat “Reichweite”. Menschen hören einem zu. Und da wird es doch für die vielen neuen Online Geschäftsmodelle interessant, die eher lokal orientiert sind und auf lokaler Ebene Partner brauchen. Dazu gehören z.B. diverse Portale (meinestadt….) oder Plattformen (kaufda, groupon…). Diese haben Interesse an “lokaler” Reichweite, weil ihre Services entsprechend geclustert sind.

Die Kandidatur als Bürgermeister hätte in diesem Fall natürlich nicht Ziel tatsächlich gewählt zu werden, sondern von den diversen Reichweiten Aktionen + Gesprächsterminen zu profitieren:

  • Kandidatenvorstellung im Rathaus
  • Berichte in lokalen Zeitungen
  • Diskussionen in lokalen Foren
  • Gesteigerte Aufmerksamkeit für die eigenen Aktivitäten
  • ….

Dem gegenüber stehen verhältnismäßig geringe Kosten. Eine Website + Text + Foto + Reisekosten für formale Termine und Interviews. Ich glaube es ist noch nicht mal notwendig eine Partei zu gründen = tolle Kostenersparnis. Auf der NRW Website finden sich dazu ein paar interessante Infos, die das Ziel haben mehr Bürgermeister Bewerber zu bekommen. Einen KPI Vergleich zu klassichen (Online-) Reichweitenkanälen schenke ich mir an dieser Stelle. Es ist ja schon jetzt klar ersichtlich, dass bei stark lokal geprägten Geschäftsmodellen die Kandidatur durchaus helfen kann. Wenn das Geschäftsmodell der Komune wirklich weiterhilft, dann ist es ggf. sogar moralisch legitim nur dafür zu kandidieren.

Vote for Kassenzone

Vote Kassenzone

Wirklich lohnen wird sich das System wohl in kleinen bis mittleren Komunen in denen es nur 1-3 Bewerber gibt. Das sind in der Regel Städte bis 50.000 Einwohner. Eine Recherche über die letzten Wahlen in diesen kleinen Komunen zeigt, dass es durchaus schon vergleichbare Ansätze mit parteilosen Kandidaten gibt. Diese vermarkten aber lediglich sich selbst und kein Geschäftsmodell. So schlecht und profillos wie die meisten Wahlkämpfe geführt werden, sind die Wahlchancen bei einigen Komunen ggf. auch gar nicht so schlecht. Parteien mit Web 2.0 optimierten Websites  (Foren, Umfragen, Abstimmungen, super Usability) sind nicht zu sehen, aber die Menschen suchen scheinbar danach.

Ok – es ist wirklich eine Schnapsidee. Aber sucht mal in eurer Stadt bzw. nächstkleineren Komune nach der letzten Bürgermeisterwahl und schaut euch mal die erreichten Reichweiten der Kandidaten in den Tageszeitungen & Co. an. Allein für den Aufbau von Backlinks könnte das interessant sein :-) .

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Herzen für: woonio, runashop, mammacita, bazaaria

Samstag, 3. April 2010 19:01

Unsere kleine “Ein Herz für Startups” Aktion wird gut angenommen, aber leider ist es uns nicht möglich alle Startups ausführlich zu prüfen und vorzustellen. Trotzdem sollen alle relevante Teilnehmer zumindest kurz die Möglichkeit erhalten von euch lieben Kassenzone.de Lesern angeklickt zu werden. Deshalb findet ihr hier vier Kurzprofile & Bewertungen zu bisher nicht vorgestellten Aktionsteilnehmern.

Woonio.com

Konzept: Woonio.com ist eine Portal für die individualsierte Fertigung von hochwertigem Wohnzubehör (Tische, Stühle, Vasen, Betten…). Der Konfigurator arbeitet mit Flash und bietet ein paar schicke Optionen die der Wettbewerb nicht hat.

Bewertung: Kaufen würde ich fast alles, wenn ich das Geld hätte. Woonio bewegt sich in einer mE sehr kleinen Nische in der sich schon ein paar Wettbewerber tummeln, und in der es mit stark aufstrebenden Konzepten wie myfab.com einen intensiven Wettbewerb um die gleichen kaufstarken Kunden geben wird. Als unabhängiges Portal wird die Skalierung schwer, aber dieser Wettbewerb um kaufkräftige Kunden entscheidet sich nicht im SEM/SEO Bereich, sondern über nachhaltige Konzepte zur Kundenakquise.

Runashop.com

Konzept: Runahop ist ein One-Klick-Shop Konzept mit dem sich spielend leicht Affiliate Produkte zu einem eigenen Shop zusammenstellen lassen.

Bewertung: Für mich ist das eine Art Zlio Klon. Das Konzept fand ich vor zwei Jahren noch sensationell, allerdings lässt sich damit nur schwerlich viel Geld verdienen, was sich an der Entwicklung von Zlio schön ablesen lässt. Wenn es runashop gelingt viele Shopbetreiber zu annimieren, dann könnte es vielleicht klappen. Momentan fehlt mir noch die Phantasie. Konzepte im Long Tail zu suchen ist mE richtig, aber im Vorbeigehen wird man nichts reißen können.

Mammacita.de

Konzept: Mammacita verkauft innovative Stillbekleidung. Die Innovation im Produkt ist die Möglichkeit auch ohne die Brust fremden Blicken auszusetzen in leder Lebenslage das Baby zu stillen. So können Mütter auch wenn sie unterwegs sind ihr Kind stillen und müssen sich nicht verstecken.

Bewertung: Sehr kleine, aber feine Nische. Mit den richtigen Vertriebskonzepten (Dawanda…) kann man in diesem Bereich kleine Erfolge erlangen. Im besten Fall patentiert man ein gelungenes Bekleidungsmuster und verkauft es gewinnbringend an einen großen Hersteller.

Bazaaria.com

Konzept: So eine Art eBay mit mehr Möglichkeiten das Geschäft zum Abschluss zu bringen. Zitat: “Es handelt sich dabei um Bazaaria, eine Plattform, auf der private Nutzer Gegenstände tauschen und verkaufen können.” Die Betonung liegt auf einer Mischung aus tauschen und verkaufen.

Bewertung: Ich kann die Idee nachvollziehen, aber vor dem Hintergrund des massiven Wettbewerbs (ebay, hitflip..) und der Erklärungslastigkeit finde ich es sehr ambitioniert. Ich bin mir nicht sicher, ob die Plattform wirklich ein Problem löst, oder ob diese Art von Handel einfach zu speziell ist und in dieser Form online kaum vorkommt.

Alle Startups wollen natürlich Geld verdienen, und in diesen Fällen ohne Affiliate Programme, sondern mit soliden E-Commerce Ansätzen.

Thema: Commerce, Ideen | Kommentare (6) | Autor:

Kundendaten – Analogie

Montag, 8. März 2010 7:17

Inspiriert durch die Analogie Betrachtung meiner ClubSale Evolutionsphasen bei Burkhard, gemischt mit ein paar Gedanken über mobile Apps von Christian stellt sich mir die Frage:

Was sind Kundendaten im Commerce von Morgen?

Berufsbedingt ist mir der Wert einer “qualifizierten Adresse” durchaus bewusst. Diese Art von Kundendaten wird normalweise über irgendwelche Zeitungsabos, Gewinnspiele oder Kundenkarten/Rabattkarten generiert. Ein unglaublich riesiges und nicht immer ganz glanzvolles Geschäft. Bleibt das auch so?

Bei dieser ganzen Diskussion um M-Commerce und Apps spielen auch Kundendaten eine besondere Rolle. Diesmal geht es aber nicht um Daten zum Einkommen oder zum Wohnort sondern zum aktuellen Aufenthaltsort. Wer diese Daten zuverlässig generieren kann und vermarkten darf, hat aus meiner Sicht langfristig ein größeres Asset als die klassischen Aboverkäufer Datendienstleister.

Banal betrachtet wäre das eine App mit permanenten GPS Kontakt. Vor diesem Hintergrund gewinnen Google Latitude und Radalert eine ganz andere Bedeutung.

Naja – ich kann mich auch irren. Meinungen?

Thema: Commerce, Ideen, Mobile | Kommentare (8) | Autor:

Zahle 1.500€ für erfolgreiche Wohnungsvermittlung

Montag, 8. Februar 2010 6:16

Diese oder ähnliche Suchanzeigen finden sich immer öfter an Laternen und Ampeln in angesagten Ballungszentren (z.B. Hamburg Eppendorf) oder auf bekannten Wohnungsportalen (siehe Abbildung).

Anzeige "Zahle Prämie für Wohnungsvermittlung"

Anzeige "Zahle Prämie für Wohnungsvermittlung" von wg-gesucht.de

Als guter (Online-) Unternehmer denkt man bei solchen Anzeigen sofort an die Möglichkeit diese Potential online zu bringen, um mitzuverdienen ein besseres Nachfrage-Angebots-Verhältnis zu ermöglichen. So eine Art www.weitervermieten.de muss es doch geben, denkt man sich dann.

Wenn man mal etwas über das Thema nachdenkt, dann könnte einem ein kürzlich erschienener Artikel auf deutsche-startups.de über yoom.de einfallen. Die machen doch irgendwie was mit Auktionen und Wohnungen…

Stimmt, yoom.de ist so etwas wie weitervermieten.de bloß etwas komplizierter, weil der Weitervermietungsprozess verändert werden muss. Man kann sein “Wohnrecht” nicht direkt verkaufen,  sondern verkauft es über den Umweg einer “Abstandszahlung”. Das ist natürlich albern und kann mE nicht funktionieren, außer man hat einen großen strategischen Partner wie z.B. immoscout24 oder wg-gesucht.de. Die Zahl der Inserate ist dementsprechend niedrig.

Das Thema ist aber recht komplex. Es gibt einen guten Grund, warum yoom.de so ein kompliziertes Verfahren gewählt hat. Der Verkauf seines Wohnrechts (so verstehe ich das) verstößt gegen die Vorschrift, dass Mieter oder Vermieter Gebühren oder Abstand für das Vermieten der Wohnung nehmen dürfen. (Wo genau steht das?). Dazu kann man sich auch die überaus interessanten und ausführlichen Diskussionen auf deutsche-startups.de und immobilienportale.de durchlesen.

Mitverdienen dürfen nur Makler, also die Menschen die einmal die Tür zur Wohnung aufschließen und 2-3 potentielle Mieter empfangen. Dieser Beruf hat zu Recht ein extrem schlechtes Ansehen. Wo sonst kann man ohne nennenswerte Bildung und mit 5min Arbeit so viel Geld verdienen. Das geht sonst nur als Erbrechtsanwalt (ok – die haben studiert).

Suchender: Jetzt wird auch noch die letzte faire Möglichkeit an Whg. zu kommen vermarktet und seriöse Mieter zu gierigen Maklern erzogen, ätzend! Hoffe nur das sich kein Vermieter auf diesen krummen Deal einläßt und man weiterhin als potenzieller Nachmieter angemessen mit Mietern über Abstände verhandeln kann.

Das verstehe ich nicht. Ich kann die Einwände nachvollziehen, dass mit der Umerziehung der Mieter zu “Maklern” die Welt irgendwie grauer und abgezockter wird, aber so bleibt das Geld wenigsten bei den Mietern. Die “Abstandszahlung” kann ja theoretisch beim Auszug wieder verdient werden. Warum in aller Welt haben Makler dieses Recht exklusiv?

Naja – ich würde mir auf jeden Fall wünschen, dass yoom.de funktioniert. Das würde noch etwas Würze in den Mietmarkt bringen. Vielleicht klappt ja eine Kooperation mit wg-gesucht.de, wenn bis dahin die Abmahnungen gieriger Makler überstanden sind. Optimaler wäre es natürlich, wenn Wohnungsgesellschaften & Eigentümer ihre freien Wohnungen direkt in einem Auktionsverfahren an den Markt bringen. Aber das wäre wohl doch etwas zu viel Transparenz in einem Markt in dem so viele Honks mitverdienen.

Thema: Commerce, Ideen | Kommentare (2) | Autor:

Ideen für Geschäftsmodelle 2010: Daten

Freitag, 29. Januar 2010 7:17

E-Commerce Geschäftsmodelle sind in der Regel sehr anstrengend, wenn man versucht alle Wertschöpfungsstufen zu bedienen. Kunden gewinnen, Zulieferer überzeugen, Plattform programmieren, Abmahnungen vermeiden…. das ist nicht ohne. Das hält trotzdem nur wenige Teams davon ab ihr Glück in diesem vermeintlich hoch attraktiven Geschäftsfeld zu versuchen. Zu oft wird dabei aber Umsatz mit Ergebnis verwechselt.

Nachdem immer mehr Anbieter im E-Commerce vertreten sind, besteht mittelfristig die Herausforderung weniger darin weiteres Angebot online zu bringen, sondern das richtige Angebot den richtigen Kunden zur richtigen Zeit anzubieten. Diese Herausforderungen sind nicht trivial und kaum durch technikaverse WHU Studenten zu lösen. Deshalb glaube ich, dass wir 2010 viel mehr Geschäftsmodelle rund um das Thema Daten beobachten werden. Grundsätzlich lassen sich zwei grundsätzliche Bereiche unterscheiden.

  1. Es werden Geschäftsmodelle benötigt, die Unternehmen (B2B) dabei helfen Daten zu managen. Das betrifft die Themen Tracking, Speicherung und am wichtigsten: Analyse. Viele bestehende Systeme können nicht mehr die Anforderungen der Business Intelligence Abteilungen erfüllen. Ein interessanter Spieler in diesem Umfeld ist die Firma Sones aus Erfurt. Von denen werden wir mE noch viel hören.
  2. Die andere Seite betrifft die deutliche bekannteren, weil kundenseitig (B2C)  aktiven Geschäftsmodelle. Da lassen sich z.B.  die klassischen automatischen Aggregatoren (guenstiger.de) und Multiaggregatoren (123people.com) nennen. Einen Boom gibt es aber momentan auch bei manuellen Aggregatoren wie z.B. Gutscheinplattformen, weil diese Informationen teilweise noch nicht effizient von Maschinen gesammelt werden können.

Beide Geschäftsmodelltypen verbindet eine sehr techniklastige Ausrichtung. Im B2B Bereich ist die Sache ungleich komplexer. Aber gerade dadurch wird es spannend. Wenn immer mehr Anbieter entstehen, die mit der Aggregation von Daten Geld verdienen, dann sind die Techniklieferanten umso besser aufgestellt. Im Goldrausch sollte man Schaufeln verkaufen.

Daten Geschäftsmodelle

Datengeschäftsmodelle - BC2 & B2B Sicht

Für die Leser von Kassenzone.de sind wahrscheinlich eher die B2C Geschäftsmodelle interessant. Man sollte sich aber im Klaren sein, dass die Anbieter von lokalen Shoppingdaten mehr Geld verdienen werden als die Entwickler der iphone App mit der  ”location based products” angezeigt werden.

Wer trotz dieses Erkenntnis auf der B2C Seite aktiv werden möchte, sollte sich kritisch mit den bestehenden Kundenbedürfnissen auseinandersetzen. Was fehlt den Kunden noch online? Welche Daten könnten für dieses Problem verwendet werden? Wie kann man die Daten mit eigenen Daten (z.B. Einkaufsverhalten) aufwerten? Mir fallen dazu viele Geschäftsmodelle ein, aber wir sind hier auf der Suche nach Konzepten die sich bereits in der Gründungsphase befinden und das Potenzial besitzen das Shopping bereits 2010 zu verändern. Wer will?

Thema: Commerce, Ideen, Strategie | Kommentare (11) | Autor: