Wer baut das nächste Paypal?

French Bulldog saving moneyNachdem ich nun eine Stunde lang mit den beiden Bankenexperten Jochen Siegert und André Bajorat (Paymentandbanking.com) zu dieser Frage gesprochen habe weiß ich: Von den Banken oder Versicherungen kommt zu wenig, um einen Paypal Herausforderer zu bauen und das auch noch viel zu langsam, um beim Thema digital überhaupt mittelfristig eine Rolle spielen zu können. Das ist schade, weil im Gegensatz zu vielen anderen Branchen sehr spannende Assets (Kundendaten, Kundenzugang, Kontodaten usw.) vorhanden sind, mit denen man hervorragend digitale Geschäftsmodelle aufbauen könnte. Aber viel mehr als eine neue „digitale EC-Karte“ kommt bisher nicht dabei rum. Weiterlesen

Vom Company Builder zum Operational VC | Gespräch mit Project A Ventures

PAV-LOGOAuf den ersten Blick ist es gar nicht so klar, aber das klassische Venture Capital Modell scheint auch ein Opfer der Plattformökonomie zu werden. Unter „klassisch“ verstehe ich ein Setup in dem ein mehr oder weniger erfahrenes Managementteam einen xx Mio. Euro Fund verwaltet und fünf bis zehn Investments pro Jahr macht – in der Hoffnung auf den einen großen Hit. Ich habe mit dem Project A Ventures Gründer Uwe Horstmann über den Zustand der Berliner VC Szene und natürlich über Project A Ventures unterhalten. Bisher war Project A vor allem als Inkubator bekannt, allerdings ist das so nicht mehr gültig und aktuell lässt Project A keine Gelegenheit aus sich als Operational VC darzustellen. Warum das so ist, erfahrt ihr im Gespräch mit Uwe. Das Problem klassischer VCs sprechen wir nicht explizit an, aber es gibt zwei Beiträge die ich euch dazu nicht vorenthalten möchte.  Weiterlesen

Schmuck & Uhren online – Schlecht für Juweliere, gut für Rolex?

UhrwerkEs gibt kaum eine Branche die mich nicht interessiert, und in dieser Woche hatte ich die Möglichkeit die Rubrik Branchenanalysen bei Kassenzone um das Thema „Schmuck und Uhren zu erweitern.“ Wie immer geht es bei dieser Art der Analyse um die Frage, wie genau der Onlinehandel die Branche beeinflusst und welche Strategien die einzelnen Akteure (Händler, Hersteller, Verbände….) dazu entwickeln. Es gibt bei kaum einer Branche Zweifel daran, dass das Internet die bestehenden Strukturen komplett umwirft und ehemals profitable Geschäftsmodelle in kurzer Zeit vom Markt verschwinden. Die Frage ist eigentlich „nur“, wann das passiert und wie man darauf reagieren kann. Im Schmuck- und Uhrenmarkt kann man die Frage nach dem „wann“ getrost mit „Jetzt“ beantworten. Weiterlesen

Baumärkte Online | Was können Obi, Hornbach & Co. tun?

Baumarkt OnlineIn letzter Zeit sind die Branchenanalysen bei Kassenzone viel zu kurz gekommen und das Thema “Baumärkte online” liegt nun schon seit einigen Monaten in der Schublade. Nachdem ich selber aufs Land gezogen, bin ich umso mehr interessiert an der Frage: Was passiert eigentlich mit unseren Baumärkten? Bisherige Branchenanalysen bei Kassenzone haben sich mit den Branchen Großhandel, Apotheken, Möbel, Versicherungen, Optikern uvm. befasst. Der Ablauf ist meistens sehr ähnlich. Er beginnt mit der Frage welche Teile der Wertschöpfung kurz-, mittel- und langfristig vom Internet übernommen wird und ob die klassischen Unternehmen irgendwie davon profitieren können. Beim Thema Baumarkt bin ich hin- und hergerissen. Weiterlesen

Aber bei Williams-Sonoma und Nordstrom geht es doch auch?!

BrandungWenn man den Kassenzone.de Thesen stringent folgt, dann können klassische Händler, insbesondere Multichannel Händler, in der digitalen Welt nicht überleben. Sie müssen sich radikal verändern, wenn sie überhaupt noch eine Chance haben wollen. Betroffenen Händler entgegnen mir dann sehr oft, dass es ausreichend erfolgreiche Beispiele gibt, die aber bewiesen haben, dass es mit klassischer Transformation geht. Genannt werden immer wieder Nordstrom, Williams Somona, Best Buy und Dixons. Abgesehen davon, dass ich eine handvoll „Erfolgsbeispiele“ in einem Markt mit tausenden betroffenen Unternehmen nicht als hoffnungsvolle Quote sehen würde, halte ich auch die Schlußfolgerungen zu den genannten Unternehmen für gefährlich. Sie suggerieren, dass man es Nordstrom & Co. nachmachen könne, und so wieder erfolgreich wird. Dabei bleiben die wesentlichen Fragen unbeantwortet: Was ist der nachhaltige USP des Geschäftsmodells und wie lässt sich dieser in einer GAFA Ökonomie monetarisieren. Und viel wichtiger: Wie stabil ist diese Positionierung? Geht es um Jahre oder Jahrzehnte? Weiterlesen

Die Schweiz und das Internet

Seniorin

Passend zu diesen Beitrag kommen die Nachrichten, dass in Folge des (E-Commerce) Strukturwandels in Deutschland jedes zehnte stationäre Geschäft (50.000 in Summe) in den nächsten Jahren verschwindet. Außerdem häufen sich die Meldungen zu den Schwierigkeiten Schweizer Händler, die nun irgendwie doch von der Zalando/Amazon Welle betroffen zu sein scheinen. Ich wiederum frage mich, was die verbleibenden neun von zehn Geschäften neben Amazon & Co. noch sinnvoll verkaufen können und warum die Marktbereinigung in der Schweiz nicht schon früher stattgefunden hat. Wenn man sich ein wenig zum Schweizer Markt umhört, erfährt man von einer gewissen Entkoppelung, die durch die Verwendung einer eigenen Währung und der restriktiven Zoll Gesetze zustande kommt. Der Schweizer wird somit künstlich gezwungen für identische Produkte & Leistungen einen deutlichen Aufschlag im Vergleich zu seinen (meist deutschen) Nachbarn zu zahlen. Das führt zu sehr skurrilen Szenen, z.B. in Konstanz, wo der stationäre Einkauf an bestimmten Wochentagen durch die vielen Schweizer Einkaufstouristen erschwert wird. Weiterlesen

Der langsame Tod des (klassischen) Großhandels

PerspektivenManchmal denke ich, dass es doch langsam etwas zu abgegriffen klingt, wenn man heute noch vor den Effekten der Digitalisierung warnt. Im nächsten Moment bin ich zufällig mal wieder auf einem Meeting mit einigen Großhändlern oder Leuten aus dem B2B Sektor und denke mir bei der einen oder anderen Aussage: “Krass, unfassbar, wie kommen die darauf…..” Dann befinde ich mich unvermittelt wieder im pastoralen Kassenzone.de Modus.Ich wünsche wirklich niemanden, dass ihn die “digitale Keule” trifft, aber die meisten Unternehmen werden das nicht vermeiden können. Scheinbar durchläuft jedes Unternehmen in der Digitalisierung eine Phase, in der alle “digitalen” Facetten daraufhin geprüft werden wie man das angestammte Business schützen kann. Das läuft auf verschiedene Maßnahmen hinaus wie z.B.: Weiterlesen

Online-Apotheken || Chancen, Risiken und Aponeo.de

Tabletten mit EinkaufswagenAls ich gestern auf dem Weg zum aponeo.de Gründer Konstantin Primbas war, um ein Interview zum Apothekenmarkt zu führen, bin ich bei meiner Recherche auf viele spannende Fragen gestoßen. Der Markt hat einige Besonderheiten und kann bisher nicht so ohne weiteres mit klassischen E-Commerce Strategien erobert werden. Bei meiner Analyse sind mir viele Analogien zum Brillenmarkt und zum Versicherungsmarkt aufgefallen. Der Markt für pharmazeutische Produkte ist extrem reglementiert.Viele dieser “historischen” Regeln dienten irgendwann einmal den Kunden. Heute verhindern diese Regel oft innovative Geschäftsmodelle mit hohem Kundennutzen.Dem Berufsstand der Apotheker geht es seit 2004 zunehmend schlechter. Nachdem eine Regeln, wie z.B. die Preisbindung von OTC Produkten (nicht verschreibungspflichtig), im Sinne der Verbraucher “angepasst” wurden, verschwinden nun ca. 2-5 Apotheken pro Woche in Deutschland vom Markt. Der Grund sind nicht die Online-Apotheken. Das stationäre und das Online-Apothekengeschäft haben eine sehr unterschiedliche wirtschaftliche Basis, machen sich also (bisher) auch nur bedingt Konkurrenz. Weiterlesen

Möbel online – wer gewinnt? Wayfair, Home24, Westwing, IKEA & Co.

Artikel-BildPassend zur IMM in Köln häufen sich wie üblich die Diskussionen rund um den Onlinemöbelhandel. Mit Home24 und Westwing gibt es zwei deutsche “Schwergewichte”, die in dieser Diskussion immer wieder vorkommen, und dank Wayfair gibt es auch ein US-Beispiel, das analog zu Home24 versucht, den Markt für sich zu erschließen. Die Story ist bei allen die gleiche: Der mehrere 100 Mrd. Euro/Dollar große Möbel & Living Markt ist weitestgehend stationär geprägt (ca. 95%) und das dürfte sich bald ändern. Da will jeder ganz vorne dabei sein und die trägen Offliner ablösen. Wer macht also das Rennen? Ich vertrete in den entsprechenden Diskussionen die folgende Meinung: Entweder man macht das Rennen im transaktionalen Bereich über die E-Commerce Erfolgsfaktoren Preis, Angebot und Verfügbarkeit, oder man man gewinnt mit einem Geschäftsmodell, das von Google, Facebook & Co. entkoppelt ist. Weiterlesen

Letzte Ausfahrt Click & Collect

Alte KutscheDas Jahr 2014 ist fast vorbei und es ist Zeit für einen kleinen Blick zurück. Für Kassenzone.de war das Jahr sehr erfreulich. Fast 300.000 Besucher haben die Beiträge auf dem Blog gelesen und es gab noch mehr Abrufe per Mail, RSS und mittlerweile auch im Podcast. Fast 100% Wachstum im Vergleich zu 2013 und dank der vielen neuen Erfahrungen mit Spryker, gehen mir die Themen 2015 sicherlich nicht aus. Am meisten freue ich mich im nächsten Jahr darauf noch operativer aktiv zu werden. Treue Leser von Kassenzone müssten schon fast den Eindruck bekommen haben, dass ich vorrangig in einem Elfenbeinturm aktiv bin und mich zunehmend von den operativen Herausforderungen entferne. Dem ist nicht so. Ich versuche nur, meine Eindrücke aus dem Tagesgeschäft zu abstrahieren und Muster zu erkennen – wie beim “Gefangenendilemma” von Amazon. Es wird zunehmend schwieriger, klare Lösungswege zu benennen und es ist (für mich) mühselig, über “Rettungsmaßnahmen” für den stationären Handel zu diskutieren. Da reden “Experten” von Omnichannelstrategien, die sich dutzendfach als fehlerhaft erwiesen haben. Es gibt aber leider niemanden, der wirklich sagen kann was morgen funktioniert. E-Commerce Experte zu sein ist schon fast ein Widerspruch in sich. Dazu passt der hervorragende Artikel von Paul Graham “How to be an Expert in a changing world.

When experts are wrong, it‘s often because they‘re experts on an earlier version of the world

Wer meine Meinung zur Entwicklung des E-Commerce wissen will, der sollte noch mal meinen ersten Beitrag im Jahr 2014 lesen. Weiterlesen