Die lange Geschichte von der Auswahl eines PIM-Systems

StrichcodeVorwort Alexander Graf: Im Rahmen diverser Shopprojekte hatten wir in den letzten Jahren auch immer wieder mal das Vergnügen Herstellern bei der Auswahl und Einführung von PIM Systemen zu unterstützen, um die Produktdaten im Unternehmen beherrschbar zu machen. Meistens werden die Daten “heute” sehr chaotisch und vor allem dezentral gespeichert. In Zeiten halbjährlicher Prospektupdates war das vielleicht ok. Unser eTribes Junior Partner Henning Henningsen hat einige dieser Projekte begleitet und schreibt hier seine Erfahrungen auf, die sich ein wenig Anlehnen an die Auswahl des “besten” Shopsystems.

Online-Shop, Mobile-Shop, Social Media, Amazon, Google… die Liste an Abnehmern von Produktinformationen ist lang und in den letzten Jahren stetig gewachsen. Die Interaktion des Kunden mit den einzelnen Touchpoints und Herstellermarken ist komplexer geworden.

Hat man zur Verwaltung seiner Produktinformationen lange auf die bewährten Formate wie Excel, Access oder Word gesetzt, so wird bei genauem Hinsehen schnell deutlich, dass das Zusammentragen von Informationen aus unterschiedlichen Datenquellen und Formaten eine herausfordernde Aufgabe ist. Über die Konsistenz der Informationen ganz zu schweigen. Mir ist kaum ein Händler bekannt der sich nicht über die „grauenhafte“ Qualität der Produktinformation von Herstellern beschweren würde. Von der Lieferfähigkeit der Daten innerhalb akzeptabler Fristen mal ganz abgesehen.

Um diese Aufgabe zu bewältigen, benötigt man Product-Information-Management-Systeme (kurz PIM). Diese bilden eine zentrale Plattform für alle Produktinformationen im Unternehmen, dienen den Mitarbeitern zur Beschaffung und Weiterverarbeitung von Daten und ermöglichen eine effiziente Bestückung der Verkaufskanäle mit konsistenten, korrekten Informationen. Zusätzlich können mit einem PIM-System Redundanzen vermieden und die Datenqualität verbessert werden.

Das klingt alles ganz toll und ist aus Sicht von eTribes fast immer die Vorstufe, um sinnvolle E-Commerce Strategien ausführen zu können, aber von „brauchen wir“ bis „es funktioniert“ ist es ein sehr langer Weg. Ein Erfahrungsbericht über die Einführung von PIM-Systemen bei Markenherstellern.

Meist ist die erste Herausforderung allen Beteiligten zu erklären, was PIM bedeutet und was eben nicht. Denn die Nachricht über die Einführung eines neuen IT-Systems zur Datenverwaltung weckt Begehrlichkeiten in allen Abteilungen. Doch PIM allein ist nicht die „Eierlegende Wollmilchsau“, die sämtliche Probleme mit einem Schlag lösen kann. In solchen Projekten fällt auf, dass es neben dem PIM noch dutzende Themen gibt, die man sich als Online-Startup gar nicht vorstellen kann. Von der fehlenden Verfügbarkeit moderner cloudbasierter Dokumentenmanagmentsysteme bis hin zur Verwendung von proprietärer Office Komponenten gibt es unzählige Stolpersteine. Aber zurück zum PIM.

Frage 1: Wer sollte ein solches Projekt leiten?

Marketing, IT oder Produktmanagement, wo viele Daten sowieso zusammenlaufen? An dieser Stelle lohnt es darüber nachzudenken eine neue Abteilung für digitale Themen (E-Commerce) aufzubauen und diese das Projekt leiten zu lassen. Auf dem Weg dahin sammelt der/die Verantwortliche zwar ein paar graue Haare, aber immerhin kennt er/sie dann jeden im Unternehmen. Die Anforderungen eines E-Commerce Teams an das PIM dürften aber am größten sein. Da macht es auch Sinn die Verantwortung dahin zu geben. Wichtig ist dabei das uneingeschränkte C-Level Commitment, damit eine hohe Priorität neben den vielen anderen Projekten gewahrt bleibt. Denn machen wir uns nichts vor: PIM wird abteilungsübergreifende Ressourcen benötigen und massiv in bestehende Prozesse des Unternehmens eingreifen. Diese Art von Veränderung wird nicht immer uneingeschränkt begrüßt.

Frage 2: Welches System kommt in Frage?

Für einen ersten Überblick im PIM-Softwaremarkt kann es schon helfen, sich mit einigen PIM-Anbietern in Verbindung zu setzen und sich in einer Videokonferenz zeigen zu lassen, mit welchem Funktionsumfang man rechnen kann. Die Anbieter lassen sich auf ihren Websites leider nur bedingt in die Karten schauen.  Eine erste Übersicht an PIM-Systemen (oder Systemen mit PIM-Modulen) zur Orientierung:

Einsteigerklasse -> Open-Source-Klasse

Zwei Anbieter im Open-Source Umfeld sind Akeneo und PIM Core. Zwar fallen keine Lizenzgebühren an, für die Implementierung des Systems allerdings benötigt man entsprechendes Knowhow. Über (kostenpflichtige) Erweiterungen lassen sich beide Systeme im Funktionsumfang weiter ausbauen. Für einen kleinen Online-Shop, der auf technisches Knowhow bei der (Weiter-)Entwicklung und beim Betrieb des Systems zugreifen kann, ist es ein möglicher Einstieg.

Amateurklasse -> Einsteigerklasse

Gehen wir über zur Lizenz-Software: Die Amateurklasse bietet PIM-Lösungen bis zu einmalig 100.000 € Lizenzkosten. Die meisten Systeme in diesem Bereich dienen dem Cross-Media-Publishing, bzw. der Klassifizierung von Produktdaten. Die Systeme haben grundlegende Funktionen zur Bildverwaltung, der Übersetzung von Informationen und Print-Module, mit deren Hilfe z.B. Katalogen, Preislisten oder Datenblätter erstellt werden können.

Profiklasse

Um den wachsenden Anforderungen im E-Commerce begegnen zu können, sollte man durchaus den Schritt in die Profiklasse wagen.  Gerade im internationalen Geschäft bieten Systeme der Profiklasse gegenüber denen der Amateurklasse die nötigen Skalierungsmöglichkeiten. Die  Anbieter können hohe Anforderungen an Funktionen, Schnittstellen und Performance abdecken. Am Ende ist es egal ob ein Katalog, der eigene Webshop, ein Händler-PIM oder eine Niederlassung im Ausland angebunden wird. Die Möglichkeiten und Funktionen der Profiklasse sind weitreichend und kommen je nach Anbieter fast an die Enterprise-Systeme heran. Die Lizenzkosten bewegen sich zwischen 100.000 € und 250.000 €.

Enterprise

Mit Stibo Systems und Informatica sind zwei große Enterprise Anbieter im Markt unterwegs. Der dritte großen Anbieter im PIM-Segment (Heiler) wurde 2012 von Informatica gekauft. Alle Enterprise-Anbieter verfügen über langjährige PIM-Erfahrungen und globale Strukturen, um einen internationalen Rollout zu begleiten. Im Enterprise-Segment ist PIM nur ein Teil einer größeren Master-Data-Management-Plattform. Mit MDM-Systemen können sämtliche Stammdaten (z.B. auch Lieferanten- oder Kundendaten) an zentraler Stelle im Unternehmen verwaltet werden. Mit Lizenzkosten ab 250.000 € für PIM sollte man rechnen.

Multi-Channel-Systeme mit PIM-Modulen

Soll nicht allein ein PIM eingeführt werden, sondern gleichzeitig auch eine neue E-Commerce-Lösung, dann können Systeme wie Hybris im Enterprise oder Novomind in der Profiklasse sinnvolle Alternativen sein. Beide Anbieter haben sowohl Shop- als auch PIM-Module im Angebot. Damit hätte man alles aus einer Hand, womit man zumindest einer Schnittstellen-Problematik aus dem Weg gehen würde. Der Funktionsumfang der PIM-Module kommt aber meist nicht mal ansatzweise mit dem der Profi- und Enterpriseklasse mit. In diesem Fall müssen die Kunden abwägen, ob Ihnen ein integriertes System wichtiger als ein verteiltes System ist. Beides hat Vor- und Nachteile, wie z.B. dass bei diesen Systemen häufig noch weitere „Module“ z.B. für Print oder Bildverwaltung benötigt werden.

Frage 3: Was kostet das?

Klasse Lizenzkosten Implementierungskosten (für Erstinstallation nahe am Standard) Wartung & Support / Jahr (i.d.R. 20% vom Lizenzpreis)
“Einsteiger” Open-Source-Systeme Eigenverantwortlich
“Amateur” bis 100.000 € 150.000 bis 250.000 € bis 20.000 €
“Profi” 100.000 bis 250.000 € 20.000 bis 50.000 €
“Enterprise” ab 250.000 € ab 60.000 €
“Multi-Channel” ab 50.000 € / ab 250.000 € ab 10.000 € / ab 60.000 €

Die Lizenzmodelle der Anbieter sind sehr unterschiedlich, was die Vergleichbarkeit der Angebote erschwert. Wird bei einem Anbieter über die Anzahl der User und die Anzahl an Produkten abgerechnet, legt ein anderer Anbieter den Maßstab bei den Ausgabesprachen und -Kanälen an. Auch die Lizenznutzung innerhalb der Unternehmensgruppe kann einen höheren Preispunkt für das System ausmachen. Den Anbieter schon in den ersten Gesprächen nach dem Lizenzmodell zu fragen, kann eine Hilfestellung bei der (Vor-)Auswahl sein.

Die Kosten für die Implementierung des Systems hängen natürlich von den eigenen Anforderungen ab. Für eine erste Installation nahe am Standard sollte man der Erfahrung nach mit 100 – 150% der Lizenzkosten kalkulieren können. Preistreiber bei der Implementierung sind die Schnittstellen (z.B. zu SAP) und die Datenmigration. Soll das System weiter ausgebaut werden (z.B. automatische Katalogerstellung), sind den Kosten nach oben keine Grenzen gesetzt. Zusätzlich zu den Einmalkosten für Lizenzen und Implementierung kommen jährliche Wartungs- und Supportkosten, die sich in der Regel bei 20% der Lizenzsumme bewegen.

Als Unternehmen muss man sich natürlich Gedanken machen, welche (Preis-)Klasse die Richtige für einen ist. Die schiere Größe des Unternehmens zwingt noch nicht zur Enterprise-Lösung. Vielmehr sind es die Anforderungen an die eigenen Ziele und Prozesse, die die Auswahl eines System bestimmen sollten. Dabei können folgende Fragestellungen helfen:

  • Was wollen wir mit der PIM-Einführung erreichen?
  • Welchen Wert haben Daten für mein Unternehmen?
  • Welche Rolle spielen meine Mitarbeiter oder Kollegen bei der Erstellung und Pflege von Produktinformationen?

In eTribes Projekten wende ich für die Planungen einer PIM-Einführung gerne die Geschäftsmodellanalyse von Osterwalder an, um den PIM-Anbietern und Agenturen ein besseres Gefühl vermitteln zu können, welche Themen in dem jeweiligen Unternehmen von strategischer Bedeutung sind. Damit erhält man zu den o.g. Fragestellungen einen zusätzlichen Anhaltspunkt welche Rolle ein PIM-System im Unternehmen eigentlich spielen sollte.

Natürlich kann man auch ansetzen und versuchen einen ROI (=Return on Investment) für PIM zu berechnen. 2012 gab Heiler (heute Informatica) eine Studie heraus, die einen positiven Einfluss auf Conversion Rates, Margen, mehr Neukunden und mehr Umsatz pro Kunde festhalten konnte (siehe Gastbeitrag: etailment). In der Praxis kenne ich nur wenige Unternehmen, die einen ROI für PIM berechnet haben geschweige denn berechnen könnten. Häufig fehlt es schlicht an den nötigen internen Kennzahlen, um z.B. die Dauer der Erstellung eines neuen Artikels zu quantifizieren. Am Ende ist es eine strategische Entscheidung ein PIM-System einzuführen.

Die Hersteller kennen sich untereinander, wissen auch wer noch mit im Rennen sein müsste. Ist die Nachricht über die Einführung eines PIM-Systems erstmal an der Öffentlichkeit, muss man sich nicht über Anrufe weiterer Hersteller wundern, die bisher noch nicht in der Auswahl waren. Die stille Post ist erstaunlich effizient im Software-Markt.

Schlussendlich sollten 3-5 Anbieter ihre Software in einzelnen Workshops präsentieren. Um die Lösungen zu bewerten, hilft schon ein Mindmap mit den wichtigsten Punkten am Ende jedes Workshops. Jetzt gilt es die eigene Bewertung zu untermauern. Dazu kann schon ein Anruf bei Referenzkunden erstaunliche Erkenntnisse zu Tage fördern.

Frage 4: Wie geht man vor?

Mindestens genauso wichtig wie die (Vor-)Auswahl eines Systems ist die Planung der Einführung. Grundsätzlich empfehle ich zwischen den Themen „Inhalte“ und „Infrastruktur“ zu unterscheiden.

Inhalte Infrastruktur
InhaltsaufbereitungVorhandene Produktinformationen sammeln, strukturieren, auswählen SoftwareauswahlAnforderungen definieren, Softwarelösungen bewerten und auswählen
InhaltsanalyseErstellung eines Inhaltskonzeptes, Festlegung von Standards, Verantwortlichkeiten und Richtlinien SoftwareinstallationKonkrete Implementierung der PIM-Software, Unterstützung des Dienstleisters
InhaltserstellungNeue Produktinformationen erstellen, ggf. vorhandene Informationen überarbeiten SchnittstellenanbindungAnbindung des PIM an interne und externe Systeme

Ein Team „Infrastruktur“ ist verantwortlich für die Erstellung eines Anforderungsprofils, dem Abgleich mit den Fachabteilungen sowie der letztlichen Auswahl und Implementierung eines PIM-Systems. Meist waren die IT-Abteilungen im Lead für diese Aufgaben.

Der Bereich der Inhalte setzt sich dagegen mit den Strukturen der Produktdaten auseinander, beispielsweise welche Attribute (Werte, Texte, Fotos, Videos) die Produkte am Ende beschreiben sollen. Das ist eine nicht ganz triviale Aufgabe, wie ich oft feststellen musste, denn das Wissen zu Attributen liegt häufig in Silos in einzelnen Abteilungen (bspw. zu Maßen der Produkte). Um diese Silos zu öffnen, die Informationen allen Mitarbeitern transparent darzustellen und eine einheitliche Definition eines Attributs zu finden, benötigt es viel Engagement und Zeit für die Inhalte.

Das Team sollte aus Experten der einzelnen Fachabteilungen bestehen, beginnend bei der Entwicklung, über Marketing, Produktmanagement, E-Commerce, Vertrieb und natürlich dem Kundenservice. Mit diesen Aufgaben frühzeitig und parallel zum Block Infrastruktur zu beginnen ist sinnvoll, denn in der PIM Konzeption, wenn es an die Modellierung des Datenmodels geht, kann diese Vorarbeit eine gute Hilfestellung sein.

Voller Tatendrang loszulegen und direkt den großen Wurf zu machen, das wäre utopisch. Wir haben den Fehler gemacht, alles gleichzeitig machen zu wollen“, wird Stefan Schäff von Otto.de in einem Artikel bei InternetWorld zitiert. Diese Erfahrung kann ich nur teilen. Klare Empfehlung ist einen kleinen, überschaubaren Rahmen (z.B. nur Online-Kanäle in Deutschland) für die Einführung auszuwählen, um mit dem System zu lernen. Die Erfahrungen können in den weiteren Ausbau der Prozesse und Vertriebskanäle zurückfließen. Ein Start mit dem Online-Kanal hat auch den Vorteil, dass man sich im Bereich der Inhalte zunächst auf die Attribute konzentrieren kann, die ein Kunde im E-Commerce von einem Hersteller erwartet. Das kann die Perspektive auf bisherige Abläufe verändern und dadurch Optimierungspotenziale eröffnen.

In einer Konzeptionsphase gemeinsam mit dem Softwarehersteller oder einem Implementierungspartner werden die Details besprochen. Dazu werden je nach Anbieter 4 bis 6 Workshops eingeplant, zu denen neben dem PIM-Kernteam auch die Fachabteilungen benötigt werden. Von der Modellierung des Datenmodells bis zur IT-Konfiguration will alles besprochen und abgenommen sein.

Bei der Implementierung gibt es natürlich auch verschiedene Möglichkeiten. Aus den verschiedenen Projekten habe ich gelernt, dass ein agiles Vorgehen den größten (und schnellsten) Nutzwert für die Mitarbeiter bringt. Ein “Big-Bang” hatte meist einen explodierenden Zeit- und Kostenplan zur Folge.

Agiles Vorgehen heißt für uns: ein Standard-System lässt sich vom ersten Tag einsetzen und wird Stück für Stück auf das Unternehmen angepasst. So lassen sich Erfahrungen direkt in die nächste Projektphase übertragen und die Mitarbeiter sind hautnah beim Aufbau des Systems beteiligt.

PIM-Plan

[Beispiel eines Projektplans für die Einführung eines PIM-Systems]

Schaut man in dieser Hinsicht auf den Zeitplan, lässt sich ein Standard-PIM bereits innerhalb von 5 bis 6 Monaten installieren. Der weitere Ausbau kann später erfolgen, wenn erste Erfahrungen gemacht wurden. Nicht zu unterschätzen ist allerdings die Komplexität der Datenmigration und der weitere Ausbau. Beides kann den Zeitplan deutlich strecken.

Frage 5: Was passiert nach der Einführung

Ist die erste Phase der Implementierung erfolgreich absolviert, die Mitarbeiter über Schulungen und Trainings an die neue Software herangeführt, heißt es Lernen, Optimieren, Lernen, Optimieren, …

Man sollte dabei auch daran denken, dass die Thematik der Datenerfassung und –pflege im operativen Betrieb in klar definierte Verantwortungen gehört. Wer pflegt in der täglichen Arbeit welche Daten ein und welche Prozesse sind dafür zu etablieren? Diese Fragestellungen werden wahrscheinlich schon in der Konzeptionsphase auftauchen und lassen sich noch relativ leicht aufteilen. Doch wer ist für die Weiterentwicklung des Systems und für die Qualitätskontrolle verantwortlich? Denn das System alleine wird nicht automatisch dafür sorgen, dass die Datenqualität steigt. Es bietet die Mittel dafür, um diese zu messen, aber die Erfassung und Pflege gilt es zu organisieren.

Ich halte dafür die Einstellung eines PIM-Managers für überlegenswert. Er oder sie soll sowohl an der Weiterentwicklung des Systems mitarbeiten (z.B. gemeinsam mit einem IT-Projektmanager), Prozesse steuern und überwachen und die Datenqualität über Reportings im Auge haben.

Seine/Ihre Aufgabe soll es sein, die angestaubten Goldbarren des Unternehmens (die Produktdaten), zu einem weiteren wertvollen Asset des Unternehmens zu machen. Der Kunde wird es danken! Wenn das PIM da ist, kann mit der Amazon Optimierung und dem Aufsetzen eines direkten Vertriebskanals in Form eines Onlineshops begonnnen werden. Ohne PIM sind die Erfolgschanchen in diesem Bereich deutlich kleiner.

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Über Henning Henningsen

Henning Henningsen ist Junior Partner und Projektmanager bei eTribes. Er unterstützt eTribes-Kunden bei der Einführung von neuer Software, analysiert und optimiert bestehende Prozesse und steht mit Rat und Tat bei der Umsetzung zur Seite. Nach Ende seiner Bankausbildung hat er ein Bachelorstudium Fachrichtung Crossmedia- und Onlinemanagement absolviert und steht nun kurz vor dem Abschluss seines E-Commerce Masterstudiums an der FH Wedel. henning.henningesen@etribes.de || Tel: +49 (40) 32 89 29 631

18 Gedanken zu „Die lange Geschichte von der Auswahl eines PIM-Systems

  1. Hallo Henning,

    genial, solche Artikel werden gebraucht! Inhaltlich kann ich das vollkommen bestätigen.

    Gerade der Beratungsaufwand und die Implementierungskosten werden permanent unterschätzt. Vom internen Aufwand zur Aufarbeitung der Produktdaten ganz zu schweigen…

    PIM ist eben niemals Standard!

    Viele Grüße
    Sai

    • Hallo Sai,
      danke dir für dein Feedback.

      „PIM ist niemals Standard“ : Das würde ich grundsätzlich unterschreiben. Ich sehe allerdings auch Optimierungspotentiale bei Produktdaten & Prozessen durch ein „Standard PIM“, vor allem bei Unternehmen die bisher kein PIM einsetzen. Man muss dort eben erst einmal einen „Standard“ etablieren …

      Viele Grüße, Henning

  2. „Preistreiber bei der Implementierung sind die Schnittstellen (z.B. zu SAP)…“

    Warum nicht gleich im Rahmen und als Teil eines vollständigen ERP-Systems? Im Sinne effizienter Geschäftsprozesse womöglich die mittel- bis langfristig weiterführende Lösung?

    • Das kommt ja auf das Ziel des Geschäftsmodells an. Oft ist ein veraltetes SAP/Navision im Einsatz und deren PIM Module reichen meistens nicht aus + das Projekt überschneidet sich dann mit dem Update des ERP Systems und ist zeitlich nicht mit den betrieblichen Anforderungen in Einklang zu bringen. Aber grundsätzlich würde ich dir Recht geben, wenn du meinst, dass man das komplette IT Setup in Frage stellen muss. Nur, wer kann & will sich das leisten?

      • Danke für die Antwort. Verglichen mit den Ineffizienzen und Transparenzverlusten, die sich in veralteten (oder gar nicht vorhandenen) ERP-Systemen manifestieren, finde ich ERP-Projekte zumeist gar nicht so teuer, auch und gerade, wenn man sie mit den hier zuvor kommunizierten Investitionsbedarfen zur Gewinnung eines bescheidenen Marktanteils im Bereich des Onlinehandels vergleicht…

  3. Hi Henning,

    klasse Artikel und eine gute Zusammenfassung. Musste schmunzeln bei der ROI-Studie von 2012. Das war damals ein sehr spannendes Projekt…
    Wir versenden unter http://www.pim-auswahl.de ein kostenfreies Evaluationspackage inkl. einem typischen Excel, das man gut als Basis für die PIM-Auswahl nehmen kann.

    Viele Grüße
    Michael

    • Hallo Michael,
      danke für das Feedback.
      Ich sehe auch den Bedarf an Unterstützung von PIM-Fachleuten bei der Auswahl der Software. Von daher vielen Dank für den ergänzenden Link.

      Wichtig erachte ich aber auch die inhaltliche Aufbereitung und Neustrukturierung der Informationen. Diesen Aufwand sollte man nicht unterschätzen. Daher auch meine Empfehlung einer Teilung in Inhalte & Infrastruktur-Teilprojekte.

  4. Hallo zusammen,

    klasse Artikel! Mir kommt es oft so vor, als ob PIM und Produktdatenmanagement zu den am stärksten Unterschätzten Themen im E-Commerce (und darüber hinaus) gehören. Mittlerweile bin ich sogar geneigt zu sagen, dass der allererste Schritt einer Evaluation von E-Commerce-Infrastruktur-Maßnahmen in bestehenden Unternehmen sein sollte, sich Struktur, Qualität und Management von Produktdaten genauer anzusehen. Meiner Erfahrung nach ist dieses Thema nachhaltig für den Erfolg und wird leider zu oft sehr unprofessionell angegangen. Ich habe erlebt, dass es oft einen ganzen Change-Management-Ansatz braucht, um hier erfolgreich zu werden.

    Es gibt leider auch PIM-Systeme, die meiner Meinung nach nicht den modernen Anforderungen gerecht werden. Einige davon sind in der obigen Aufzählung erwähnt. Wirklich gute Erfahrung habe ich daher nur mit 2/5 Systemen gemacht, mit denen ich gearbeitet habe: Pimcore als flexibles Schnellboot und Stibo als flexible Enterprise Lösung. Mit Pimcore kann man interessante Dinge mit überschaubarem Aufwand selbst bauen, z.B. Category Mapping aus Hersteller oder Händler Feeds per Drag&Drop.

    • Hallo Lennart,
      bzgl. der Analyse der Produktdatenstrukturen bin ich absolut deiner Meinung. PIM alleine ist mMn nur das Werkzeug um Strukturen & Prozesse zu unterstützen. Die eigentliche Leistung (und damit verbunden auch die Veränderung) liegt in dem Konzept der (Neu-)Strukturierung, Qualitätsdefinition und eben der Workflowgestaltung.

      Deinen Vergleich mit dem Schnellboot finde ich klasse. Wenn man über die nötigen Ressourcen & Kompetenzen verfügt, dann glaube ich auch, dass ein Open-Source-System wie PIM Core viele Möglichkeiten bietet. Leider habe ich bei Mittelständlern aber auch die Erfahrungen gemacht, dass die IT meist viel zu klein dimensioniert ist und mit den wachsenden (digitalen) Aufgaben an die Belastungsgrenze stößt. Da braucht es verlässliche Partner, die Aufbau, Betreuung und Weiterentwicklung des Systems übernehmen…

  5. Hallo Henning,

    vielen Dank für den sehr guten und interessanten Artikel. Bei den meisten Punkten kann ich Dir zu 100% zustimmen, gerade wenn es um die konkreten Prozesse geht. Aber als Hersteller/Entwickler eines der genannten Systeme möchte ich Eines unbedingt festhalten: Die Art der Lizenzierung (z.B. Open-Source) hat NIE etwas mit der konkreten Leistungsfähigkeit zu tun.

    Wir haben in den letzten Jahren, auch bevor wir mit der Entwicklung von pimcore begonnen haben, als Implementierer schon einiges mit diversen PIM Systemen erlebt. Sei es Heiler, Hybris oder andere Konsorten. Und ich muss ganz klar sagen, dass die Gleichung „Hohe Lizenzkosten == Professionellere Systeme == Gutes Gartner/Forrester Ranking == Enterprise“ einfach nicht stimmt. Ein (sehr) guter Implementierer kann mit einer Vielzahl an Software (propritär oder open-source) ausgezeichnete Lösungen entwickeln. Und ich habe schon Lösungen von den vorher genannten 3 Systemen gesehen, wo sich mir die Haare aufgestellt haben.

    Insofern ist die Klassifizierung „Open-Source == Einsteigerklasse“ nicht korrekt und ich bitte diesbezüglich um Korrektur. Danke 😉 Und schauen Sie sich einmal pimcore (oder Akineo) genauer an. Sie werden erstaunt sein, was die Systeme wirklich können.

    Cheers und nochmals vielen Dank für den *wirklich* sehr guten Artikel!

    Dietmar

    • Hallo Dietmar,
      danke dir für das Feedback.
      Ich glaube auch, dass Leistungsfähigkeit nicht unbedingt mit der Höhe von Lizenzkosten zu tun hat. Es hängt meiner Meinung nach immer am konkreten Case: welche Ressourcen sind verfügbar und mit welcher Zielstellung gehe ich in das Projekt?

      In meinen Gesprächen mit den IT-Abteilungen bin ich eher auf ablehnende Haltungen gestoßen in Sachen Open-Source-Systeme, vielleicht auch weil man einen erhöhten Bedarf an Koordination und Betreuung sieht. Aber wie du ja auch schreibst, mit einem „sehr guten Implementierer“ lässt sich das ggf. lösen…

      „Und schauen Sie sich einmal pimcore (oder Akineo) genauer an. Sie werden erstaunt sein, was die Systeme wirklich können.“ –> Ich lasse mich da gerne überzeugen.

  6. Hallo Henning,
    ein wirklich toller Artikel, der sehr ins Detail geht!

    PIM als SaaS fehlt mir jedoch noch in der Übersicht unter Frage 3: Was kostet das? Die Systemlösung schafft halt Transparenz hinsichtlich Hardware und Lizenzen.
    Am Beispiel pressmind® lassen sich die Kosten weitaus angenehmer betrachten und gehen bei weitem nicht in sechsstellige Bereiche. SAP mag hier jedoch ggf. ausgeklammert bleiben, da das System doch sehr komplex sein/werden kann.

    • Hallo Dierk,
      stimmt, ein Bereich den ich für den Artikel zunächst ausgeklammert hatte (auch weil ich finde er ist schon relativ lang).
      Die vielen Kommentare zu dem Thema haben mich aber überzeugt weiter in diese Richtung zu recherchieren…

      Du scheinst für einen der Anbieter tätig zu sein. Würde mich über einen Austausch zu dem Thema sehr freuen 🙂
      henning.henningsen@etribes.de
      Gruß, Henning

  7. Hi Henning,

    Interessanter Artikel, danke dafür. Ich finde die Schubladen-Betrachtung „Funktionsumfang/Qualität eines PIMs System gleich Listen- bzw. Lizenzpreisen“ jedoch etwas sehr pauschalisiert 🙂

    Vermutlich auch deshalb, weil ich den Begriff „Amateurklasse“ etwas befremdlich finde, in Bezug auf das, was viele der „Amateur“ Systeme (und andere, die hier nicht aufgeführt worden sind: „stille Post ist erstaunlich effizient im Software-Markt“) in dieser Preisklasse bieten. Immerhin reden wir hier von 6-stelligen Beträgen zzgl. 100-150% dieses Betrags für Dienstleistungen oben drauf, was meines Erachtens nichts mehr mit Amateuren zu tun hat. Mittelstand-PIM fände ich für den deutschen Markt passender.

    Wie von einem Leser bereits angemerkt, sind einige der alten Platzhirsche nicht mehr ganz auf dem Stand der Technik und werden ggf. den modernen Anforderungen auch nicht immer gerecht. Ebenso gibt es neue kaufmännische Modelle wie SaaS / Cloud / Hybrid / Concurrent User, die einen erheblichen Einfluss auf die Initialkosten des Projekts haben, ohne auf Funktionalität verzichten zu müssen; Wie Sie eben sagten: „Die Lizenzmodelle der Anbieter sind sehr unterschiedlich“.

    Zu guter Letzt muss man bei der PIM Einführung nicht nur die Software sondern auch den Integrationspartner, sei es der Hersteller selbst oder ein Beratung- und IT- Serviceunternehmen, auf Herz und Nieren prüfen. Haben sie überhaupt PIM Erfahrung? Auch mit „Ihrem“ PIM? Haben sie Kapazitäten in ihrem Markt (time to market)? Haben sie vergleichbare Kunden mit ähnlichen Anforderungen? Ich kenne „Enterprise“ PIM Projekte, die nach mehreren Jahren und Millionen von Euro abgebrochen werden mussten. Das lag nicht an der Software sondern an der Qualität der Partner, der dieses System versucht hat, einzuführen.

    Viele Grüße
    -chris

    • Hallo Chris,
      danke dir für den Input. Vielleicht lässt sich an der Klassifizierung der Systeme (und der Benennung) noch etwas drehen… Beginnend bei den Open-Source-Lösungen, über „Einsteiger“ (an Stelle von Amateur) zu Profi und Enterprise Lösungen. Mal sehen wie sich dann noch „SaaS/Cloud/…“ in die Übersicht integrieren lässt.
      Mit dem Begriff „Mittelstand“ tue ich mich schwer, weil ich glaube, dass auch eine Enterprise Lösung für einen „Mittelständler“ in Frage kommen könnte. Maßgebend sehe ich hier das jeweilige Geschäftsmodell…

      Bzgl. dem Integrationspartner absolut und zu 100% deiner Meinung. Ich habe auch die zwei Modelle kennengelernt: jeweils mit Vor- und Nachteilen (z.B. bei Agenturen, dass dort eine breitere Basis / Kenntnis aus anderen Systemen vorhanden ist. Ein „Blick über den Tellerrand“ kann manchmal erstaunliche Lösungsmöglichkeiten eröffnen…)

  8. Hallo Henning,
    sehr schöner Artikel zu dem Thema. Ergänzend könnte man erwähnen, dass sich auch in dem Umfeld bereits Startups starten und hier finde ich den Ansatz inkl. dem Pricing von http://www.productconnect.de sehr interessant.

    Wir selber betreuen mit unserer Lösung http://www.channelpilot.com über 500 große Webshops in ganz Europa und haben die tägliche Herausforderung mit den vorhandenen Daten eine Vielzahl von Digital-Kanälen zu bespielen. Hierbei lässt sich oftmals auch die Einführung (sofern die Daten rein für Online-Vermarktungskanäle gebraucht werden) durch den Einsatz einer guten Feed Engine inkl. entsprechender Konfiguration vermeiden. Natürlich ist dies ein Workaround und löst das Problem nicht an der Ursache.

    Beste Grüße
    Mirko

  9. Hallo Henning,
    ich muss mich dem Vorredner Dietmar anschließen: PIM-Systeme über das Pricing zu klassifizieren ist aus technischer Sicht falsch. Richtig ist, dass Unternehmen sich scheinbar über einen hohen Software-Preis das „gute Gefühl“ einkaufen, das richtige System gewählt zu haben. Aus technischer Sicht richtig ist: sowohl OpenSource-Systeme wie auch Systeme, die zu einem mittleren Preis angeboten werden, können sowohl technisch top sein als auch einen hervorragenden Support bieten. Aus diesem Grund haben wir vom Business Software Review Systeme ganz unterschiedlicher Preisklassen in unsere Auswahl aufgenommen – neben den üblichen Verdächtigen übrigens auch das von Dir nicht berücksichtigte ziemlich lange auf dem Markt befindliche Alterra PIM. Nach meiner Erfahrung sind die Preise, die Du nennst, auch vollkommen übertrieben – gut funktionierende PIM Systeme mit einer vernünftigen Implementierung bekommen Unternehmen auch schon für viel weniger Geld als hier aufgeführt – so zumindest unsere Projekterfahrung.

    Das nur zur Beruhigung für alle IT-Leiter und Software Einkäufer, denen sich bei der Lektüre Deiner Preis-Kategorien die Haare aufgestellt haben sollten. 😉

    • Interessant, ich sehe in anderen Projekten eher das Gegenteil – es wird deutlich teurer, insbesondere durch die hohen Mehrkosten bei der Einführung, wenn alte Systeme abgelöst werden sollen. Das bei den Listenpreisen 20-80% Luft ist, gilt auch leider nicht für alle Kunden, aber versuchen kann man es. Der Artikel argumentiert ja auch sehr stark aus Enterprise Sicht, also größere Unternehmen mit viel Legacy IT. Für ein kleineres Unternehmen mit sehr pragmatischen Lösungsansätzen geht es natürlich oft viel günstiger. Oder siehst du auch bei großen Projekte günstigere Implementierungskosten?

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